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Mario Kart: Double Dash!!

» Autor: Christian Kellner
» Datum: 17.11.2003
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Von Pilzen und Schildkröten, von Karts und Bomben… die Legende lebt.

Preisfrage Was ist das: 8 Bitmaps fahren in Pseudo-3D und 256 Farben im Kreis und bewerfen sich mit psychoaktiven Pilzen? Richtig: Super Mario Kart auf dem Super Nintendo, eine Revolution im Spielesektor, (Mit-)Begründer des Genres Fun-Racer und Nachahmungsobjekt für tausende andere Spiele. Nach Mario Kart 64 für das glücklose Nintendo64 und Mario Kart Super Circuit für den GBA steht nun der vierte Teil der Erfolgsserie in den Startlöchern: Mario Kart Double Dash!! verspricht Spaß und Unterhaltung für viele... aber für den einzelnen?

Sentimentalitäten
Ein, zwei emotionale Tränen werden wohl zerdrückt, wenn das erste Mal die kleine Mario Kart-Disc in den Cube eingelegt wird. Bange Hoffnung macht sich breit: Wird es so spaßig wie seine Vorgänger? Ist das 2-Mann-pro-Kart-System nicht zuviel des guten? Im Menü kommt auch gleich wieder altbewährtes zum Einsatz: Die Navigation gestaltet sich für alte Mario Kart Hasen simpel, die Menüpunkte wurden beinahe 1:1 von den Vorgängern übernommen, selbst die Hintergrundmusik verliert sich, ebenso wie früher, in einem Gedudel, welches wohl auch ein MIDI-Sampler zusammengebracht hätte. Die Gedanken schweifen herum: Hat man nicht vielleicht doch versehentlich ein verstecktes Mario Kart 64 gestartet?

Grand Prix²
Spätestens beim Fahrerauswahlmenü sind diese Zweifel allerdings weggeblasen, schließlich wird beim GC-Ableger mit 2 Fahrern pro Kart gespielt. Glück gehabt. Zur Auswahl stehen altbekannte Gesichter wie Mario, Wario, Luigi, die Prinzessin, Koopa und Yoshi. Einige Charaktere sind neu hinzugekommen, Toad wohl der Schere zum Opfer gefallen *sniff* (wird aber später im Spiel dazu stoßen ;) ). Allen Charakteren ist gemeinsam, dass sie verschiedene Fähigkeiten ins Spiel mit einbringen: So gestaltet sich das Wegfahren mit dem dicken, fetten Donkey Kong bedeutend schwerer als mit Baby Mario, bei der Höchstgeschwindigkeit hat dann allerdings wieder der Affe einen Vorteil. Als dritte Eigenschaft eures Teams zählt das Gewicht, welches in der Praxis eigentlich nur darüber entscheidet, welches von 2 Karts beim Crash in die Pampa abfliegt. Habt ihr auch noch einen passenden fahrbaren Untersatz ausgewählt, geht’s auch schon los: Im Pilz-, Blumen- und Sternencup (später wird auch noch ein vierter Cup freigeschalten, der „Spezial-Cup“) in den drei Schwierigkeitsgraden 50, 100 und 150ccm.

On Track
Auf der Strecke selbst macht sich zuerst Ernüchterung breit. Also doch Mario Kart 64!!!! Von den Fähigkeiten des Gamecubes wird hier keine einzige ausgereizt, Spiele wie Metroid Prime oder die Rogue Squadron – Reihe zeigen wies grafisch besser geht. Spätestens nach den ersten paar Runden habt ihr euch jedoch damit abgefunden und freut euch lieber über satte (und gelockte!) 60 fps und einen flüssigen, niemals ruckelnden Spielablauf. Auch die meisten Items werden euch bekannt vorkommen, neu hinzugekommen sind aber die sogenannten „Spezial-Items“, welche einem bestimmten Charakter bzw. Charakterduo vorbehalten sind: So werden Baby Mario und Baby Luigi bei Einsatz ihres Spezial-Items von einer riesigen Kettenkugel an die Spitze des Feldes katapultiert, ohne Rücksicht auf Verluste im gegnerischen Fahrerfeld. Mario darf Feuerbälle schießen, Valuigi Bomben legen und Donkey wirft eine riesige Bananenschale auf die Fahrbahn, freaky!

Multiplayerkawumm
Habt ihr den Singleplayer-Karriere-Modus durch (ich veranschlage mal etwa 2 Stunden bis zum Abschluss des 150ccm-Spezial-Cups und eine weitere Stunde für die „Grand-Prix-Meisterschaft“) werden neben diversen fahrbaren Untersätzen auch neue Charaktere (Toad & Toadine, seine putzige Freundin) und Vs.-Strecken freigeschalten. Womit wir auch schon beim Kernstück des Spiels wären: dem Multiplayer. Dieser stellt euch die Möglichkeit zur Verfügung kooperativ den Grand Prix zu meistern (2-4 Spieler, zu zweit auf einem Kart), den Grand Prix gegeneinander zu zocken (2 Spieler) oder gleich in eine der Battle-Arenas Stoff zu geben. Stehen zu Beginn nur 4 Battle-Maps zur Verfügung, so lassen sich zum Glück noch zwei weitere Kampfplätze durch erfolgreiche Absolvierung des Grand Prix Modus freischalten. Absolutes Sahnestück ist natürlich der altbekannte „Ur-Battle-Modus“, bei dem die Spieler jeweils 3 Luftballons aufs Kart geschnallt bekommen und die Aufgabe eines jeden einzelnen einzig und alleine darin besteht, dem Gegner ebendiese kaputt bzw. abspenstig zu machen. In den andere Modi dürft ihr euch unter Zeitdruck um eine „Insignie“ balgen (wer das Teil bei 00:00 im Besitz hat, gewinnt) oder euch gegenseitig Bomben um die Ohren knallen. Obwohl der Multipayermodus die Spielspaßgranate schlechthin ist, offenbaren sich hier die 2 größten Mängel des neuen Mario Kart: Ihr dürft nicht mehr hopsen, die zielsuchenden roten Panzer treffen euch also zu einhundert Prozent, so ihr keine entsprechende Verteidigungswaffe habt und/oder nicht rechtzeitig ausweichen könnt. Zweiteres ginge ja vielleicht noch einfacher, aber da ihr euch im Vergleich zu den Vorgängern nicht umschauen könnt, ist auch hier die Chance minimal, dem Gegenüber mit einem dreckigen Grinsen auf dem Gesicht den Stinkefinger zu zeigen.

Netzwerkaction
Mario Kart Double Dash bietet erstmals auch eine durchdachte Unterstützung des sonst eher vernachlässigten Breitbandadapters, der aufgrund diverser außer acht gelassener Sicherheitsaspekte derzeit nicht erhältlich und deswegen nur schwer zu bekommen ist. Anyway: Ihr dürft bis zu 8 Cubes miteinander verbinden um euch gegenseitig die Hucke voll zu hauen, 8 Spieler, 8 TVs, 8 Gamecubes inkl. BBA und 8 Mario Kart Discs vorausgesetzt. Solltet ihr diese Voraussetzungen nicht erfüllen ( ??? ) dürft ihr euch auch der Variante mit 2 Cubes und Splitscreen den Vorzug geben. An eine Online-Unterstützung wurde natürlich wieder einmal nicht gedacht, aber das verwundert bei Big N mittlerweile kaum noch.


Grafik
Zweckmäßig, quietschbunt und furchtbar flüssig. Grafikbäume werden sicherlich keine ausgerissen, aber das Spiel bleibt auch zu viert im Splitscreen gut spielbar, von Rucklern weit und breit keine Spur.

Sound
08/15-Gedudel so weit das Auge reicht. Witzige Sprachsamples peppen das Spielgeschehen ein wenig auf, was bleibt ist allerdings nur knapp überdurchschnittlich.

Spielspaß Solo
Leider bietet das Programm keinerlei Motivation für Solospieler, einzig und allein der Wille wirklich alles zu sehen, kann den einen oder anderen dazu veranlassen, den eher langweiligen Grand Prix Modus durchzuspielen. Story gibt’s im Gegensatz zum hauseigenen High-Speed-Kontrahenten F-Zero GX auch keine. Pustekuchen.

Spielspaß Multi
Mario Kart = Multiplayer. Wer sich als aufgeschlossener Gesellschaftszocker dieses Spiel nicht zulegt ist selber schuld. Gerade hier wirken sich allerdings die beiden Gameplay-Änderungen (keine Hopser und kein Umsehen) am stärksten aus, im negativen Sinn. Tut dem (extrem) hohen Funfaktor des Spiels zwar keinen Abbruch, stören tut es trotzdem, gerade weil diese beiden Elemente ein wenig Taktik und „Gespür“ fürs Spielen eingebracht hätten.
Pro
Multiplayer-Fun at it’s best
Sentimentalitätsbonus
Viele Spielvarianten im Multiplayer
HALLO, es ist Mario Kart!
Contra
Langweiliger und unmotivierter Solomodus
Grafik und Sound nicht mehr up-to-date
Hops&Schau nicht mehr vorhanden
Keine Online-Unterstützung
Fazit
Schwer, hier ein Fazit zu ziehen. Auf der einen Seite hatte ich im Multiplayer schon lange nicht mehr soviel Spaß wie mit Mario Kart Double Dash… um genau zu sein, seit Goldeneye auf dem N64 nicht. Der Singleplayer ist allerdings zu schwach um wirklich eine generelle Kaufempfehlung abzugeben, und genau deswegen gibt’s hier mal eine Ausnahme von der normalen Wertungsprozedur:

Solozocker ohne Freunde und/oder ohne reichlich Joypad-Ressourcen werden mit dem Programm nicht glücklich werden. Zu eintönig ist das Gameplay, zu schnell durchgezockt und ohne besonderen Highlights. Hier kommt die Solowertung von 6.3 voll zur Geltung -> Ein durchschnittlicher Funracer mit kurzen Spaßmomenten aber ohne die nötige Langzeitmotivation zu bieten.

Multiplayer-Freunde hingegen kommen voll auf ihre Kosten. 6 Battle-Maps sind zwar herzlich wenig, Hops&Schau fehlen ebenfalls aber dennoch ist das Spiel auf Disc gebrannter Spaß in Reinkultur, Garant für durchspielte Nächte und durchschwitzte Hemden. Nuttin’ to add, hier müsst ihr einfach zulangen. 9.6

Fans, die schon seit dem SNES Mario Kart alle Teile bis zum Umfallen gezockt haben, alle Strecken auswendig kennen und blind in Bowser’s Schlafgemach finden, kriegen eine herzliche Empfehlung und die unmissverständliche Aufforderung meinerseits, sich das Spiel endlich zuzulegen. 10.0
Infos
Erhältlich für
Genre
Jump'n'Run
Publisher
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Website
www.nintendo-eu...
Release
14. November 2003
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