3 Girlies retten die Welt – und Final Fantasy geht neue Wege?Hinweis: Dieses Review bezieht sich auf die NTSC-Version von Final Fantasy X-2 und kann daher Unterschiede zur Pal-Version aufweisen.
„It’s showtime, girls!“
Mit einem J-Pop Konzert verbindet man viel, aber wohl kaum einen Titel der Final Fantasy-Serie. Trotzdem wird der Spieler im Intro von Final Fantasy X-2 mit einem ebensolchen begrüßt; und diese Überraschung bleibt im Verlauf des Spiels nicht die letzte. Aber der Reihe nach...
Final Fantasy – der Mythos Als 1987 ein kleiner, dem Untergang naher Software-Hersteller namens SquareSoft das Rollenspiel Final Fantasy veröffentlichte, konnte keiner ahnen, dass damit der Grundstein zu einer der wichtigsten Videospiel-Serien überhaupt gelegt worden ist. 17 Jahre und 4 Konsolen-generationen später stehen wir beim elften (Offline-)Teil der Serie; mit Final Fantasy XI, dessen PC-Version sich im Moment relativ großer Beliebtheit erfreut, wagt Square sogar den Sprung in Online-Gefilde. Nicht vergessen sollte man auch die Ableger der Serie, wie das grandiose Final Fantasy Tactics, und den (erfolglosen) Kinofilm. Jeder Final Fantasy-Release sorgt nicht nur für kreischende Menschenmengen und Verkaufszahlen in Millionenhöhe, sondern auch für unzählige Glaubensdiskussionen unter Fans und Kritikern, ob der betreffende Teil nun besser oder schlechter als seine Vorgänger wäre.
Die Erfolge von Final Fantasy sind aber nicht nur kommerzieller Natur: Unvergessen der Bruch zwischen Square und Nintendo, nach dem sich Square entschloss, Final Fantasy VII nicht für das N64, sondern die PS1 zu entwickeln, und somit maßgeblich zum Fall von Nintendo beitrug. Wie auch immer man diesen Schritt heute betrachten mag, für uns Europäer war er äußerst positiv, denn Sony sorgte dafür, dass eben dieses Final Fantasy VII als erster Teil der Serie auch in Europa veröffentlicht wurde. Dieser Entschluss half nicht nur Square, Sony und Final Fantasy: Das ganze Rollenspielgenre fand dadurch breitere Akzeptanz und immer mehr Hersteller wagten es, ihre RPGs auch in den USA und Europa zu releasen.
Was die Final Fantasy-Serie ursprünglich zu diesem Erfolg führte, ist nicht mehr nachvollziehbar. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ trifft die Sache wohl am ehesten. Heute steht Final Fantasy für Hironobu Sakaguchis komplexe Storylines, erstklassige Grafik und FMVs, durchdachte Kampfsysteme, und nicht zu vergessen Nobuo Uematsus einmalige Soundtracks. Eines ist sicher: An ein Final Fantasy werden weitaus höhere Ansprüche gestellt als an andere Spiele – wie es an Final Fantasy VIII deutlich wurde: ein an sich sehr gutes RPG, aber für viele Fans aufgrund missglückter Neuerungen eine Enttäuschung.
Final Fantasy X-2 – Yuna goes J-Pop WTF, bin ich im falschen Film?
Das wird sich wohl so manch einer fragen, wenn ex-High Summoner Yuna, ihres Zeichens Heldin von FF X, im Intro des Sequels zu seichten J-Pop Klängen singt. Aber nein, keine Sorge: Es ist ein Final Fantasy, auch wenn es nicht so aussieht.
Wie die meisten Leser wohl bereits wissen, stellt Final Fantasy X-2 ein Novum in der Geschichte von Final Fantasy dar. Bis jetzt hatten Final Fantasies, oberflächlich gesehen, nichts miteinander gemein außer Namen und bestimmten Spielelementen. FF X-2 bricht mit dieser Tradition und setzt die Geschichte von Final Fantasy X fort, und ist somit das erste direkte Sequel der Serie.
2 Jahre sind seit dem Sieg über Sin vergangen. In dieser Zeit hat sich unsere Heldin Yuna von der aufopferungsvollen Priesterin in ein J-Pop Girlie und Revolverheldin verwandelt, und ist nun Teil einer Gruppe von Sphere-Huntern, die, wie der Name sagt, überall auf Spira nach sogenannten Spheres (=Videos) suchen. Grund dieser Suche: der Fund einer mysteriösen Sphere, auf welcher ein Mann auftaucht, der Tidus, dem Helden von FF X, zum Verwechseln ähnlich sieht. Ist Tidus tatsächlich noch am Leben?
Der Spieler feiert nicht nur ein Wiedersehen mit Yuna, sondern mit so ziemlich allen wichtigen und weniger wichtigen Charakteren von FF X, was dem Spiel zusätzlichen Charme verleiht. Leider beschränkt sich die Party diesmal auf 3 spielbare Charaktere: Yuna wird begleitet von der altbekannten Rikku und dem Neuzugang Paine, die wohl als Ersatz für Lulu gedacht ist. Charlie’s Angels, anyone? Bei dieser Charakterauswahl hat Square ganz tief in die Klischee-Kiste gegriffen: Yuna, die verantwortungsvolle Anführerin; Rikku, das energetische Girlie; und Paine, die wortkarge Kriegerin. Nicht innovativ, aber altbewährt.
Final Fantasy mit Make-Up? Wie bereits angedeutet, unterscheidet sich das Design von Final Fantasy X-2 gravierend von allen bisherigen Teilen. Bunt, poppig und funky, das muss es sein! Die J-Pop-Anleihen sind nicht zu leugnen, und dementsprechend groß die Resonanz in Japan. Für den normalen Westländer ist das ganze sehr gewöhnungsbedürftig. Auch eine reine Mädchen-Truppe hat man in solcher Form noch nicht gesehen. Vergleiche mit Charlie’s Angels, ob beabsichtigt oder nicht, lassen sich hier nicht vermeiden.
Passend zum neuen Design präsentiert sich auch der neue Soundtrack: FF X-2 muss als erster Teil der Serie ohne Meisterkomponist Nobuo Uematsu auskommen (dieser war mit FF XI beschäftigt). Dementsprechend selten tauchen klassische Final Fantasy-Melodien auf – der Großteil des Soundtracks besteht aus Jazz/Funk-Mixen, die zwar die Stimmung des Spiels unterstützen, den Final Fantasy-Fan aber eher enttäuschen werden.
Glücklicherweise sind all diese Veränderungen hauptsächlich äußerer Natur.
Doch back to the roots? Aber sobald der Spieler das erste Mal in Berührung mit dem Spielsystem kommt, wird sich die Überzeugung einstellen: Also doch Final Fantasy!
FF X-2 kehrt vom rundenbasierten Kampfsystem des Vorgängers zum altbekannten ATB (active time battle) zurück. Das heißt, Entscheidungen im Kampf wollen schnell getroffen werden, da die Zeit nicht still steht, während sich der Spieler im Menü befindet. Der Leser mag nun der Meinung sein, dass dies ja im Prinzip keinen großen Unterschied darstellt. Bei FF X-2 allerdings macht es sehr wohl einen, denn das Kampfsystem ist schnell; sehr schnell. Vor allem bei diversen Endbossen sollte man schon vorher eine lose Taktik parat haben, da diese teilweise so schnell attackieren, dass keine Zeit zum Überlegen bleibt. Das führt natürlich auch dazu, dass die unzähligen Zufallskämpfe (ja, natürlich gibt es sie immer noch) umso schneller beendet sind – in diesem Sinn also sicherlich kein Nachteil. Dieses Kampfsystem ist mit ein Grund, weshalb FF X-2 eine größere Herausforderung darstellt als sein (leichter) Vorgänger.
Nun jedoch zum Herzstück des Spiels: das Dressphere-System. Spieler des Vorgängers werden sich erinnern, dass Charaktere über das Sphere-Grid neue Fähigkeiten erlernen konnten. Fans waren von diesem System sehr angetan, da es innovativ war und unzählige Möglichkeiten bot, die Charaktere nach seinen Wünschen zu gestalten. Trotz des Lobs verzichtet Square darauf, dieses System für FF X-2 zu recyclen – stattdessen gibt es Dresspheres.
Dresspheres? Simpel und einfach erklärt, eine Dressphere ist nichts anderes als ein Job. In FF X-2 werden diese eben nicht Jobs, sondern Kostüme genannt – passend zum Design des Spiels. FF X-2 bietet also ein Jobsystem ähnlich jenen aus FF V und FF Tactics. Die Bedienung fällt nicht weiter schwer: Dresspheres werden in sogenannte Garment Grids (nichts anderes als Rüstungen) gesteckt, und diese dann am Charakter ausgerüstet. Der Charakter übernimmt den ausgewählten Job, und kann diesen auch jederzeit im Kampf wechseln, sofern andere Dresspheres auf dem ausgerüsteten Garment Grid vorhanden sind. Einfaches Beispiel: Wir haben 2 Dresspheres, Gunner und Warrior, und ein Garment Grid namens First Steps zur Auswahl. Über das Menü stecken wir beide Spheres in das Garment Grid. Danach rüsten wir Yuna damit aus; somit haben wir jetzt 2 Jobs für sie zur Auswahl. Wir entscheiden uns für Gunner. Yuna startet nun also den nächsten Kampf als Gunner. Im Kampf kommt uns die Erkenntnis, dass der Gunner zu niedrige Verteidigung hat; also entschließen wir uns, zum Warrior zu wechseln. Durch einfachen Druck auf die L1-Taste sehen wir Yunas Garment Grid und wählen darauf den Warrior aus. Nach einer kurzen (aber imposanten) Verwandlungssequenz ist Yuna nun kein Gunner mehr, sondern ein Warrior.
Insgesamt verfügt das Spiel über 17 solcher Jobs, darunter 3, die jeweils nur für eines der Mädchen ausrüstbar sind. Alle anderen sind für Yuna, Rikku und Paine gleichermassen verfügbar (auch wenn Paine als White Mage einfach nur lächerlich aussieht). Die meisten der Jobs sind alte Bekannte wie Warrior, Black Mage, White Mage, Dark Knight etc. Alle seien hier aus Spoilergründen nicht erwähnt.
Natürlich unterscheiden sich diese Jobs nicht nur durch ihre Stats (wie HP, MP, Strength, etc.), sondern auch durch ihre Fähigkeiten. Wie sich von selbst versteht, wollen der Großteil dieser Fertigkeiten erst erlernt werden. Jede Fähigkeit benötigt eine bestimmte Anzahl von AP, bevor sie vom Spieler eingesetzt werden kann. AP sammelt der Spieler durch das Besiegen von Gegnern oder das Anwenden anderer Fähigkeiten des betreffenden Jobs. Keine Hexerei also, und auch nicht schwer verständlich. Das Meistern von allen Jobs (so man sie überhaupt findet) und allen Fähigkeiten nimmt natürlich beträchtliche Zeit in Anspruch – was Fans aber nicht abschrecken wird (eher anspornen, unter uns gesagt). Diejenigen, die nicht über soviel Zeit verfügen, sollen aber beruhigt sein: FF X-2 ist ohne weiteres mit nur ein bis zwei Jobs zu meistern; die wirklichen Herausforderungen sind andere, aber dazu später mehr.
Wie bereits erwähnt, kommt man beim Jobwechsel im Kampf in den Genuss von Verwandlungssequenzen, die sich mindestens so beeindruckend präsentieren wie die Aeons aus FF X. Darüberhinaus sind die verschiedenen Kostüme allesamt erstklassig designed – der Mix aus Pop und Fantasy weiß hier durchaus zu gefallen, sobald man sich an den neuen Stil gewöhnt hat.
Der langen Worte kurzer Sinn: An Kampf- und Jobsystem gibt es nichts auszusetzen. Square hat das Kunststück vollbracht, die erstklassige Spielmechanik von FF X durch eine neue, aber nicht minder exzellente zu ersetzen.
Mut zur Innovation oder Experiment? Nun kommen wir zu den wirklich wichtigen Neuerungen in Final Fantasy X-2. Die Veränderungen im Design sind zwar gewöhnungsbedürftig, machen das Spiel aber nicht schlechter. Dem einen oder anderen mag es möglicherweise sogar gefallen – ich muss zugeben, nach mehrmaligem Hören entpuppt sich der Intro-Track tatsächlich als Ohrwurm.
Die wirklichen Neuerungen von FF X-2 liegen allerdings nicht im Design, sondern im Spielablauf. Wo FF X sehr linear war (Kritikern zufolge ZU linear), ist der Nachfolger das erste nicht-lineare Final Fantasy. Natürlich kann keinerlei Vergleich zu Morrowind oder Baldur’s Gate (PC) gezogen werden – hier sind noch immer Welten Unterschied. Trotzdem bietet FF X-2 größere Freiheiten, als es jemals zuvor in Final Fantasy gab.
Der Aufbau präsentiert sich simpel: Nach dem Intro befindet sich der Spieler im Luftschiff von Yuna’s Gang und hat (fast) alle Locations des Spiels – die auch alle aus FF X bekannt sind - zur Auswahl. Nun gilt es, diese Örtlichkeiten abzuklappern und anfallende Quests zu erfüllen. Missionen, die vonnöten sind um die Story voranzutreiben, werden speziell gekennzeichnet. Das Spiel selbst besteht aus 5 Kapiteln; in jedem neuen Kapitel tauchen auch neue Quests auf. Hier wird bereits der erste Haken deutlich: Quests aus bereits absolvierten Kapiteln stehen natürlich nicht mehr zur Verfügung, und damit sind auch etwaige Belohnungen und Storysequenzen verloren. Der Spieler hat also die Möglichkeit, penibel alle Sidequests zu erfüllen, bevor er mit der Story fortfährt, oder aber simpel und einfach nur die benötigten Quests zu absolvieren. Hier aber besteht die Gefahr, dass man sich das Spiel selbst erschwert; denn wenn auf Sidequests verzichtet wird, ist es unvermeidlich, dass die Party früher oder später ein zu niedriges Level aufweist, um im Spiel weiterhin erfolgreich voranzukommen. FF X-2 schöpft seine Herausforderung zum Großteil aus dieser Tatsache. Den meisten Spielern wird es wohl an einer Stelle des Spiels passieren, dass sie kurzzeitig vor einer Mauer stehen. Als Beispiel hier ein Ereignis aus meinem ersten Durchgang: Ich hatte in dem betreffenden Kapitel noch keine Sidequests erledigt, da mich der Verlauf der Story mehr interessierte. Also machte ich, nichtsahnend, die letzte Quest dieses Kapitels und bekam die Meldung *Chapter complete*. Dadurch hatte ich also sämtliche Sidequests des vorigen Kapitels übersprungen, und dementsprechend viel Erfahrung und Items verpasst. So kam ich also zum nächsten Endgegner, der mich konsequenterweise in 2 Runden fertigmachte. Das führte zwangsweise zu einigen Stunden mühsamen Auflevelns, bis meine Party stark genug war, um ihn zu besiegen.
Dieses Beispiel soll schildern, dass die „Freiheit“ nicht immer positiv zu beurteilen ist. Die meisten Spieler sollten/werden also versuchen, alle Sidequests zu erfüllen. Das führt uns aber zur Erkenntnis, dass im Prinzip nur die Reihenfolge der Erfüllung wirklich freisteht. Wie bereits gesagt, Vergleiche mit Morrowind sind vollkommen fehl am Platz.
Nach einigen Sidequests wird der Spieler allerdings das Gefühl bekommen, dass die eigentliche Story zu kurz kommt – und das ist tatsächlich eines der Probleme von non-linearen RPGs – sie können bei weitem nicht die epischen Storylines linearer Vertreter des Genres aufweisen. Hier sei wieder Morrowind als Beispiel genannt. Auch FF X-2 kann hier nicht mit früheren Teilen der Serie mithalten, und lässt den Spieler teilweise mit dem Gefühl zurück, dass man mehr daraus hätte machen können.
Epik oder seichte Unterhaltung? Einige Worte zur Story selbst sollen natürlich nicht fehlen. Wie durch das poppige Design bereits zu Beginn klar wird, kann Final Fantasy X-2 bei weitem nicht mit der epischen Breite eines FF VII oder gar Xenogears mithalten. Den Designern war dies aber offensichtlich klar, und so nimmt sich FF X-2 zumeist selbst nicht so ernst. Es gibt genug humorvolle Zwischensequenzen, die das unter Beweis stellen und gelegentlich auch für Lacher sorgen. Die exzellent dargestellten Charaktere tragen das ihrige dazu bei.
Leider gibt es auch negative Seiten: wie bereits erwähnt, lässt die Hauptstory Wünsche offen; vor allem aus dem machtpolitischen Konflikt, der sich im Verlauf der Story ereignet, hätte man weitaus mehr machen können. Die Frage, die sich mir hier stellt, ist folgende: Soll das Spiel durch die vielen Sidequests aufgebläht werden, um die Schwächen der Hauptstory zu tuschieren? Oder aber wurde soviel Arbeit in die Sidequests gesteckt, dass zuwenig Zeit für die Main Story blieb? Wie auch immer, das Endergebnis bleibt dasselbe.
Zusätzlich wird das Spiel an einigen Stellen fast unerträglich kitschig – aber das sollte man von RPGs japanischer Machart wohl erwarten.
In kurzen Worten: erstklassige Charaktere und humorvolle Unterhaltungen, aber zu kurze und durchschaubare Storyline.
Sidequests galore Die erwähnte Masse an Sidequests hat allerdings auch gute Seiten: Final Fantasy X-2 ist zweifellos das FF mit dem höchsten Wiederspielwert. Alles beim ersten Mal zu erfüllen, stellt, vor allem ohne Walkthrough, eine unüberwindliche Hürde dar. Nicht umsonst verfügt FF X-2 über ein sogenanntes Story Completion Ranking. 100% sind nur erreichbar, wenn alle Sidequests erfüllt und alle Storysequenzen gesehen wurden. Der Witz an der Sache? Nur mit 100% kommt der Spieler in den Genuss des Perfect Ending, das beste der insgesamt 6 verschiedenen Endings.
Um den Wiederspielwert von FF X-2 noch zu steigern, besteht nach einmaligem Durchzocken die Möglichkeit, ein New Game Plus zu starten. Dies besitzt den unschätzbaren Vorteil, dass sämtliche Items, Dresspheres, Garment Grids und alle erlernten Fähigkeiten ins neue Spiel übernommen werden. Nur die Level der drei Mädchen und Story-wichtige Items werden zurückgesetzt. Dies steigert die Motivation für einen neuerlichen Durchgang natürlich ungemein, und die Jagd auf das Perfect Ending erscheint so realistischer.
Zusätzlich sei noch erwähnt, dass einige der Spezialbossgegner wirklich brachial schwer sind, und nur mit den richtigen Items und der richtigen Taktik schaffbar sind. Somit bietet FF X-2 auch für Profis noch Herausforderung.
Grafik FF X-2 verwendet nicht nur dieselbe Engine wie der Vorgänger, sondern die meisten Locations wurden 1:1 aus FF X übernommen. FF X war beim Release zweifellos das grafisch beste PS2-Spiel, doch der Zahn der Zeit hinterlässt natürlich seine Spuren. So ist FF X-2 grafisch zwar immer noch obere Klasse, kann aber mit Grafikknallern wie Silent Hill 3 und Prince of Persia nicht mehr mithalten. Leider wurden auch die Schwächen der Engine übernommen, wie das starke Aliasing in Echtzeitabschnitten, und die Ruckelanfälle in Kämpfen bei besonders vielen Effekten.
Zusätzlich gibt es, wie für Final Fantasy üblich, einige erstklassige und technisch einwandfreie FMVs – leider weniger als im Vorgänger.
Sound Die Absenz von Meister Uematsu macht sich deutlich bemerkbar. Zwar unterstützen die jazzigen Melodien die Stimmung des Spiels, doch können sie mit den Kompositionen der Vorgänger nicht mithalten. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass der Soundtrack schlecht wäre; nur wird ein Final Fantasy eben an anderen Maßstäben gemessen.
Die Qualität der Sprachausgabe ist erstklassig (wenn auch nicht lippensynchron); die Sprecher hauchen ihren Charakteren sehr glaubwürdig Leben ein.
Spielspaß Solo Obgleich die Storyline von Final Fantasy X-2 nicht mit dem Vorgänger mithalten kann, erreicht die Motivation durch das exzellente Jobsystem und die unzähligen Sidequests schnell Final Fantasy-typische Höhen. Die Spieldauer selbst kann nicht pauschal festgelegt werden, da man die Hauptstoryline in 20 Stunden beenden kann, aber das Erreichen des Perfect Endings wird ungleich länger dauern. Und wer gibt sich schon gerne mit einem schlechteren Ending zufrieden? Punkto Wiederspielwert und Lasting Appeal übertrifft FF X-2 damit seinen Vorgänger.