Man muss ihn schon lieb haben, den kleinen manierlichen Burschen mit lockigem Haar und dem schelmischen Cartoon-Cel-Shading-Look. Ein Spiel wie eine Symphonie!
Eine Legende geht in die nächste Runde... Zelda ist neben Mario ein Titan, ein Urgestein sozusagen, der Nintendo-Geschichte, ja eigentlich der gesamten Video-Game-Geschichte. Es gibt an die 10 verschiedene Spiele für die diversen Nintendo-Systeme.
The Legend of Zelda: The Wind Waker ist die aktuellste Version für den GameCube. Wie sich der kleine tapfere Junge im grünen Gewande so schlägt, erfahrt ihr in diesem Review.
Es war einmal auf einer weit entfernten Insel, vor gar nicht so langer Zeit ... Die sehr eigenwillige und originell in Szene gesetzte Story ist zu Beginn noch rasch erzählt. Ihr spielt (ihr könnt ja den Name einsetzen, ich sage mal) Link, einen heranwachsenden Jungen, der mit seiner Schwester und seiner Großmutter ein wunderbar sorgenloses Leben auf einer Südsee-Insel führt. Dort ist die Welt noch in Ordnung. Es ist so gemütlich, dass Link fast seinen eigenen Geburtstag verpennt. Er wird von seiner kleinen begeisterten Schwester aus dem Schlaf gerissen. Link sieht ziemlich müde aus - was der wohl letzte Nacht gemacht hat? Jedenfalls jettet er gleich mal zur lieben Großmutter rüber, die ihm zum Geburtstag ein Geschenk der besonderen Art überreicht. Es ist auf der Insel Brauch, dass ein Junge beim Erreichen eines gewissen Alters in ein rituelles grünes Gewand schlüpft - einer steinalten Legende zu Ehren. Ihr ahnt es natürlich, Link wird praktisch für den Rest des Spiels im grünen Gewande (Zitat: schön, aber sieht warm aus!) herumziehen...
Später überschlagen sich die Ereignisse, es taucht ein riesiger Vogel auf, der ein blondes Mädchen mit spitzen Ohren in seinen Fängen trägt, in wilder Verfolgungsjagd mit Piraten (
PIRATEN!!)... und das dicke Ende kommt noch! Link's kleine Schwester wird entführt! (
SKANDAL!! Das ist ja wohl die Höhe!) Link besorgt sich rasch etwas Taschengeld, Schwert und Schild und macht sich auf, sein größtes Abenteuer zu bestehen und
so nebenbei seine Schwester zu befreien.
Zelda's fantastische Features umfassen:
| Riesige erforschbare Levels
| Cel-shaded Grafik, die einen Cartoon-Look ergeben
| Gelungene Zelda-Atmosphäre
| Originelle Steuerung und gutes Inventory
| Limited Edition mit Bonus-Disc mit zwei N64-Spielen: Ocarina of Time / Master Quest
| GBA-Link-Option für ein paar Bonus-Features
Eine charmante Story sorgt für turbulente UnterhaltungDer legendäre Game-Designer Shigeru Miyamoto hat mich wieder in seinen Bann gezogen. Zelda: The Wind Waker (von mir liebevoll
Celda genannt) ist ein exzellentes Spiel. Hierfür muss ich in meiner Meinung sehr weit ausholen. Einerseits finde ich das Spiel unglaublich spitze - prima gemacht und der Spielspass ist super, andererseits gibt es auch ein paar massive Kritikpunkte. Hier lest ihr alles im Detail:
Während die Story eigentlich sehr angestaubt sein müsste... Mädchen/Prinzessin Zelda wird entführt, Junge/Link besteht Abenteuer und rettet Zelda... wirkt sie immer noch frisch, weil die Story einfach putzig in Szene gesetzt wird. Man nimmt es Link ab, dass er wirklich Heimweh hat und doch den Mut aufbringt und seine Ängste überwindet um sich in das Abenteuer zu stürzen... um die kleine Schwester zu befreien.
Zur Grafik-Engine kann ich nur sagen, Hut ab! Ich liebe diesen dezenten Cel-Shading-Look, der Zelda einen gewissen Cartoon-Touch angedeihen lässt. Aber genial sind auch die Steuerung und die Game-Camera ausgefallen. Man kann völlig frei herumblicken und den Level wirklich im Detail erforschen. So was liebe ich! Ärgerliche Camera-Fehler (hat da jemand Mario Sunshine gesagt?) kommen höchst selten vor.
Die Musik ist schlicht aber effektiv aufgefallen. Sie ist manchmal wenig abwechslungsreich, aber wirkt nie aufgesetzt und unterstützt das Spielgeschehen sehr gut. Auch die Nostalgie-Schübe mittels alter Tunes von den Vorgänger-Spielen sind spitze!
Spielen wie ein junger GottDie Steuerung ist sehr gut ausgefallen und es gibt keine Mängel. Nach 5 Minuten spielt man perfekt wie ein junger Gott.
Für N64-erfahrene Spieler präsentiert sich The Wind Waker in gewohnter Manier. Mittels A-Button werden Aktionen wie Türen öffnen/Sprechen etc. ausgeführt. Mit B-Button wird das kleine aber OHO! Schwert in Aktion gesetzt. X/Y/Z können mit verschiedenen Gegenständen aus dem Inventar belegt werden. Mit dem grauen L-Stick wird Link durch Spiel gesteuert und der gelbe R-Stick dient zur Steuerung der Game-Camera. Mittels Steuerkreuz können verschiedene Kartenübersichten eingestellt werden. Start-Button ruft das umfangreiche Inventory/Save-Menü auf.
Wo viel Licht, da auch viel Schatten... Ihr habt sicher schon gesehen, dass ich ziemlich viele Kontra-Punkte habe. Diese möchte ich hier schon mal ausbreiten. Leider fallen sie oft in die
Warum? Warum NUR? Kategorie.
| Warum nur 3 Speicherplätze? Come on, das ist bei meiner fetten Speicherkarte aber nicht lustig! Wenn ein Freund vorbeikommt, will ich speichern und an derselben Stelle weiterspielen, wo ich aufgehört habe und nicht den Level von vorne durchlaufen müssen. Immerhin muss man bereits geschaffte Aufgaben nicht wiederholen. Das ist nicht mehr ganz zeitgemäß.
| Zwischensequenzen sind nicht überspringbar. Das hört sich für mich an, als ob Nintendo es notwendig hätte, die Spieldauern unnötig zu verlängern. Ich meine, wenn man das Spiel mal kurz herzeigen will, muss man ja eh schon einen der 3 Speicherplätze herschenken und dann auch die ganze Einleitung ansehen. Sehr ärgerlich!
| GBA-Connectivity. Ja, ist schon eine tolle Sache, denk ich mal, nur ich finde es auch irgendwie Abzocke. Ich habe keinen GBA und jetzt soll ich mir einen kaufen, oder was? Ich habe den Eindruck, etwas zu versäumen!
| Sprachausgabe, hallo?! Es gibt soviel Text in Celda, dass es sicherlich nicht alles als Sprachausgabe geben kann... aber mir ist es einfach zu wenig. Ein Freund hat mir aber eine gute Erklärung gegeben: die Entwickler wollten, dass die Spieler den Text "im Kopf mit der eigenen" Sprache durchlesen. Na, ich weiß nicht so recht.
| Manchmal wirkt Celda für mich, verglichen zu Ocarina of Time, einfacher, aber dies ist kein großer Kritikpunkt, das Spiel kann mit vielen kniffligen Situationen aufwarten...
IntermezzoJetzt muss aber ein dickes Lob als Pflaster her ;-)
Celda ROCKZ.
Celda OWNED.
Celda RULEZ.
Celda = FUN.
Celda = ADVENTURE.
CELDA = ein Stück meiner Kindheit.
Ein Stück meiner KindheitAllen Warum-NUR?-Kontra-Punkten zum Trotz, Celda gibt mir ein Stück meiner Kindheit zurück. Ich erinnere mich dank der Musik an die Klassiker auf dem NES, das ich mit 10 Jahren gespielt habe. Die Story ist märchenhaft süss und die Grafik ist schlichtweg genial ausgefallen. Ich mag diesen Cartoon-look so viel, die Game-Camera rotiert bei mir immer, weil ich alles erkundschaften und jeden Winkel eines Levels erforschen will. Der Spieltrieb wird hier wirklich gefordert. Einige Gags sind so unglaublich genial, WOW!
Ich glaube, mein Schwein fliegt... Ich meine einfach die kleinen Dinge des Lebens, Schweine-durch-die-Luft-werfen (
!tolle Sache, sollte jedes Spiel haben!), fiese Monster vermöbeln, die kleine Schwester befreien, mit Piraten segeln, selber segeln, Zaubersprüche anwenden, Levels erforschen, hach, Herz was begehrst Du mehr? Zelda ist eines jener Spiele, die wirklich für viele viele Stunden faszinieren, immer wieder zum erneuten Spielen einladen und einfach nie "alt" werden. Ich möchte eine Lanze für das Spiel brechen. Es ist eines jener Beispiele, die zeigen, dass Nintendo es immer noch kann, immer noch draufhat "The Nintendo Difference" zu rechtfertigen. Nintedo hat sich in letzter Zeit nicht immer mit Ruhm bekleckert, aber Zelda macht vieles wieder wett. Ich bin durchwegs voller positiver Gefühle, wenn ich an dieses Spiel denke. Die Kontra-Punkte möchte ich nicht wegdiskutieren, aber Zelda ist sehr gelungen und es macht einfach Spass, das Spiel zu spielen und "einfach Link zu sein".
Die große Frage: ist es perfekt? Ok, damit müsste ja Zelda: The Wind Waker ein perfektes Spiel sein. Nun, das ist es nun doch nicht und zwar hauptsächlich wegen der Tatsache, dass ich den Eindruck habe, dass Shigeru Miyamoto ein wenig die Ideen ausgegangen sind. Irgendwo hege ich den Verdacht, dass Celda mich hinhalten will (Stichwort nicht überspringbare Zwischensequenzen) auch das teils langatmige Herumlaufen/Segeln hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Auch, daß ich nicht alles vom Spiel sehe, wenn ich mir keinen GBA kaufe, gefällt mir nicht. Das Spiel wurde manchmal sehr sehr hoch bewertet und als "perfekt" gelobt. Dem kann ich mich nicht ganz anschliessen. Die einzelnen Kritikpunkte würden beim mir einen Abzug von ca. 2 Punkten von 10 ausmachen. Kaum zu glauben, aber Zelda ist nicht perfekt.
Abenteuer/Wind/Segeln/Kindheit/Nostalgie/ZeldaDa aber Celda, die Spiel-Atmosphäre so genial einfängt, werde ich etwas milder gestimmt.
Die Idee mit dem Boot und dem Wind, der eine echte Rolle spielt ist wirklich außergewöhnlich gut gelungen. Ich hatte voll das Gefühl, wirklich auf ein Abenteuer zu gehen, Herausforderungen zu bestehen und schliesslich das Spielziel zu erreichen. Selten konnte mich ein Spiel so fesseln. Schlussendlich das Spiel ist ja doch - gemessen am heutigen Standard - riesig ausgefallen. Es gilt so viel zu erforschen, herauszufinden, zu entdecken, Hach! Und dann gibt es noch unendlich viele Sidequest (Mini-Games), die im ganzen Spiel versteckt sind.
Es ist einfach schön. Und ich bin fast von der Couch gefallen, als ich Vadder Ocro’s Lebensweisheiten Lektion 10 gelesen habe, die da lautet:
"Niemals mittendrin das Handtuch werfen!
Niemals sich beschweren!
Niemals zu lange spielen und schon gar nicht die Nacht durchmachen." Ich meine und das um halb 3 Uhr morgens!
GRINS
Die deutschen Bildschirmtexte sind exzellent ausgefallen. Normalerweise spiele ich immer in Englisch, aber nicht so bei Celda. Nintendo hat sich echt Mühe gegeben. Bei der Limited Edition ist auch eine Bonus-Disc mit Ocarina of Time / Master Quest dabei. Das ist zwar für mich nicht so interessant, da ich OoT bereits für N64 besitze, aber es ist ein feiner Zug von Nintendo (sonst ja als eher knausrig verschrieen).
GrafikCel-shaded? Cartoon-like? JAWOHL!! und das sogar sehr gelungen. Die eher schlichte Grafik wird sehr gut eingesetzt und die meisten Levels sind mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattet. Die Grafik wirkt wie im Zeichentrickfilm und läuft sehr flüssig (auch in 60 HZ!). Die Welten sind teils sehr spartanisch ausgestattet, aber die einzelnen Effekte wie etwa Wasser, Wind und Personen sind toll animiert und es macht echt gute Laune sich in Zelda zu bewegen. Die Game-Camera ist super ausgefallen und jeder Winkel kann 360 Grad erkundet werden.
SoundAuch bei den Tunes eher dem Grundsatz "weniger ist mehr" folgend, haben die Designer es geschafft ein Spiel zu präsentieren, dass mir nach 5 Minuten die Tränen in die Augen trieb (kein Scherz, alle im Shop haben mich ausgelacht!) als ich die Tunes vom 8 Bit NES-Klassiker Zelda 2 (mein erstes Zelda, das mir gehört hat *stolz*), natürlich aufgemotzt aber dennoch unverkennbar, vernahm. TOLL!
Spielspaß SoloEine klare Kauf-Empfehlung für ein Spiel, das mehr als nur "ein paar Stunden" zu fesseln vermag, aber allen Zelda-Veteranen sei gesagt, dass es sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig ist, vor allem für eingefleischte Ocarina of Time-Fans.
Spielspaß MultiDas Spiel besitzt keinerlei Multiplayer-Feature. Obwohl, wenn ihr euch einen guten Freund oder gute Freundin einladet, dann könnt ihr gemeinsam die wunderbaren Abenteuer von Zelda - bis in den frühen Morgen.