Verkorkster vierter Teil einer toten Serie.Wenn Terroristen wieder einmal die Welt mit einem Killervirus bedrohen gibt es nur eine Person, die dagegen etwas unternehmen kann - Du! Im Auftrag der Regierungsbehörde ISCP wird der Spieler rund um den Erdball geschickt, um der schleichenden Bedrohung Einhalt zu gebieten und dies nicht zum ersten Mal. Bereits auf der Playstation 1 gab es drei bleihaltige Abenteuer der
Syphon Filter-Serie zu bestehen. Allerdings hatten diese nach einem gelungenen ersten Teil mit kontinuierlich abnehmender Qualität zu kämpfen. Diese traurige Tatsache soll nun mit dem vierten Abenteuer
Syphon Filter: The Omega Strain geändert werden. Um dies zu schaffen, schickt Entwickler Sony nicht nur eine zeitgemäße Grafikengine und ein riesiges Arsenal an Waffen ins Rennen, sondern auch einen brandneuen Kooperativ-Onlinemodus, in dem Spieler aus aller Welt über Sonys Onlineservice miteinander dem Terror entgegen treten können.
Vernebelte SinneSeinen indiviuellen Vorlieben entsprechend darf sich der Spieler vor dem ersten Übungseinsatz sein digitales Ich aus etlichen Einzelteilen zusammenbasteln.
» Gemeinsam sind wir stark! |
Doch bereits im Tutorial, welches gespielt werden muss, bevor es in den ersten "echten" Einsatz geht, fällt die sehr
schwammige Bewegungssteuerung negativ auf. Das Verhalten der Spielfigur sowie deren Animationen wirken eher wie die eines Betrunkenen statt eines Elitekriegers. Ganz im Gegensatz zum gewöhnungs- bedürftigen Herumlaufen steht das
gelungene Zielsystem, mit dessen Hilfe Gegner erfasst und äußerst wirkungsvoll bekämpft werden können. Für Präzisions- schüsse kann wahlweise auch in einen
First-Person-Modus umgeschaltet werden. Diese Ansicht eignet sich besonders für Scharfschützengewehre oder das Anbringen sofortiger tödlicher Kopfschüsse. Das Bewegungsrepertoire des Spieler-Charakters reicht von Ducken über Schleichen bis hin zum Klettern, kann aber nicht mit dem von Akrobaten wie Sam Fisher aus
Splinter Cell oder Solid Snake aus
Metal Gear Solid mithalten.
Wohin jetzt?Nachdem man im Training ausreichend mit der Bedienung und den Finessen des Spiels vertraut gemacht wurde, geht es in der ersten Mission sofort um Leben und Tot. Leider fallen bereits in diesem ersten
» Feuer und Rauch erschweren die Sicht. |
Auftrag, von dem man eigentlich einen lockeren Einstieg erwarten sollte, die Hauptmängel des Titels ins Auge. So sind die
Missionsbeschreibungen nur sehr wage und oft undeutlich geschildert. Viel zu oft weiß man nicht, was nun eigentlich zu tun ist und wo man als nächstes hin muss. Die Bezeichnung Einzelkämpfer bekommt hier einen unangenehmen Beigeschmack, der sich leider durch das gesamte Spiel zieht. Bei den Zielen selbst hingegen hat man einiges an Einfallsreichtum bewiesen. So muss man beispielsweise Bomben entschärften, Wasser- und Gewebeproben sammeln, oder einfach nur bestimmte Gegner eleminieren. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die Missionen extrem weitläufig ausgefallen sind und die Levelstrukturen nicht gerade übersichtlich gestaltet wurden. Ein ständiges Nachschauen auf der etwas umständlich designten 3D-Karte ist zum Weiterkommen daher unumgänglich, was den
Spielfluss leider stark in Mitleidenschaft zieht. Positiv hingegen fällt das sehr
faire Checkpointsystem auf, welches dem Spieler nach seinem virtuellen Ableben erlaubt, das Spiel an einer bereits passierten Stelle fortzusetzen, statt den ganzen Level von vorne beginnen zu müssen. Leider gibt es aber
keine richtigen Speicherpunkte innerhalb der sehr großen Missionen. Schaltet man die Konsole aus, muss man wieder am Anfang des zuletzt gespielten Einsatzes beginnen.
Viele Gewehre, wenig PatronenUm sich gegen die Übermacht an Gegnern zur Wehr zu setzen, darf unser Held auf ein
riesiges Repertoire von Schießprügeln zurückgreifen, das fast jede namhafte
Feuerwaffe der Neuzeit umfasst. Pistolen, Messer, Handgranaten, Shotguns sowie Sturm- und Scharfschützengewehre sind in vielen Formen enthalten. Leider macht sich während den zahllosen Kämpfen gegen die ebenfalls gut bewaffneten Widersacher, die übrigens einigermaßen intelligent agieren und so auch schon einmal eine Deckung aufsuchen, schnell ein Problem bemerkbar:
akute Munitionsknappheit. Während verschiedene Waffen in einer Vielzahl vorhanden sind, fehlt es leider oft an den passenden Patronen für die schicken Ballermänner. Dies sorgt zwar einerseits für einen gewissen Realismus, andererseits bremst es den Spielspaß aber eher aus. Ebenfalls realistisch: es darf nur eine begrenzte Anzahl an Ballermännern mit sich geführt werden. Neben Waffen gibt es noch andere Ausrüstungsgegenstände wie eine Taschenlampe, ein Nachtsichtgerät oder missionsspezifische Utensilien wie einen Bioscanner zum Entnehmen von Wasser- und Blutproben.
GrafikGrafisch bietet das neue
Syphon Filter solide Standartkost. Die Umgebungen und Animationen sowie die Modelle der einzelnen Figuren wirken stimmig und ergeben ein rundes Ganzes. Auch einige nette Effekte wie Feuer, Wasser und Explosionen gliedern sich gut in dieses Gesamtbild ein. Echte Glanztaten oder "Wow"-Effekte sollte man von der Engine jedoch nicht erwarten. Sämtliche Zwischensequenzen basieren leider nur auf einer aufgepowerten Form der Ingamegrafik. Hier hätte man mit echten Rendersequenzen weitaus mehr Eindruck schinden und die Story packender erzählen können.
SoundSämtliche Soundeffekte und Sprachsamples im Spiel können auf ganzer Line überzeugen und nur als gelungen bezeichnet werden. Vor allem die Geräusche der vielen Feuerwaffen klingen einigermaßen realistisch und unterscheiden sich voneinander. Die musikalische Untermalung des Ganzen ist ebenfalls passend und hinterlässt einen guten Eindruck.
Spielspaß SoloUmfangreiche Missionen und ein riesiges Waffenarsenal können nicht über die zahllosen Designschnitzer des Spiels hinwegtäuschen. Unklare und viel zu knappe Missionsbriefings, eine durchwachsene Bedienung, ein stark schwankender Schwierigkeitsgrad sowie die dauernde Munitionsknappheit gehen zu sehr auf Kosten des Spielspaßes und lassen Einsteiger bereits in der ersten Mission verzweifeln. Lediglich Spieler mit einem dicken Fell, die über die vielen Schwächen im Design hinweg blicken können, dürften einigen Spaß mit dem Titel haben. Sie wiederum werden dann mit einem ordentlichen Umfang und vielen freispielbaren Extras belohnt, was einige Zeit vor dem Fernseher garantiert. Leider dürfte diese Zielgruppe sehr gering ausfallen.
Spielspaß MultiDas Spiel verfügt über einen Onlinemodus, der per PS2-Ethernetadapter und Breitbandanschluss im Internet gespielt werden kann. Hierbei treten die Spieler nicht etwa gegeneinander an, sondern versuchen gemeinsam mit bis zu vier Personen die Missionen der Kampagne zu bestreiten. Dies macht, wie fast alle Spiele, natürlich deutlich mehr Spaß als das Game alleine zu bestreiten. Auch ein optionales USB-Headset wird unterstützt, was die Verständigung untereinander sehr erleichtert. Leider ist dieser Kooperativmodus auch schon die einzige Mehrspielermöglichkeit, die das Spiel bietet. Ein Splitscreenmodus fehlt genauso wie die Möglichkeit, das Spiel im LAN zu spielen. Auch gibt es keinerlei Deathmatch- oder Team-Modi. Das Spiel kann ausschließlich zusammen in Kooperation gespielt werden.