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Project Zero 2: Crimson Butterfly

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 29.04.2004
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Überzeugender Gruselspaß, der konsequent an die Stärken des Vorgängers anknüpft.

Im noch jungen Survival Horror-Genre scheint es einigen Spielraum für Verbesserungen und Innovationen zu geben. Während sich Titel wie Silent Hill, Forbidden Siren und Project Zero äußerlich zwar nicht sonderlich unterscheiden, liegen im Gameplay doch größere Unterschiede begraben, als man zunächst annehmen möchte. Capcom könnte sich hiervon eine Scheibe abschneiden, jedoch muss man den Resident Evil-Machern zugute halten, dass für den nächsten Teil der inzwischen ausgelutschten Serie ebenfalls einige Neuerungen angekündigt wurden. Um den Spieler (und Tester) zu überzeugen, sollte hinter solchen Innovationen aber auch ein gutes Spiel stehen. Kann Project Zero 2 diese Hürde besser überwinden als Forbidden Siren?

Der Vorgänger
Das 2002 erschienene Project Zero – in Amerika unter dem Namen Fatal Frame bekannt – konnte durch sein innovatives Kampfsystem und sein japanisches Flair einige Fans für sich gewinnen. Kommerziell zwar nicht so erfolgreich wie die Platzhirsche Silent Hill und Resident Evil, war der Tecmo-Titel in der Survival Horror-Fangemeinde doch immer ein durchaus spielenswerter Geheimtipp. Spielerisch und atmosphärisch lehnte sich Project Zero vor allem an die Erfolgsreihe von Konami an, mit der Ausnahme des erwähnten neuartigen Kampfsystems. Der Nachfolger bedient sich wie nicht anders zu erwarten desselben Systems. Für Spieler des ersten Teils ist sicher auch von Interesse, dass die Story von Project Zero 2 zwar Ähnlichkeiten mit dem Vorgänger aufweist, aber sonst keine Verbindungen bestehen – abgesehen von der im Kampf verwendeten Kamera, aber dazu später mehr. Getreu dem Motto If it ain’t broken don’t fix it hält sich der neue Survival Horror von Tecmo sonst an das typische Sequel-Schema: Größer, schöner, besser (?).

Von Geistern und verschwundenen Dörfern
Ein Waldspaziergang, der am Eingang zur Hölle endet… kommt euch vielleicht bekannt vor? Nun, ich habe zwar in der Richtung noch keine Erfahrungen gemacht, die beiden Zwillingsschwestern Mio und Mayu können davon aber ein Lied singen. Die zwei japanischen Mädchen verirren sich in besagtem Wald und finden sich, nachdem Mayu einem purpurnen Schmetterling gefolgt ist, plötzlich in einem verlassenen Dorf wieder – einem Dorf, das eigentlich gar nicht existieren dürfte, da es Mythen zufolge vor langer Zeit während eines Rituals spurlos verschwunden ist. Verschwunden oder nicht, trotzdem befinden sich die Zwillinge nunmehr in der All God’s Village. Als dann auch noch der Ausgang aus dem Dorf nicht mehr aufzufinden ist, macht sich die Erkenntnis breit, dass hier etwas definitiv nicht stimmt – ein Gefühl, das durch das Auftauchen des ersten Geists mehr als nur bestätigt wird.

So beginnt die spannende Story von Project Zero 2. Ihr befindet euch also in dem kleinen japanischen Dorf, übernehmt die Kontrolle von Mio (ihre Schwester Mayu begleitet euch über weite Strecken des Spiels), und müsst nun herausfinden, was genau euch hierher gebracht hat und wie zum Teufel ihr wieder rauskommt. Diese Aufgabe wird allerdings von den ständig auftauchenden, missgelaunten Geistern erschwert. Aber, unter uns gesagt, wenn ich dazu verflucht wäre, bis in alle Ewigkeit den Ort meines Todes heimzusuchen, wäre ich vermutlich auch nicht so gut drauf. Springt also nicht zu hart mit den armen Seelen um!

Wie dem auch sei, Project Zero 2 versteht sich als reinrassiger Survival Horror und gleicht in vielerlei Hinsicht Konamis Silent Hill. Ihr bewegt euch durch das Dorf, beseitigt Geister und löst Rätsel. Auch in atmosphärischer Hinsicht muss der Vergleich zum Konami-Titel gezogen werden. Spannung wird hier nicht durch Schockeffekte Marke Resident Evil erzeugt, sondern durch den subtilen Einsatz von Soundeffekten, das Design der Geister und der Umgebung, und die spannende Handlung, die auf japanischen Mythen basiert. Trotzdem schafft es Project Zero 2, sich durch einige Innovationen von einem 08/15-Titel abzuheben. Ihr fragt euch sicherlich schon: Wie genau kann ich Geister ins Jenseits befördern?

Eine Fototour der anderen Art
Hier kommt nun die sogenannte Camera obscura ins Spiel. Diese Kamera, die von unseren Heldinnen zu Beginn des Spiels entdeckt wird, kann durch das Fotografieren von Geistern eben diese austreiben. Klingt obskur? Daher vermutlich auch der Name. Stoßt ihr also während des Spiels auf einen der zahlreichen Geister, aktiviert ihr durch den Druck auf die Kreis-Taste die Kamera und schaltet damit in die Ego-Perspektive. Hier versucht ihr, den Geist durch das Schießen von Fotos zu besiegen, wobei ihr grundsätzlich auf den Kopf der Kreatur zielen müsst. Zusätzlich gilt, je näher ihr euch am Gegner befindet, desto höher der angerichtete Schaden; tatsächlich ist es bei stärkeren Vertretern der Geisterbrut überaus ineffizient und kaum zielführend, aus der Ferne zu fotografieren. Deshalb kommt ihr relativ bald zum Entschluss, euren Kontrahenten so nahe wie nur irgend möglich kommen zu lassen, bevor ihr den Auslöser drückt. Das führt teilweise zu ziemlichem Nervenkitzel während den Kämpfen. Glücklicherweise ist es auch im Kameramodus noch möglich, sich mit dem rechten Analogstick zu bewegen – zugegebenermaßen sehr langsam, aber zumindest seid ihr den Geistern nicht komplett schutzlos ausgeliefert, wenn ihr euch mal verschätzt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, durch Abdrücken im genau richtigen Moment ein sogenanntes Fatal Frame-Foto zu landen. Dieses verursacht nicht nur sehr hohen Schaden, sondern ihr könnt auch direkt im Anschluss an ein Fatal Frame ein zweites Foto schießen, was eine Kombo auslöst.

Die grusligen Gesellen bewegen sich natürlich nicht in geraden Linien, um euch das Leben zu erleichtern, sondern besitzen bestimmte Angriffsmuster und Verhaltensweisen. Die einen versuchen euch so schnell wie möglich den Garaus zu machen (und sind dadurch berechenbarer), während sich andere teleportieren, um euch von hinten zu überraschen. Grundsätzlich aber befindet sich der Schwierigkeitsgrad von Project Zero 2 im unteren Bereich, da sich die meisten Geister relativ langsam bewegen und generell auch nicht viel Schaden anrichten. Eine wirkliche Herausforderung stellen nur die Gegner dar, die erst zu treffen sind, wenn sie sich genau vor euch befinden.

Neben den vielfältigen Möglichkeiten im Kampf selbst dürft ihr die Kamera auch upgraden. Während des Abenteuers stoßt ihr des Öfteren auf Module, die eurer „Waffe“ Zusatzfunktionen verleihen, welche entweder konstant aktiv sind, oder von euch im Kampf eingesetzt werden können. So z.B. zeigt euch die Messen-Funktion die Lebenspunkte des Geists an, während ihr durch das Langsam-Modul in der Lage seid, euren Kontrahenten durch einen Treffer zu verlangsamen.

Hier hören die Upgrademöglichkeiten allerdings noch nicht auf. Ihr könnt außerdem im Verlauf des Spiels alle aktiven Zusatzfunktionen und bestimmte Attribute eurer Kamera (Reichweite, Aufladung und Sensitivität) verbessern. Hierzu werden zwei Dinge benötigt: Geisterkugeln und Punkte. Erstere finden sich über das ganze Dorf verstreut oder nach dem Beseitigen von Geistern, zweitere erhaltet ihr für jedes erfolgreich geschossene Foto.

Das Ganze läuft nun folgendermaßen ab: Mit den Geisterkugeln erhöht ihr das maximal mögliche Level des ausgewählten Attributs. Danach erst könnt ihr die gewünschte Funktion verbessern, was eine bestimmte Anzahl von Punkten erfordert. So steigt während des Spiels nicht nur die Stärke eurer Gegner, sondern gleichzeitig auch die eurer Kamera, und das bedeutet wiederum, dass sich der Schwierigkeitsgrad nur unwesentlich steigert.

Last but not least sollte noch erwähnt werden, dass ihr die Kamera mit verschiedenen Filmen ausstatten könnt, die nichts anderes als Munition darstellen. Der zu Beginn verfügbare Film verursacht nur wenig Schaden und lädt lange auf, besitzt dafür aber kein Limit. Im Laufe des Spiels findet ihr natürlich noch andere Typen von Filmen, die alle über unterschiedliche Eigenschaften verfügen.

In der Geisterbahn
Ihr verwendet eure Kamera aber nicht nur, um Geister zu bannen, sondern setzt sie auch anderweitig ein. Während eures Abenteuers tauchen häufig ohne Vorwarnung neutrale Geister bzw. Visionen auf, die zumeist nach nur wenigen Augenblicken wieder verschwinden. Ihr solltet versuchen, diese Visionen mit der Kamera festzuhalten, was in vielen Fällen keine leichte Aufgabe ist, da hier blitzschnelle Reaktionen gefragt sind. Jedes erfolgreiche Foto erhöht nicht nur euer Punktekonto, sondern zählt auch zur Gesamtbewertung am Ende des Spiels, was wiederum das Freischalten von bestimmten Extras beeinflusst.

In dieselbe Kerbe schlagen die versteckten Geister, die euch durch Aufleuchten des Geist-Indikators am unteren Bildschirmrand angezeigt werden, wenn ihr in ihre Nähe kommt. Sobald dieser Indikator aufleuchtet, solltet ihr versuchen, mithilfe der Kamera die richtige Stelle zu finden und zu fotografieren, wodurch der versteckte Geist sichtbar und auf Zelluloid gebannt wird.

Im Verlaufe eures Abenteuers stellen sich euch auch des Öfteren magisch verschlossene Türen und Blockaden in den Weg, welche ebenfalls durch Kameraeinsatz beseitigt werden – allerdings nicht notwendigerweise durch Fotografieren der betroffenen Stelle, oft muss der abzulichtende Ort erst ausfindig gemacht werden. Dies ist nichts anderes als die Project Zero 2-Interpretation von Schalterrätseln.

Bekannter Spielaufbau
Abgesehen vom Kampfmodus hält sich Project Zero 2 gameplaytechnisch an bereits bekannte Formeln. Ihr bewegt euch durch das kleine Dorf, duelliert euch mit den ab und zu auftauchenden Geistern, und löst meist simple Rätsel. Diejenigen unter euch, die beim Wort „Dorf“ mit Grauen an Silent Hill-typische Laufexzesse denken, seien beruhigt: Die All God’s Village ist keinesfalls so groß und umfangreich ausgefallen wie Silent Hill. Leider aber muss in diesem Zusammenhang der vermutlich größte Kritikpunkt des Tecmo-Titels erwähnt werden. Mio, euer Alter Ego, bewegt sich extrem langsam. Was die Protagonistin unter Lauftempo versteht, ist in ähnlichen Spielen die normale Gehgeschwindigkeit. Besonders ins Gewicht fällt dies bei Aufgaben, die euch von einem Ende des Dorfs zum anderen schicken – hier wird euer Haarausfall um einiges beschleunigt. Höchstwahrscheinlich wollten die Entwickler dem Spieler dadurch das Gefühl vermitteln, dass er keine Übermenschen, sondern nur japanische Mädchen kontrolliert. Dieser Ansatz ist zwar lobenswert, führt im Endeffekt aber nur zu einer unnötigen Verlangsamung des Spieltempos. Nicht zu vergessen euer dadurch stark in Mitleidenschaft gezogener Daumen, der nach längeren Sessions in Streik tritt.

Steuerungstechnisch spielt sich Project Zero 2 wie die anderen Vertreter des Genres; lobenswerterweise aber könnt ihr zwischen zwei verschiedenen Bewegungsschemata wählen. Mit der 3D-Variante steuert ihr euren Charakter wie in anderen 3rd-Person Titeln (das heißt: oben = Vorwärtsbewegung), bei der 2D-Variante jedoch ist die Kontrolle der Heldin von der Perspektive abhängig. Dieses Schema erfordert zwar zu Beginn etwas Umstellung, ist aber meiner Meinung nach zu bevorzugen, da hier direkte und schnellere Bewegungen möglich sind.

Erwähnenswert auch die Kameraführung des Spiels. Diese ist ja bekanntermaßen die Krux von vielen 3rd-Person Titeln; Project Zero 2 jedoch schafft das Kunststück, die Kameraprobleme auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren. Das Spiel wählt fast immer die ideale Perspektive. Fairerweise sollte aber auch berücksichtigt werden, dass die Kämpfe ja in Ego-Perspektive ablaufen, wodurch Kameraprobleme von Grund auf nicht existent sind.

Adrenalin pur
Wie allgemein bekannt, ist die Atmosphäre einer der, wenn nicht sogar DER, wichtigsten Bestandteile eines jeden Survival Horror-Titels. Glücklicherweise kann Project Zero 2 hier voll und ganz überzeugen.

Die stimmige Sounduntermalung unterstützt die Atmosphäre perfekt. Plötzlich auftauchende Geister, die zudem von Soundeffekten begleitet werden, sorgen immer wieder für kurzes Gruseln beim Spieler, auch wenn sie zumeist keine Bedrohung darstellen. Der Garant schlechthin für Adrenalinstöße ist allerdings der Kampfmodus. Wie bereits erwähnt, solltet ihr die Geister so nahe wie möglich herankommen lassen, was euren Adrenalinspiegel mit Sicherheit in die Höhe treibt. Je näher euch ein Kontrahent kommt, desto stärker fängt auch euer Controller zu vibrieren an, was wohl Herzschlag simulieren soll – eine sehr nette Idee. Zusätzlich sind die verfluchten Seelen hervorragend designed. Viele von ihnen tragen noch die Merkmale ihres meist gewaltsamen Ablebens. So z.B. tritt euch eine Frau, die durch einen Sturz dahingeschieden ist, mit einem ziemlich verdrehten Kopf entgegen. Andere Geister wieder tragen am ganzen Körper Wunden. Einen der Bosskämpfe in Project Zero 2 kann man ohne Zögern als denkwürdig bezeichnen. Nicht nur, dass euch der fragliche Geist mit einem einzigen Treffer in die ewigen Jagdgründe befördert, ihr könnt ihn auch nur ganz kurz treffen, bevor er euch eins überzieht. Hier heißt es Nerven bewahren und den richtigen Moment abpassen – dieser Kampf ist ein Erlebnis für sich.

Wie auch schon der erste Teil orientiert sich Project Zero 2 an japanischen Mythen und kann dadurch mit einem ziemlich japanisch angehauchten Flair aufwarten, was einen interessanten Kontrast zu den eher westlich orientierten Silent Hill und Resident Evil darstellt. Fans von japanischer Spielekunst sind hier definitiv an der richtigen Adresse.

The Kusabi is coming...
Hinsichtlich Story-Präsentation kann ebenfalls der direkte Vergleich zu Silent Hill gezogen werden. Wie in Konamis Referenztitel wird euch hier nicht jedes Storydetail mit dem Löffel gefüttert, sondern die Hintergrundstory wird nur grob umrissen. Um die Ereignisse in Project Zero 2 wirklich zu verstehen, müsst ihr schon euer Hirnschmalz anstrengen, wobei euch diverse Elemente wie Tagebücher und Memos unterstützen. Lasst ihr euch darauf ein, erwartet euch eine überaus spannende Story.

Ein überaus interessantes und effektives Element der Handlungspräsentation bietet Project Zero 2 mit dem sogenannten Kristallradio. Während des Spiels findet ihr immer wieder Kristalle – meist zurückgelassen von Geistern -, die angeblich die Gedanken ihrer ehemaligen Besitzer beinhalten. Diese Edelsteine könnt ihr mit dem Radio abspielen und euch so den Inhalt anhören. Einige davon bieten wichtige Einblicke in die Story und führen zu Aha-Erlebnissen beim Spieler, andere dagegen zeichnen sich nur durch ihren morbiden Inhalt aus (KillmeKillmeKillmeKillme). Klarerweise sind diese Kristalle der Spielatmosphäre überaus zuträglich.

Nach dem ersten Durchspielen bekommt ihr übrigens nur das schlechtere der beiden Endings zu Gesicht. Um das bessere Ende zu erhalten, müsst ihr Project Zero 2 auf dem Schwierigkeitsgrad Schwer durchzocken, der aber erst nach dem ersten Durchgang anwählbar ist. Ja, das habt ihr schon richtig verstanden: Wollt ihr das bessere Ending sehen, ist es zwingend notwendig, den Titel zweimal durchzuspielen.

Alles in allem verdient die Story nur ein Fazit: Daumen hoch!


Grafik
Grafiktechnisch bewegt sich Project Zero 2 im oberen Bereich, kann zwar mit Silent Hill 3 nicht mithalten, ist aber deutlich vor Forbidden Siren anzusiedeln. Die Innenräume der diversen Häuser sind mit relativ detaillierten Texturen ausgestattet und erreichen beinahe die Güte der Referenz, in den Außenabschnitten nimmt die grafische Qualität jedoch deutlich ab. Kantenflimmern tritt an manchen Stellen ziemlich stark auf, wird jedoch zumeist von der dunkel gehaltenen Grafik vertuscht. Framerateprobleme gibt es glücklicherweise keine zu vermelden.

Eindeutig positiv zu beurteilen ist das Design der Geister, die punkto Angstfaktor durchaus mit ihren Gefährten aus Silent Hill mithalten können. Überaus gelungen sind auch die Rendervideos; Flashbacks werden zudem in stylischem Schwarz-Weiß präsentiert.

Zusätzlich noch gern gesehen: der 60hz-Modus.

Sound
Beim Sound gibt sich Project Zero 2 keine Blöße. Stimmige Melodien und die exzellente (allerdings nur englische) Sprachausgabe tragen einiges zur Atmosphäre bei. In den Kämpfen zieht das Tempo der Musik an und kann so für Adrenalinstöße sorgen. Zusätzlich geben die Geister sehr gut in Szene gesetzte Wortfetzen von sich, die den Nervenkitzel noch erhöhen. Die Sounduntermalung lässt also kaum Wünsche offen.

Spielspaß Solo
Wie so viele Titel im Action-Genre wird auch Project Zero 2 vom „zu kurz“-Syndrom geplagt. Bereits beim ersten Durchgang könnt ihr das Spiel in weniger als 10 Stunden beenden. Andererseits aber bieten diese 10 Stunden beste Unterhaltung und kommen auch praktisch ohne langweilige Abschnitte aus. Außerdem haben die Entwickler versucht, durch massenweise freispielbare Extras einiges an Wiederspielwert einzubauen. Zweimal solltet ihr den Titel auf jeden Fall durchspielen, da ihr nur so in den Genuss des besseren Endings kommt. Von Vorteil ist hierbei, dass die aufgerüstete Kamera in das neue Spiel übernommen wird, wodurch sich der Schwierigkeitsgrad im Endeffekt nur unmerklich erhöht.
Pro
innovatives „Kamera“-Kampfsystem
spannende Story
gelungene Sounduntermalung
starke Atmosphäre
sehr schön designte Rendervideos
viele freispielbare Extras
Contra
quälend langsames Lauftempo
kurz
etwas zu leicht
Fazit
Project Zero 2 ist ein rundum gelungener Survival Horror-Spaß. Durch das innovative Kampfsystem werden genug Neuerungen geboten, um den Titel vom Rest des Feldes abzuheben. Zusätzlich weiß das Spiel durch die gelungene Story und die exzellente Atmosphäre zu überzeugen. Auch das sehr gut abgestimmte Verhältnis von Rätsel- und Actionelementen kann gefallen. Wie bereits angemerkt, ist Project Zero 2 zu schnell durchgespielt, jedoch wird dieser Kritikpunkt durch den hohen Wiederspielwert etwas entschärft.

Negativ zu beurteilen sind neben der kurzen Spieldauer nur das quälend langsame Lauftempo, das teilweise wirklich nervig ist, und der niedrige Schwierigkeitsgrad, der den Survival-Part von Survival Horror entfernt, da nur sehr wenige Gegner eine wirkliche Bedrohung darstellen. Was den Geistern an Durchschlagskraft fehlt, machen sie aber dafür durch ihr hervorragendes Design wieder wett. Für einige Spieler mag der Schwierigkeitsgrad aber sogar von Vorteil sein, da Frusterlebnisse hier praktisch ausgeschlossen sind und man sich ganz auf die Story konzentrieren kann. Aufgrund der Fülle von positiven Punkten sollte Project Zero 2 auf der Einkaufsliste eines jeden Survival Horror-Fans stehen, bessere Alternativen wird es bis zum Release von Silent Hill 4 kaum geben. Action-Fans und ungeduldige Spieler sollten aufgrund des langsamen Spieltempos aber eher Abstand halten. Silent Hill 3 bleibt zwar wegen des besseren Gesamtpakets die Referenz; Project Zero 2 reiht sich aber gleich dahinter ein.
Infos
Erhältlich für
Genre
Adventure
   Survival Horror
Publisher
Ubisoft
Entwickler
Tecmo
Website
www.ubi.com/DE/...
Release
30. April 2004
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