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Neben der Versoftung des Kinofilms Van Helsing veröffentlichte Vivendi vor kurzem auch das offizielle Spiel zur beliebten Fernsehserie Akte X, Resist or Serve. Ob der reinrassige Survival Horror-Titel das übliche Schicksal von Lizenzspielen teilt oder doch mit innovativen Gameplayelementen aufwarten kann, versuchen wir im folgenden Review zu klären. Der Spielablauf präsentiert sich dabei an die Persönlichkeit des jeweiligen Agenten angepasst: Während Mulders Part eher auf Action ausgelegt ist und teilweise ins Surreale abgleitet, gehorcht Scully der Logik, muss öfters Rätsel lösen und sogar Autopsien durchführen. Einige Abschnitte des Spiels bestreitet ihr im Duo, wobei euch der CPU-gesteuerte Agent Feuerschutz gibt, andere Teile dagegen müsst ihr alleine absolvieren. Dieses System erinnert in vielerlei Hinsicht an Capcoms Resident Evil 2. Auch in spielerischer Hinsicht hält sich Resist or Serve eng an das offensichtliche Vorbild. Das Kontrollschema wurde beinahe 1:1 übernommen, was leider auch die klassischen Schwächen inkludiert. So könnt ihr euch auch hier nicht bewegen, solange ihr mit R1 eure Waffe gezogen habt. Eine Möglichkeit zum Sidestep existiert ebenfalls nicht. Auch das Inventar erinnert frappant an Resident Evil. Sogar die Examine- und Combine-Funktionen des Capcom-Klassikers wurden übernommen und müssen ebenso eingesetzt werden, um diverse Rätsel zu lösen. Die Entwickler von Black Ops hielten sich hier eng an das Motto Besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden. Gameplaytechnisch bieten sich keine Überraschungen: Ihr bewegt euch durch die Stadt (und andere Örtlichkeiten), untersucht jede Ecke um nur ja keine Items zu übersehen und knallt dabei die immer wieder auftauchenden Zombies ab. Zombies? Ja, offenbar kommt auch ein Akte X-Spiel nicht ohne untote Gesellen aus. Auch die Action-Parts von Resist or Serve verlangen euch nicht das Letzte ab. Eure Kontrahenten bewegen sich langsam und verhalten sich nicht sonderlich intelligent, außerdem wird die Munition ebenfalls nur selten knapp. Euer Waffenarsenal bietet den typischen Survival Horror-Standard: Pistole, Shotgun, AK47, M4 und Flammenwerfer warten darauf, von euch bedient zu werden. Seltsamerweise tauchen im Verlauf des Spiels einige Stellen auf, an denen die Gegner konstant respawnen. Hier ist Vorsicht geboten, da man in solchen Situationen einiges an Munition vollkommen sinnlos vergeuden kann. Eigentlich unverständlich und komplett unnötig, da der Fokus des Spiels definitiv nicht auf Action liegt. Lediglich die unvermeidlichen Bosskämpfe zeigen sich anspruchsvoller, wobei einige davon ungeübte Spieler durchaus vor Probleme stellen können. Vor allem der finale Endgegner zieht im Schwierigkeitsgrad deutlich an. Auch hier muss Kritik angebracht werden: Da der Schwierigkeitsgrad nicht frei wählbar ist, sollte er sich im Spiel auf einem konstanten Niveau befinden oder sich zumindest gleichmäßig nach oben bewegen. Diese sprunghaften Anstiege sorgen nur für unnötige Frustration beim Spieler. Apropos Frustration: Reden wir kurz über die Kameraführung. Wie bereits erwähnt, bietet Resist or Serve anders als das Vorbild Echtzeitgrafik. Dennoch verfügt der Titel über keinerlei Möglichkeit, die Kameraperspektive zu verändern, sondern beschränkt sich auf fixe Ansichten. Man muss wohl kein Genie sein, um daraus zu schließen, dass dies nicht ohne Probleme abläuft. So müsst ihr des Öfteren auf Gegner schießen, die sich außerhalb eurer Sicht befinden. Außerdem schaltet die Kamera häufig so abrupt um, dass ihr prompt wieder in die Gegenrichtung lauft bevor ihr reagieren könnt. Selbstverständlich kommt es auch vor, dass ihr in die Kamera hineinlaufen müsst und so nicht seht, was sich vor euch befindet. Manchmal möchte man den Bildschirm förmlich anschreien, „Dürfte ich jetzt BITTE die Perspektive ändern??“ Fairerweise sei gesagt, dass die Kamera von Resist or Serve nicht schlechter ist als die von anderen Survival Horror-Titeln; jedoch muss ein solches Spiel einfach die Möglichkeit bieten, die Ansicht zu verändern. Jede der drei Episoden wird mit dem Original-Intro der Fernsehserie eingeleitet. Hierfür gibt es ganz klar Style-Bonuspunkte, das Theme von Marc Snow ist schlicht und einfach genial. Die Menüs wurden ebenfalls mit einer Variation dieses Tracks versehen. Neben Mulder und Scully begegnet ihr allen relevanten Charakteren der Serie: Skinner, Krycek, der Zigaretten-Typ und die Lone Gunmen spielen alle größere und kleinere Rollen. Akte X-Fans wird es besonders freuen, dass im Verlauf des Spiels immer wieder Anspielungen und Hinweise auf diverse Folgen der Serie gemacht werden. Besonders die Ereignisse der Tunguska-Episode spielen in Resist or Serve eine wichtige Rolle. Kenntnisse sind zwar empfehlenswert, aber nicht unbedingt notwendig. Zusätzlich werden die Charaktere von der Originaldarstellern der Serie gesprochen, die ihren Job wie nicht anders zu erwarten exzellent absolvieren. Neben den positiven Punkten müssen jedoch auch einige negative erwähnt werden. Zum einen kann die Grafik nicht mit dem Sound mithalten. Die Charaktere sind zwar recht detailliert und besitzen einen hohen Erkennungswert, aber die Umgebungsgrafik zeigt sich eher trist und texturarm. Wie bei vielen PS2-Titeln üblich, können vor allem die Außenareale nicht überzeugen. Wirklich schwach sind aber die Animationen der Spielfiguren. Die Charaktere bewegen sich abgehackt und mit teilweise seltsam wirkenden Bewegungsabläufen. In den diversen Zwischensequenzen stehen die sprechenden Personen oft nur bewegungslos da und verfügen über keinerlei Gestik, was dem Movie-Flair des Titels einen gehörigen Dämpfer versetzt. Wenn Mulder schreit „It’s a trap! Get out of here!“ und sein Alter Ego im Spiel währenddessen nur seelenruhig dasteht wirkt das eher lächerlich als bedrohlich. Auch das Gegnerdesign kann nicht überzeugen. Ihr bekämpft fast ausschließlich Zombies. Zombies in Akte X…? Das Auftauchen der Untoten wird zwar plausibel erklärt, dennoch hätten die Entwickler hier tiefer in die Ideenkiste greifen sollen. Von der Versoftung einer Fernsehserie dieses Kalibers darf man wohl Anspruchsvolleres erwarten als simple Zombies. Unverständlich auch die Entscheidung des Herstellers, keine FMV-Sequenzen zu inkludieren, denn gerade bei einem solchen Titel würde sich das förmlich anbieten. Die schwachen Rendervideos sind keine wirkliche Entschädigung. Zumindest gibt es diverse Extras wie Storyboards, Artworks und Trailer freizuschalten, die vor allem für Fans interessant sind.
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