Nintendos Elite-Stars packen mal wieder die Schläger aus und eröffnen das spaßigste Multiplayerspektakel dieseits von Wimbledon!Mario kommt in letzter Zeit nicht mehr zum Verschnaufen. Nach
Mario Golf: Toadstool Tour,
Paper Mario: Die Legende vom Äonentor und natürlich
Mario Kart: Double Dash!! darf sich Nintendos Vorzeigemaskottchen nun auch auf dem Tennisplatz austoben. Wie bei den eben genannten Titeln gibt’s auch bei
Mario Power Tennis einen grandiosen Vorgänger auf dem
Nintendo 64, der natürlich einiges erwarten lässt. Ob das aktuelle Sportspektakel den Vorgänger übertrifft oder der Ball doch eher ins Aus geht, könnt ihr in unserem Master-Review nachlesen.
Spiel, Satz... Wenn die Gamecube-Version des Tennisspektakels eines nicht fürchten muss, dann ist es Konkurrenz, da es bislang noch keinen Vertreter der Sportart für die Konsole gibt. Wer eine beinharte Tennissimulation sucht, wird aber auf Nintendos
» Die verrückten Plätze bieten einige Überraschungen. |
Wunderwürfel weiterhin nicht fündig, denn bei
Mario Power Tennis handelt es sich um
ein reines Funspiel. Diesen Job erfüllt es jedoch tadellos. Nachdem man sich magere 3 Blöcke auf die Memorycard gepflanzt hat, begrüßt einen das fulminante und sehr witzig inszenierte Renderintro, welches sofort Lust auf’s Spiel macht. Danach kann man auch gleich loslegen. Zur Auswahl stehen neben den obligatorischen
Turnier- und Einzelmatchmodi auch diverse
Minispiele. In ersterem wählt ihr euren Charakter aus
14 bekannten Nintendo-Figuren aus - wahlweise als Links- oder Rechts-Händer - und begebt euch auf den Tenniscourt. Neben den zu gewinnenden Pokalen und lustigen Siegervideos schaltet man mit dem erfolgreichen Abschliessen von Turnieren auch eine Menge Geheimnisse frei, darunter vier neue Charaktere. Die Turniere können wahlweise im Einzel oder Doppel gespielt werden, wobei es für jede Matchart eigene Pokale gibt. Will man wirklich alles freischalten, muss man die Turniere in beiden Modi mit allen Charakteren absolvieren. Hier kommt auch einer der großen Pluspunkte des Games zum Tragen: der gigantische Umfang. Bis man mit jedem Charakter jedes Championship gewonnen hat, vergeht trotz der scheinbar geringen Anzahl von nur drei großen Turnieren (mit jeweils drei zu gewinnenden Trophäen) eine Menge Zeit. Glücklicherweise kann man aber jederzeit mitten im Contest, ja sogar während eines laufenden Matches, abspeichern; dazu stehen drei Speicherslots zur Verfügung. Motiviert wird man durch die vielen freizuschaltenden
Minigames. Unter anderem gilt es Bilder mit Farbbällen auszumalen oder auf speziellen Tennisplätzen bestimmte Aufgaben zu erledigen, wie beispielsweise Münzen einsammeln. In den Minispielen gibt es zudem mehrere Medaillen zu gewinnen, welche die Motivation nochmal in die Höhe schrauben.
...und Sieg! Dem
Multiplayermodus wurde durchaus großes Augenmerk zuteil, denn nicht nur die Minigames, auch die regulären Matches sind mit menschlichen Gegenspielern deutlich spaßiger. Zudem kann man in den Mehrspielerpartien einige Zusatzoptionen
an- oder ausschalten, um die Kämpfe spannender zu machen. Unabhängig davon, ob ihr alleine oder mit Freunden spielt, beginnt logischerweise jedes Match mit dem Aufschlag. Die Flugrichtung der gelben Filzkugel wird mit dem Analogstick beeinflusst. Trifft man den Ball am höchsten Punkt in der Luft gibt es einen Power-Aufschlag und er fliegt eurem Gegner um einiges schneller und stärker entgegen.
Spielt euch euer Kontrahent den Ball zurück, stehen natürlich sämtliche
real existierenden Tennisschläge zur Verfügung: Mit der A-Taste gibt man den Ball normal zurück, mit B einen sogenannten Slice und per Tastenkombi A+B einen Lob, während die Kombination B+A einen Stoppball kurz hinters Netz spielt. Die Steuerung ist sehr gelungen und bereits nach einer kurzen Eingewöhnungszeit scheucht man seinen Gegner über den Platz. Sollte dieser einen hohen Ball spielen, leuchtet in der Nähe des Auftreffpunktes ein Stern auf. Er signalisiert euch, dass ihr hier einen Smash vollführen könnt: Stellt euch auf die Markierung und drückt gleichzeitig A und B, um eurem Gegner einen Schmetterball um die Ohren zu hauen. An dieser Stelle kommt nun der Arcadefaktor des Games zum Tragen: Habt ihr einige gute Schläge fertiggebracht und seid viel auf dem Feld rumgelaufen, lädt sich euer Schläger auf und ein Leuchten deutet an, dass ihr ab jetzt einen
Spezial-Move ausführen könnt.
Lernt eurem Gegner das Fürchten! Von diesen gibt es zwei Arten: Den offensiven und den defensiven. Ersterer dient dazu, den Ball eurem Gegner zurückzuspielen und ihm dabei einige Schwierigkeiten zu bereiten, während zweiterer dazu gedacht ist, unerreichbare Bälle trotz allem zu erreichen.
» Die Specials werden in einer witzigen Sequenz dargestellt. |
Die Specials werden in einer kleinen Sequenz dargestellt, die gerade kurz genug ist, um den Spielfluss nicht erheblich zu stören. Dabei hat jeder Charakter seine eigenen Paradeschläge: so schleudert beispielsweise Mario dem Gegner beim offensiven Schlag einen Feuerball entgegen während Koopa sich bei seinem defensiven in den Panzer zusammenrollt, um dann blitzschnell zum Ball zu rasen.
Jede Spielfigur hat nicht nur andere Specials sondern auch diverse Schwächen und Stärken, die von der KI auch erbarmungslos ausgenutzt werden. Ständig das gleiche Schema bei jedem Gegner abzuspulen bringt also nichts. Luigi beispielsweise spielt sehr gerne am Netz, weshalb sich gegen ihn eher Lobs anbieten. Besonders im Turniermodus ist es wichtig, die Schwächen der Gegner herauszufinden. Oft besiegt man einen Gegenspieler ohne große Mühe, während man bei anderen fast verzweifelt und sich ständig fragt, was man denn falsch macht. Hier gilt es also jeweils die richtige Taktik herauszufinden und auch die Stärken des eigenen Charakters gut auszuspielen. Hat man nämlich die Schwächen des Kontrahenten erkannt, ist auch der schwerste Gegner zu schaffen.
Mario Power Tennis bleibt ein reines Fun/Arcade Game, auch wenn einen die KI besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden enorm fordert und richtig spannende Matches entstehen können.
Diverse Schauplätze Neben den Matches auf normalen Tenniscourts gibt es auch die
Spezial-Plätze, die normalerweise einem der Charaktere entsprechen. Diese bieten nicht nur ein spezielles Setting, sondern besitzen auch spielrelevante Eigenschaften. So
» Die verschiedenen Courts sind grafisch sehr opulent. |
krabbeln auf dem Donkey Kong Court beispielsweise Krokodile übers Netz, die ihr mit einem Treffer ins gegnerische Feld befördern könnt, um eurem Gegenspieler das Leben schwer zu machen. Auf dem Luigi’s Mansion Spielfeld dagegen probieren Geister euer Spiel zu behindern. Die Plätze sind allesamt sehr fantasievoll ausgefallen und sind grafisch sehr ansprechend, besonders auf Courts wie dem eben angesprochenen, welcher vor
tollen Licht- und Transparenzeffekten nur so sprüht.
Grafisch präsentiert sich
Mario Power Tennis von der besten Seite. Nicht nur die Plätze sind eine Augenweide, auch die grafische Qualität der Spielfiguren ist sehr fein und detailliert. Die
gelungenen Animationen lassen die tollen Charaktermodelle lebendig erscheinen, das Game strotz nur so vor
wunderschönen Lichteffekten und hat keinerlei Framerate-Probleme. Der Titel kommt zudem mit einem 60 Hz-Modus daher, PAL-Balken gibt es keine. Die schönen
gerenderten Videosequenzen stellen dabei das Sahnehäubchen auf der Grafiktorte dar und versüßen den sehr positiven Gesamteindruck. Auch soundtechnisch gibt’s nichts zu meckern: Die Melodien, welche allesamt an die Charaktere angepasst sind, werden nie nervig und treiben den Spieler u.a. bei Matchbällen an. Neben der Musik sind vor allem die Soundeffekte und die witzigen Sprachsamples der Charaktere super gelungen. Wenn Mario seine Gegner verhöhnt oder Bowser über den Platz brüllt merkt man dem Game die Detailverliebtheit der Entwickler an. Die
Sprachausgabe des Schiedsrichters wurde sogar komplett eingedeutscht.