Outlaw Golf 2 verbindet authentisches Golffeeling mit einer großen Portion Spaß - sogar zum fairen Preis.Beinahe zweieinhalb Jahre ist es her, als
Outlaw Golf martialische Drescheinlagen mit einem gehörigen Schuss Golf-Simulation auf die heimischen Bildschirme zauberte. Aber kurz und knapp: Trotzdem meinten es die zahlreichen Pressewertungen nicht sonderlich gut mit dem Fun-Titel aus dem Hause
TDK Mediactive. Gänzlich unbeeindruckt davon, sicherte sich
Take 2 zwischenzeitlich die Vertriebsrechte an einem direkten Nachfolger. Wird nun möglicherweise alles besser? Faktum: Mit dem jüngst erschienenen
Outlaw Golf 2 halten wir justament die Fortsetzung in unseren Testhänden, um für euch im nachfolgenden Master-Review das ungeschminkte Potential zu durchleuchten.
Spielmodi und Extras am laufenden Band Lachen tut der Seele gut - Golf macht wieder alles kaputt: Dieses bekannte Sprichwort trifft - wie es der Vorgänger bereits erahnen lässt - auch beim Nachfolger nicht zu, denn in
» Heiße Rundungen gefällig? |
Outlaw Golf 2 bleibt so gut wie
keiner eurer Lachmuskeln unstrapaziert. Demzufolge finden sich
Outlaw-typisch abermals die unterschiedlichsten Charaktere mitsamt Caddy zusammen, um ihre ausgeprägte Impulsivität nicht nur im elementaren Golfspiel zum Ausdruck zu bringen. Dahingehend könnt ihr die Steuerung von sowohl neuen als auch altbekannten Golfern der Spielserie übernehmen - beherztes Fluchen und Prügeln oder gar triebhaftes Verhalten inklusive. Insgesamt stehen euch damit bis zu
zehn durchgeknallte Sportlernaturen zur Verfügung, die sich jedoch erst sukzessive freispielen lassen.
Auf Solopfaden wird euch ein opulentes Mahl aufgetischt: Mit von der Partie sind die vier grundlegenden Spieltypen
Schaukampf,
Tour,
Outlaw-Testgelände sowie ein vollständiger
Online-Modus. Das Herzstück des Titels stellt unzweifelhaft die Tour dar, die sich
gegenüber dem Vorgänger noch umfangreicher präsentiert. An dieser Stelle sei erwähnt, dass dieser Modus je nach gewähltem Golfer fortlaufend variiert - dem daraus resultierenden Spielumfang kommt dieser Faktor somit ungemein entgegen. Wer genügend Zeit investiert, kann neben neuen Sportlernaturen, Events und Golfplätzen auch eine Reihe von ergänzenden Kostümen sowie Schlägern freischalten. Kurzum:
Mehr als 30 Spielstunden werden benötigt, um die insgesamt
70 verschiedenen Events erfolgreich zu absolvieren - Golferherz was willst du mehr!
Nur ein Hauch von Arcade Grazie beim Putten zählt nicht, das Runde muss ins Runde: Wer vom Golfen bislang nur Bahnhof verstanden hat, muss in
Outlaw Golf 2 nicht verzweifeln. Wenngleich sich der
» Eine der zahlreichen Locations. |
Fun-Titel am
authentischen Repertoire des Golfsports bedient, habt ihr die
13 verschiedenen Spielarten dennoch schnurstracks verinnerlicht. Den Anfang macht das von zwei Spielern abgehaltene
Match, bei dem die Anzahl der gewonnen Löcher über Sieg oder Niederlage entscheidet. Der
Stroke hingegen ist für bis zu vier Spieler ausgelegt, wobei für jede gewonnene Partie ein Geldpreis vergeben wird. Beim
Best Ball oder
Scramble begebt ihr euch im Zweierteam aufs Grüne. Bei der ersten Spielmöglichkeit zählt die beste Wertung pro Loch, bei der zweiten wählt ihr nach jedem Schlag den praktikabelsten Ball, um den Teamsieg einzuheimsen. Für Profis bietet sich der Spieltyp
Ein und Alles an: Hier macht ihr den Golfplatz mit nur einem Schläger unsicher. Dem entgegen könnt ihr im Rahmen der
Time Attack auch gegen die Stoppuhr antreten. Wer es kompliziert haben möchte, kann im
Vegas-Modus sein Können unter Beweis stellen. Hier werden sämtliche Punkte aller Teams zusammengelegt, damit einerseits die niedrigste Punktzahl mit zehn multipliziert und andererseits die höchste damit addiert wird. Summa summarum tafelt euch
Outlaw Golf 2 vielerlei schmackhafte Spielarten auf - ausgedehnte Langeweile sucht ihr folglich vergebens.
Gehaltvolle Golfpackung Wem das noch nicht genug sein sollte, der kann die Fähigkeiten seines Charakters auf dem
Outlaw-Testgelände Schritt für Schritt verbessern. Im Rahmen der
» Pure weibliche Leidenschaft. |
25 Events lassen sich die Attribute Präzision, Distanz, Chipping oder Putten trainieren, um in der Tour nicht am
schweißtreibenden Schwierigkeitsgrad zu verzagen. Auch hier steht euch zu Beginn nur ein mickriger Event zur Verfügung - freispielen heißt demzufolge die Devise.
Gut gesteuert ist halb gewonnen: Angesichts der
anfänglich mühsamen Spielsteuerung benötigen insbesondere Spielernaturen, die diesen Sport bislang immer mit Tennis verwechselten, viel Zeit zur Einarbeitung. Dennoch: Wenn ihr die ein oder andere Spielstunde bewusst für die Einführung investiert, seid ihr schlussendlich Herr über die
fordernde, aber sehr wohl gelungene Spielsteuerung.
Wie es sich für einen unverfälschten
Outlaw-Titel gehört, steht der
Spaßfaktor natürlich im Vordergrund. Falls ihr euch nach einem misslungenen Schlag so richtig abreagieren möchtet, könnt ihr euch auf den Modus
Schlägerei berufen und euren Caddy bei Bedarf bis ins Krankenhaus dreschen. Im
Cart-Rennen heizt ihr statt dessen - wie der Name schon erahnen lässt - mit einem Golfcart übers Grüne und müsst eine vorgegebene Anzahl an Zuschauern in einem bestimmten Zeitraum überfahren. In der Summe laden die meisten der
Zwischensequenzen zum Schmunzeln ein - obwohl euch die ein oder andere bildliche Abfolge schon nach kurzer Spielzeit bekannt vorkommen wird.
Das große Sahnestück in
Outlaw Golf 2 stellt der
umfangreiche Xbox Live-Modus dar, der euch via Headset erfrischende Online-Partien mit bis zu vier Spielern abhalten lässt. Serviert wird euch das Online-Paket im wohlbekannten Xbox Live-Design - einschließlich aller gängigen Standardmodi. Um die Wartezeit während der Schläge zu beseitigen, haben sich die Entwickler etwas Besonderes einfallen lassen: Das Zauberwort heißt
simultan; damit ihr und eure Gegner zeitgleich zu Werke gehen könnt. Alles in allem: Spieler mit Vorliebe für ausgeprägte Online-Spielrunden kommen auf ihre Kosten.
Grafik Wenngleich das Gameplay überzeugen kann, müssen sich Grafikliebhaber warm anziehen. Die technischen Schwächen sind rasch ersichtlich: Demnach lassen die Entwickler bis auf die guten Animationen und gelungenen Modelle der Charaktere kaum Xbox-würdige Höhenflüge zu. Viele der gebotenen Locations wirken farblos und weisen ausgewaschene Texturen auf. Obendrein lassen vereinzelte Clippingfehler wenig Liebe zum Detail erkennen - mit mehr Engagement hätten diese ohne jeden Zweifel beseitigt werden können. Keine Frage: Das Spielgeschehen wird euch weitgehend ruckelfrei präsentiert und zeitweilige Wettereffekte werten des optische Gesamtbild teilweise auf. Trotzdem wird euch lediglich durchschnittliche Grafikkost geboten - die ärmliche Darstellung der Zuschauer ist dabei nur ein Beispiel von vielen.
Sound Ist der melodische Teil des Spiels womöglich besser? Auf jeden Fall. Dafür verantwortlich zeigt sich die gelungene Sychronisation, die Schauspieler und Komiker
Dave Attell als außergewöhnlichen Sprücheklopfer voll in seinem Element aufgehen lässt. Ebenfalls auf hohem soundtechnischen Stand ertönen die meist witzigen Statements eurer Charaktere. Zudem hält der Fun-Titel eine beträchtliche Ansammlung verschiedenster Musikstücke für eure Ohren bereit. Doch die Entwickler haben sich noch weitere Gedanken gemacht: Somit könnt ihr von eurem eigenen Soundtrack, der zuvor auf der Festplatte der Xbox gespeichert wurde, Gebrauch machen. Der musikalischen Untermalung sind damit keine Grenzen gesetzt - absolut mustergültig.
Spielspaß Solo Wer sich auf Solopfade begibt, bekommt ein humorvolles und gut durchdachtes Golferlebnis aufgefahren. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es
Outlaw Golf 2 in Sachen Schwierigkeitsgrad faustdick hinter den Ohren hat. Diejenigen, die zur Masse der Gelegenheitsspieler gehören, könnten sich in den anfänglichen Phasen die Zähne ausbeißen. Aber auch Profispieler dürften sich in Anbetracht der umfangreichen Spielsteuerung erst nach einiger Zeit pudelwohl fühlen. Wer sich mit dem Titel jedoch lange genug auseinandersetzt, wird mit einem stets reizvollen
Tour-Modus belohnt. Das permanente Freischalten neuer Golfplätze, Charaktere oder Extras motiviert ungemein und lässt euch etliche Spielstunden vor der Flimmerkiste verbringen.
Spielspaß Multi Im Multiplayer-Modus werden vor allem Xbox Live-Spieler hocherfreut dreinblicken: Demnach besteht die Möglichkeit, den im
Tour-Modus kreierten Golfspieler gegen den Rest der Welt ankämpfen zu lassen. Einzig und allein die Auswahl an Spielrunden, die gegenüber dem Einzelspieler-Modus deutlich geringer ausgefallen sind, gibt Anlass zur Kritik. Ansonsten wird euch ein technisch gelungenes sowie spielerisch überzeugendes Online-Paket geboten, das obendrein weitere Inhalte wie z.B. Mehrspieler-Karten zum freien Download bereithält.