Conan goes MGS
„The Mark of Kri“ ist ein Actionadventure von Sony für die Playstation2 entwickelt. Man spielt den tapferen Krieger Rau, eine Art Barbaren (man fühlt sich ständig an Conan erinnert) aus der 3rd Person-Sicht. Man nimmt Aufträge an und befindet sich nach und nach auf einem Rachefeldzug. Es geht dabei um ein Zeichen, das in sechs Teile zerbrochen wurde. Mit Hilfe dieser Teile könnten die finsteren Mächte die Welt zerstören. So macht sich Rau auf die Suche nach den Teilen.
Zu seiner Hilfe hat man den Schutzgeist Kuzo in der Gestalt eines Raben an der Seite. Dieser sitzt auf Rau´s Schulter und kann bei Bedarf in die Gegend geschickt werden. Es gibt bestimmte, markierte Plätze auf denen der Vogel landen kann. So kann man die Gegend schon 100e Meter im voraus abchecken, was auch dringend notwendig ist. Denn es gibt’s einige versteckte Boni zu entdecken und anderseits muss man bei seinem Trip ausgesprochen taktisch vorgehen. Es gibt nämlich verschiedenste Gegnertypen, die allesamt spezielles Vorgehen notwendig machen. Patrollierende Wächter z.B. sollten Ziel Nr. Eins sein. Diese haben nämlich ein Signalhorn und sobald Sie Euch sehen, geben Sie Alarm und der Spieler hat es plötzlich mit der dreifachen Gegneranzahl zu tun.
Die Kampfsteuerung wurde ungewöhnlich, aber sehr effektiv für großes Gegneraufkommen gelöst. Mit dem rechten Analogstick zieht man eine Art Kreis um sich und weißt so den Gegnern in der Nähe eine der Aktionstasten zu. Um einen Gegner anzugreifen muss man sich jetzt nicht in eine bestimmte Richtung hinbewegen, sondern drückt einfach die Taste, die dem gewünschten Gegner zugewiesen ist. So schlägt man rasch in die gewünschten Richtungen. Mittels Tastencombos sind dadurch außerordentliche Kombinationen möglich, die bei größerem Gegneraufkommen schnell ein wenig Platz schaffen.
Zwischen den Missionen trifft man in der Dorfschenke alte und neue Charaktere, die man befragen kann, die dich Story weitererzählen und neue Aufträge erteilen. Dabei kann man die Aufgaben aber leider nicht selbst auswählen, da die Story streng linear ist.
Die Spielumgebungen sind sehr abwechslungsreich. Verschneite Burgen, finstere Wälder, unheimliche Tempelanlagen, Wiesen, Wasserfälle, usw.. Die Grafik ist sehr gut und die Bildrate gerät nur gegen Ende des Spiels gelegentlich ins Stocken, da man sich in den letzten Leveln oft bis zu 20 Gegner gleichzeitig stellen muss. (ich liebe meine Axt) J
Der besondere Reiz von „The Mark of Kri“ ist der Mix aus verschiedensten Möglichkeiten, wie man der Gegner Herr werden kann. Man kann sich einfach durchhacken. Dazu hat man ein Schwert, eine Art Kampfspeer oder eine sehr effektive Axt zur Verfügung. Man kann mittels Bogen schon aus weiter Entfernung „snipern“. Dabei hat man sogar einen „Headshot“ hat man zur Verfügung, mit dem man den Gegner mit einem Schuss tötet. Oder man kann sich wie Solid Snake durch die Gegend schleichen, sich an Wände drücken und Gegnern so auflauern und sie lautlos töten. Dabei geht Rau nicht gerade zimperlich mit seinen Opfern um. Da rollen schon mal Köpfe, werden Gegner mit dem Speer gepfählt oder mit dem Schwert an die Hauswand gespießt. Je länger das Spiel dauert, desto mehr muss man sich der verschiedenen Techniken bedienen. Dabei ersetzt der Bogen das Scharfschützengewehr und der Vogel das Fernglas. So spielt man in einem Fantasyumgebung mit Techniken, die man eigentlich nur aus modernen Spionagespielen alá SplinterCell oder MGS kennt.
Der meist perkussive Soundtrack ist sehr stimmungsvoll. Auch hier fühlt man sich ein wenig an die Conanfilme erinnert.
Überhaupt ist die gesamte Präsentation außerordentlich gut gelungen. Ein sehr guter, deutscher Sprecher erzählt spannend die Story weiter. Die Menüs wirken, wie auf altem Pergament gekritzelt. Während der Ladepausen sieht man ein gezeichnetes Bild des Kriegers, dass zu Beginn des Levels nahtlos in Spielgrafik morpht. Das alles sieht einfach nur gut aus.
Schade, dass die nicht gerade zimperlich dargestellten (wenn auch comicartig übertriebenen) Tötungsarten, das Spiel in Deutschland auf den Index gebracht haben. Dadurch blieb ihm eine größere Verbreitung im dt. Sprachraum leider verwehrt. Actionliebhabern kann ich diese zu Unrecht vernachlässigte Perle wirklich nur ans Herz legen. Zumal Sony derzeit am Nachfolger werkelt.
Pro:
- Gute Grafik
- Effektive, neuartige Kampfsteuerung
- Reizvolles Ambiente
- Abwechslungsreich
- Fabelhaft lokalisiert
- Dank freispielbarer Boni uns Zusatzaufgaben guter Wiederspiel-Wert
Contra:
- Spieldauer etwas kurz
- Streng lineare Story