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33. Shadow Hearts: Covenant

PS2
» Grafik: 85
» Sound: 90
» Spielspaß Solo: 92
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung:
93
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» Gesamtwertung: 5 /5
» Durchschnittswertung: -
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Infos
» Von: StarCraft
» Am: 12.01.2005
» Spielzeit: > 10 h
» Grafik: 85
» Sound: 90
» Spielspaß Solo: 99
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 97
Qualität
» bewertet mit: 10
Ich als großer Fan der Shadow Hearts Reihe konnte den Erscheinungstermin der US-Version gar nicht mehr abwarten. Was habe ich für Luftsprünge gemacht, als ich Shadow Hearts: Covenant endlich in meinen Händen gehalten habe. Da mir der erste Teil schon sehr, sehr gut gefallen hat (siehe mein Review dazu) und man des öfteren gelesen hat, dass sich Teil 2 in nahezu allen Aspekten verbessert hat, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Und was gibt´s zu sagen? Meine Erwartungen wurden locker flockig erfüllt, SH2 ist die Erfüllung meiner Träume! ;)

Aber zum Spiel.

» Story:

SH2 spielt ein halbes Jahr nach den Geschehnissen des ersten Teils, im Jahre 1915 – zu Beginn des ersten Weltkriegs. Die meiste Zeit verbringt man in Europa´s in den Krieg involvierten Ländern wie Frankreich, Russland oder Italien. Aber auch Japan wird man einen Besuch abstatten. Beauftragt vom Vatican, wird Yuri, der Hauptcharakter des Spiels, von Nicolai durch ein heiliges, magisches Artefakt verflucht und verliert dadurch seine Fähigkeit, mit Monster zu fusionieren. Zudem wird er nach Ablauf einer gewissen Zeit zu einer seelenlosen Gestalt und verliert all seine Erinnerungen. Nicolai selbst ist Mitglied bei der Geheimsekte Sapientes Gladio. Yuri und seine Begleiter machen sich auf den Weg, um zu erfahren, was genau es mit diesem besonderen Fluch auf sich hat und um außerdem eine Art Gegenmittel zu finden. Weiters will man den Anführer Sapientes Gladio´s aufspüren und ihn ins jenseits befördern und somit die Sekte zu zerschlagen.

Wohlgemerkt ist die Story komplexer als man nach der kurzen Beschreibung hier eventuell annehmen könnte. Anders als in anderen RPGs ist die Story im kompletten Spiel super. Es gibt viele Spiele, da ist die Story zu Beginn noch langweilig und baut sich langsam auf und welche, die am Ende stark nachlassen. Nicht in Shadow Hearts: Covenant, da stimmt alles zu jederzeit - es gibt absolut keinen Hänger.

Meiner Meinung nach wird mir hier alles geboten, was eine gute Story ausmacht. Die Grundthematik ist IMO hochinteressant, sie ist spannend und intelligent erzählt, wendungsreich, ab und zu tragisch, humorvoll und auch emotional. Atmosphärisch ist das Spiel, wie auch schon Shadow Hearts und Koudelka, überaus packend.

Das Spiel ist verdammt humorvoll. In regelmäßigen Abständen werden die Gespräche immer wieder durch lustige Wortwechsel aufgelockert - ist sehr schön und mit viel Liebe gemacht worden. Humorvolle RPGs sind sowieso schön, eben weil die Dialoge immer wieder aufgelockert werden und einem die Charaktere wirklich ans Herz wachsen. Ich musste hier auch mehr als in Disgaea lachen... mir blieben von SH2 auch wesentlich mehr Dialoge in Erinnerung. Die Balance zwischen Humor und der ernsten Story stimmt aber perfekt. Die Charaktere sind allesamt IRRE sympathisch, man muss sie einfach lieben. Ob Yuri, Karin, Joachim, Gepetto, Anastasia, Blanca oder sonst jemand aus dem Spiel... alle wachsen einem wirklich sehr schnell ans Herz. Mir fällt spontan auch kein RPG mit ähnlich sympathischen Charakteren ein. Unter ihnen befinden sich Gott sei Dank keine Weicheier wie Tidus oder Seymour aus FFX.

» Kampfsystem:

Es ist rundenbasiert, die Kämpfe gehen allerdings deutlich zügiger von statten als bei anderen Vertretern des Genres. Weitaus dynamischer und strategischer als im Vorgänger und weniger monoton. Bleibt vom Prinzip her das selbe, ist gegenüber dem ersten Teil allerdings gehörig aufgemotzt worden. Wählt man eine Attacke aus, erscheint der so genannte Judgement-Ring. Hier muss man den Zeiger, der sich im Kreis dreht, im richtigen Moment ''anhalten'', in dem man die X-Taste betätigt. Dazu gibt´s im Ring selbst Zonen, deren Anzahl je nach Charakter und Ring-Typ variiert - genannt Hit Areas. Zusätzlich gibt es noch Strike Areas; das sind ebenfalls Zonen, die allerdings nur einen Bruchteil so groß sind, wie die restlichen Felder. Trifft man diese Zone, erhöht sich die Angriffskraft, es werden mehr HP regeneriert... halt je nachdem, was man ausführen will. Trifft man nicht, attackiert man nicht bzw. mit wenigeren Schlägen. Anders als im Vorgänger gibt es bei den normalen Attacken noch weitere 4 verschiedene Angriffstypen.

Das Kombosystem ist neu und mit Abstand der wichtigste Bestandteil des Kampfsystems, vor allem bei Bosskämpfen Pflicht, weil überaus hilfreich. Jeder Charakter kann den Befehl Combo ausführen, anschließend muss man den Charakter auswählen, mit dem man kombinieren will. Maximale Anzahl ist hierbei 4 (Merke: nur mit 4 Leuten lässt sich am Ende Kombomagie einsetzen!), minimal werden 2 Charaktere dazu benötigt. Man muss darauf achten, wann welcher Charakter / Gegner am Zug ist. Dazu gibt es am oberen Bildschirmrand eine Liste, die anzeigt, wer in den nächsten ~10 Runden an der Reihe ist. Man _muss_ angreifen, um die Kombo aufrecht zu erhalten; egal ob physisch oder magisch, will man nämlich ein Item einsetzen oder sich verteidigen, wird der Komboangriff abgebrochen. Nach Erfolg des Judgement-Rings erscheint, anders als bei üblichen Attacken, ein weiterer Ring. Und zwar wird dort einer der 4 Buttons des Controllers angezeigt, den muss man dann schnellstmöglich betätigen. Ist man zu langsam oder drückt man den falschen Knopf, bricht die Kombo ab. Schafft man es, die Kombokette mit 3 Charakteren aufrecht zu erhalten, kann man am Ende bzw. der 4. Charakter, noch Kombomagie einsetzen. Außerdem steigt der Bonusschaden je länger man diese Kette aufrecht erhält.

Ein weiterer, auch halbwegs relevanter Befehl sind die so genannten Crests. Jeder Charakter, mal abgesehen von Yuri und Kuranda, kann sich diese Crests anlegen. Davon gibt es dutzende, die man wohlgemerkt erst im Laufe des Spiels findet, jede einzelne hat eine eigene Fähigkeit – von Heilmagie bis hin zu Angriffsmagie aller Arten ist da alles dabei. Hier werden MP verbraucht. Weiters können die Charaktere nur eine bestimmte Anzahl an Crests anlegen, nämlich so viele, wie die CTP des jeweiligen Charakters zulassen. Jedes dieser Crests hat ein bestimmtes Level, addiert man das, ergeben sich daraus die CTP. Hat man einem Charakter 2 Crests der selben Sorte angelegt, halbiert sich außerdem die MP-Anzahl, die dafür benötigt werden.

Beachten muss man unbedingt die Sanity Points (SP). Vorwiegend aber bei längeren Bosskämpfen. Fallen diese Punkt auf 0, aktiviert sich nämlich der Berserk-Modus und man hat keine Kontrolle mehr über den Charakter. Er greift dann unter Umständen auch die eigene Truppe an. Verhindern kann man das natürlich mit bestimmten Items, die diese SP wieder regenerieren.

Neu ist außerdem das Ring Customization System. Im Menü kann man hier den Judgement Ring verändern. Du kannst einstellen, wie viele Zonen du haben willst (maximal gibt es 5 davon), zwischen 4 verschiedene Ring-Typen wählen (die alle ihre Vor- und Nachteile haben), Hit- und Strike-Areas mit bestimmten Items vergrößern und dem Ring eine Art Bonus gewähren (z.B. immun gegen Gift, Special-Attack Damage verringern usw.)

Jeder Charakter hat eine eigene Fähigkeit, die man allesamt auf ihre eigene Art und Weise aufpowert. Yuri kann z.B mit Monstern fusionieren, er verbessert diese Fähigkeit, in dem er Soul Energy sammelt und so seine Monster auflevelt. Karen hat ihre Schwert Fähigkeiten, um die zu verbessern, muss man im Laufe des Spiels Kapitel ''Des Ring des Nibelungen'' von Richard Wagner finden. Der Wolf Blanca tritt gegen Gleichgesinnte an und sammelt, sofern er als Sieger aus den Kämpfen hervorgeht, ''Pfoten-Stempel'' der besiegten Wölfe und erlernt somit neue Attacken bzw. ältere werden verbessert. Gepetto lässt, im Austausch gegen Karten mit dem Motiven halbnackter Männer (der Schneider ist nämlich schwul!), neue Kleidung für seine Puppe schneidern und lernt somit neue Attacken, Joachim muss gegen seinen Meister, den großartigen Gama, antreten; von ihm erlernt er neue Wrestling-Moves etc. Ist meines Erachtens so sehr gut gelöst worden. Ein klein wenig schade finde ich jedoch, dass Skillpunkte nach Levelaufstieg wieder automatisch verteilt werden. Verdammt, ich will selbst Hand anlegen!

» Dungeondesign:

Es hat mir ausgesprochen gut gefallen. Zu Beginn sind die Dungeons allesamt labyrinthartig aufgebaut, Rätsel musste man da noch vergeblich suchen (ok, abgesehen von diesen 2 (?) Hebel-Rätseln). Anschließend allerdings muss man wirklich _richtige_ Rätsel absolvieren, die überaus spaßig sind. Teilweise wirklich hervorragend gemacht. Sogar Stealth-Einlagen gibt es! Die Dungeons sind recht abwechslungsreich gestaltet worden und sind denen aus dem Vorgänger in Sachen Umfang deutlich überlegen, teilweise um ein vielfaches größer.

» Grafik:

Sie ist dieses mal nicht so düster als im Vorgänger geworden, bunter designte Orte kommen deutlich öfter vor. Die Grafik hat sich im Gegensatz zum ersten Teil aber erheblich verbessert. Dort war die Grafik ja etwas veraltet, mit wenigen Abstrichen sogar auf PSone machbar. Die Polygon Modelle hier sind definitiv über dem PS2 Standart und protzen mit hohem Detailgrad. Das Spiel und dessen Hintergründe sind jetzt komplett in 3D berechnet. Sieht wirklich schön aus – sehr detailliert. Wenn man mit einer Lampe durch dunkle Gänge läuft, sieht es wirklich fantastisch aus, ebenso wie die Wälder zu Beginn und viele andere Dinge. Die Animationen, wie auch die Mimik haben mir auch sehr gut gefallen. Cutscences gibt es eine Menge – nicht umsonst wird das Spiel auf 2 Discs ausgeliefert. Und besonders die Rendersequenzen sind eine Wucht, müssen sich im direkten Vergleich mit denen aus Final Fantasy X absolut nicht verstecken. Atmosphärisch wischen die aus SH2 mit denen aus FFX den Boden auf.

» Synchor, Sound:

Sprachausgabe gibt´s zu Beginn relativ häufig, hat dann allerdings etwas nachgelassen. Qualitativ ist die Sprachausgabe aber hervorragend, IMO eines der besten dieser Konsolengeneration (im RPG-Bereich). Die Stimmen passen zu den Charakteren, Emotionen werden glaubwürdig rübergebracht und so. Der Soundtrack ist ebenfalls sehr gut. Sehr abwechslungsreiche Musikstücke die viel zur generell überaus tollen, verglichen mit dem Vorgänger aber nicht so düsteren, Atmosphäre beitragen. Wichtige Szenen werden mit passenden Melodien in Szene gesetzt. Es hätte aber trotzdem mehr Abwechslung in der Hinsicht geben können - z.B. ist das Städte-Theme dauernd das Selbe.

» Kritikpunkte:

Vieles hab ich nicht zu bemängeln. Der simple Schwierigkeitsgrad fällt mir da als erstes ein. Bei normalen Gegnern hat man überhaupt keine Probleme, oftmals packt man sogar einen ''No Damage'' Sieg und erhält somit einen Bonus. Bosse sind logischerweise deutlich schwieriger, aber eine wirkliche Herausforderung stellen die auch nicht dar. Man zieht mir zwar schon mal ¾ meiner HP ab, allerdings hat man mehr als genügend Zeit, die Charaktere wieder zu regenerieren, sollte es denn mal etwas kritischer werden. Ob das ein Kritikpunkt ist, muss freilich jeder für sich selbst entscheiden. Mir persönlich stört es nur ein kleines bisschen, schließlich will ich von einem Spiel gefordert werden.

Ansonsten ist es etwas schade, dass die Karte in Dungeons nur einen winzig kleinen Teil zeigt. Viel übersichtlicher wäre es gewesen, wenn man eine komplette Karte aufrufen hätte können – ähnlich wie in Star Ocean 3. In manchen Dungeons wäre das nämlich extrem hilfreich gewesen.

Aber davon abgesehen? In Sachen Musik hätte es, wie gesagt, etwas mehr Abwechslung geben können. Die Dungeons hätten eventuell mehr Rätsel vertragen können (und wenn es nur simple sind) und die 2-3 eher misslungenen (wie der letzte) Dungeon hätten nicht sein müssen. Die Spielzeit hätte auch ruhig um ein paar Stunden länger sein können - knappe 35 Std. kann man für den ersten Durchgang rechnen. Aber die Zeit, in der Nippon-RPGs in der Regel über 50 Std. beanspruchten, sind endgültig vobei. Insofern geht´s schon in Ordnung.

» Nebenquests:

Wie gesagt, das Hauptspiel ist mit gut 35 Stunden zwar etwas kurz geraten, trotzdem kann man sich gut und gerne weitere 10-15 Std. abseits der Hauptquest beschäftigen. Es gibt nämlich ein paar Dinge, die man noch absolvieren kann. Zu allererst kann man mit jedem Charakter die ultimativen Waffen suchen, alle Fähigkeiten der Charaktere erlernen, die vielen Trials bei Sarah bewältigen, an verschiedenen Quiz’ teilnehmen, auf Schatzsuche gehen, 5-6 geheime Dungeons aufsuchen-, und deren Bosse bezwingen.

» Kenntnisse des Vorgängers nötig?

Jein. Es gibt relativ viele Anspielungen und Rückblicke, in SH2 tauchen auch viele aus dem ersten Teil bekannte Charaktere auf, deren Handlungen man wohl nicht verstehen wird, wenn man die Geschehnisse des Vorgängers nicht kennt. Insofern würde ich empfehlen, zuerst Teil 1 zu spielen. Zumal sich der erste Teil ja auch lohnt. ;) Zwingend nötig ist es aber IMO nicht.

Als besonderer Durchspielbonus kann man sich übrigens im so genannten Theater Mode sämtliche Cutcences (ich glaube, es waren insgesamt 191) noch einmal anschauen! Ist das nicht was?

» Fazit:

Tja, bleibt nur noch zu sagen: zuschlagen bzw. für PALies: UNBEDINGT VORMERKEN! Deutlich besser als der Vorgänger, ist in nahezu allen Aspekten aufgepeppt worden. Mein Lieblings-RPG dieser Generation. Für Fans japanischer RPGs ist Shadow Hearts: Covenant ohne Zweifel ein Pflichtkauf. Es wird alles geboten, was für mich ein gutes RPG ausmacht: eine sehr gute Story, ein exzellentes Kampfsystem und gutes Dungeondesign. Zudem wird mir eine tolle Atomsphäre, schöne Grafik, viel Humor, ein cooler Soundtrack und total sympathische Charaktere geboten. Rollenspielherz, was willst du also mehr?

» Pro:

- spannende Story
- prima funktionierendes Kampfsystem
- unheimlich sympathische Charaktere
- klasse Sprachausgabe
- gutes Dungeondesign
- schöne Grafik
- extrem humorvoll
- angenehm geringe Zufallskampfrate
- unterhaltsame Nebenquests

» Contra:

- der Spieler wird nicht wirklich gefordert; nicht einmal bei den geheimen Bossen