Muskelbepackte Kerle, fliegende Fäuste und heiße Mädels: dies bietet euch Fight Night: Round 2 in gewohnter EA Sports-QualitätEs gibt nicht wenige Stimmen die behaupten, dass Boxen ein Sport für Prügelknaben und intellektuelle Tiefflieger sei. Wenn ihr der gleichen Ansicht seid oder einfach zu wenig Muckis besitzt, um euch im Kampfsport zu beweisen, aber trotzdem mal ordentlich auf den Putz hauen wollt, solltet ihr euch entweder einen Sandsack besorgen, oder mit
Fight Night Round 2 von EA Sports die Playstation 2 zum Schwitzen bringen. Ob es tatsächlich soweit kommt, oder die DVD schon wieder bei Ebay landet, bevor die Konsole auch nur ansatzweise warm wurde, lest ihr im folgenden Master-Review.
Volle Kontrolle Nach dem obligatorischen EA Logo stimmt euch ein
atmosphärisches Intro auf das zünftige Kampfgeschehen ein. Schon hier geht es hammerhart zur Sache und eines vorweg: Die Matches im Spiel stehen dem in nichts nach. Zuallererst einige
» Nicht die Deckung vergessen! |
Worte zur Steuerung. Diese wurde vom Vorgänger übernommen, das heißt, ihr führt alle eure Schläge mit dem rechten Analogstick aus, was EA
Total Punch Control getauft hat. Für einen Uppercut drückt ihr ihn nach schräg unten und zieht dann flink nach oben. Für eine Gerade braucht er zum Beispiel nur kurz in die gewünschte Richtung, also rechts oder links, angetippt werden. Additiv zum rechten Stick dürft ihr natürlich auch mit den normalen Buttons auf eure Widersacher eindreschen. Nur die so genannten
Haymakers lassen sich alleine mit dem Stick ausführen. Das sind kräftige, aufladbare Schläge, die ihr für vorzeitige Knockouts einsetzen solltet.
Für die vollständige Beherrschung der Steuerung sind etliche Sparringkämpfe von Nöten, aber sind diese erst einmal gemeistert, offenbaren sich
taktisch vielfältige Kombinationsmanöver mit denen es, in Kombination mit gekonntem Blocken, gleich doppelt soviel Laune macht, die Gegner auf die Ringmatte zu befördern. Die Verinnerlichung der
Total Punch Control würde anhand eines - leider fehlenden - Tutorials wesentlich schneller gehen. So heißt es selber ausprobieren oder in die Anleitung schauen.
Ready to Rumble? Kommen wir zu den Spielmodi. Neben
Einzelkämpfen in diversen Gewichtsklassen steht natürlich der
Karrieremodus im Mittelpunkt. Zuerst bastelt ihr euch einen eigenen Profi aus
dutzenden Variationsmöglichkeiten zusammen und bestimmt
» Und jetzt ein Haymaker, das sichere KO. |
dessen Attribute. Dann geht’s auch schon ab in den Ring. Hier boxt ihr euch vom unbedeutenden Nobody zum Weltmeister hoch. Dabei werdet ihr die
ausgereifte Gegner KI bemerken, die jeden Kampf anders aussehen lässt. Mal tretet ihr gegen einen Linksausleger an, mal gegen einen Rechtsausleger, aggressive Typen sind ebenso vorhanden wie Dauerblocker und Konterboxer. Das Schöne ist, dass ihr euren eigenen Stil ganz individuell kreieren müsst, da Buttonsmashing nämlich weitestgehend fehl am Platz ist: Die gute KI der Gegner zwingt euch spätestens auf mittlerem Schwierigkeitsgrad zu taktischem Vorgehen. Dadurch geratet ihr gar nicht erst in Versuchung, wie wild auf die Tasten zu hämmern. Des Weiteren empfiehlt es sich nach einer Schlagserie, für ein paar Sekunden zurück in die Deckung zu gehen, damit sich die
Kraftleiste unterhalb des
Energiebalkens erholt. Nur mit gefüllter
Kraftleiste sind die spektakulären
Haymakers möglich.
Wie es sich für einen anständigen Karrieremodus gehört, kümmert ihr euch auch um die Finanzen. Mit genügend Dollars im Gepäck lebt es sich entsprechend leichter. So holt ihr euch hübsche Ringbegleitungen ins Team, welche sich sogar positiv auf die Fähigkeiten eures Schützlings auswirken. Darüber hinaus ist ein fähiges Trainergespann und ein Teamarzt essenziell und gehört zu den Ausgaben, bei denen nicht gegeizt werden sollte. Sind ein paar Scheinchen übrig geblieben, dürft ihr diese in Kleidungsstücke, wie zum Beispiel in neue Schuhe, investieren.
Die (Team)ärzte - Immer mitten in die Fresse rein Neben
Arcade- Karriere-, und Trainingsmodus bleibt noch die
Hard Hit Matchvariante zu erwähnen. Sieger ist derjenige mit den meisten KOs. Als nette Dreingabe entpuppen sich außerdem die
Minispiele - wie zum Beispiel Gewichtheben oder
» Ein Fall für die Cutman Control. |
Und jetzt ein Haymaker, das sichere KO. Kombinationsübungen an einer Trainingspuppe. Zumindest könnt ihr hier einige effektive Kombinationen verinnerlichen, ohne von gegnerischen Fäusten gestört zu werden. Für lesefaule Kunden hat EA unter dem Menüpunkt EA Extras die wichtigsten Features aufgelistet und kurz erklärt. So hört ihr u.a. ein paar einführende Worte zur
Total Punch Control. Wie schon anfangs erwähnt, vermisst ihr aber eine ausführliche Erklärung zur
intuitiven Steuerung. Weiterhin fallen einige Sätze zum
Create a Champ Modus und zur gelungenen
Cutman Control. In den Ringpausen übernehmt ihr nämlich die Rolle des Teamarztes und lindert durch geschicktes Bewegen der Analogsticks Cuts und Schwellungen im Gesicht eures Profis, was eine nette Abwechslung zum Geschehen im Ring darstellt.
Zum Multiplayer gibt es leider nicht viel zu sagen, denn lediglich zwei Spieler dürfen gegeneinander antreten. Auf einen Onlinemodus wurde gänzlich verzichtet.
Von spielbaren Legenden und deren Blutergüssen Eure Boxerkreation gefällt euch nicht, oder wird euch zu langweilig? Kein Problem, denn EA hat etliche
reale Profiboxer unter Vertrag genommen. Mit von der Partie sind unter anderem Evander Holyfield, Chris Byrd und Muhammad Ali. Insgesamt
» Grafischer Detaillreichtum. |
wählt ihr aus über
40 realen und fiktiven Athleten.
Grafisch gibt sich
Fight Night 2 keine Blöße. Die
toll modellierten Muskelmänner bewegen sich geschmeidig animiert über den Platz und schleudern im Fausthagel Schweiß- und Bluttropfen nur so von sich. Nicht zu vergessen sind natürlich die auf cool getrimmten Einmärsche, bei denen euch immer eine sexy junge Dame im entsprechenden Outfit begleitet. Nett anzuschauende Lichteffekte und das sehenswerte Publikum tragen positiv zur authentischen Atmosphäre bei. Teilweise habt ihr wirklich das Gefühl, in der ersten Reihe des Madison Square Gardens zu sitzen. Nur die
Cutman Control, bei der ihr erstmal über die schaurig schönen Blutergüsse und Schwellungen staunen dürft, sowie die spektakulären Zeitlupen nach schweren Treffern, lassen euch merken, dass es sich hier um ein Videospiel handelt. Fast schon standardmäßig für Sportspiele wurde einzig und allein die Gestaltung des Publikums vernachlässigt, was allerdings nicht weiter ins Gewicht fällt.
Bei der musikalischen Untermalung dürften sich nur HipHop Gegner negativ zu Worte melden.
Fight Night 2 bietet nur aus diesem Genre Tracks, allerdings passen sie perfekt zum Spielgeschehen und der absichtlich übertrieben coolen Präsentation. Ein dickes Lob erhalten an dieser Stelle ganz besonders die englischen Kommentatoren, als auch die real wirkenden Stöhnlaute der Boxer und die Zwischenrufe eures Coachs, der euch schon mal mit der Phrase “I have two words for you. You stink!“ eine auf den Deckel gibt.