Dantes neues Abenteuer erobert den Thron des Action-Genres mit verbessertem Kampfsystem, genialer Präsentation und einem knüppelharten Schwierigkeitsgrad zurück.Ursprünglich als experimentelles, actiongeladenes Spin-Off zur
Resident Evil-Reihe geplant, hat sich
Devil May Cry mittlerweile zu einer komplett eigenständigen Serie entwickelt. Nachdem der zweite Teil viele Fans nicht ganz zufrieden stellen konnte, nahm bei der dritten Instanz der Reihe wieder das Ur-Entwicklerteam die Fäden in die Hand und zauberte mit dem Prequel
Devil May Cry: Dantes Erwachen die sehnlich erwartete und würdige Fortsetzung des genialen Erstlings. Warum sich Capcoms Actionwunderwerk niemand entgehen lassen sollte, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Dante is back!Dante ist zurück und er ist mächtig ungehalten! Dämonen haben seinen neuen Laden zerlegt. Obendrein wächst ein mehrere hundert Meter hoher Turm mitten in der Stadt aus dem Boden, der das umliegende Land mit
Dämonenhorden verseucht. Unserem Helden ist sofort klar, dass es sich dabei nur um das Werk seines bösen Zwillingsbruders
Vergil handeln kann. Also höchste Zeit für den obercoolen
Dante Mantel, Schwert und Pistolen zu packen und der Bedrohung entgegen zu treten. Nach einem
fulminanten Intro findet sich der Spieler bereits mitten in der Action wieder. Kenner der Vorgänger dürften sich hier sofort zurecht finden - hat sich an der Bedienung doch kaum etwas verändert. Jeweils eine Taste ist fürs Springen, Schlagen und Schießen reserviert. Mit Hilfe des
Umschalttriggers R1 können alternative Attacken ausgeführt werden. Der smarte Held hält stets eine
Fern- und Nahkampfwaffe gleichzeitig bereit, so dass man sich der Angreifer wild ballernd und schlagend erwehren kann. Zusätzliche Ausweichmanöver und etliche Kombos geben dem
Kampfsystem eine nie dagewesene Tiefe und katapultieren
Devil May Cry 3 systemübergreifend an die Spitze seines Genres. Lediglich ein Spiel vom Schlage eines
Ninja Gaiden vermag hier mitzuhalten.Während man anfangs nur über ein Schwert und die für
Dante typischen Pistolen
Ebony & Ivory verfügt, füllt sich das Kriegsgerätsortiment im Verlauf des Spiels beträchtlich. Neben den aus dem Vorgänger bekannten Handschuhen finden sich bei den
Nahkampfwaffen Eis-Nun-Chakos, zwei sprechende Schwerter sowie eine zur Sense ausklappbare E-Gitarre, die obendrein noch Fledermäuse verschießen kann.
Auch die
Ballermänner, die während des Spielverlaufs das Inventar des Helden aufstocken, präsentieren sich als Mix aus Neu und Alt. Die oben genannten Pistolen sowie die Schrotflinte leisteten bereits im ersten und zweiten Teil gute Dienste, während ein schweres Scharfschützengewehr, eine weitere Dämonenwaffe sowie ein Raketenwerfer neu im Bunde sind.
Stylish Crazy ActionDie Entwickler selbst bezeichnen ihre neueste Instanz der Serie als
Stylish Crazy Action und wenn man sich das superflotte Geschehen auf dem TV-Gerät so ansieht, hätte man den Titel kaum
» Dante ist mächtig sauer! |
besser umschreiben können.
Dante verstößt am laufenden Band gegen jegliche Gesetze der Schwerkraft, schlägt Salti, schleudert seine Waffen durch die Gegend und heizt den
sehr abwechslungsreich gestalteten Gegnern, die sich als unterschiedlichste Höllenkreaturen präsentieren, ordentlich ein. Jede Waffe wartet dabei mit ihren ganz individuellen Stärken und Schwächen auf und ist durch Upgrades, welche mittels roter Energiekugeln zwischen den Missionen und an magischen Statuen erworben werden können, vielfältig einsetzbar. So kann beispielsweise mit Hilfe des Schwertes nach Erhalt der
Drive-Fähigkeit eine Schockwelle erzeugt oder die Nun-Chakos dürfen in Form eines rotierenden Propellers gen Feind gerichtet werden. Um möglichst viele Punkte zu erreichen lohnt es sich, seine
Stil-Anzeige im wahrsten Sinne des Wortes nach oben zu prügeln. Dies funktioniert am besten durch abwechslungsreiche Kombinationen und vielfältigen Waffeneinsatz, ohne dabei selbst getroffen zu werden. Um dem Ganzen noch mehr Komplexität zu verschaffen, bietet das Spiel
vier Kampfstile (+drei Bonusstile), aus denen der Spieler vor den Missionen und an bestimmten Punkten auswählen darf. Dabei bietet jeder individuelle Moves, wie beispielsweise die Möglichkeit, die Schrotflinte wild um sich zu wirbeln und dabei in alle Richtungen zu feuern. Die Stile können durch Stilpunkte bis zu zweimal upgegraded werden, um die individuellen Manöver weiter auszubauen und noch mächtigere Attacken zu erlernen.
Player May Cry Während sich die Standardgegner noch relativ problemlos besiegen lassen und auch die
gut gestreuten Rätsel in den Levels kaum einen Spieler vor eine unlösbare Herausforderung stellen dürfte, dreht
das Game bei den
fulminanten Bosskämpfen kräftig an der Schwierigkeitsgrad-Schraube. Jeder der insgesamt
14 Bossgegner verfügt über ausgeklügelte Angriffstechniken, die dem Spieler alles abverlangen. Ungeübte Zockernaturen werden hier schnell an ihre Grenzen stoßen. Erschwerend kommt das
knüppelharte Continuesystem hinzu. Zwar gibt es Checkpoints in den Levels, jedoch sind die Continues stark beschränkt und müssen entweder in den Stages gefunden oder zwischen den Missionen käuflich erworben werden. Fieser Kniff bei zweiter Option: Mit jedem gekauften Continue steigt der Preis für die Ware. Selbiges gilt übrigens auch für die heiß begehrten Lebensenergiesteine. Man sollte also mit beiden Hilfsmitteln sparsam umgehen!
Hat man jedoch eine passende Taktik gefunden, lässt sich auch der fieseste Boss besiegen. Auch das Neuspielen der Levels ist spätestens beim zweiten Versuch kein Problem mehr, da man weiß wo es lang geht und so selten länger als fünf bis zehn Minuten zum Obermotz braucht. Sollte ein Endgegner trotzdem mal unbesiegbar erscheinen, hilft simples Aufleveln der Spielfigur oft weiter. Dazu darf man jederzeit bereits erledigte Stages nochmals besuchen. Wem auch das nicht hilft, der greift zum
Easy-Modus, der seinem Namen zwar nicht ganz gerecht wird, aber doch ein gutes Stück leichter ausgefallen ist.
Audiovisuelles ErlebnisOptisch und akustisch wurde der Titel
vorbildlich in Szene gesetzt. Zwar greift Capcom auf die alte Engine zurück, dennoch präsentieren sich die Levels abwechslungsreich und detailliert. Von
» Tolle Zwischensequenzen erzählen die Story. |
verwüsteten Außenarealen, prunkvollen Innenbauten über verlassene Kerker bis hin zu komplett organischen Stages ist alles dabei. Besonders
spektakulär sind die
Animationen der Figuren sowie die
vielen Spezialeffekte ausgefallen. Diese können ein verdunkeltes Zimmer glatt in eine Disco verwandeln. Epileptiker sollten Abstand von diesem Titel halten! Das Geschehen läuft
superflüssig, bietet einen optionalen
60 Hertz-Modus und gibt sich mit
kurzen Ladezeiten zufrieden. Zu bemängeln ist lediglich das PS2-typische
Kantenflimmern. Das Sahnehäubchen bilden die zahlreichen
genialen Zwischensequenzen, die mit spektakulären Choreografien und extrem übertriebenen Actionszenen aufwarten. Untermalt wird das gesamte Geschehen durch abwechslungsreiche Rock/Metal-Klänge, die zum wilden Kämpfen anstacheln.
Gimme more!Nach dem Durchspielen, was je nach Schwierigkeitsgrad und Skill des Spielers zwischen zwölf und 20 Stunden dauern kann, ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei.
Drei härtere Schwierigkeitsgrade warten darauf in Angriff genommen zu werden. Die Spielfigur, Stile und Waffen maximal aufzupowern kann ebenfalls stundenlanges Vergnügen bereiten. Zudem warten zwölf gut versteckte, knüppelharte Miniherausforderungen darauf, vom Spieler gefunden und absolviert zu werden, um weitere Powerups frei zu spielen. Haufenweise Extras wie alternative Kostüme für
Dante, Videos und Bildergalerien motivieren zusätzlich zum mehrmaligen Durchspielen.