Grandioses Finale der beliebten Samurai-Saga.Japan, 1582 im 10. Jahr des Tensho: Ein riesiges insektenartiges Ungetüm bewegt sich, vollgeladen mit einem Stoßtrupp angriffslustiger Monster, auf seinen langen Beinen in Richtung einer menschlichen Siedlung. Um den Koloss schart sich eine ganze Armee untoter Monster und Dämonen, die nur ein Ziel haben - die völlige Vernichtung der Menschheit. Plötzlich entert eine vermummte Gestalt den berghohen Truppentransport. Geschickt gleitet er über die zahlreichen Anbauten und setzt sich gegen mit Schwertern bewaffneten Zombies zur Wehr. Von rhythmischer Musik begleitet bahnt sich die, immer noch verschleierte, Person den Weg ins Zentrum der dämonischen Riesenbestie, wo zwei besonders hartnäckige Widersacher auf ihn warten. Im darauf folgenden, filmreif choreographierten, Kampf, verliert der Protagonist seine Kopfbedeckung und schnell wird klar, um wen es sich da eigentlich handelt - Samanosuke Akechi, den Helden des ersten
Onimusha-Titels der Kultschmiede
Capcom. Nach einem famos inszenierten Kampf geht abermals der Samurai als Sieger hervor. Doch noch ist es nicht überstanden. Ein letzter Gegner stellt sich zwischen
Samanosuke und das Herzstück des riesigen Monsters...
Bombastischer Auftakt Die oben beschriebene Szene ist nur etwa die Hälfe des wohl spektakulärsten Renderintros der letzten Jahre. Eine audiovisuelle Offenbarung für jeden Fantasy-Fan. Dass sich
Capcoms neuester Streich in Sachen Präsentation keinen Millimeter zurück hält, fällt bei
Onimusha 3 bereits auf, bevor das eigentliche Spiel überhaupt begonnen hat. Als Vorlage für die beiden Hauptcharaktere hat man sogar echte Schauspieler herangezogen. Für den Samurai
Samanosuke Akechi stand, wie bereits im ersten Teil der Serie, der japanische Schauspieler
Takeshi Kaneshiro Pate, während für die Rolle des Franzosen
Jacques Blanc niemand geringeres als Superstar
Jean Reno digitalisiert wurde. Nach vollen sechs atemberaubenden Minuten Videopracht gelangt man ins Hauptmenü, welches Kenner der Vorgänger mit den wohlbekannten Sounds begrüßt. Hier sollte zunächst ein Abstecher ins Optionsmenü gemacht werden, um die standartgemäß eingestellte Gewaltzensur abzuschalten, damit man das Spiel in der ungeschnittenen Fassung genießen kann. Auf all zu übertriebene Brutalitäten verzichtet das Spiel ohnehin. Lediglich einige kritische Treffer lassen Gegner schon einmal zu, im wahrsten Sinne des Wortes,
gespaltenen Persönlichkeiten mutieren. Neben den visuellen Einstellungen kann der Sound wahlweise von Stereo auf 5.1-Surround-Sound oder Mono umgestellt und die Untertitel an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Sind alle Konfigurationen getätigt, kann man sich ins bisher größte und beste Onimusha-Abenteuer begeben.
Zurück in die Zukunft Wer denkt, sechs Minuten Intro wären genug als Einleitung zu
Capcoms neuestem
Action-Adventure, der täuscht sich. Bevor der Spieler endlich aktiv ins Geschehen eingreifen kann, gibt es nochmals knappe zehn Minuten Zwischensequenzen zu bestaunen. Dieses Mal allerdings in Form von Ingame- und Rendersequenzen in deutlich schlechterer Qualität, die eher an eine überarbeitete Version der Ingamegrafik erinnern als an das grandiose Eröffnungsvideo. Nichtsdestotrotz wissen auch diese Szenen durch ihre schnellen Schnitte und virtuosen Kamerafahrten zu begeistern. Hier wird auch gleich die zweite Hauptperson des Spiels vorgestellt:
Jacques Blanc, ein Elitesoldat der französischen Armee, der, 500 Jahre "entfernt" von
Samanosuke, im Jahr 2004 einen schönen Tag in Paris genießt, als plötzlich grässliche Kreaturen überall in der französischen Hauptstadt auftauchen und wahllos die Bevölkerung niedermetzeln. Als er der Zivilbevölkerung zu Hilfe eilen will, wird
Jacques von einer seltsamen Energiekugel erfasst und 500 Jahre in die Vergangenheit teleportiert, während
Samanosuke aus seiner Zeit ins heutige Paris teleportiert wird. Schnell wird klar, dass dies nur das Werk des Dämonenlords
Nobunaga sein kann und so beschließen beide Helden diesen zu vernichten, um so irgendwie in ihre eigene Zeit zurückkehren zu können. Moment mal! Zeitreisende Dämonen? Japanische Samurais im 21. Jahrhundert?
Jean Reno als magiebegabter Oni-Krieger?! Ist das nicht arg an den Haaren herbeigezogen? – Ja, das ist es. Die Story, welche in zwei verknüpften Handlungssträngen erzählt wird, hat das Prädikat „trashig“ verdient, wie kaum eine andere Geschichte eines ernst gemeinten Videospiels der letzten Jahre. Doch auch wenn die Story objektiv gesehen noch so schlecht, einige Szenen noch so kitschig und die Logiklücken noch so groß sein mögen, so ist die gesamte Inszenierung dieses „Mülls“ dermaßen tadellos gelungen, dass es einfach Spaß macht dem Treiben zuzusehen und aktiv daran teilzunehmen. Außerdem sorgen viele Wendungen und die beiden synchron verlaufenden Handlungsstränge, die natürlich immer im spannendsten Moment auf den jeweils anderen wechseln, für ständige Motivation weiterzumachen.
Onimusha 3 ist Popcorn-Videogaming at its best!
Onimusha V3.0 Der Spieler übernimmt während des Geschehens natürlich abwechselnd die Rollen von
Samanosuke, der sich durch das Paris des 21. Jahrhunderts schlägt, und
Jacques, der im 16. Jahrhundert gefangen ist. Die Steuerung präsentiert sich dabei so, wie sie schon im ersten
Onimusha hätte sein sollen. Besonders auffallend ist die Ausmerzung des größten Steuerungsdefizits der beiden Vorgänger, in denen die Charaktere nur mit dem Steuerkreuz bewegt werden konnten. Auch gestaltete sich die Bedienung sehr umständlich, da man den Protagonisten stets erst in die Richtung in die man sich bewegen will ausrichten musste. In
Onimusha 3 können die Charaktere nun direkt per linkem Analogstick bewegt werden, was natürlich sehr viel komfortabler und intuitiver ist. Auch die Benutzung des Bogens wurde mit positivem Ergebnis überarbeitet. Statt die Fernwaffe umständlich im Menü ausrüsten zu müssen, kann diese nun direkt per Kombination aus
R1-Schulterbutton und
X-Button benutzt werden. Dabei wird immer automatisch auf den nahestehendsten Gegner geschossen. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Mittels der
Square-Taste wird angegriffen und der
Triangle-Button entfesselt besonders starke Magieattacken auf Kosten des Manavorrates. Besiegte Gegner hinterlassen nach wie vor Seelen, welche mit Hilfe des
Circle-Buttons eingesaugt werden können. Insgesamt gibt es wieder vier verschiedene Arten dieser magischen Energiekugeln. Die blauen und gelben laden wie gewohnt das Mana, beziehungsweise verlorene Lebensenergie des Charakters wieder auf, während sich die roten Kugeln auf einem Punktekonto sammeln, welches später für den Erwerb von Upgrades von Bedeutung ist. Violette Seelen füllen die Onimusha-Anzeige auf. Hat man fünf Einheiten dieses Seelentyps gesammelt, kann man sich per Druck auf den rechten Analogstick für kurze Zeit in einen echten Onimusha, eine Art Halbdämon mit übermenschlichen Kräften, verwandeln und besonders hart austeilen. Stirbt man mit voll aufgeladener Energieanzeige, wird man automatisch mit ein wenig Lebensenergie als Onimusha wiedergeboren. Mit dem
L1-Button können feindliche Attacken geblockt werden, während der
R1-Knopf zum seitlichen Bewegen benutzt wird, was vor allem beim Ausweichen von Nöten ist. Außerdem kann mit der
R2-Taste eine schnelle 180° Drehung vollführt werden um so beispielsweise von hinten angreifenden Gegnern schnellstmöglich entgegen wirken zu können.
Waffenvielfalt Wer viel kämpft, braucht auch die entsprechenden Waffen dafür. Hier spendiert
Onimusha 3 jedem Charakter drei magische Waffen plus die Standartwaffe, die aber nur für kurze Zeit zu Beginn des Spiels benutzt wird. Während der Samurai
Samanosuke klassengemäß Klingenwaffen bevorzugt, hat sich der Franzose
Jacques auf Kettenwaffen spezialisiert.
Samanosuke beginnt das Spiel mit einem einfachen Samuraischwert, das über keinerlei spezielle Fähigkeiten verfügt. Als erste magische Waffe findet er zwei Kurzschwerter namens
Tenso, welche die Macht des Lichts beherbergen und sich besonders für schnelle Manöver eignen. Die zweite Waffe ist ein zweischneidiger Schwertstab mit einer recht hohen Reichweite, welcher über die Macht des Windes verfügt und bei einem Magieangriff Tornados auf die Gegner schleudert. Zu guter letzt findet der fernöstliche Krieger eine Kampfaxt, die zwar recht behäbig eingesetzt wird, dafür aber ordentlich Schaden unter den Feinden anrichtet. Die Waffe verfügt über die Macht der Erde und sprüht bei einem magischen Angriff glühend heiße Lava auf die Kontrahenten.
Jacques beginnt das Spiel mit einer P90-Maschinenpistole, die er aber schnell gegen eine Oni-Peitsche eintauscht, die ebenfalls über keinerlei magische Fähigkeiten verfügt und nur am Anfang des Spiels von Nöten ist. Schnell findet der coole Franzmann ein Kettenschwert namens
Enja mit feurigen magischen Kräften, welches bei manafressenden Spezialattacken die Gegner zu Asche verkommen lässt. Wie bei
Samanosuke ist die zweite Waffe, die während des Spielverlaufs gefunden wird ein speerähnliches Gebilde, welches sich vor allem durch seine hohe Reichweite auszeichnet. In der
Raisen genannten Waffe schlummern die Kräfte des Donners, die bei magischen Angriffen ein Gewitter über den Gegnern niedergehen lassen. Als letztes findet
Jacques den
Hyosai, einen wuchtigen Morgenstern, der wie
Samanosukes Axt nur sehr langsam geführt wird, dafür aber verheerende Schäden mit nur einem Schlag anrichten kann. Diese Waffe verfügt über die Elementkraft des Eises und friert bei Manaverbrauch Gegner im Wirkungsbereich ein.
Jede magische Waffe kann an jedem beliebigen Savepunkt, die sehr fair verteilt wurden, gegen gesammelte rote Seelen in drei Stufen aufgerüstet werden, was ihre Durchschlagskraft und die Wirksamkeit der magischen Attacken steigert. Des Weiteren kann die Rüstung verbessert werden, um weniger Schaden durch Feindattacken zu verbüßen. Zu guter letzt kann der Oni-Handschuh aufgerüstet werden, der zum Einsaugen der Seelen benötigt wird, um diesen Vorgang zu beschleunigen und um die Dauer des Onimusha-Morphs zu verlängern.
Zusätzlich gibt es im Spiel noch einige Bonus-Waffen zu finden, die allerdings recht gut versteckt wurden und so nicht von jedem Spieler auf Anhieb entdeckt werden. Einige dieser Waffen können zudem erst beim zweiten Durchspielen gefunden werden. Da sie für den eigentlichen Spielverlauf nicht von Nöten sind, werden sie eher nur für Perfektionisten und beinharte Onimusha-Fans von Interesse sein.
Spannende Fights Auch wenn das Kampfsystem mit den Grundaktionen
Schlagen, Blocken und
Ausweichen recht simpel klingt, ergeben sich während des Spielverlaufs sehr spannende Kämpfe, die über herkömmliche
Hack & Slay-Kost hinausgehen. So muss man sich sehr oft gegen mehrere Gegner auf einmal zur Wehr setzen, was oft darin resultiert, dass Offensiv- und Defensivmanöver geschickt aufeinander abgestimmt werden müssen, um einerseits einen Feind anzugreifen und andererseits von hinter oder den Flanken attackierende Feinde abzuwehren. Darüber hinaus gibt es Feinde, die auch unter schweren Attacken immer noch zum Gegenangriff ausholen können, so dass man stets im richtigen Moment vom offensiven zum defensiven Verhalten übergehen sollte, um Lebensenergieverlust zu vermeiden. Fernkämpfer und fliegende Einheiten stellen weitere besondere Herausforderungen dar, da man erst einmal in ihre Reichweite gelangen muss, bevor man sie unschädlich machen kann. Ist der Weg zum Gegner dann noch zusätzlich durch Nahkämpfer gesichert, führt wildes Button-Smashing höchstens zum eigenen Ableben. Damit sich die Kämpfe überhaupt lohnen, sollte man stets auch eine ausreichende Anzahl von freigegebenen Seelen aufsaugen. Das Problem hierbei: Die begehrten Energiekugeln verschwinden nach kurzer Zeit, so dass man diese oft während einer tobenden Auseinandersetzung einsammeln muss. Da dies einige Sekunden in Anspruch nehmen kann, bietet man gerade in diesem Zeitraum ein ideales Ziel für jeden attackierenden Feind. Von letzteren gibt es übrigens eine Menge verschiedener Typen. Von aus den Vorgängern bekannten Monstern, wie den Sumpfechsen, Zombies und gepanzerten Rittern, geht es über neue Schleim- und Flugmonster bis hin zu genmanipulierten, superaggressiven Riesenaffen.
Ebenfalls sehr gelungen sind die regelmäßigen Endbosskämpfe, bei denen vor allem die richtige Vorgehensweise über Sieg und Niederlage entscheidet. Vor allem hier wurde im Gegensatz zu den Vorgängern drastisch am Schwierigkeitsgrad gefeilt, so dass auch Nichtprofis eine faire Chance gegen die teils riesigen Monster haben.
Zudem sorgen einige Combos für weiteren Tiefgang.
Jacques kann mit seinen Waffen beispielsweise Gegner packen und durch die Gegend schleudern. Darüber hinaus können die meisten Standartkontrahenten durch einen einzigen mächtigen Gegenangriff ausgeschaltet werden. Dieser Gegenangriff gelingt aber nur, wenn man im richtigen Moment den Angriffsbutton drückt, während ein Gegner kurz davor ist, den Protagonisten zu treffen. Feinden, die sich durch heftige Treffer am Boden befinden, kann mit einem Finish-Move der Rest gegeben werden, bevor sie sich wieder aufrappeln. Nicht ganz die feine englische Art, aber was interessiert das schon einen Japaner und einen Franzosen? Außerdem wurden diese Moves recht cool und brachial in Szene gesetzt. So holt
Samanosuke beispielsweise ordentlich mit der Riesenaxt aus um den liegenden Gegner im wahrsten Sinne des Wortes „platt zu machen“.
Jacques hingegen hält den Gegner mit einem Fuß am Boden und gibt ihm erbarmungslos mit ein paar Kugeln aus seiner Pistole den Rest.
Kopfarbeit Auch im neuesten
Onimusha-Titel geht es nicht nur um spannende und actionreiche Kämpfe. In regelmäßigen Abständen gibt es mehr oder weniger gelungene Rätsel zu lösen. Manchmal muss man lediglich Gegenstand A zu Ort B bringen und dort benutzen. Gerade diese Rätsel wirken teilweise arg konstruiert und hätten geschickter in Szene gesetzt werden können. So muss beispielsweise in der Pariser Kanalisation eine Kurbel für ein Tor gefunden werden, welche, natürlich rein zufällig, nur wenige Meter am Rande des Kanals liegt. Da stellt sich einem zwangsläufig die Frage, wie das Teil überhaupt dahin gekommen sein könnte. Hätte es jemand verbergen wollen um den Helden am Vorankommen zu hindern, hätte er es mit Sicherheit nicht dort „versteckt“ und von alleine kommt solch ein schweres Utensil normalerweise nicht vom Platz. Auch wenn einige Rätsel nur als anspruchslos gewertet werden können, wiegen dies einige intelligentere Denkaufgaben wieder auf. So muss man in der Kathedrale von
Notre Dame beispielsweise hinter das Geheimnis von vier verfluchten Statuen kommen. Auch gestalten sich einige Zeiträtsel sehr interessant, in denen per Zeitkanal Gegenstände zwischen den beiden Hauptcharakteren ausgetauscht werden müssen. So kann
Jacques in der Vergangenheit diverse Dinge so verändern, dass sie
Samanosuke in der Gegenwart weiterhelfen. Zusätzlich finden sich überall im Spiel Rätseltruhen, die nicht zwingend geöffnet werden müssen, aber hilfreiche Boni, wie Heiltränke oder Lebensenergieerweiterer, enthalten. Bei den Truhen müssen Energieleitungen so verschoben werden, dass sie vom Start- zum Endpunkt eine geschlossene Linie bilden. Das Problem bei der Sache ist, dass man dazu nur eine bestimmte Anzahl an Zügen zur Verfügung hat. Während es Anfangs kein großes Problem darstellt, die begehrten Schatzkisten zu öffnen, wird es im Verlauf des Spiels immer schwerer, die richtige Vorgehensweise herauszufinden.
Jacques kann zudem Oni-Glühwürmchen dazu benutzen, sich über Abgründe oder Hindernisse hinweg zu schwingen, was ebenfalls in dem ein oder anderen Rätsel Verwendung findet.
Frauenpower Was wären echte Männer ohne die Unterstützung des anderen Geschlechts? Auch
Samanosuke und
Jacques bekommen zwei echte Powerfrauen zur Seite gestellt, die sie tatkräftig in ihrem Kampf gegen den bösen
Nobunaga unterstützen. Zum einen wäre da die fesche
Michelle,
Jaques Freundin, die ebenfalls der französischen Armee angehört. In einigen Abschnitten des Spiels darf die gute Frau sogar selbst gesteuert werden. Sie verlässt sich ganz auf den Einsatz durchschlagkräftiger Feuerwaffen, wie zum Beispiel das eigenwillig designte französische Sturmgewehr FAMAS oder die Assault-Shotgun SPS15+S. Optional einsetzbare Handgranaten vernichten zuverlässig ganze Ansammlungen untoter Taugenichtse.
Die zweite Frau im Bunde ist
Ako. Diese kleine Tenchu, eine Art Fee, ist zwar gerade einmal zehn Zentimeter groß, verfügt aber über unglaubliche magische Kräfte. Einerseits kann sie zwischen den Zeiten wechseln und den beiden Hauptdarstellern jederzeit voneinander berichten, auf der anderen Seite unterstützt sie die Helden aber auch aktiv im Kampf mittels ihrer magischen Kräfte. Welche Kräfte dies sind, kommt auf die ausgerüstete Weste der kleinen Helferin an, die im Verlauf des Spiels gefunden werden. Hat man eine dieser Westen ergattert, muss diese noch mit einer bestimmten Anzahl an
Öko-Kristallen bestückt werden, damit sie schließlich von
Ako getragen werden kann. Je nach dem, welches Kleidungsstück der kleinen Fee angelegt wird, ist der positive Effekt auf den Helden unterschiedlich. Die weiße Weste beispielsweise ermöglicht es
Ako den Helden zu heilen, wenn er eine Zeit lang still steht und sich nicht bewegt, während der lilafarbene Anzug den Manaverbrauch bei Zauberattacken senkt.
Grafik
Grafisch dreht
Capcom mit dem neuesten Teil der Saga, wie auch nicht anders zu erwarten, wieder voll auf. Erstmals bewegen sich die Charaktere vor echten, wunderhübschen 3D-Umgebungen statt vorgerenderten Hintergründen, was natürlich wesentlich flexiblere Darstellungen erlaubt als in den Vorgängern. So gehören beispielsweise tolle Kamerafahrten während des Spiels mit zum neuen Programm. Charaktere, Gegner und Antagonisten sind prima designed und einwandfrei animiert. Lediglich für einige Nahaufnahmen in den zahllosen Zwischensequenzen hätte man polygonreichere Modelle wählen sollen, um der Grafikpracht den letzten Schliff zu verpassen. Dafür sind die zahlreichen Effekte wie zum Beispiel Spiegelungen, Wasserwellen, Feuer, Magieattacken und einige der wenigen Splattereffekte extrem gut gelungen und suchen derzeit auf der
Playstation 2 ihresgleichen.
Leider sind die Ansichten nicht frei drehbar und auch der Bildausschnitt ist nicht immer optimal gewählt, was hin und wieder dazu führt, dass man Gegner aus dem Blickfeld verliert. Das Kameraproblem wurde gegenüber den Vorgängern zwar etwas entschärft, ist aber immer noch nicht ganz behoben. Wirklich stören tut es allerdings nicht und nur ganz selten ergeben sich durch dieses kleine Manko wirklich unfaire Situationen. Ein weiteres Problem der grafischen Darstellung ist, bedingt durch die Hardware der
Playstation 2, das teilweise heftige Kantenflimmern. Vor allem in weiträumigen Arealen tritt dieses Problem verstärkt auf.
Dafür ist das gesamte Geschehen, auch bei größeren Gegneransammlungen, fast ausnahmslos flüssig. Framerateeinbrüche sind nur extremst selten anzutreffen und quasi nicht vorhanden. Im Klartext: Während des rund fünfzehnstündigen Tests gab es genau zwei minimale Ruckler.
Die sehr zahlreichen Ingamesequenzen wurden filmreif in Szene gesetzt und sorgen für zusätzlichen optischen Genuss. Das grandiose Intro spielt in einer Riege mit Schwergewichten wie
Final Fantasy X oder
Drakengard. Für alle Besitzer eines entsprechenden Fernsehers steht ein optionaler 60 Hertz-Modus zur Verfügung.
Sound
Soundtechnisch wird bewährte Onimusha-Kost geboten. Passende Hintergrundmusik, inspiriert durch japanische Klänge, vermischt sich mit tollen Soundeffekten zu einem gelungenen Ganzen und bewegt sich durchgehend auf einem hohen Niveau. Auch die englischen Synchronsprecher wurden sehr gut gewählt und bringen die vielen Dialoge in den Zwischensequenzen professionell rüber. Eine deutsche Übersetzung gibt es leider, einige würden auf Grund zahlreicher mieser deutscher Synchronisationen sagen „zum Glück“, keine. Damit auch Spieler, die nicht des Englischen mächtig sind, die Gespräche verstehen, gibt es natürlich deutsche Untertitel.
Spielspaß Solo
Eines ist sicher.
Onimusha 3 ist zweifelsohne der beste Teil der beliebten und erfolgreichen Serie und bietet einen fast perfekten Abschluss des ewig währenden Konfliktes zwischen
Samanosuke Akechi und
Nobunaga Oda. Mit 10-15 Stunden Spielzeit hat das Spiel für einen Actiontitel der heutigen Zeit einen akzeptablen Umfang, auch wenn es natürlich, gerade bei einem so kurzweiligen Game, durchaus länger hätte ausfallen können. Ein lustiges Minispiel, das Genma-Eier-Schießen und eine Bonus-Minikampagne, welche beide nach dem ersten Durchspielen freigeschaltet werden, sowie zahlreiche Extras und die gut versteckten Geisterwelten, in denen man sich durch zig Ebenen zu einem verborgenen Schatz durchschlägt, erhöhen die Spielzeit nochmals. Auch wird nach dem ersten Absolvieren des Spiels ein höherer Schwierigkeitsgrad verfügbar, der vor allem für geübte Spieler von Interesse sein dürfte. Optionale Kostüme für die Charaktere können ebenfalls freigespielt werden.
Spielspaß Multi
Im Spiel ist kein Mehrspielermodus enthalten.