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Spielinfos Bewertungen (39) User-Reviews (8) Screenshots (6) Spiel bewerten

255. Eternal Darkness: Sanity's Requiem

Gamecube
» Grafik: 80
» Sound: 90
» Spielspaß Solo: 89
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung:
88
» Anzahl Bewertungen: 39     » alle zeigen
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Infos
» Von: Sicho
» Am: 21.12.2004
» Spielzeit: > 10 h
» Grafik: 87
» Sound: 93
» Spielspaß Solo: 89
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 91
Qualität
» bewertet mit: 10
Ursprünglich als Nintendo 64 Titel geplant, schaffte Silicon Knight's Horroractionadventure Eternal Darkness den Sprung auf Nintendo's Gamecube. Ob sich die lange Entwicklungszeit des Spiels ausgezahlt hat und ob der Titel die teilweise hochgesteckten Erwartungen (wurde damals großmundig als Mix aus Resident Evil und Zelda angekündigt) erfüllen kann, könnt' ihr hier nachlesen. Doch seid vorneweg gewarnt: Ihr werdet das Spiel nicht spielen, das Spiel wird mit euch spielen…

Vergleiche mit Capcom's Resident Evil sind auf den ersten Blick durchaus angebracht: Wie in dem Survival Klassiker dürft ihr auch hier Zombies niedermetzeln. Aber damit enden auch schon eigentlich die Gemeinsamkeiten mit Capcom's Gruselschocker: Eternal Darkness: Sanity's Requiem ist ein eigenständiges Action Adventure mit vielen neuen Ideen und einer Abwechslung, die dem Zombiealtmeister Resident Evil die Schranken aufweist. Aber erstmal eines nach dem anderen: Die Story von ED beginnt mit einem Alptraum, aus dem die (süsse) Alexandra Roivas erst durch das Klingeln des Telefons gerissen wird. Am Hörer befindet sich ein Polizeiinspektor, der Alexandra von einem schrecklichen Vorfall mit ihrem Grossvater unterrichtet. Als Alexandra sich dann zur Villa ihres Grossvaters Edward aufmacht, offenbart sich ihr ein schreckliches Bild: Ihr Grossvater wurde auf brutale Weise ermordet… vom Kopf fehlt jede Spur. Zwei Wochen später nimmt Alexandra, empört über die Inkompetenz der Polizei, selbst die Ermittlung des Mordes in die Hand und findet sich in einem Komplott voller düsterer Geheimnisse wieder, die ihre Ansicht über die Welt in der wir leben für immer verändern wird…mehr wird nicht verraten, denn die Story von Eternal Darkness: Sanity's Requiem ist so komplex und voller Wendungen und Überraschungen, dass es eine Schande wäre, bereits zuviel zu erzählen. Jedenfalls ist die mystische Handlung von Eternal Darkness einer der grossen Pluspunkte des Spiels, denn selten wurde eine Geschichte so spannend und packend in einem Videospiel erzählt, wie dies bei ED der Fall ist. Unterstützt wird dies mit tollen Zwischensequenzen (leider Low-Res), die sich nahtlos in den Spielablauf einfügen.


Alexandra stösst bei ihren Untersuchungen bald auf das sogenannte "Tome of the Eternal Darkness", ein dickes Buch welches in menschlichem Fleisch und Knochen gebunden ist. Dieses Buch ist sozusagen der Ausgangspunkt des Spiels: Jedesmal wenn Alex in dem Buch, das in 12 Kapitel unterteilt ist, liest, werdet ihr selbst in die Handlung versetzt und spielt das jeweilige Kapitel. Dadurch dürft ihr im ganzen Spiel 12 verschiedene Charaktere durch 12 verschiedene Epochen steuern, was am Ende eine epische Story ergibt, die bis zum mysteriösen Mord von Edward Roivas und der alles verändernden Zukunft von Alexandra führt. So steuert ihr beispielsweise einen römischen Feldherrn namens Pius Augustus, erforscht als Archäologe Lindsey einen alten Tempel oder bekämpft als Dr. Maximilian Roivas, der ein Vorfahre von Alexandra ist, bösartige Kreaturen. Für Abwechslung ist also gesorgt: Ihr steuert die Charaktere aus einer Third - Person Sicht durch Echtzeitlocations (im Gegensatz zu Resident Evil, wo ihr durch vorgerenderte Hintergründe lauft), wobei sich die Kamera selbst nicht steuern lässt. Meistens ist das allerdings kein Problem, da die Kamera normalerweise immer eine recht gute Perspektive wählt. Trotzdem wäre es besser, wenn man zumindest optional die Kamera manuell nachjustieren könnte.

Das Waffenarsenal in ED ist recht vielfältig, da die Waffen Zeitzonen- und auch Charakterabhängig sind: Während ihr in der Römerzeit Skelette mit einem Schwert köpft, dürft ihr in der Zeit während des ersten Weltkrieges mit einem Gewehr rumballern oder als Amazone mit einem Blasrohr die Gegner vergiften. Das Kämpfen geht leicht von der Hand: Mit der R-Taste visiert ihr den Gegner eurer Wahl an und mit dem Stick könnt' ihr dann sogar einzelne Gliedmassen anwählen, wobei ihr mit einem Druck auf die A-Taste haut bzw. schiesst. Man kann natürlich auch einfach blind mit der A-Taste draufloskloppen, aber das Zielsystem ist eine tolle Sache, da sie einem Raum für Taktik lässt: dass ein Zombie sich nicht wehren kann wenn ihr ihm beide Arme abgeschlagen habt und er sich dann natürlich leichter besiegen lässt ist ja schon praktisch ;) Habt ihr euren Gegner genug malträtiert könnt' ihr ihm dann mit einem Finishingmove, den ihr durch Druck auf die B-Taste auslöst, endgültig den Rest geben; gleichzeitig füllt sich dann auch noch eure Sanity Anzeige ein wenig. Und damit wären wir auch bei einem der innovativsten Features des Games: Das Sanity Meter ist, wie der Name schon sagt, die Anzeige eurer geistigen Gesundheit. Die Anzeige sinkt wenn euer Charakter zuviel Angst bekommt bzw. sich nicht mehr sicher ist, was eigentlich noch real ist und was nicht. Dies geschieht beispielsweise wenn euch mehrere Gegner auf einmal angreifen. Erreicht euer Verstand kritische Werte, wird eure Figur von Halluzinationen heimgesucht: An diesem Punkt möchte ich allerdings nicht zu viel verraten, da vor allem besagte Irrsinns-Effekte mit für die beklemmende Atmosphäre verantwortlich sind, und somit das Gameplay positiv bereichern. Das Sanity Meter ist jedenfalls ein echt innovatives Feature und bringt noch mehr Abwechslung in das eh schon recht abwechslungsreiche Game. Toll gemacht ist auch das Magiesystem: Mit Hilfe von Runen, Steintafeln und Schriftrollen dürft ihr euch durch das Spiel zaubern: so könnt' ihr beispielsweise Kreaturen beschwören, Items verzaubern und verborgene Türen sichtbar machen. Sprüche, auf die ihr schnell zugreifen möchtet könnt' ihr bequem einer Taste zuweisen, hierzu steht euch das Steuerkreuz sowie der Y Button zur Verfügung. Ziemlich am Anfang des Spiels müsst' ihr euch für eines von drei Artefakten entscheiden: diese Entscheidung hat Auswirkungen auf den Spielverlauf und spielt auch beim Zaubern eine wichtige Rolle: Wollt ihr beispielsweise eine magische Barriere, die dem roten Artefakt angehört auflösen, müsst ihr den Zauber in der entsprechenden Konterfarbe (die wäre hier blau) sprechen. Insgesamt müsst ihr ED also dreimal durchspielen, bis ihr es ganz beendet habt. An sich eine ziemlich billige Streckung der Gesamtspielzeit, allerdings hat ED einen recht hohen Wiederspielwert, weswegen das dreifache Durchspielen kein Problem ist. Zudem lassen sich dann auch neue Features (wie z.B. eine Kapitelauswahl) freischalten. In Eternal Darkness: Sanity's Requiem könnt' ihr im Gegensatz zu Capcom's Game jederzeit abspeichern, es sei denn es befinden sich gerade Gegner in der Nähe. Das Menü, welches ihr mit der Start-Taste erreicht, ist wie ein Buch gestaltet: mit L und R blättert ihr durch und könnt komfortabel ein eurem Inventory kramen (welches im Gegensatz zu RE unbegrenzt gross ist), euch eine Karte anzeigen lassen oder Zaubersprüche auswählen. Auch lassen sich sämtliche bereits gesehene Videosequenzen anwählen, so dass ihr sie euch noch mal ansehen könnt'.


Grafisch kommt Eternal Darkness ganz klar nicht an Resident Evil heran: die vorgerenderten Backgrounds sind einfach schöner und detaillierter. Trotzdem macht ED grafisch einen guten Eindruck: Die einzelnen Locations sind schön gestaltet, nur die ersten Level (wurden vermutlich von der N64 Version übernommen) wirken ein wenig kantig: mir fiel auf, dass, je weiter man im Spiel war, die Grafik der Locations immer besser wurde. Die Charaktere an sich sind auch nicht unbedingt die rundesten und die Animationen wirken teilweise recht ungeschmeidig. Trotz allem ist Eternal Darkness optisch ein gutes Spiel: tolle Kameraschwenks verwöhnen das Auge, zahlreiche Licht- sowie Schatteneffekte, die allesamt gut gelungen sind, wissen zu gefallen und manche Texturen (besonders die Kathedrale) sehen umwerfend aus. Auch die PAL Version läuft flüssig, 60 Hz Modus ist vorhanden, Balken gibt's nur in den cineastischen Videosequenzen, welche begeistern können und zahlreiche Details gibt es an vielen Stellen zu entdecken. Dank bereits erwähnter Lichteffekte wird die Atmosphäre super eingefangen, teilweise besser als in Capcom's Survival Horror, welches besonders durch den genialen Sound unterstützt wird. Zudem können Besitzer eines grossen Fernsehers sich freuen: ED unterstützt das 16:9 Bildformat. Alles in allem ist Eternal Darkness ein grafisch sehr ansprechendes Spiel, welches sich technisch nicht verstecken braucht.

Wie bereits im Grafikabschnitt erwähnt ist der Sound in ED super gelungen: Die englische Sprachausgabe ist genial und überzeugend, wie bei einer Hollywood Produktion. Dank dieser sehr gelungenen Sprachausgabe, die von Emotionen, Gefühlen und Empfindungen strotzt, nimmt man gerne in Kauf, dass es "nur" deutsche Bildschirmtexte gibt. Jedenfalls gilt es hier den Entwicklern ein grosses Lob auszusprechen: So was wollen wir in jedem Game hören! Doch nicht nur die Sprachausgabe gefällt: die Hintergrundmusiken sowie die diversen Soundeffekte tragen super zur Atmosphäre bei und runden das sehr positive Gesamtbild noch ab. Besitzer von High-End Heimkino Equipment freuen sich zudem über Dolby Pro Logic II Support.


Eternal Darkness: Sanity's Requiem ist ein Gesamtmeisterwerk: Die sehr spannende und fesselnde Story zieht einen voll ins Geschehen, was durch den Supersound und die gute Grafik noch verstärkt wird. Zudem bringen Features wie das Sanity Meter frischen Wind ins Genre sowie genug Abwechslung in das vielleicht en wenig zu lineare Spiel. Das man das Spiel dreimal durchspielen muss, stört eigentlich weniger, trotzdem ist es schade, dass nur so eine Gesamtspielzeit von ca. 30 Stunden gesichert ist: müsste man ED nur einmal durchspielen, hätte man es in 12-15 Stunden locker hinter sich. Allerdings ist das bei der grossen Konkurrenz namens Resident Evil auch nicht anders. Was aber anders ist, ist das besser gelöste Speicher- und Inventorysystem sowie die bessere Steuerung. Und während man bei RE für jeden einzelnen Spielstand 7 Blöcke auf der MemoryCard verbraucht, kann man bei ED mit nur 15 Blöcken sofort 7 Spielstände speichern. Eternal Darkness: Sanity's Requiem ist ein echter Hit und eines der momentan besten Games für den Gamecube. Wer auf gute Unterhaltung steht und keine Abneigung gegen ein wenig Gewalt sowie (Psycho) Horror hat, ist mit dem Spiel super beraten. Aus dem Game hätte man einen Kinofilm machen können, bei dem die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute gespannt zusehen würden. In dem Sinne: Kaufen? Aber sicher!
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
   Action-Adventure
Publisher
Nintendo
Entwickler
Silicon Knights
Website
www.nintendo-eu...
Release
Erhältlich
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Features
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