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Master-Review:   » drucken    » versenden

FlatOut

» Autor: Björn Sturm
» Datum: 23.11.2004
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Fehlender Spielspaß sowie monotones Gameplay trüben die technisch hochwertige Dummy-Fahrt über Stock und Stein.

Dass man im Rennspiel-Genre bisweilen nicht nur mit teuren Edelkarossen großen Erfolg verbuchen kann, hat Psygnosis bereits vor etlichen Jahren mit dem allseits bekannten Crash-Racer Destruction Derby unter Beweis gestellt. Bugbear Entertainment, ein Entwicklerstudio inmitten finnischer Gefilde, kündigte vor knapp zwei Jahren mit ihrer neuesten Racing-Kreation FlatOut einen ähnlichen Ableger an und rief sowohl bei Kennern des einstigen Vorreiters als auch bei Spielern mit Hang zu virtuellen Massenkarambolagen freudige Gesichter hervor. Wir haben das mit Spannung erwartete Rennspiel aus dem Hause Empire Interactive auf Herz und Nieren geprüft und geben euch im Zuge des nun folgenden Master-Reviews fundierte Auskunft darüber, ob es sich tatsächlich um überzeugende oder womöglich doch eher rostige Rennspielkost handelt.

Right from the start
Wie schon in der Einleitung erwähnt, handelt es sich bei FlatOut um ein Rennspiel der ganz speziellen Sorte. Während es in diesem Genre oftmals darum geht, das eigene
» Unfälle soweit das Auge reicht.
Vehikel weitgehend unbeschadet über breite Straßenabschnitte und an hübschen Plantagen entlang zu lenken, legt der Titel sein Hauptaugenmerk auf zerstörerische Crashs, hindernisreiche Rundpisten sowie morastige Locations. Außerdem werden funkelnde Prachtboliden vergebens gesucht und ihr dürft euch stattdessen mit insgesamt 16 demolierten Rallykarossen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten vergnügen. Im Grunde genommen lässt sich der Arcade-Racer angesichts der verfügbaren Spielmodi jedoch zweifelsohne mit anderen Rennspielen vergleichen und bietet bei genauerer Betrachtung obendrein auch nur altbackene Spielelemente.

Simpler Standard soweit das Auge reicht: Auf Solo-Pfaden wird euch neben dem Karrieremodus, der zugleich das Herzstück des Spiels darstellt und dem Spieltyp Schnelles Rennen auch das obligatorische Zeitrennen aufgetischt. Nach Beginn der Fahrerlaufbahn gilt es die drei Meisterschaftsklassen Bronze, Silber und Gold erfolgreich zu absolvieren, um je nach erzieltem Ergebnis mehr oder minder lukrative Preisgelder abzukassieren. Damit ihr stets konkurrenzfähig von dannen ziehen könnt, haben die Entwickler die Option integriert, eure erworbenen Moneten sinnvoll in diverse Tuningteile zu investieren. Hier könnt ihr Veränderungen an Reifen, Motor, Getriebe, Auspuff, Aufhängung, Bremsen und Chassis vornehmen und euren Boliden sukzessive zu einem PS-strotzenden Ungetüm hochzüchten.

Thought-provoking
Im Rennverlauf selbst kämpft ihr gegen ein aus sieben weiteren Vehikeln bestehendes Fahrerfeld an. Vor Beginn des Rennens lässt sich der Schwierigkeitsgrad variieren und
» Die Optik kann begeistern.
die computergesteuerte Konkurrenz daher an die eigenen Fähigkeiten anpassen. Nichtsdestotrotz gehen die gegnerischen Fahrzeuge mit euch alles andere als behutsam um und legen jederzeit einen durchwegs aggressiven Fahrstil an den Tag. In punkto Gegner-KI kann man sich aber zufrieden geben, denn die Entwickler haben sich Mühe gegeben und nur in Einzelfällen geht es unfair zur Sache. Apropos Mühe geben: Einer der größten Pluspunkte liegt im hervorragenden Schadensmodell, das euch ein physikalisches Gesamtkunstwerk mit nie dagewesenen Karosseriedeformierungen auf den Bildschirm zaubert. Gepaart mit der nicht minder gelungenen Ragdoll-Mechanik, die eure Insassen bei Kollisionen spektakulär aus dem Gefährt schleudert, kommt zumindest in den ersten Spielstunden etwas Spaß auf - wenn auch mit einem recht makaberen Beigeschmack.

Hochgradige Innovationsarmut: Habt ihr euch einige Zeit mit dem Karrieremodus beschäftigt, folgt erstaunlich schnell Ernüchterung. Zwar beinhalten die drei verfügbaren Klassen summa summarum 36 Pisten und pendeln zumindest anfänglich das eigene Stimmungsbarometer auf ein gutes Niveau ein, dennoch fehlt es auf lange Sicht gesehen deutlich an Abwechslung. So genügt in jedem Rennen lediglich das Erreichen des dritten Platzes, um die ausgesetzten Siegprämien einzuheimsen, nach und nach neue Pisten freizuschalten und in Folge dessen einen weiteren Rang in der Medaillenleiter empor zu steigen. Wer möchte, kann sich aber auch abseits der schnell monoton werdenden Karriere zusätzliche Dollarnoten verdienen. In diesem Fall gilt es in recht abstrusen Wettkämpfen wie z.B. Dummy-Dart, -Sprung oder -Kegeln zu bestehen - doch auch hier fehlen dem Titel zu Lasten des Spielspaßes viele wertvolle Pferdestärken.

Serious multiplayer-damage
Was haben Einzelspieler- und Mehrspieler-Modus gemeinsam? Trocken ausgedrückt fehlt es beiden Modi glasklar an motivierenden Spielmöglichkeiten, um euch langfristig an das
» Einparken mal ganz anders.
Gamepad der PlayStation 2 zu fesseln. Zwar lädt FlatOut auf Mehrspieler-Ebene einerseits im Splitscreen-Modus zu ausgiebigen Duellen und andererseits im Hotseat-Modus zu rundenbasierten Dummy-Sport-Events mit bis zu vier Spielernaturen ein, doch für spaßige Mehrspieler-Sessions eignet sich das Gebotene leider keineswegs. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht: Darüber hinaus wurde nämlich weder ein Online-Modus noch die Option, zumindest mehrere Konsolen in einem LAN zusammenzuschließen, von den Entwicklern berücksichtigt. Weshalb man sich zu dieser Entscheidung durchgerungen hat, bleibt leider völlig ungeklärt.


Grafik
Wenn schon auf gameplaytechnischer Seite kaum etwas zu holen ist, dann vielleicht durch die Grafik? In gewissen Aspekten sehr wohl, denn einige Pluspunkte kann sich der Racer durch die Wahl zwischen 50 Hertz- und 60 Hertz-Modus verdienen. Von guter Qualität sind zudem die variantenreichen Umgebungen, die vor allem durch ihre bemerkenswerte Detailflut positiv ins Auge fallen. Der Großteil des Fuhrparks steht den verschiedenen Locations in nichts nach und vermittelt in Verbindung mit der herausragenden Physikengine einen großartigen authentischen Gesamteindruck. Die streckenweise etwas unkonstante Framerate ist allerdings zu bemängeln und verhindert eine noch bessere Grafikwertung.

Sound
Der zu Grunde liegende Soundtrack bietet euch einige Metal- sowie Rock-Tracks, doch bereits nach kurzer Zeit macht sich die stark begrenzte Auswahl an Musikstücken negativ bemerkbar. Besser hingegen sieht es bei den Sound-Effekten aus: Aus den Boxen prasseln voluminöse Motorensounds, die die Leistung eures Gefährts klangvoll unterstreichen. Auch ansonsten fügen sich die restlichen Elemente der Geräuschkulisse gut in den Spielverlauf ein und lassen kaum nennenswerten Raum zur Kritik.

Spielspaß Solo
Auf den ersten Blick: Falls ihr euch auf der Suche nach einem unkonventionellen und rasch erlernbaren Rennspiel befindet, dann könnte der Titel möglicherweise das Richtige für euch sein. Auch der einstellbare Schwierigkeitsgrad, der sowohl Neulingen als auch alten Genre-Hasen gleiche Chancen gewährt, ist nicht zu verachten. Auf den zweiten Blick: Nach kurzer Zeit dominiert im Karriere-Modus jedoch vorwiegend die Langeweile und Langzeitmotivation vermag zu keinem Zeitpunkt aufzukommen. Wer nach alternativen Modi Ausschau hält, wird im gleichen Zuge auf den Boden der Tatsachen geholt, denn die anderen Spieltypen haben bei genauerer Betrachtung genauso wenig unter der Haube wie der aufgesetzt wirkende Tuning-Modus. Für Solisten, die für gewöhnlich etwas mehr als nur zwei kurze Nachmittage Spielzeit aufbringen, entpuppt sich FlatOut zusammenfassend als wortwörtlich lahme Spielspaß-Ente.

Spielspaß Multi
Der Mehrspieler-Modus grenzt ohne Übertreibung schon fast an eine Frechheit und fällt vorwiegend durch die Ideenlosigkeit der Entwickler auf. Dabei schreit der Titel förmlich nach einem brauchbaren Online-Support, aber statt dessen müsst ihr euch mit einem simplen Zwei-Spieler-Modus via geteiltem Bildschirm und einem langatmigen Dummy-Sportmodus, dem fast in Echtzeit die Luft ausgeht, zufrieden geben. Ebenso schmerzlich wird ein LAN-Modus vermisst - was sich das Entwicklerteam dabei gedacht hat, wird wohl bis in alle Ewigkeit verborgen bleiben. Fakt ist: Im Mehrspieler-Modus wird bei Betätigung der Rechteck-Taste neben dem eigenen Gefährt auch der Spielspaß gehörig abgebremst.
Pro
Ansprechende Optik
Geniales Schadensmodell
Interessante Ragdoll-Mechanik
Contra
Monotoner Spielverlauf
Langweilige Spielmodi
Fehlender Online-Support
Miserabler Mehrspieler-Modus
Fazit
Der Motor des im Vorfeld innovativ erscheinenden Rennspiels FlatOut hat es selbst nach zahlreichen intensiven Spielstunden nicht auf Betriebstemperatur geschafft. Die Gründe liegen dabei auf der Hand: Zum einen hat mich der fehlende Spielspaß im Rahmen der Karriere viel zu schnell demotiviert, zum anderen beinhaltet der Racer keinerlei brauchbare Ausweichmöglichkeiten, um zumindest kurzzeitig auf den Geschmack zu kommen. Sicherlich haben die spaßige Ragdoll-Mechanik und die netten Dummy-Wettkämpfe zu Beginn ihren Reiz - auf lange Sicht gesehen nagt die fehlende Abwechslung jedoch deutlich an der eigenen Laune. Auch die integrierte Tuning-Option, die auf den ersten Blick durchaus erfrischend wirkt, kann das sinkende Boot mit vier Rädern nicht vor dem drohenden Schicksal bewahren. Des Weiteren ist ebenso gänzlich unverständlich, dass das Entwicklerteam keinen Wert auf einen vernünftigen Online-Modus gelegt hat und agierende Multiplayer-Fans frustriert mit leeren Händen nach Hause gehen. Obwohl die für PS2-Verhältnisse ansehnliche Optik und die gelungenen Sound-FX überzeugen, überwiegen die Mankos so stark, dass bei der Gesamtbetrachtung deutlich von einer Kaufempfehlung abzuraten ist.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
   Arcade-Racer
Publisher
Empire Interact...
Entwickler
Bugbear Enterta...
Website
www.empireinter...
Release
05. November 2004
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User-Bewertung
66
1 Bewertung
0 Reviews
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