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Die Kultspieleschmiede Square Enix ist vor allem für ihre großartigen Rollenspiele, wie zum Beispiel die Final Fantasy-Serie, bekannt. Jetzt wagten die Japaner mit Drakengard einen Abstecher ins Actiongenre, allerdings ohne dabei viele Rollenspielelemente zu vergessen. Square Enix übernahm die Programmierung des Titels allerdings nicht selbst, sondern überließ die Arbeit dem eher unbekannten Entwicklerstudio Cavia und produzierte den Titel lediglich. Dabei hat man es sich nicht nehmen lassen, ordentlich bei der Konkurrenz abzuschauen und so entpuppt sich der Titel als atemberaubender Mix aus Dynasty Warriors, Drakan und Panzer Dragoon inklusive hochwertiger Zwischensequenzen und einer packenden Storyline. Warum Drakengard von keinem Actionfan verpasst werden sollte, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Master-Review.
Der Spieler schlüpft, wie sollte es auch anders sein, in die Rolle Caims und nimmt fortan an riesigen Schlachten, in denen tausende Feindeinheiten seiner Klinge zum Opfer fallen, teil. Eine lange Einleitungssequenz gibt es in Drakengard nicht. Nach einem hervorragenden Rendervideo findet sich der Spieler mitten in einer Belagerung wieder und muss sich zur angegriffenen Burg durchschlagen, um seine Schwester vor den anrückenden imperialen Truppen zu beschützen. Während des ersten Levels werden immer wieder Tipps zur Steuerung in Form von Textfeldern eingeblendet, womit die erste Mission gleichzeitig als Tutorial dient. Wie in den meisten Aufträgen befindet sich der Held auf einer riesigen Ebene, umgeben von hunderten Feindeinheiten. Fast immer ist das Auftragsziel die Eliminierung bestimmter Hauptziele. Die jederzeit einblendbare Übersichtskarte zeigt dabei die Position aller Gegner an. Rote Punkte symbolisieren Gegnerpulks, während gelbe Punkte die Hauptziele markieren. Planloses Herumirren wird man in Drakengard nicht erleben und so kann man sich stets voll und ganz auf die Action konzentrieren. Die Steuerung ist dabei denkbar einfach. Mit dem linken Analogstick wird der Protagonist bewegt. Die R1 und L1-Schulterknöpfe dienen zum Ausweichen, während der X-Button zum Springen benutzt wird. Mit dem R2-Button kann durch die mitgeführte Bewaffnung geblättert werden. Ein Druck auf den Square-Button führt einen normalen Hieb aus, mehrmaliges Schlagen führt zu Komboattacken. In Kombination mit der Triangle-Taste wird eine besonders starke Spezialattacke ausgeführt, welche alle Gegner in einem bestimmten Wirkungsradius beschädigt und fortwirbelt. Zudem dient der Triangle-Button zum Beschwören verheerender Zaubersprüche. Die dafür benötigten Magiepunkte laden sich automatisch durch das Niedermetzeln feindlicher Soldaten auf. Insgesamt gibt es im ganzen Spiel 65 Waffen, die teilweise sehr gut versteckt wurden und nur schwer zu finden sind. Neben verschiedenen Eigenschaften in den Bereichen Reichweite, Angriffsgeschwindigkeit und Schaden, beherbergt jedes Kriegsgerät einen einzigartigen Zauberspruch. Die Waffe selbst kann durch das Niederstrecken einer bestimmten Feindanzahl in vier Stufen ausgebaut werden, was auch den ihr innewohnenden Zauberspruch einen Level steigen lässt. So mausert sich beispielsweise der popelige Feuerball des Flamberge-Schwertes im Verlauf des Spiels zu einem mächtigen Feuersturm, der auch größere Feindansammlungen mit einem Schlag vernichtet. Während beim Aufrüsten der Waffen lediglich die Anzahl der getöteten Feinde eine Rolle spielt, gilt beim Protagonisten die Anzahl gesammelter Erfahrungspunkte. Stärkere Gegner geben hierbei logischerweise mehr als schwache Standartgegner. Wem die voreingestellte Bedienung nicht passt, darf diese im Menü übrigens selbst frei konfigurieren.
Von nun an kämpfen Caim und der Drache Seite an Seite gegen das Imperium und der Spieler kann während der riesigen Massenschlachten jederzeit auf den Drachen aufsteigen und die feindlichen Bodentruppen aus der Luft unter Beschuss nehmen, was natürlich besonders effektiv ist. Lediglich in manchen Missionen, zum Beispiel in einem dichten Wald oder im Inneren einer Burg, muss auf die Hilfe des Drachen verzichtet werden. Zudem gibt es viele reine Luftmissionen, in denen es gilt, feindliche Flugeinheiten vom Himmel zu holen und ihrem Beschuss auszuweichen. Auch beim Drachen gestaltet sich die Bedienung sehr komfortabel und intuitiv. Das treue Fabelwesen fliegt stets mit gleich bleibender Geschwindigkeit automatisch geradeaus. In der Luft stehen bleiben wie ein Hubschrauber, wie beispielsweise sein Artgenosse aus den Drakan-Spielen, kann er nicht. Mit dem linken Analogstick wird die Flugrichtung bestimmt und gezielt. Die R1- und L1-Buttons dienen auch hier zum schnellen Ausweichen nach Rechts und Links, während der XButton einen schnellen Dash nach vorne einläutet. Der Angriffsbutton (Square) kann auf zwei Arten genutzt werden. Entweder man drückt ihn kurz um einen ungelenken, dafür aber sehr starken Feuerball abzuschießen, oder man hält ihn gedrückt, wodurch man wie in Panzer Dragoon mehrere Ziele markieren und anschließend mit kleineren, gelenkten, Feuerbällen beschießen kann. Zudem verfügt auch der Drache über besonders mächtige Zauberattacken, nachdem er seine Magiepunkte durch das Töten von Widersachern aufgeladen hat. Am Ende jedes Einsatzes erhält neben dem Helden auch der Drache Erfahrungspunkte, wodurch sich die Stärke seiner Angriffe erhöht und er in drei Stufen ausgebaut werden kann. Zudem kann auch bei der Flugsteuerung die Bedienung mittels Menü den persönlichen Wünschen und Vorlieben angepasst werden. Durch den geschickten Wechsel zwischen den verschiedenen Missionsarten - Luft-Luft , Luft-Boden, Boden-Boden - schafft es Cavia zumindest etwas über das sehr repetitive Gameplay hinwegzutäuschen, wodurch der Titel wesentlich mehr Abwechslung bietet als das Vorbild Dynasty Warriors. Auch die verschiedenen Gegnertypen sorgen für etwas mehr Abwechslung als in Koei's Schlachtenfest. So kämpft man einmal gegen große Ritterarmeen, ein anderes Mal gegen Untote und dann wieder gegen wilde Goblinhorden. Vor allem der ständig mögliche Wechsel zwischen Drachen und Bodenkampf in den groß angelegten Schlachten ist ein tolles Feature, welches dem Spieler stets freie Hand in seiner Vorgehensweise gibt. Wer dem Gegner lieber von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht, schwingt sich einfach mittels Druck auf Select von seiner Panzerechse und gibt dem Feind mit einer Waffe nach Wahl Saures.
So stellt sich, trotz der drei unterschiedlichen Einsatzarten und einigen Endgegnern, mit der Zeit etwas Monotonie bei den zahllosen Gefechten ein. Fans actionreicher Gemetzel sollte dies nicht weiter stören, vor allem weil das ständige Aufpowern der gefundenen Waffen, des Drachen und des eigenen Charakters sowie die tolle Story stets zum Weitermachen motivieren. Vor allem die Klasse inszenierten Rendersequenzen zwischen einigen Aufträgen schrauben die Motivation nochmals gehörig nach oben. Lediglich Spieler, die auch von einem Hack'n'Slay-Spiel viel Abwechslung erwarten oder mit Action generell nichts anfangen können, könnten von dem Titel enttäuscht werden.
Ein weiteres spielspaßverlängerndes Feature sind die fünf verschiedenen Enden. Besonders lobenswert ist die Tatsache, dass man das Spiel nicht fünf Mal durchspielen muss, um alle Endings zu sehen. Da man das erste Ende bereits im achten Kapitel zu Gesicht bekommt, reicht es, nach diesem abzuspeichern, um im Anschluss an dieser Stelle den anderen Abspännen entgegen zu spielen. Auch hier lohnt es sich dank der tollen Story und den vielen Rendersequenzen gleich doppelt. Die zahlreichen gerenderten Zwischensequenzen sind natürlich über jeden Zweifel erhaben. Es gibt zwei Schwierigkeitsgrade: leicht und normal. Anfänger und Spieler, die sich einige schwierige Passagen und eventuelle Frustphasen gegen Ende des Spiels ersparen wollen, wählen den leichten Grad. Fortgeschrittene sollten auch mit der normalen Einstellung keine größeren Probleme haben. Sollte man partout nicht weiter kommen, hilft oft einfaches Aufleveln des Charakters in bereits abgeschlossenen Missionen.
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