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Master-Review:   » drucken    » versenden

Project Snowblind

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 26.04.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Guter Ego-Shooter mit solider Technik und toller Präsentation, der unter seinem geringen Umfang leidet.

Entwickler Crystal Dynamics schickt uns mit Project Snowblind in eine hochtechnisierte, düstere Zukunftsvision, in der wir die Rolle eines durch Biotech-Implantate verstärkten Soldaten schlüpfen, um den Weltfrieden zu bewahren. Wie sich der actiongeladene Ego-Shooter auf unserem Prüfstand geschlagen hat, erfahrt ihr im Master-Review.

Urban Assault
Nach einem schick inszenierten Renderintro, in dem fiktive politische Machtverschiebungen und deren negative Konsquenzen für den Weltfrieden erläutert werden, findet man sich augenblicklich auf dem Schlachtfeld wieder. Hier
» Bereits die erste Mission bietet reichlich Action.
übernimmt der Spieler die Kontrolle über den Anti-Terror-Soldaten Nathan Frost, der zusammen mit seinen Kameraden gegen ein gefährliches Regime zu Felde zieht. Weder Protagonist noch Spieler werden hier behutsam mit der harten Realität des Krieges konfrontiert. Lautes Geschrei der Kameraden, einschlagende Geschosse und Granaten sowie das Grollen von Hubschraubern und Kampfjets machen klar: Project Snowblind katapultiert den Spieler und sein virtuelles Ich direkt in die Action. Glücklicherweise geht die Steuerung leicht und intuitiv von der Hand, so dass man bereits nach wenigen Minuten wie ein alter Profi über das Schlachtfeld huscht und einen Feind nach dem anderen ins Jenseits schickt. Spezialfunktionen, die nicht auf Anhieb klar sind, werden durch eingeblendete Textfenster erklärt. Nachdem man sich in einer rund zehnminütigen Ballerorgie durch die feindverseuchten Straßen gekämpft hat, ist man auch schon am Ende der ersten Mission angelangt und...stirbt.

Der Tod ist nicht das Ende
Natürlich ist dieses unabwendbare Schicksal des Protagonisten nicht das Ende, sondern erst der Beginn von noch mehr Action und einer Menge cooler Fähigkeiten. So wird Frost nach seinem heldenhaften Ableben in eine Militärklinik
» Der Nachtsichtmodus ist sehr hilfreich.
verfrachtet und als Supersoldat mit biotechnischen Implantaten wieder zum Leben erweckt. Diese erlauben es unserem Protagonisten beispielsweise, sich unsichtbar zu machen oder mit einem Energieschild Projektile abzuwehren. Auch ist es möglich, in einen Bullet-Time-Modus umzuschalten oder per Röntgenblick Feinde durch Wände zu erspähen. Natürlich braucht man trotz dieser übermenschnlichen Kräfte immer noch ein gutes Sortiment an durchschlagskräftigen Waffen, um sich gegen die verschiedenen Feinde wie Soldaten, Kampfroboter oder Metallspinnen durchsetzen zu können. Dieses Arsenal an Ballermännern beinhaltet unter anderem Sturmgewehr, EMP-Kanone, Schrotflinte, verschiedene Handgranatentypen, Pistole, Raketenwerfer, ein Scharfschützengewehr sowie einige Energiewaffen. Zudem gibt es eine Gravitationswumme, mit der sich Gegenstände anziehen und wegschleudern lassen.

Geradlinige Action
Mit diesem Sortiment schießt man sich durch insgesamt 18 lineare Missionen, in denen die Action klar im Vordergrund steht. Das nächste Ziel wird stets auf einer Minimap eingeblendet oder kann per Knopfdruck auch direkt in
» Wir haben die größere Wumme!
Übergröße aufs HUD gebracht werden. Wer nach alternativen Lösungswegen oder abwechslungsreichem Leveldesign wie beispielsweise in Deus ExDeus Ex sucht, wird enttäuscht: Project Snowblind richtet sich eindeutig an Fans unkomplizierter Ego-Shooter, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. An einigen Stellen gibt es die Möglichkeit, sich in Systeme zu hacken, um so Wachroboter, Geschütztürme oder Kameras umzuprogrammieren oder gar selbst zu steuern. Leider wurde dieses Feature nur halbherzig umgesetzt. So gestaltet sich das Hacken an sich lediglich als Betätigen diverser Kommandos auf einem Auswahlbildschirm und unterscheidet sich somit kaum von normalen Schaltern.

Zusätzliche Abwechslung ins Geschehen bringen Fahrzeuge, die an wenigen Stellen des Titels benutzt werden können. An einigen Passagen vereinfacht Schleichen das Fortkommen, allerdings ist dies nicht zwingend nötig, so dass man je nach Lust auch auf die harte Tour an sein Ziel kommt. Leider hat man den Titel vor allem mit der Brachialtaktik viel zu schnell durchgezockt. Gerade einmal sechs bis acht Stunden dauert Frosts Feldzug gegen das böse Regime, dann flimmert der Abspann über den Fernseher. Wiederspielwert bietet der Titel keinen, dafür jedoch einen LAN- und Onlinemehrspielermodus, in dem bis zu 16 Spieler in verschiedenen Spielmodi wie Deathmatch und teambasierten Spieltypen gegeneinander antreten dürfen. Leider sind die Onlineserver alles andere als gut besucht und so sucht man oft vergebens nach genug Mitspielern. Alternativ steht noch ein LAN-Modus zur Verfügung – eine Splitscreen-Option bietet das Game leider nicht.

Gute Inszenierung, gute Technik
Bei der Inszenierung gibt sich der Titel keine Blöße. Die an Red Faction erinnernde Grafik ist für Playstation 2-Verhältnisse ordentlich gelungen und weiß vor allem durch coole
» Für Härtefälle gibt es die Bazooka.
Sichteffeckte wie den Schneeblindheitseffekt nach einem Treffer durch eine EMP-Granate zu überzeugen. Auch bei größeren Gefechten bleibt das Geschehen ohne Ruckler, die Weitsicht ist in eingen Levels sehr hoch ausgefallen. Weniger beeindruckend sind die relativ polygonarmen Gegnermodelle. Der Sound bewegt sich auf gehobenem Niveau, hätte aber vor allem bei einigen Waffen wesentlich brachialer ausfallen dürfen. So klingt das Sturmgewehr eher wie ein tuckernder Traktor und auch die Explosionen hätten mehr Bums vertragen. Dafür wird man mit einer sehr guten deutschen Lokalisierung entschädigt. Ebensfalls zu erwähnen sind die zahlreichen Ingame-Zwischensequenzen, welche gut in Szene gesetzt wurden und dem Game eine ansprechende Gesamtpräsentation verschaffen.
Pro
Geradlinige Daueraction
Viele Waffen und Fähigkeiten
Klasse Inszenierung
Gute Technik
Onlinesupport
Contra
Sehr dürftiger Umfang
Nur solides Leveldesign
Fazit
Project Snowblind ist ein gelungener, linearer Ego-Shooter, der vor allem Freunde schneller Action ansprechen dürfte. Technisch braucht sich das Programm im direkten PS2-Vergleich nicht zu verstecken und die vielen Waffen und Spezialfähigkeiten sorgen für genügend Abwechslung. Auch die Präsentation mit ihren zahlreichen Zwischensequenzen weiß zu überzeugen. Das größte Problem ist allerdings die enorm kurze Spielzeit, die jeden geübten Spieler ärgern dürfte. Im Endeffekt muss also jeder selbst entscheiden, ob ihm ein so kurzes, aber durchaus gutes Abenteuer eine Investition von rund 50 Euro wert ist.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Ego-Shooter
Publisher
Eidos
Entwickler
Crystal Dynamic...
Website
www.eidos.de/ga...
Release
04. März 2005
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85
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