Dead or Alive Ultimate punktet mit großartigem Umfang, sensationeller Grafik und gelungener Xbox Live Anbindung.Das
Dead or Alive-Franchise gibt es mittlerweile seit fast zehn Jahren und ist von den Wunschzetteln der Kampfspielfans nicht mehr weg zu denken. Egal auf welcher Konsole,
Tecmo trieb mit beeindruckenden Grafikorgien die Verkaufszahlen in die Höhe. Nach dem erfolgreichen Xbox-Launchtitel
Dead or Alive 3 hat sich Entwickler
Team Ninja auch nicht gescheut, mit
Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball völlig neue (und humorvolle) Wege zu gehen. Im Vorjahr schließlich setzte sich Mastermind
Tomonobu Itagaki mit
Ninja Gaiden ein Denkmal - einerseits wegen der genialen Grafik und dem abwechslungsreichen Gameplay - andererseits weil das Spiel wohl als eines der anspruchsvollsten (=sauschwer) in die Annalen der Spielhistorie eingehen wird. Ob mit
Dead or Alive Ultimate wirklich das ultimative Kampfspiel für die Xbox erscheint, erfahrt ihr in unserem Master-Review.
Dead or Alive RetroDie Eckdaten von
Dead or Alive Ultimate, ursprünglich auch als
Dead or Alive Online bekannt, sind beeindruckend. Das DVD-Cover beinhaltet gleich zwei Discs. Auf der ersten befindet sich DOA1, welches als Verbeugung an alle
» Atem beraubende Arenen. |
Retro-Fans eine neu aufgelegte Version des ursprünglich als Spielautomat und für Sega Saturn erschienen Klassikers bietet. Neben der aufgebohrten Grafik mit besserer Auflösung ist es
komplett online spielbar. Selbst die bereits legendäre
Bounce Breasts- Option wurde Augen zwinkernd 1:1 übernommen. Acht Charaktere und eine handvoll Arenen warten nur darauf, dass ihr - maximal zu zweit - heiße Kämpfe austragt. An Einzelspieler-Modi stehen euch
Arcade,
Time Attack,
Survival und
Kumite (Kampf gegen eine bestimme Anzahl von Feinden) sowie
Training zur Auswahl. Für Mehrspielerspaß sorgen die Modi
Versus und
DOA Online, die mit einem zweiten Spieler bestritten werden dürfen. Selbst wenn man
DOA 1 nur kurz anspielt, ist es ein toller Zug von
Tecmo, die Disc als Bonus zu spendieren. Außerdem bietet das Spiel einen vollwertigen Online-Modus sowie Score- und Statistik-Boards zum Speichern der eigenen Erfolge.
Auf der zweiten Disc geht es so
richtig zur Sache. In
DOA 2 erwarten euch
15 Charaktere - davon müssen drei erst freigespielt werden – und
acht riesige Arenen, die schöner kaum sein könnten. Zu den bereits bekannten Spielmodi
Time Attack,
Survival,
Versus und
Sparring gesellen sich
Story,
Tag Battle,
Team Battle und ebenfalls
DOA Online. Zu den größten Neuerungen zählen hierbei die
Team-Modi, in denen mit bis zu vier Spielern gleichzeitig offline gegeneinander angetreten werden darf. Grafisch wurde das
Spiel komplett erneuert und muss sich keinesfalls vor der Konkurrenz verstecken. Im Gegenteil sogar: Stages von
DOA 3 werden stellenweise sogar links liegen gelassen - und das heißt schon etwas.
Das ultimative Dead or AliveNach dem erstklassigen Intro-Movie, das so manchen Hollywood-Film alt aussehen lässt, werden
DOA 2-Veteranen viele Arenen und Charaktere von der Dreamcast oder der PS2 auf Anhieb wieder erkennen.
Doch es handelt sich nicht zum Spaß um die
ultimative Version und so gibt es
zahlreiche Neuerungen: Mehr Charaktere und erheblich erweiterte Arenen sind nur die offensichtlichsten. Dazu gesellen sich an die 170 (hundertsiebzig!) teils sehr abgefahrene und witzige freispielbare Kostüme und noch einige andere Extras.
Was die
DOA-Serie schon immer von anderen Prügelspielen unterschieden hat, ist der
Einsatz der Kampfstage. So können auch hier fast alle Objekte zum eigenen Vorteil genutzt werden. Ob man den Gegner von der Klippe stößt oder einfach eine Mauer oder den Boden als Kampfmittel missbraucht – fast alles ist möglich. Die Arenen sind dabei sogar
interaktiv: Wände, Türen und Fenster können durchschlagen werden und es sind spezielle Combo-Attacken möglich, wenn man den Gegner gegen die Wand drückt. Geübte Prügler dürfen Kontrahenten auch Treppen hinunterstürzen oder einen Abhang hinabrollen - was herrlich anzusehen ist. Als Overkill kann man in der Winterstage sogar Feinde als Snowboard missbrauchen und eine Spur der Verwüstung im Tiefschnee ziehen. Allgemein tut sich auch recht viel in einer Arena: Entweder explodieren Raketen, ein Elefant (oder Löwe oder Nilpferd etc.) erscheint am Stagerand oder die Polizei liefert sich hinter dem Zaun eine heiße Verfolgungsjagd mit Bankräubern. Dabei bleibt die Action stets höchst flüssig spielbar, völlig abgefahren und over-the-top unterhaltsam!
Die Steuerung von
DOAU wurde fast unverändert von den Vorgängern übernommen - was positiv ist, denn einerseits bleibt sie recht zugänglich, d.h. auch ungeübte Spieler haben schnell ein Erfolgserlebnis. Andererseits ist sie
sehr präzise. Die Bewegungen und Combos gehen flink von der Hand und nach ein paar Runden im
Sparring-Modus können schon ein paar harte Hiebe ausgeteilt werden. Vor allem die umfangreichen Möglichkeiten zu Counter-Attacks, Blocks und Combos machen die Steuerung von
DOAU komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheint.
Exzellente Mehrspieler Modi mit Xbox Live AnbindungDie wohl beste Neuerung von
DOAU stellt die in beide Spiele
voll integrierte Xbox Live Anbindung dar. Egal ob man offline oder online spielt, zuerst muss ein eigenes Spielerprofil anlegt werden.
» Kein DOA ohne coole Kostüme. |
In diesem Profil werden die wichtigsten Daten wie Name, Land und Highscores festgehalten. Lustiges Detail am Rande: Man darf sogar asiatische Schriftzeichen für den Profilnamen verwenden. Neben dem bekannten Quick- und Opti-Match bietet
DOAU den
Tournamtent-Modus an, der über
zusätzliche Einstellungen zu etlichen verschiedenen Spielvarianten verfügt. Eine Partie kann
online mit bis zu acht Spielern innerhalb eines Turniers ausgetragen werden. Zwar dürfen nicht alle gleichzeitig gegen einander antreten, aber den Freunde in der Lobby ist es möglich, den aktuellen Kampf zu beobachten (inklusive flexibler Kamerapositionen) und per Headset zu kommentieren. Durch die kurzen Ladezeiten wird der Voice-Chat übrigens nie unterbrochen, was für die gute technische Realisierung von
Team Ninja spricht. Wer schneller zu mehr Kämpfen kommen möchte, reduziert kurzerhand die Anzahl der Spieler für den Online-Modus. Die neue Turnier-Lobby ist sehr gut gelungen und es gibt auch fast keine Probleme beim Online-Gameplay. Gelegentlich treten jedoch Probleme mit Lag-Zeiten auf, was den Spielspaß doch spürbar ausbremst. Man sollte also versuchen, Gamer mit einer schnellen Leitung zu erwischen. Als Belohnung für die Fights winken Highscores, die in Score-Boards hochgeladen werden – so kann man sich weltweit mit den besten Spielern messen.
GrafikHier gibt es nur ein Wort: sensationell! Die Entwickler haben wieder ganze Arbeit geleistet, denn
DOAU sieht phantastisch gut aus. Man muss
Tecmo gleich in zweierlei Hinsicht gratulieren. Einerseits merkt man, wie genial der Xbox-Launchtitel
DOA 3 schon damals war und andererseits steigert
DOAU den Detailreichtum abermals. Vor allem die riesigen Kampfsarenen sind extrem verspielt ausgefallen und bieten zahlreiche Effekt-Leckerbissen an. Abgesehen von einigen gelegentlich auftretenden Clipping-Fehlern kann die Grafik als makellos angesehen werden. Die Framerate ist absolut stabil und selbst wenn sehr viel passiert (Bildschirm füllende Spezialeffekte, oder Wetterwechsel) gibt es nicht den kleinsten Ruckler. Einzige echte bittere Pille:
Team Ninja hat keinen Progressive-Scan in die PAL-Version eingebaut. Dafür gibt es aber die tollen Widescreen- und 60 Hz-Modi. Bei
DOA 1 wurde die Grafik im Wesentlichen mit geringen Änderungen und verbesserter Auflösung übernommen. Das separate Retro-Game ist aber mehr als Extra gedacht und die Grafik-Wertung bezieht sich ausschließlich auf
Dead or Alive 2 Ultimate.
SoundAbgesehen vom recht gefälligen Intro-Song von Aerosmith bietet
DOAU eher Routine-Programm. Die Synthesizer-Soundtracks sind zwar gut, aber nichts Außergewöhnliches. Vielmehr beeindruckt die Soundkulisse. Sowohl Geräusche als auch die Sprachausgabe (original japanisch mit Untertiteln) können voll überzeugen und sorgen für eine ganz spezielle Atmosphäre. Vor allem die exzellente Dolby 5.1 Klangkulisse vermittelt ein ausgeprägtes Richtungsgefühl und man fühlt sich immer mittendrin in der Action. Die witzigen Sprüche der Charaktere sorgen überdies für einige Lacher. Insgesamt bietet
DOAU einen gewohnt hochwertigen Soundtrack, der aber nicht ganz an die visuelle Meisterleistung heranreicht.
Spielspaß Solo DOAU kann mit zahlreichen Spielmodi für Einzelspieler aufwarten. Etwas mager präsentiert sich leider der
Story-Mode, der pro Charakter nur wenige Kämpfe bereit hält, bevor man dem Endgegner entgegentritt. Als Belohnung winken unzählige freischaltbare Extras, die aber wenig zur Langzeitmotivation beitragen. Außerdem gibt es leider keine Cutscenes (wie in
DOA 3) mehr als Belohnung, sondern nur mehr kurze Zwischensequenzen. Für mehr Abwechslung sorgen die drei freispielbaren Charaktere. Im Survival-Mode können - als witzige Anspielung auf
DOA Xtreme Beach Volleyball – verschiedenste Gegenstände eingesammelt werden. Komplettiert man diese Sammlung (was nicht ganz einfach ist), so werden automatisch alle Extras freigeschaltet. Aber Prügelspiele machen alleine einfach nur bedingt Spaß, zumal sich das Gameplay nur gering vom Vorgänger
Dead or Alive 3 unterscheidet.
Spielspaß MultiHier spielt
DOAU seine Trumpfkarte aus. Die Mehrspieler-Modi bieten bis zu vier Spielern die Möglichkeit zum gegenseitigen Vermöbeln. Das Gameplay überzeugt vor allem im Team Battle, wo alle Spieler gleichzeit gegeneinander antreten dürfen. Obwohl bereits offline für genügend Action gesorgt ist, hat
Team Ninja einen hervorragenden Xbox Live Modus für bis zu acht Spieler integriert. Das Spielgeschehen bleibt größtenteils flüssig, Verzögerungen (Lags) treten aber leider gelegentlich auf - dafür können die Entwickler aber nur bedingt verantwortlich gemacht werden. Das I-Tüpfelchen der Genialität ist, dass beide
DOA-Spiele online spielbar sind. Die sehr gut integrierte Turnier-Lobby ist ein Lehrbeispiel dafür, wie man es richtig macht. Wenn
DOAU das Prädikat ultimativ verdient hat, dann für die Mehrspieler-Modi und die vorbildliche Xbox Live Anbindung.