Gute Brettspielumsetzung, die allerdings nur wenig Daseinsberechtigung besitzt.
Charme eines weltberühmten Brettspiels Risiko - Die Weltherrschaft (Originaltitel: Risk - Global Domination) ist eines der bekanntesten, meist gespieltesten und erfolgreichsten Brettspiele der Welt.
» Strategie- oder Glücksspiel? |
Spielehersteller Hasbro kann sich glücklich schätzen, einen solchen Klassiker zu den eigenen Produkten zählen zu können. Wahrscheinlich kennt jeder Risiko durch die eigene Erfahrung am Wohnzimmertisch. Auf einer symbolischen Landkarte gilt es, sich zum "Herrscher der Welt" aufzuschwingen. Bis zu sechs Spieler das Spielgeschehen zu ihren Gunsten beeinflussen. Zuerst wählt jeder Spieler seine Territorien aus, die in etwa der geographischen Lage auf den Kontinenten entsprechen. Vor dem ersten Zug wird noch rasch eine Handvoll von Einheiten stationiert. Ein wichtiges Grundprinzip ist, dass auf jedem Land zumindest eine Spielfigur steht. Durch geschickte Aufstellung können aber auch Truppenkonzentrationen geschaffen werden. Sind alle Einheiten verteilt, beginnt die Action. Das Spiel ist Runden basiert, d.h. es wird immer nacheinander gezogen und erst wenn ein Spieler seinen Zug beendet hat, darf der nächste Mitspieler seine Aktionen beginnen. Je Runde bekommt man eine bestimmte Zahl von Einheiten als Verstärkung. Im Normalfall sind dies drei Einheiten je Spielzug. Später könnt ihr mehr Verstärkung bekommen, etwa wenn ihr Kontinente komplett besetzt haltet. Pro Runde bekommt ihr überdies eine Spielkarte, die nach gewissen Kriterien ebenfalls gegen zusätzliche Truppen eingetauscht werden können. Jede Runde ist in drei Phasen unterteilt. Zuerst positioniert ihr neue Truppen in der Verstärkungsphase, danach attackiert ihr Kontrahenten in der Angriffsphase und schließlich gibt es noch eine Truppenverschiebungsphase am Ende des Spielzugs. In der Angriffsphase könnt ihr vom eigenen Territorium aus angrenzende Länder angreifen. Hierbei verwendet ihr Angriffs- und Verteidigungswürfel. Je nach eurer Truppenstärke, die durch die Anzahl von speziellen Figuren dargestellt wird, könnt ihr mit bis zu drei Würfeln angreifen und mit maximal zwei Würfeln verteidigen. Obwohl es sich grundsätzlich um ein Strategiespiel handelt, entscheidet pures Glück ob euer Angriff/eure Verteidigung erfolgreich ist. Allerdings gibt es für Angreifer den Vorteil, dass er mit einem Würfel mehr würfeln kann. Je nach Wurf werden die höchsten Augenzahlen der Würfel verglichen. Ein ausgleichender Vorteil entsteht hier für den Verteidiger: bei gleicher oder höher Augenzahl gilt das Territorium als verteidigt. Je nachdem wie die Würfel entscheiden, werden die Truppen vom Spielfeld genommen oder in ein gewonnenes Territorium vorgerückt. Vor dem Spielzugende kann noch eine Truppenverschiebung vorgenommen werden, um eigene Einheiten vorteilhafterer zu positionieren.
Strategieklassiker goes PlayStation 2Entwickler
Cyberlore Studios hat sich im Auftrag von
Atari aufgemacht, das Brettspiel für die PlayStation 2 umzusetzen. Neben dem Spiel selbst wurden auch einige
» Die Schlacht um Südamerika ist in vollem Gange. |
Features wie verschiedene Gegner mit exzentrischen Persönlichkeiten und eigenem Spielstil eingebaut. Spielt ihr
Risiko alleine gegen diese Computergegner, dann erkennt ihr schnell deren Besonderheiten. Die Charaktere wurden der Geschichtsschreibung entliehen und so kämpft ihr gegen den südamerikanischen Revolutionär Bolivar, der euch in spanischem Akzent beschimpft oder gegen die britischen König Elisabeth, die euch durch ihre Sticheleien zu reizen versucht. Mit von der Partie sind auch etliche bekannt wirkende Figuren aus der europäischen, asiatischen oder amerikanischen Geschichte. Per Sprachausgabe (in mehreren Sprachen) kommentieren die KI-Gegner eure Züge, was meist sehr unterhaltsam ist. Es gibt rudimentäre Optionen um das Grundspiel
Risiko zu verändern. Neben dem klassischen Risiko, d.h. einfach alle Territorien erobern und damit das Spiel durch "Weltherrschaft" beenden, könnt ihr auch zwei andere Varianten spielen. Per Spielkarte bekommt ihr zu Beginn eine bestimmte Aufgabe zugeteilt. Wer als erster diese Mission erfüllt, hat automatisch gewonnen. Mögliche Ziele sind z.B. die Eliminierung eines bestimmten Gegners (Spielfigurfarbe ist entscheidend), die Eroberung bestimmter Territorien oder die Besetzung der Hauptstädte. Das Spiel gewinnt so an Spannung, denn es muss nicht unbedingt der mächtigste Spieler mit den meisten Truppen gewinnen, sondern es gelingt oft, scheinbar schwachen Mitspielern ihr Ziel zuerst zu erreichen. Das Spiel automatisiert (auf Wunsch) auch viel für euch. Die Landkarte kann z.B. automatisch per Zufall zu Spielbeginn aufgeteilt werden. Auch das Würfeln wird per Zufallsgenerator durchgeführt und kann entsprechend beschleunigt werden, sodass nur mehr das Endergebnis aufscheint, anstatt jeden Wurf abzuwarten. Sollten die Partien zu leicht werden, kann auch der Schwierigkeitsgrad der Gegner erhöht werden. Zusätzlich können auch gewisse Optionen wie z.B. Attack Advantage (unter bestimmten Voraussetzungen dürft ihr ein zweites Mal beim Angriff würfeln) oder Troops Maximums (nur mehr maximal zwölf Armeen je Land) genutzt werden, um die Partien abwechslungsreicher zu gestalten.
Multiplayer DominationWas
Risiko sicherlich vom Brettspiel abhebt, ist die Möglichkeit, online gegen maximal sechs Spieler anzutreten. Die Entwickler haben auch eine Headset-Unterstützung spendiert. So könnt ihr euch unterhalten oder einen Spielzug auch gebührend kommentierten. Alles in allem ist
Risiko technisch sauber umgesetzt. Aber keine Sorge, habt ihr keinen Online-Adapter, so dürfen auch bis zu sechs Spieler hintereinander im Wohnzimmer gegeneinander antreten, indem ihr einfach den PS2-Controller weiterreicht. Je nachdem gegen wie viele Gegner ihr Spielen wollt, übernimmt
Risiko optional die Steuerung der restlichen Gegner. So könnt ihr z.B. mit einem Freund gemeinsam gegen vier KI-Gegner antreten oder aber nur zu viert gegen drei menschliche Gegner antreten. Natürlich gewinnt das Spiel durch menschliche Gegner ungemein an Reiz.