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Das Leben als Kämpfer im Dienste der Kirche ist wirklich nicht leicht. Ständig muss man sich mit blutrünstigen Untoten herumschlagen, den Geruch mehr oder weniger vermoderter Gegner ertragen, aufpassen, nicht auf Zombieerbrochenem auszurutschen, und dabei auch noch darauf achten, ja keine verbalen Entgleisungen gen Himmel zu schicken. Leon Belmonte ist einer dieser heiligen Krieger. Als jedoch eines Tages seine Geliebte Sara von einem sadistischen Vampir entführt und in den Wald der ewigen Dunkelheit in ein düsteres Schloß verschleppt wird, gibt er seinen Posten auf und macht sich alleine auf die Suche nach seiner großen Liebe, um sie den Klauen des untoten Blutsaugers zu entreißen.
Bei seinem ersten Streifzug durch den Wald, in dem niemals die Sonne scheint, begegnet Schönling Leon zunächst dem seltsamen Rinaldo, der am Fuße des Schlosses ein Geschäft betreibt. Dieser klärt den Protagonisten in einer ausgedehnten, recht langweilig in Szene gesetzten Sequenz erst einmal über die Sachlage auf: Der Vampir, welcher Sara entführt hat, lockt schon seit Jahren Abenteurer in sein Schloss um ihnen im Zweikampf gegenüberzutreten. Da den guten Herren aber anscheinend immense Langeweile in seinem unsterblichen Dasein plagt, lässt er seine Opfer erst gegen seine fünf Torwächter antreten um sich an dem blutigen Schauspiel zu erfreuen. Die Situation für Leon liegt also klar auf der Hand: rein ins Schloss, alle Torwächter überwinden und Sara aus den Fängen des Vampirs befreien. Mehr gibt es zur Story leider nicht sagen. Lediglich gegen Ende gibt es zwei kleinere Wendungen, die die Geschichte aber auch nicht wesentlich interessanter machen. Bevor Rinaldo den eifrigen Leon gen Schloss ziehen lässt, gibt er ihm noch eine ganz besondere Waffe mit auf den Weg: die für fast alle Castlevania-Spiele charakteristische, magische Peitsche. Außerdem verleiht der Verkäufer Leons linkem Handschuh magische Kräfte, damit es dem edlen Ritter möglich ist, mit diesem nicht nur gegnerische Angriffe zu blocken, sondern auch astrale Energie aus den feindlichen Angriffen zu absorbieren. Im Verlauf des Spiels kann der Spieler jederzeit in Rinaldos Laden zurück kehren, um seine Ausrüstung aufzustocken. Heiltränke und magische Items sind in seinem Angebot genauso vertreten wie bessere Rüstungen und Zauberkarten, die den Spieler jederzeit in seinen Laden zurück teleportieren. Besonders letztere sind sehr praktisch, wenn einem während einem Kampf die Heiltränke ausgehen.
Ein Druck auf den Square -Button führt einen leichten Schlag mit der Peitsche aus, während die Triangle-Taste für langsamere, starke Attacken sorgt. Mit Hilfe dieser Tasten können auch Kombos, von denen der Held im Spiel automatisch immer mehr erlernt, angewendet werden. So sorgt die Kombination Square, Square, Triangle beispielsweise für zwei leichte Schläge mit einem nachfolgenden Superangriff. Kombos können auch miteinander verknüpft werden, was für besonders durchschlagende Argumente sorgt. Mit Hilfe der Peitsche kann man sich außerdem an einigen Vorsprüngen entlang schwingen. Ein Druck auf den X-Button lässt den Helden springen. Bei abermaligem Drücken in der Luft kann ein Salto vollbracht werden, der den Spieler nochmals höher kommen lässt. Im weiteren Spielverlauf lässt ein drittes Drücken den Protagonisten auf den nächsten Gegner herunterschießen. Mit den R1 und R2-Buttons können feindliche Angriffe geblockt werden. Blockt man besonders starke oder magische Attacken der Gegner (zu erkennen an einem rosa Leuchten der Feinde) absorbiert man deren Mana und kann es fortan für seine eigenen Zwecke einsetzen. Gebraucht wird die magische Kraft für die Aktivierung von Reliquien. So hinterlässt die Feuerreliquie, während sie aktiviert ist, eine Brandspur hinter dem Protagonisten und verbrennt alle Gegner, die mit dieser in Berührung kommen, während eine andere die Abwehrkraft des Helden steigert. Solange die Reliquien aktiv sind, geht der Manavorrat konstant zur Neige. Anfangs verfügt man nur über eine dieser magischen Kraftspender. Weitere sind im ganzen Spiel versteckt und warten nur darauf, vom Spieler gefunden zu werden. Eine weitere Möglichkeit sich der Gegner zu erwehren bieten die Sekundärwaffen. Hiervon gibt es insgesamt fünf verschiedene, von denen aber immer nur eine auf einmal mitgeführt werden kann: Axt, Weihwasser, Kreuz, Messer und Kristall. Der Clou: Jede dieser Waffen funktioniert auf sechs verschiedene Arten. Nach jedem besiegten Hüter erhält der Spieler einen von fünf verschiedenen Orbs. Je nachdem welcher dieser Edelsteine aktiviert wird, arbeiten die Subwaffen anders. Das Kreuz dient in Verbindung mit dem blauen Orb als göttlicher Schild, während bei der Anwendung zusammen mit dem roten Orb ein gigantisches Kreuz alle Untoten im Umkreis verbrennt. Der Einsatz dieser äußerst praktischen und nicht zu unterschätzenden Sekundärwaffen ist allerdings durch eine Art Munitionsvorrat begrenzt. Jede Attacke mit der Sekundärwaffe kostet eine bestimmte Anzahl an Herzen. Diese werden entweder durch das Zerschlagen von Einrichtungsgegenständen oder das Töten von Gegnern zum Einsammeln freigesetzt. Durch diese zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten und die nahezu perfekte Steuerung ist es den Entwicklern gelungen, ein wirklich vielschichtiges Kampfsystem auf die Beine zu stellen, was Castlevania nicht zum simplen Button-Smasher verkommen lässt.
Jeder Abschnitt stellt jeweils einen anderen Bereich des Schlosses dar: die Kapelle, das Laboratorium, der Garten, das Theater und eine unterirdische Höhle werden vom Spieler während des Abenteuers passiert. Trotz der verschiedenen Settings beschränkt sich das Gameplay selbst fast ausschließlich auf actionreiche Gefechte gegen Horden aller möglicher Arten von Monstern . Alle Abschnitte spielen sich fast identisch: man prügelt sich durch eine Aneinanderreihung etlicher Räume, vollgestopft mit Ungeheuern. Dank der über 80 verschiedenen Gegnertypen und etlichen Kombinationsmöglichkeiten bei der Waffenauswahl werden die Kämpfe aber, vor allem bei experimentierfreudigen Spielernaturen, selten langweilig. Von simplen Kobolden und Skeletten, über steinige Gargoyles hin zu solch kreativen Ergüssen wie den Skelettblumen fällt fast jedes nur erdenkliche Monster Leons Peitsche zum Opfer. Einfaches Durchrennen und Umgehen der Gegner wird durch das Absperren mancher Räume verhindert. Die Hindernisse, meistens riesige Eisenstangen, die aus dem Boden schießen, werden erst beseitigt wenn alle Gegner das Zeitliche gesegnet haben. Hin und wieder gibt es kleine, aber meistens sehr einfache, Sprungeinlagen oder kleinere Rätsel zu bewältigen. Während die spärlich gesäten Jump & Run-Einlagen das Spielgeschehen durchaus auflockern, nerven die sogenannten Rätsel meistens nur. Diese beschränken sich nämlich in 99% aller Fälle darauf einen Schalter an Stelle A umzulegen um an Stelle B weiter zu kommen. Allerdings kann es durchaus passieren, dass man sich erst den langen Weg zu Punkt B frei bahnt, nur um dann durch fast den gesamten Abschnitt zu Punkt A zurück laufen zu müssen. Dies ist vor allem deshalb nervig, weil die Wege manchmal sehr lang sind und es wegen dem etwas ungeschickten Leveldesigns keinerlei Abkürzungen zurück gibt. Auch getötete Gegner werden nach dem Verlassen eines Raumes wiederbelebt. Hier ist den Entwicklern allerdings zu Gute zu halten, dass Hindernisse, die einmal durch das Töten aller Gegner beseitigt wurden, nicht wieder kommen. Wer also keine Lust hat ständig gegen die gleichen Gegner zu kämpfen, kann diese durch simples Vorbeirennen überspringen. Neben extrem selten gedroppten Gegenständen und Geld, von dem man sich neue Ausrüstungsgegenstände bei Händler Rinaldo kaufen kann, bringen die Kämpfe nämlich gar nichts. Während in früheren Castlevania-Spielen noch ein Erfahrungspunkte-System die Werte wie Angriffskraft, Verteidigung und Lebensenergie des Helden verbesserte, wurde im neuesten Teil der Serie unverständlicher Weise auf solch ein System verzichtet. Dies nimmt vor allem bereits gesäuberten Räumen den Reiz, sie nochmals von allen Bösewichten zu reinigen. Am Ende jedes Abschnitts wartet ein besonders starker Endgegner auf den Spieler. Allerdings bleibt der Schwierigkeitsgrad immer auf einem fairen, mittleren Level, so dass eigentlich kein Durchschnittsspieler all zu große Probleme bei seinem Schlossrundgang haben sollte. Lediglich der Endkampf ist ein wirklich harter Brocken und dürfte einige Spieler an ihre Leistungs- und das ein oder andere Gamepad an seine Schmerzgrenzen treiben. Nachdem alle fünf Torwächter besiegt wurden, öffnet sich der letzte Abschnitt des Spiels, der zum Oberbösewicht führt. Schade ist nur, dass man gerade einmal 5-6 Stunden benötigen wird um hierhin zu gelangen. Weitere 1-2 Stunden Spielzeit und schon flimmern die Credits über den Bildschirm. Allerdings haben die Entwickler für einen hohen Wiederspielwert gesorgt. Nach dem ersten Durchspielen wird ein weiterer, schwerer Schwierigkeitsgrad freigeschaltet. Außerdem steht dann ein weiterer Charakter zur Verfügung, der sich komplett anders spielt als Leon. Auch beim Monsterdesign haben sich die Entwickler sichtlich Mühe gegeben. Alle 81 Gegnertypen überzeugen durch feine Animationsphasen und schöne Texturen. Auch der Hauptcharakter kann mit seinen vielen verschiedenen Moves und Attacken glänzen. Schicke Zauber und Waffeneffekte runden das gelungene Gesamtbild ab. Manche mögen das Spielprinzip als monoton oder stumpfsinnig ansehen. Dank des ausgeklügelten Kampfsystems ist es aber alles andere als eine reine Button-Smash-Orgie und wer sich ein wenig mit den verschiedenen Waffen und Edelsteinkombinationen auseinander setzt, der wird viel Spaß daran haben, für jeden der über 80 Gegnertypen die passende Taktik herauszufinden. Actionfans, die auf Spiele im Stil von Devil May Cry stehen, werden ihre Freude an Castlevania haben. Während man über die schlechte Story noch hinwegsehen kann, fällt die sehr kurze Spielzeit schon stärker ins Negativ-Gewicht . Gerade einmal 6-8 Stunden beim ersten Durchspielen sind einfach zu wenig für knapp 60 Euro Anschaffungsgebühr. Darüber können auch nicht die tollen freispielbaren Extras hinwegtrösten. Ein ordentliches Erfahrungspunktesystem hätte hier sicherlich für die ein oder andere Extrastunde Spielspaß gesorgt.
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