Infos
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» Spielzeit: |
5 h |
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» Grafik: |
85 |
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» Sound: |
80 |
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» Spielspaß Solo: |
92 |
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» Spielspaß Multi: |
- |
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» Gesamtwertung: |
87 |
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Pro
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Herrlich abgedrehte Idee |
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Macht einfach Spaß |
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Schöne Grafik |
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Bekannte Musikstücke |
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Contra
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Trotz Medallien viel zu kurz |
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Keine anderen Kongs vertreten |
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Muskelkater vorprogrammiert |
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Qualität
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Das waren noch Zeiten. Mitte der Neunziger sprach noch niemand über 3D Jump`n Runs. Mario und Co. liefen stur von links nach rechts durch die Levels und die Spieler erfreuten sich am Gameplay, ohne einen Gedanken an Grafik zu verschwenden. Just zu dieser Zeit veröffentlichte der englische Entwickler Rare das erste Donkey Kong Country für das SNES, dass eine neue Grafikära einläutete und begann so seinen Erfolgszug als wichtigster Fremdentwickler für Nintendo bis zum Verkauf an Microsoft. Nach eben diesem Geschäft wurde es etwas ruhiger um den Affen und seine Sippschaft. Mittlerweile überwogen die oben angesprochenen 3D Jump`n Runs den Markt und die Ansprüche der Spieler änderten sich drastisch.
Heute schreiben wir das Jahr 2005 und viele Fans schreien geradezu nach guten Games im alten Stil. DK: Jungle Beat schlägt spielerisch voll in die Retrokerbe und präsentiert sich als waschechter Sidescroller in aktueller 3D Grafik. Warum das Spiel aber trotzdem etwas völlig neues bietet, zeige ich in folgendem Erfahrungsbericht. Lasset die Spiele beginnen!
Um direkt alle Klarheiten zu beseitigen, gehe ich auf die Steuerung des Spiels ein. Ihr habt natürlich die Möglichkeit Donkey Kong Jungle Beat mit einem Controller zu spielen. Da dieses Game jedoch eigentlich für die Bongo Trommeln konzipiert ist, bietet sich diese Art der Fortbewegung an. Ein Schlag auf das linke Bongo und Donkey läuft nach links. Mehrfaches schlagen, lässt den Primaten rennen. rechts verhält sich das natürlich genauso. Ein Schlag auf beide Bongos und der Affe springt in die Luft. Das Microphon in der Mitte dient als Klatschsensor. Wenn ihr also Beifall gebt, greift ihr Gegner an und schnappt euch in der Nähe liegende Bananen. Im Wasser verhält es sich etwas anders. Langsames schlagen eines Bongos, lässt Donkey in die jeweilige Richtung tauchen. Wenn ihr beide Bongos nacheinander im Rhythmus schlagt, taucht ihr geradeaus nach unten. Durch das Betätigen beider Bongos gleichzeitig, schießt euer Affe nach oben aus dem Wasser heraus.
Hört sich vielleicht etwas kompliziert aber das ist es ganz und gar nicht. nach einigen Minuten geht das Spiel mit den Bongos ins Blut über und begeistert von da an ungemein. Wenn ihr mehrere Stunden am Tag vor diesem Spiel sitzt, werdet ihr morgens garantiert mit Muskelkater in den Armen aufwachen. Ähnlich wie bei Eye Toy wird man mit zunehmender Spieldauer immer Aktiver. Zum Glück spielt sich das Spiel im Gegensatz zum erstgenannten am besten im Sitzen. So werden auch weniger aktive Spieler Spass am Spiel haben.
So nun aber mal zum Game an sich. Wie oben bereits angedeutet, handelt es sich bei Donkey Kong Jungle Beat um ein reinrassiges 2D Jump`n Run im Stil des ersten Country Ablegers. Wieder bewegt ihr euch durch Dschungel, Tempel, Höhlen, Gletscher und Meere um der Herrscher der Affen zu werden. Damit wäre die quasi nicht vorhandene Story auch schon abgehackt.
Jede Welt folgt dabei einem strikten Aufbau, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel zieht. Zwei Levels, ein Endgegner, nächste Welt. Da wieder zwei Levels, ein Endgegner und so weiter... Gerade die Bosse können dabei zumindest Anfangs begeistern. Im ersten Kampf zum Beispiel tritt Donkey Kong gegen einen anderen Affen im direkten Zweikampf Primat gegen Primat an. Dieses Duell ist wie ein Boxkampf aufgebaut, wobei ihr durch Klatschen den Schlägen des Feindes ausweicht und ihm danach durch eine harte Rechte den Rest gebt. Leider werden im Laufe des Abenteuers immer wieder die gleichen 4 Endgegnertypen aufgegriffen und sollen wohl nur etwas schwerer sein. Bis auf den Endkampf, solltet ihr aber soweit keine Probleme haben. Nach einigen solcher Duelle wird den ausgepowerten Spieler bereits nach gut 5 Stunden der Schock treffen, denn plötzlich laufen die Credits über den Bildschirm und das Spiel ist geschafft. Naja fast. In jeder Welt könnt ihr durch das Sammeln von Bananen gewissen Auszeichnungen gewinnen. Gold, Silber, Bronze und für die ganz harten, Platin. Hört sich eigentlich bekannt und langweilig an aber das ist es absolut nicht. um das zu verdeutlichen muss ich aber kurz...
...einen neuen Abschnitt beginnen. Schnell werdet ihr merken, dass ihr nach ein, zwei Anläufen normalerweise immer Gold, Siber und Bronze erreicht. Das geht meistens ziemlich flott durch fleißiges Einsammeln von Bananen. Nun habt ihr euch also 800 Gelbe Früchte erspielt, Gold gewonnen und fragt euch, wie um Gottes Willen man noch weitere 400 gelbe Früchte in den Levels auftreiben soll um auch endlich Platin einzusacken... Tja hier kommt das absolut geile und muskelkaterfördernde Combosystem zum Einsatz. Ich versuche das jetzt möglichst anschaulich zu erklären. Es ist im Grunde simpel aber schwer zu beschreiben...
Ihr sammelt mit Donkey eine Banane ein, über die ihr lauft, was euch logischerweise einen Punkt auf eurer Bananenskala beschert. Wenn ihr jetzt aber z.B über eine Reihe von Bananen springt, indem ihr während des Laufens auf beide Bongos schlagt und im richtigen Moment in die Hände klatscht, damit der Affe wie oben beschrieben nach den gelben Früchten greift, bringt euch das deutlich mehr Punkte. Ihr müsst euch also quasi die Punkte erklatschen und nicht stur darüber laufen. Eine weitere Möglichkeit euren Zähler in schnellster Zeit anwachsen zu lassen, ist das Vermeiden von Bodenkontakt. Das erreicht ihr z.B, indem ihr euch von Liane zu Liane schwingt, euch aus einer Blume in die Luft und von dort aus an eine Schleuder schießen lasst , um danach in einer Luftblase auf ein Trampolin zu fliegen, das euch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringt. Gerade in den späteren Abschnitten sind diese Helferlein so verteilt, dass öfter mal ein Combo in hohem zweistelligen Bereich zustande kommt. Erst durch den Kontakt mit Mutter Erde werden die erreichten Punkte eurem Konto gutgeschrieben. Gerade wenn man auf der Jagd nach den Platinmedallien ist, kommt man kaum daran vorbei, die Architektur der Levels zu lernen um die best möglichen Combos zu erreichen. Da die Abschnitte garantiert auch nach dem zehnten mal noch nicht langweilig werden (dafür ist das Spielprinzip einfach noch zu geil und neu), werdet ihr schon einige Zeit am lösen der Platinaufgaben sitzen. Somit ist hier wohl die Beschreibung: Leicht zu schaffen, schwer zu meistern, ziemlich treffend.
Ein absolutes Lob verdient Nintendo aber auch für den Stil des Spiels. Auch wenn die Entwicklung der Serie wie ja bekannt nicht mehr bei Rare liegt schaffen es die Japaner, den Flair der alten Teile sehr gut einzufangen. Bekannte Szenarien und alt bekannte Themen neu gemixt, verwöhnen Retrofreund und Technikfreak gleichermaßen. Auch dieGrafik spielt in der absoluten Oberklasse mit und kann als das bis dato schönste 2D Jump`n Run bezeichnet werden.
Schade ist jedoch der komplette Verzicht auf einen Multiplayermodus. Ich will mir gar nicht ausmahlen wie es gewesen wäre, wenn man das Cop. Prinzip der alten 2D Teile aufgegriffen hätte. Was Extras und Geheimnisse betrifft, kann ich noch nicht viel sagen. Dazu fehlen mir noch einige Platinmedallien. ich werde entsprechend nachtragen.
Soweit sollte alles gesagt sein. Kommen wir nun wie immer zu kurzen Übersicht...
Story:
Hm, naja... Warum der Affe nun wirklich unterwegs ist, wird wohl niemand jemals erfahren. Ihr habt aber sowieso soviel zu tun, dass ihr gar nicht mehr die Ausdauer hättet, einer großartigen Story zu folgen. Man kann DK Jungle Beat eigentlich als Singleplayer Partygame bezeichnen. Die brauchen keine Geschichte... Schade ist leider die Tatsache, dass ihr (jedenfalls nicht im regulären Spiel) keinmal auf einen anderen Charakter aus dem DK Universum trefft. Wo sind Diddy, Dixie und vor allem mein bester Freund Cranky? Die Frage ist natürlich, ob diese Figuren zu Nintendo gehören oder ob sie Rares Eigentum sind (wer das weiss kann mir ja mal mitteilen), da sie ja alle nach Oberhaupt Donkey erfunden worden.
Grafik: Hach da kommen Erinnerungen an die guten alten SNES Zeiten zurück. Selbstverständlich hat Nintendo dem Spiel aufwendige Hintergründe verpasst und die gesamte Engine auf die Höhe der Zeit gebracht. Die butterweichen Animationen und abwechslungsreichen Locations, werden einfach nie langweilig und gerade an den Unterwasserabschnitten kann ich mich gar nicht satt sehen. Kleinigkeiten wie das Erkennen jedes einzelnen Haares auf Donkeys Fell, setzen dem ganzen noch die Krone auf. Hier wird die typische liebevolle Arbeit von Nintendo sofort erkennbar. Wegen der Qualität und auch wegen mangelnder Konkurrenz, ist Jungle Beat das schönste 2D Jum`n Run der heutigen Zeit.
Sound:
Die belanglosen Sprachsamples des Protagonisten sind nur eine kurze Erwähnung wert und beschränken sich auf einzelne laute, die der Affe in bestimmten Situationen von sich lässt. Auf Sprachausgabe muss man leider komplett verzichten. Da aber wie gesagt keine Story vorhanden ist, stört das nicht weiter. Soundeffekte kennt man teilweise von den alten Teilen und bieten sonst gewohnte Jump`n Run Kost.
Die Musik hingegen konnte mich voll begeistern. Ihr lauscht vielen bekannten und neuen Stücken, die sich immer der jeweiligen Location anpassen. Beispielsweise wechselt die Musik im Wasserabschnitt, je tiefer ihr taucht. Kenner der Serie können von Anfang an mitpfeifen und fühlen sich dadurch sehr schnell heimisch.
Gameplay:
Learning by doing. Mit jeder Spielminute werdet ihr immer besser mit den Bongos und spätestens nach dem letzten Abschnitt solltet ihr bereit sein, die Platin Medaillen der vorherigen Levels in Angriff zu nehmen. Das Combosystem und auch die verschiedenen Möglichkeiten die jeweiligen Gegnertypen zu besiegen, lassen die Lernkurve zu jeder Zeit steigen. Ich persönlich rate aber definitiv vom Spielen mit einem Controller ab. Das Spiel ist nicht dafür gedacht und die veränderte Steuerung lässt gar keinen Spass aufkommen. Da Jungle Beat mit Bongos "nur" 49€ kostet, ist es auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Wiederspielwert:
Solange dieses Spielprinzip noch unverbraucht und neu ist, werdet ihr sowieso immer mal wieder an den Fernseher zurückkehren und eine Runde spielen. Sei es nur um dem besten Freund zu zeigen, was euer Gamecube jetzt tolles kann.
Seit euch jedoch im klaren, dass Schnellspieler das Ende sogar schon in einer Sitzung sehen können. Wer jedoch alle Medaillen haben möchte, der wird schon einige Tage brauchen. Generell ist der Wiederspielwert also durchaus gegeben. Lasst euch also nicht vom Umfang leiten. Manchmal ist es die Qualität wirklich wert.

Fazit
Fazit.
Aua. Ich gebe ja zu, dass ich der absolute Sporthasser bin und eigentlich 90% meines Lebens sitzend oder liegend verbracht habe aber Donkey Kong Jungle Beat ist so genial und innovativ, dass ich sogar Muskelkater am nächsten Tag in Kauf nehme. Die Schmerzen sind nicht so groß wie nach einer Eye Toy Nacht aber die Arme wissen schon, was man gemacht hat. Generell kann man Nintendo nur zum Bongocontroller beglückwünschen. Ich habe leider nie Donkey Konga gespielt und fand die kleinen Plastiktrommeln bisher ziemlich überflüssig. Wenn die Japaner aber weiterhin "normale" Genres mit den Bongos kombinieren und diese so auch für Singleplayer interessant machen, denke ich, dass sie noch viele weitere begeisterte Anhänger finden wird. Ich kann nur wiederholen, dass man sich nicht vom etwas geringen Umfang abschrecken lassen sollte. Gamecubespieler wollen doch nicht das vielleicht jetzt schon innovativste Spiel des Jahres 2005 verpassen...
Donkey ist zurück und hat den Sprung von Rare zurück nach Nintendo mit Bravour überstanden.

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