Die Vampirjägerfamilie Belmont ist zurück und findet endlich den Weg in die dreidimensionale Welt der Playstation2. Der neue Teil der Castlevania-Serie spielt vor den Vorgängerspielen auf N64 und Playstation und erzählt einige Details aus der Geschichte des Belmont-Clans. Weg vom zweidimensionalen Scroller zu einem detailverliebten 3D-Abenteuer. Ob diese Transformation funktioniert? Lest selbst.
Vielen dürfte der Name Castlevania bekannt sein. Hätte man mich vor einer Zeit noch nach meiner Meinung gefragt, hätte ich wahrscheinlich geantwortet: „Toller 2D-Scroller, ein Klassiker auf den Nintendo-Systemen“. Aber dies ist nicht mehr richtig, Castlevania: Lament Of Innocence kommt im schmucken 3D-Kleid daher, gekommen, die Hack’n’Slay-Welt zu erobern. Mit einer Detailversessenheit in manchen Levels, die einen die Feinde vergessen lässt und dazu auffordert, alle Grenzen und Geheimnisse zu lüften. Leider ist das meistens nicht möglich: zu viele Feinde und nicht zugängliche Bereiche, die nur schön aussehen aber nicht zu betreten sind.
Flüssige Animationen sowohl bei unserem Helden Leon Belmont sowie bei den verschiedenen Gegnern. Unglaublich viele Kombinationen im Kampf müssen erlernt werden, fünf Waffen beherrscht und die Orbs zu den Waffen gefunden werden. Diese sieben Orbs können mit den Waffen kombiniert werden und lassen Powerups entstehen. Wiederum wunderschön animiert und durchdacht. Leider ist das Schloss, welches detailliert und durchdacht designt ist, gegen zu viele Interaktionen immun. Wenige Aktionen müssen durchgeführt werden. Hauptaugenmerk ist und bleibt der Kampf.
Der Kampf wiederum kann soweit gemeistert werden, dass man die an manchen Stellen mit einer wirklich ungelungenen KI ausgestatteten Feinde leicht auch in großen Massen schlagen kann, ohne ins Schwitzen zu geraten. Das einzige, was eurem totalen Sieg im Wege steht, ist die Kamera. An manchen Stellen ist sie so schlecht gemacht, dass ihr nichts mehr von dem seht, was ihr sehen müsstet, um zu überleben. Dies gilt aber beileibe nicht für alle Stellen, die meiste Zeit ist die Kamera überraschend gut und sorgt für wenig Frustration beim Spiel.
Was die Atmosphäre unheimlich unterstreicht, ist der Soundtrack des Komponisten Michiru Yamane, der sich schon für die klassischen Castlevania-Soundtracks verantwortlich zeigte. Schaurig schön und mitreißend episch, hier ist für jeden etwas dabei ohne langweilig zu werden. Die grundsätzlichen Soundeffekte entsprechen dem, was man in einem Titel dieser Art erwartet. Die Kombination mit dem genannten Soundtrack macht die gesamte Soundkulisse zu einem runden Erlebnis.
Was erwartet den Spieler insgesamt? Ein tolles, actiongeladenes Abenteuer mit Leon Belmont mit einer wunderschönen Grafik und tollem Sound. Die Masse an Combos und Waffen bilden eine gelungene Abwechslung vom Einheitsbrei der 3D-Jump’n’Runs.
Fazit:
Es spielt sich wie Castlevania, es hat den Look von Castlevania und es ist Castlevania. Puristen werden sagen, dass irgendeine geheime Zutat fehlt, um das Original-Gefühl zu erreichen. Ich aber sage dazu: kommt in die Gegenwart. Weg mit 2D und her mit 3D. Castlevania auf der Playstation2 spielt sich gut und ist gut durchdacht.