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Playboy: The Mansion  
» Autor: Klaus Fleerkötter
» Datum: 30.04.2005
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Finanzieren, Feiern, Fummeln – Hier lasst ihr den Playboy in euch raus!

Hugh Hefner ist, wie er sich selbst beschreibt, die Person, die in den 50er Jahren die sexuelle Revolution auslöste und damit die Gesellschaft des späteren 20. Jahrhunderts bedeutend beeinflusste. Der Mann mit einem IQ von 150 gründete damals das Männermagazin Playboy, welches das in seinem Fach weltweit erfolgreichste ist. Nun bekommt dieser gewiefte Geschäftsmann in Form von Playboy: The Mansion ein interaktives Denkmal gesetzt und der dickbäuchige, sozial isolierte Klischee-Zocker die Chance, einmal der Playboy überhaupt zu sein.

Mein Name ist Hefner, Hugh Hefner
Hier kommt ihr nicht mehr raus: Die „Playboy Mansion“, Hefs persönliche Luxus-Villa, ist während der ganzen Spielzeit Schauplatz des Geschehens. Dort knüpft der Morgenmantelträger Kontakte, feiert wilde Exzesse und
» Hef vergnügt sich im Clubhaus
angelt sich Stars und Sternchen für sein Magazin. Prinzipiell funktioniert alles wie bei den Sims: Der virtuelle Playboy interagiert mit Objekten sowie Personen und reiht simple Aktionen aneinander. Im Missionsmodus spielt sich das eigentliche Geschehen ab: Langsam werdet ihr an das Spiel heran geführt, in den späteren der zwölf Missionen geht’s dafür rund. Während anfangs „nur“ das Magazin herausgegeben oder eine Party geschmissen werden muss, beeinflusst ihr später zum Beispiel Politiker, damit diese einen Regisseur aus dem Gefängnis holen, der euren Film drehen soll usw. So verzweigt die Lösungswege auch sein mögen: Die Entwickler haben eine Komplettlösung quasi in der Missionsübersicht eingebaut, weswegen das Spiel stets anspruchslos bleibt. Gemeisterte Aufgaben schalten zusätzliche Objekte und weitere Bereiche der Mansion frei und bringen Extrapunkte. Für diese können Tonnen an Bildern und Cheats gekauft werden. Fleißige Spieler verändern damit Statuswerte oder betrachten uralte Cover- und Privatfotos aus dem Magazin.

Let’s have a party!
Im Prinzip dreht sich Hefs komplettes Leben nur um Partys: Dort pflegt und knüpft er seine Beziehungen, schließt gewinnbringende Deals mit Stars ab und schaut sich nach erfolgreichen Prominenten um. Auf diese hetzt er dann seine
» Wenn Hef einlädt wird’s voll
Fotografen und Journalisten zwecks Anfertigung von Cover-Fotos, Interviews und Essays. Doch so eine Edel-Fete schmeißt sich nicht von alleine, die Gäste wollen auch etwas geboten bekommen. So stellt ihr Playboy-Bunnys ein, welche die Gäste bewirtschaften und mit Smalltalk bei Laune halten. Des Weiteren sind natürlich Sitzgelegenheiten wie Sofas zum Niederlassen oder für gewisse andere Dinge erforderlich. Sofern diese Bedürfnisse grundlegend gedeckt sind, könnt ihr im direkten Gespräch eure Beziehung zu den Eingeladenen in drei Bereichen verbessern: Auf privater, beruflicher und, bei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, auch auf romantischer Ebene. Für jedes dieser Gebiete gibt es ein entsprechendes Klimax: Bei geschäftlichen Beziehungen wäre dies „Deal abschließen“, bei romantischen „Werde meine Freundin“ und bei privaten „In inneren Kreis einladen“. Freundinnen und Mitglieder des inneren Kreises können jederzeit angerufen und in die Mansion eingeladen werden. Sorgt ihr ausreichend für die Bedürfnisse eurer Gäste, werden sie zufrieden nach Hause gehen, was euren Ruhm entsprechend steigen lässt. Partys können zur Tages- und Abendszeit in allen Bereichen der Mansion (außer dem oberen Stockwerk) gegeben werden, wobei ihr die einzuladenden Gäste bestimmt und ihnen einen Kleidungsstil empfehlt. Auf Wunsch stellt auch eine Beraterin eine gesunde Mischung aus Prominenten und Mitarbeitern zusammen.

Seriöse Recherchen
Ganz nebenbei muss natürlich auch noch das Namen gebende Magazin veröffentlicht werden, wofür einiges Material nötig ist. Während Journalisten und Fotografen Artikel sowie Bildberichte auf Anfrage liefern, müsst ihr euch für Cover-Fotos,
» Fotoshooting im Garten
Interviews und Essays etwas ins Zeug legen. Je intensiver eure geschäftliche Beziehung zu Prominenten ist, desto eher sind sie bereit, für ein Interview Frage und Antwort zu stehen, bei einem Cover-Shooting zu posieren oder ein Essay zu einem von euch festgelegten Themengebiet zu schreiben. Dabei ist davon auszugehen, dass berühmtere Persönlichkeiten auch besseres Material liefern. Letztendlich muss nur noch ein Playmate engagiert werden, welches für eine Centerfold-Aufnahme zur Verfügung steht. Kommt es zur Aufnahme von Bildern, dürft ihr bestimmen, in welchem Bereich der Mansion dies stattfinden soll. Nachdem aus einer schier unendlichen Auswahl an Outfits ein passendes ausgesucht ist, nehmt ihr die Kamera in die Hand und versucht, den Auslöser möglichst dann abzudrücken, wenn die Dame gerade eine besonders sexy Pose eingenommen hat. Bevor das Magazin in Druck gegeben werden kann, solltet unbedingt die Marktlage geprüft werden. Der Wirtschaftsfreiraum beschränkt sich zwar nur auf das Festsetzen von Preis und Werbeanteil des Hefts, dennoch lassen sich hier einige Extra-Dollars herauskitzeln. Jeder Chefredakteur dieser Welt würde sich wohl freuen, wenn dieses Spiel die Wirklichkeit darstellen würde: Euer erwirtschafteter Gewinn fließt ohne Abstriche direkt in eure private Geldbörse. Dafür ist das Privatvermögen gefragt, wenn es darum geht, Location-Gebühren für die Shootings, Mitarbeiterlöhne und Bezahlungen für Essays zu finanzieren. Außerdem fordern eure Freundinnen ein regelmäßiges Taschengeld.

My Home is my Castle
“Wohin nur mit all dem Geld? Eigentlich wollte ich schon immer mal eine DJ-Station in meinem Wohnzimmer!“ Nach und nach gewinnt der Playboy an Aufmerksamkeit und verkauft sich besser und besser, was mehr und mehr Geld für euch bedeutet. Dieses lässt sich im
» Beziehungen wollen gepflegt werden
Bau-Menü in teure Fernseher oder edle Möbel umsetzen. Ihr solltet darauf achten, eure Mansion auch regelmäßig neue Räume hinzuzufügen, damit sich die Partygäste nicht langweilen. Jedes Objekt hat individuelle Statuswerte, die sich auf den Gemütszustand des Benutzers auswirken. Dieser Part des Spieles ist identisch zu Die Sims, nur, dass hier nicht annähernd so viele Einrichtungsgegenstände zur Auswahl stehen oder komplett eigene Häuser gebaut werden können. Wie bereits erwähnt gliedert sich das Grundstück der „Playboy Mansion“ in mehrere Abschnitte: Die zwei Etagen des Hauptgebäudes, den Poolbereich mit Grotte und das Gartenhaus.

Grafisch unerotisch
Um es auf den Punkt zu bringen: Playboy: The Mansion ist grafisch schwach. Die Einrichtungsobjekte sind durchweg lieblos texturiert und grob gestaltet. Die Gesichter der Charaktere wirken ausdruckslos und obwohl man die
» Bunnys unterhalten die Gäste
Bewegungsanimationen akzeptieren kann, fallen sie durch ständige Wiederholungen negativ auf. Zwar funktioniert die Handhabung der Kamera einwandfrei, doch bewegt diese sich nicht automatisch und so muss diese ständig nachjustiert werden. Nach einiger Zeit fängt das „Simlisch“, eine Wischi-Waschi-Sprache aus unverständlichem Genuschel, an zu nerven, denn auch hier wiederholen sich die Samples oft. Weiterhin zu Bemängeln ist die teils freche Nachladerei: Diese fällt dafür, dass die einzelnen Abschnitte sowieso nicht zu groß sind, viel zu lang aus. Kleine Trostpflaster stellen kleine, recht sinnlose Fakten zum Playboy-Imperium dar, die während der Wartezeit eingeblendet werden. Einigermaßen positiv schlägt lediglich der Soundtrack zu Buche, der eine gute Mischung aus vielen Musikrichtungen bereithält. Zwar stammen die Tracks von eher unbekannten Künstlern, trotzdem können sie überzeugen.
Pro
Interessante Simulations-Mischung
Abwechslungsreicher Soundtrack
Stimmige, überdrehte Scheinwelt
Contra
Flacher Beziehungspart
Ewig gleiche Gesprächsverläufe
Beschränkter Bau- und Einrichtungspart
Hässliche Grafik
Fazit
Playboy: The Mansion stellt eine interessante Mischung aus Gesellschafts- und Wirtschaftssimulation dar. Langzeitmotivation will aber nicht entstehen, denn dafür bieten beide Teile einfach zu wenig Abwechslung. Selbst Casual-Gamer sind durchgängig unterfordert, denn das Spiel bindet euch die Lösungswege der Missionen regelrecht unter die Nase. Insgesamt können männliche Sims-Fans dennoch getrost einen Blick riskieren, wenn sie nicht den größten Wert auf grafische Präsentation legen und akzeptieren, dass es sich hier schon fast um einen interaktiven Werbespot handelt. Zum Vollpreis greifen nur Hardcore-Fans von Hugh Hefner zu.