Finanzieren, Feiern, Fummeln – Hier lasst ihr den Playboy in euch raus!Hugh Hefner ist, wie er sich selbst beschreibt, die Person, die in den 50er Jahren die
sexuelle Revolution auslöste und damit die Gesellschaft des späteren 20. Jahrhunderts bedeutend beeinflusste. Der Mann mit einem IQ von 150 gründete damals das Männermagazin
Playboy, welches das in seinem Fach weltweit erfolgreichste ist. Nun bekommt dieser gewiefte Geschäftsmann in Form von
Playboy: The Mansion ein interaktives Denkmal gesetzt und der dickbäuchige, sozial isolierte Klischee-Zocker die Chance, einmal
der Playboy überhaupt zu sein.
Mein Name ist Hefner, Hugh Hefner Hier kommt ihr nicht mehr raus: Die „Playboy Mansion“, Hefs persönliche
Luxus-Villa, ist während der ganzen Spielzeit Schauplatz des Geschehens. Dort knüpft der Morgenmantelträger Kontakte, feiert wilde Exzesse und
» Hef vergnügt sich im Clubhaus |
angelt sich Stars und Sternchen für sein Magazin. Prinzipiell funktioniert alles wie bei den
Sims: Der virtuelle Playboy interagiert mit Objekten sowie Personen und reiht simple Aktionen aneinander. Im Missionsmodus spielt sich das eigentliche Geschehen ab: Langsam werdet ihr an das Spiel heran geführt, in den späteren der
zwölf Missionen geht’s dafür rund. Während anfangs „nur“ das Magazin herausgegeben oder eine Party geschmissen werden muss, beeinflusst ihr später zum Beispiel Politiker, damit diese einen Regisseur aus dem Gefängnis holen, der euren Film drehen soll usw. So verzweigt die Lösungswege auch sein mögen: Die Entwickler haben eine Komplettlösung quasi in der Missionsübersicht eingebaut, weswegen das Spiel
stets anspruchslos bleibt. Gemeisterte Aufgaben schalten zusätzliche Objekte und weitere Bereiche der Mansion frei und bringen Extrapunkte. Für diese können Tonnen an
Bildern und Cheats gekauft werden. Fleißige Spieler verändern damit Statuswerte oder betrachten uralte Cover- und Privatfotos aus dem Magazin.
Let’s have a party! Im Prinzip dreht sich Hefs komplettes Leben nur um
Partys: Dort pflegt und knüpft er seine Beziehungen, schließt gewinnbringende Deals mit Stars ab und schaut sich nach erfolgreichen Prominenten um. Auf diese hetzt er dann seine
» Wenn Hef einlädt wird’s voll |
Fotografen und Journalisten zwecks Anfertigung von Cover-Fotos, Interviews und Essays. Doch so eine Edel-Fete schmeißt sich nicht von alleine, die Gäste wollen auch etwas geboten bekommen. So stellt ihr
Playboy-Bunnys ein, welche die Gäste bewirtschaften und mit Smalltalk bei Laune halten. Des Weiteren sind natürlich Sitzgelegenheiten wie Sofas zum Niederlassen oder für gewisse andere Dinge erforderlich. Sofern diese Bedürfnisse grundlegend gedeckt sind, könnt ihr im direkten Gespräch eure Beziehung zu den Eingeladenen in drei Bereichen verbessern: Auf privater, beruflicher und, bei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, auch auf romantischer Ebene. Für jedes dieser Gebiete gibt es ein entsprechendes Klimax: Bei geschäftlichen Beziehungen wäre dies „Deal abschließen“, bei romantischen „Werde meine Freundin“ und bei privaten „In inneren Kreis einladen“. Freundinnen und Mitglieder des inneren Kreises können jederzeit angerufen und in die Mansion eingeladen werden. Sorgt ihr ausreichend für die Bedürfnisse eurer Gäste, werden sie zufrieden nach Hause gehen, was euren Ruhm entsprechend steigen lässt. Partys können zur Tages- und Abendszeit in allen Bereichen der Mansion (außer dem oberen Stockwerk) gegeben werden, wobei ihr die einzuladenden Gäste bestimmt und ihnen einen Kleidungsstil empfehlt. Auf Wunsch stellt auch eine Beraterin eine gesunde Mischung aus Prominenten und Mitarbeitern zusammen.
Seriöse Recherchen Ganz nebenbei muss natürlich auch noch das Namen gebende
Magazin veröffentlicht werden, wofür einiges Material nötig ist. Während Journalisten und Fotografen Artikel sowie Bildberichte auf Anfrage liefern, müsst ihr euch für Cover-Fotos,
Interviews und Essays etwas ins Zeug legen. Je intensiver eure geschäftliche Beziehung zu Prominenten ist, desto eher sind sie bereit, für ein Interview Frage und Antwort zu stehen, bei einem Cover-Shooting zu posieren oder ein Essay zu einem von euch festgelegten Themengebiet zu schreiben. Dabei ist davon auszugehen, dass berühmtere Persönlichkeiten auch besseres Material liefern. Letztendlich muss nur noch ein
Playmate engagiert werden, welches für eine Centerfold-Aufnahme zur Verfügung steht. Kommt es zur Aufnahme von Bildern, dürft ihr bestimmen, in welchem Bereich der Mansion dies stattfinden soll. Nachdem aus einer schier unendlichen Auswahl an Outfits ein passendes ausgesucht ist, nehmt ihr die Kamera in die Hand und versucht, den Auslöser möglichst dann abzudrücken, wenn die Dame gerade eine besonders sexy Pose eingenommen hat. Bevor das Magazin in Druck gegeben werden kann, solltet unbedingt die Marktlage geprüft werden. Der Wirtschaftsfreiraum beschränkt sich zwar nur auf das Festsetzen von Preis und Werbeanteil des Hefts, dennoch lassen sich hier einige Extra-Dollars herauskitzeln. Jeder Chefredakteur dieser Welt würde sich wohl freuen, wenn dieses Spiel die Wirklichkeit darstellen würde: Euer erwirtschafteter Gewinn fließt ohne Abstriche direkt in eure private Geldbörse. Dafür ist das Privatvermögen gefragt, wenn es darum geht, Location-Gebühren für die Shootings, Mitarbeiterlöhne und Bezahlungen für Essays zu finanzieren. Außerdem fordern eure Freundinnen ein regelmäßiges Taschengeld.
My Home is my Castle “Wohin nur mit all dem Geld? Eigentlich wollte ich schon immer mal eine DJ-Station in meinem Wohnzimmer!“ Nach und nach gewinnt der Playboy an Aufmerksamkeit und verkauft sich besser und besser, was mehr und mehr Geld für euch bedeutet. Dieses lässt sich im
» Beziehungen wollen gepflegt werden |
Bau-Menü in teure Fernseher oder edle Möbel umsetzen. Ihr solltet darauf achten, eure Mansion auch regelmäßig neue Räume hinzuzufügen, damit sich die Partygäste nicht langweilen. Jedes Objekt hat individuelle Statuswerte, die sich auf den Gemütszustand des Benutzers auswirken. Dieser Part des Spieles ist identisch zu
Die Sims, nur, dass hier nicht annähernd so viele Einrichtungsgegenstände zur Auswahl stehen oder komplett eigene Häuser gebaut werden können. Wie bereits erwähnt gliedert sich das Grundstück der „Playboy Mansion“ in mehrere Abschnitte: Die zwei Etagen des Hauptgebäudes, den Poolbereich mit Grotte und das Gartenhaus.
Grafisch unerotisch Um es auf den Punkt zu bringen:
Playboy: The Mansion ist
grafisch schwach. Die Einrichtungsobjekte sind durchweg lieblos texturiert und grob gestaltet. Die Gesichter der Charaktere wirken ausdruckslos und obwohl man die
» Bunnys unterhalten die Gäste |
Bewegungsanimationen akzeptieren kann, fallen sie durch ständige Wiederholungen negativ auf. Zwar funktioniert die Handhabung der Kamera einwandfrei, doch bewegt diese sich nicht automatisch und so muss diese ständig nachjustiert werden. Nach einiger Zeit fängt das „Simlisch“, eine
Wischi-Waschi-Sprache aus unverständlichem Genuschel, an zu nerven, denn auch hier wiederholen sich die Samples oft. Weiterhin zu Bemängeln ist die teils freche Nachladerei: Diese fällt dafür, dass die einzelnen Abschnitte sowieso nicht zu groß sind, viel zu lang aus. Kleine Trostpflaster stellen kleine, recht sinnlose Fakten zum Playboy-Imperium dar, die während der Wartezeit eingeblendet werden. Einigermaßen positiv schlägt lediglich der
Soundtrack zu Buche, der eine gute Mischung aus vielen Musikrichtungen bereithält. Zwar stammen die Tracks von eher unbekannten Künstlern, trotzdem können sie überzeugen.