Wieder einmal lässt Neversoft die internationale Skaterelite auf unsere Konsolen los. Im mittlerweile 4. Teil der Tony Hawk's Pro Skater Reihe könnt' ihr wiedermal unter Beweis stellen, was skatetechnisch so in euch steckt. Doch ist der Nachfolger besser als Tony Hawk 3? Oder verliert der neueste Tony Hawk Titel den Kampf gegen Aggressive Inline? Alles dies' und noch mehr, lest ihr hier…
Euch erwarten 14 bekannte Profiskateboarder (Bob Burnquist ist diesmal wieder mit von der Partie) mit denen ihr durch bekannte Modi wie den Karrieremodus, die Einzelsession und den Skate for Fun Modus brettern dürft. Im Karrieremodus dürft ihr in 9 Leveln insgesamt 190 Aufgaben bewältigen, natürlich auch dank dem Skatereditor mit euerem selbstkreiiertem Fahrer. Wird euch das zu langweilig, könnt' ihr euren eigenen Level dank dem Parkeditor erstellen. Begleitet wird euer Skateabenteuer von einem teils gitarrenlastigen, teils hiphoppenden Soundtrack. Aber jetzt mal eines nach dem anderen…
Wie bereits vorher erwähnt, dürft ihr euch bei THPS 4 an 190 Aufgaben in 9 komplett neuen Levels ranwagen. Im Gegensatz du den 3 Vorgängern müsst ihr dieses allerdings nicht mit jedem einzelnen Skater machen:
Schafft ihr ein Levelziel, ist dieses gleich für alle anderen Skater "mitgeschafft". Gleiches gilt für die Statpoints: Erspielt ihr euch einen neuen Statistikpunkt hinzu, wird dieser bei jedem hinzugerechnet. Trotz allem sitzt ihr am 4. Teil mindestens genauso lange wie an THPS 3, was allerdings nicht nur an der höheren Levelzahl liegt, sondern auch daran dass das neue THPS im Vergleich zu den Vorgängern teilweise herausfordernder geworden ist. Ein grosser spielerischer Unterschied zu den Vorgängern, ist das weglassen des Zeitlimits, ein System, dass auch bereits bei Z-Axis' Aggressive Inline Verwendung fand. So könnt' ihr seelenruhig durch die, im Vergleich zu den Vorgängern, viel grösseren Areale skaten und euch alles genau betrachten sowie euch auf die Suche nach Gaps begeben, denn das Gaplistenfeature aus THPS 2 ist im 4er wieder vorhanden: wenn ihr das Game also zu 100% durchspielen wollt, müsst' ihr auch sämtliche Gaps in den Leveln finden (und landen!), was wiederum einige Zeit in Anspruch nimmt. Doch nicht nur die Gapliste aus Teil 2 feiert ein Comeback, nein, auch die Geldscheine sind wieder da. Denn anders als bei THPS 3 erspielt ihr geheime Charaktere und Level, sowie Cheats, Editorkomponenten und bestimmte Videos nicht durch simples Bewältigen der Levelaufgaben, sondern müsst sie freikaufen. Das Geld dazu könnt' ihr euch auf dreierlei Arten verdienen: 1. Ihr löst eine der Levelaufgaben und erhaltet dafür eine bestimmte Geldsumme. 2. Ihr sammelt die Geldscheine ein, die in den Leveln herumliegen. 3. Ihr verdient euch die Kohle in verschiedenen kleinen Minispielen, die ihr in den Leveln finden könnt'. So könnt ihr euch bereits auf ein Tennismatch, Baseballspielende Geister und Kotschmeißende Affen freuen. Die Levelaufgaben sind in zwei Kategorien unterteilt: die "normalen" Aufgaben sowie die Profiaufgaben. Erst wenn ihr über 90 Aufgaben gelöst habt, kommen in jedem Level neue, schwierigere Aufgaben hinzu. Zudem spielt ihr so die Profichallenges frei: Basierend auf der realen Karriere eures Skaters dürft ihr euch hier einer recht knackigen Herausforderung stellen. Schafft ihr diese, gibt's zur Belohnung das Video des jeweiligen Skaters. Die Steuerung von THPS 4 ist identisch mit dem Vorgänger, neu hinzugekommen ist der Spine Transfer, mit dem ihr zwei mit dem Rücken aneinanderstehende Quarterpipes überqueren könnt'. Wie bereits vorhin erwähnt ist das Zeitlimit abgeschafft worden. Um Levelaufgaben zu bekommen müsst ihr Passanten ansprechen, die euch dann jeweils eine Aufgabe zuteilen. Für diese Aufgabe steht euch dann jewiels eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Habt ihr eine Aufgabe gemeistert, könnt' ihr die jedes Mal bei Bedarf im Pausenmenü neu anwählen und wieder spielen. Die Aufgabenstellungen sind recht abwechslungsreich: manchmal müsst ihr bloss einen Highscore knacken, dann wieder Botengänge erledigen, oder die Buchstaben SKATE oder COMBO einsammeln. Im Gegensatz zu den bekannten SKATE Buchstaben, müsst ihr die COMBO Letters in einer einizgen Combo einsammeln, was das ganze bereits viel anspruchsvoller macht. Die Aufgaben allgemein sind teilweise recht schwierig, wenn man sie mit den Aufgaben der Vorgängern vergleicht. Habt ihr keinen Bock mehr auf den Karrieremodus, könnt' ihr euch in der Einzelsession austoben: Hier habt ihr 2 min. Zeit einen möglichst hohen Highscore zu machen. Sagt euch das nicht zu, könnt' ihr im Skate for Fun Modus solange in einem Level rumkurven wie ihr Lust habt. In den Multiplayer Modi könnt ihr euch (leider nur) zu zweit amüsieren: die altbekannten Modi wie Graffiti oder Horse sind allesamt wieder vertreten, zwei neue Modi sind hinzugekommen: Combo Mambo (die grösste Combo siegt) und Punktechallenge (wer als erster eine voreingestellte Punktzahl erreicht, siegt).
Wiedermal gibt es jede Menge Decks freizuspielen.
Im Skatereditor könnt' ihr euch euren eigenen Profiskater zusammenbastelen. Der Editor ist um einige Funktionen umfangreicher als bei den Vorgängern, allerdings könnte er ruhig noch umfangreicher sein. *gg* Im Parkeditor stellt ihr euer eigenes Areal zusammen,jedoch lässt auch dieser teilweise recht zu wünschen übrig, so dürft ihr z.B. nur zwischen zwei Gebieten wählen. Der Parkditor von AI ist da komplexer.
Grafisch ist THPS 4 eher enttäuschend: Zwar läuft das Spiel trotz der grösseren Level und der höheren Anzahl an Charakteren an sich flüssiger als THPS 3 (grosse Ausnahme ist der London Level, der ziemlich oft rucktelt), allerdings sind die Texturen sowie die Auflösung abermals nur Playstation 2 Niveau, zudem sehen die Charaktere hässlicher aus als in THPS 3. Trotz allem sind die Level grafisch recht abwechslungsreich gestaltet, und der Himmel sieht in einigen Leveln sehr realistisch aus. Zudem fehlt abermals ein 60 Hz Modus, mit dem man u.a. das Ruckeln im London Level hätte unterbinden können.
Abermals wird das Neversoft Skatespiel durch einen klasse Soundtrack unterstützt, der mit vielen bekannten Songs der Rock, Punk und Hiphop Szene aufwarten kann. Der THPS 4 Soundtrack hat mehr Klasse als der AI Soundtrack und passt insgesamt auch besser zum Geschehen, allerdings war der Soundtrack in THPS 3 noch um eine Spur besser.
Spielerisch wurde die THPS Reihe in allen Bereichen verbessert und bereichert: Grössere Level, mehr Abwechslung, die gleich gebliebene geniale Steuerung, spassige Multiplayermodi, immer anspruchsvollere Aufgaben sowie die gute Langzeitmotivation machen das Spiel zu einem Pflichttitel für Skatefans. Lediglich die für GameCube Verhältnisse nicht ganz begeisternde Grafik sowie der für Tony Hawk Anfänger etwas zu hohe Schwierigkeitsgrad verhindern letzten Endes eine 9er Wertung meinerseits. Für Fans der Reihe aber eh ein Muss.