» userrankings.com Master-Review «
Link: http://userrankings.com/spiel/1595/masterreview.html
Donkey Kong Jungle Beat  
» Autor: Sacha Galgon
» Datum: 30.03.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Hetzt mit Nintendos Vorzeige-Affen durch den Dschungel – Muskelkatergarantie inklusive!

Das Genre der klassischen 2D-Sidescroller stirbt aus. Umso erfreulicher stimmt einen natürlich die Tatsache, dass Nintendo nun einen neuen Vertreter dieser immer seltener werdenden Spiele auf den Markt gebracht hat. Donkey Kong Jungle Beat ist allerdings kein gewöhlicher Plattformer, wird es doch über den von Donkey Konga bekannten Bongo-Controller gesteuert. Ob sich so ein actionreiches Jump'n'Run wirklich mit ein bisschen Getrommel steuern lässt und was das Spiel sonst noch so bietet, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Vergiss Jump'n'Run...
Mit Donkey Konga brachte Nintendo letztes Jahr das erste trommelgesteuerte Spiel für den Gamecube auf dem Markt. Das Musikgame war allerdings eher ein
» Die witzigen Gegner setzen Donkey Kong zu.
Multiplayertitel, im Solomodus kam schnell ein gewisser Sättigungseffekt auf. Um Bongo-Besitzer nicht im Regen stehen zu lassen, musste also ein auf den Einzelspieler zugeschnittenes Game her. Die Abhilfe erhielt den Namen Donkey Kong Jungle Beat und ist im Gegensatz zu Donkey Konga kein Musikspiel, sondern ein schnelles Jump'n'Run. Auch dieses mal gibt euch Nintendo die Möglichkeit, den Titel wahlweise mit oder ohne Trommelcontroller zu kaufen. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass man DKJB auch mit dem normalen Gamepad steuern kann, der Spielspaß dann allerdings gen Null sinkt. Donkey Konga-Besitzer machen mit dem Bundle auch nicht viel falsch, hat man doch auf die Schnelle einen weiteren Bongo-Controller, was bei dem Multiplayertitel natürlich Sinn macht.


...ab jetzt heißt es: Klatsch'n'Drum!
Die große Frage ist allerdings: Wie steuert man ein Jump'n'Run mit Trommeln? Das Prinzip ist recht simpel: Die linke Konga wird benutzt um nach links zu laufen, die rechte für die andere Richtung. Je intensiver und schneller man dabei auf die
» Ein Tutorial erklärt euch die Steuerung.
Trommeln schlägt, desto schneller läuft Donkey Kong; um zu springen, spielt man beide Kongas gleichzeitig. Auch das eingebaute Mikro des Controllers wird genutzt: Klatscht man in die Hände, vollführt Donkey Kong diverse Aktionen wie Gegner verkloppen, nach Gegenständen greifen, sich an Lianen hangeln und vieles mehr. Anspruchsvoll wird das Ganze aber erst durch das Zusammenspiel aller Varianten: DKJB bietet rasantes Gameplay, weswegen ihr oft blitzschnell trommeln und klatschen müsst. Timing und gute Reflexe sind dabei genauso von Nöten wie eine ordentliche Kondition: Noch nie hat man so gut bemerkt, dass man mal wieder zu lange vor der Konsole hockte – DKJB kann richtigen Muskelkater verursachen! Unterstützt wird das Ganze durch den Reiz, einen möglichst hohen Score in den Levels zu erhalten, gibt es doch Medaillen von Bronze bis Platin zu ergattern.

Die Affen rasen durch den Wald...
Um Punkte zu erhalten, muss man in den Actionstages Bananen einsammeln. Diese kann man auf normalem Wege einsammeln, oder, und hier liegt der Reiz des Ganzen, „einklatschen“. Liegen zum Beispiel zwei gelbe Früchte vor euch auf dem
» Fordernde Sprungpassagen sind an der Tagesordnung.
Boden, könnt ihr einfach über sie laufen, um sie einzusammeln. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit, über die Bananen zu springen und dann, während sich Donkey Kong in der Luft befindet, in die Hände zu klatschen, um so den Affen nach dem Obst greifen zu lassen. Letztere Methode bringt euch nämlich die doppelte Punktzahl. Zudem lassen sich solche Aktionen zu (riesigen) Combos verknüpfen, und zwar in den verschiedensten Varianten.
Da so eine Kombination allerdings nur anhält, solange man nicht den Boden berührt, gilt es beispielsweise, sich blitzschnell an verschiedene Pflanzen zu hängen und auf Gegner zu springen, was natürlich in wilde, anstrengende aber enorm amüsante Trommel- und Klatschorgien ausartet. Um dann in allen Level den für Platin benötigten Score von mindestens 1200 Bananen zu erhalten, ist enormer Körpereinsatz und Konzentration nötig.
Auch wenn es seltsam klingt, aber genau diese Anstrengung macht den Spielspaß an Donkey Kong Jungle Beat aus. Obwohl man nach einer guten Stunde bereits sämtliche Muskeln spürt, hat man immer wieder den Drang, noch weiterzumachen, um neue Level und Medaillen zu erspielen.
Für Abwechslung ist dabei stets gesorgt: Nebem dem actionreichen Rumgehüpfe müsst ihr auch Passagen auf dem Rücken eines Reittieres meistern. Dabei gilt: je wilder ihr trommelt, umso schneller rennt das Vieh. Mal flüchtet ihr vor einem rollenden Riesenschneeball, ein anderes Mal segelt ihr mit einer Art lebendem Fallschirm gen Erde. Es wird euch in praktisch jedem Level etwas Neues geboten, Langweile kommt nie auf.

...der eine macht den andern kalt!
Eine Welt besteht aus jeweils drei Stages, wobei zwei davon die oben beschriebenen Plattformlevel darstellen. Die dritte Stage ist jeweils ein Bosskampf. Auch hier werden die Kongas witzig eingesetzt: Mal trommelt ihr euch die Seele aus
» Die Bosskämpfe sind sehr witzig inszeniert.
dem Leib, um wie wild auf euren Gegner einzuschlagen, mal klatscht ihr in die Hände, um eurem Kontrahenten Bomben entgegen zu werfen. Die Endgegner-Kämpfe sind, wie das gesamte Spiel, sehr spaßig und trotzdem fordernd. Die bisher gesammelten Bananen werden dabei als Lebensanzeige benutzt, so dass ihr nach einem Treffer eben Bananen verliert, erst nach dem Besiegen des Endgegners werden sie als Score abgerechnet. Das kann manchmal soweit führen, dass man bei Trefferkontakt am liebsten mit einem Mal die gegnerische Energieleiste leeren will und dermaßen auf die Bongos hämmert, dass man sich hinterher Sorgen macht, ob diese wohl noch funktionieren.

Der Dschungel lebt!
Diese Intensität besteht im ganzen Game: da man sich körperlich anstrengt, ist man natürlich umso stolzer auf die erspielten Punkte. Zwar kann man sämtliche Levels im Spiel nach ca. sechs bis acht Stunden gesehen haben, fertig ist man
» Die Landschaften sind malerisch und detailliert.
allerdings noch lange nicht. Zu oft macht man beim ersten Durchgang Fehler, bei denen man sich immer gleich sagt, dass man die Sache das nächste Mal ganz anders angehen will. Manchmal ärgert man sich grün und blau darüber, dass man ein wenig zu spät reagiert hat, später platzt man fast vor Stolz, wenn man eine zwanzigfache Combo fertiggebracht hat. Wer nun vielleicht denkt, er könnte in schwierigen Passagen ja einfach das Standard-Pad benutzen, dem sei gesagt, dass er sich damit noch schwerer tut. Um Donkey Kong mit dem Gamecube-Controller zu bewegen, muss man nämlich den Analogstick unaufhörlich in die gewünschte Richtung antippen. Hinzu kommt, dass der C-Stick zum Springen gebraucht wird, was das Ganze eher zum Krampf verkommen lässt. In den späteren Levels sind zudem punktgenaue Landungen nötig, die man so mit dem Standard-Gamepad nicht hinbekommt.
Grafisch ist DKJB recht gut gelungen: die saubere 2D-Rendergrafik strotzt vor netten 3D-Effekten und ist sehr farbenfroh gestaltet, die verschiedenen Umgebungen variieren sehr: Ob das nun Dschungel-, Vulkan- oder Wasserlevel sind, man bekommt nirgends die gleichen Hintergründe zu sehen. Das Geschehen wird dank 60 Hz-Modus ständig flüssig und schnell dargestellt, PAL-Balken gibt es keine. Soundtechnisch bietet das Spiel natürlich die rythmische Donkey Kong-übliche Dschungelmusik, welche sehr gut zum actionreichen Geschehen passt und den Spieler antreibt. Die Musikstücke wiederholen sich recht selten. Donkey Kong Jungle Beat bietet eine Menge nette Effekte; Ob das nun quiekende Gegner, musizierende Äffchen oder brodelnde Lavamassen sind, alles wurde schön vertont.
Pro
Hoher Spaßfaktor
Schöne Grafik
Gute Langzeitmotivation
Intensives Spielerlebnis
Contra
Geringer Umfang
Platinmedaillen sind recht schwierig
Fazit
DKJB macht enormen Spaß und ist, was den Einsatz der Bongos angeht, um einiges interessanter als Donkey Konga. Spätestens wenn man sich selbst dabei ertappt, wie man den Controller bei einem Endkampf beinahe zerschlägt, als gäbe es kein Morgen, erkennt man wie intensiv das Spielerlebnis in Donkey Kong Jungle Beat ist. Diese Intensität bleibt durch das ganze Spiel hindurch aufrecht und lässt einen auch so schnell nicht mehr los. Grafisch präsentiert sich das Game auch von der besten Seite, spielerisch steckt sehr viel drin und die Motivation ist eine ganz andere als bei Donkey Konga. Lediglich der geringe Umfang sowie die relativ schwierig zu verdienenden Platinmedaillen geben Anlass zur Kritik. Der Titel ist eine sehr positive Überraschung und bietet wirklich mal ein neues Spielerlebnis.