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Ausgestattet mit einem Raumschiff, einem Joystick mit Feuerknopf, einer beachtlichen Menge todbringender Waffen und einer 2D-Scrollansicht geht es gegen eine schier unendlich wirkende Anzahl an Gegnern. Am Ende jeden Levels wartet ein besonders großer und starker Obermotz auf den Spieler. So sahen damals die meisten Ballerspiele aus. Seit der Einführung der 3D-Grafik hat sich das natürlich massiv geändert und das früher ach so beliebte Genre der Sidescroller hat mehr und mehr an Bedeutung verloren. Doch komplexere Grafiken, Bedienungen und mehr Möglichkeiten innerhalb der Spielwelt bedeuten nicht gleich mehr Spielspaß. So besinnen sich einige Entwickler immer hin und wieder auf das unverwüstliche Spielprinzip der guten alten Sidescrollers zurück und bringen einen Titel des Genres raus. Jetzt ist es wieder soweit und Playstation 2-Besitzer dürfen sich über einen neuen Teil der bedeutendsten Sidescroller-Serie freuen: R-Type: Final. Wie der Beiname schon verrät, handelt es sich dabei um den letzten Teil der seit 1987 fest im Genre etablierten Serie. Nach R-Type: Final soll laut Entwickler Irem kein weiterer Titel mehr erscheinen. Ob den Entwicklern der Abschluss der Kultserie gelungen ist und sich der R-Type mit einem riesigen Knall oder leise und traurig von uns verabschiedet, deckt das folgende Review auf. Die roten Kristalle sorgen für einen gebündelten Laserstrahl, während der Blaue einen Streuschuss ermöglicht. Gelbe Kristalle haben eine kurze Reichweite, erreichen allerdings auch Ziele über und unter dem eigenen Gleiter. Zudem beschädigt die gekoppelte Kraft Feinde, die mit ihr in Berührung kommen, absorbiert Feindfeuer und es ist möglich, diese wieder abzudocken. Bei einem Druck auf den X-Button wird die Kugel weggeschossen und beschädigt Gegner, auf die sie trifft. Mit einem weiteren Knopfdruck wird die Kugel wieder zum Schiff zurückgerufen. Während die Kraft abgekoppelt ist, können allerdings keine Laserkristalle benutzt werden und die Schusskraft des Schiffes beschränkt sich auf den recht schwachen Standartlaser. So ist es aber auch möglich, die Position der Kraft zu wechseln um diese beispielsweise hinten statt vorne anzubringen, was neben einer guten Deckung am Heck des Schiffes zudem dazu führt, dass die eingesammelten Laserkristalle nicht mehr nach vorne, sondern nach hinten schießen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn feindliche Einheiten von hinten angreifen oder man einen Endgegner umfliegt um ihn von der anderen Seite zu attackieren. Außerdem bündelt die Kraft durch das Berühren von Gegnern und Absorbieren von Feindfeuer Energie. Wird ein bestimmtes Limit erreicht, ist es möglich, mittels Triangle-Button eine bildschirmfüllende, mehrere Sekunden anhaltende, Megaattacke auszulösen, die fast jeden Gegner mit einem Schlag vernichtet. Neben der Kraft und den Laserkristallen gibt es noch zwei weitere Updates: Bits und Raketen/Bomben. Bits sind kleine Zusatzmodule, welche oben und unten am Raumschiff angebracht werden können. Diese absorbieren, ähnlich wie die Kraft, gegnerisches Feuer und beschädigen Feinde durch Berührung. Außerdem haben sie, je nach Typ, unterschiedliche Spezialeigenschaften. So hinterlassen die einen eine kleine Laserspur, welche Gegner schädigt, während andere schießen können. Als Sekundärwaffen bietet das Spiel verschiedene Formen von Bomben und Raketen. So gibt es unter anderem einfache Zielsuchraketen, die den Feind verfolgen oder Streubomben, welche besonders gegen Bodenziele sehr effektiv sind. Jedes der 100 Schiffe hat eine andere Ausstattung, ein eigenes Design und unterscheidet sich in der Zusammensetzung seiner Teile und Krafteigenschaften, sowie Superschüssen von den anderen. So bekommt der Jäger Tears Shower beim Einsammeln eines roten Kristalls einen Doppellaser, während der Albatross-Gleiter einen starken Permanentlaserstrahl erhält. Der Shooting Star hingegen kann vor allem durch seine gigantische Superstrahlenkanone überzeugen. Im Hanger darf jeder Schifftyp zudem noch individuell angepasst werden. So kann dem Jäger neben der Bitform und Sekundärwaffe auch ein individueller Anstrich verpasst werden. Jeder Spieler wird also ziemlich schnell seinen eigenen Favoriten mit individueller Konfiguration finden, mit dem er gegen die bösen Bydos in den Kampf zieht. Ob man nun den streubombenwerfenden Allround-Gleiter mit Photonenkanone und Standartlasern oder doch lieber einen auf Luftkampf spezialisierten Killer-Jäger nimmt, ist jedem Spieler selbst überlassen. Auch der zweite Skilllevel namens Kids befindet sich im Erträglichen und ist für fortgeschrittene Spieler die erste Wahl, auch wenn es in den letzten beiden Levels hier bereits zu Problemen kommen kann. Auf diesem Schwierigkeitsgrad behält man ebenfalls nach dem Respawnen alle gesammelte Ausrüstung. Spieler, die mit dem Genre vertraut sind oder gerne vor schwere, oder gar fast unmögliche Aufgaben gestellt werden, wählen einen der drei weiteren Schwierigkeitsgrade: Human (mittel), Bydo (schwer) oder, für die absoluten Cracks unter den Sidescrollgamern, R-Type (Experte). Positiv zu erwähnen sind noch die sehr fair gesetzten Wiederbelebungspunkte, an denen man nach dem Ableben wieder ins Spiel einsteigt. So muss man die insgesamt sieben Levels nie von ganz vorne beginnen - es sei denn es gehen einem alle Leben und Credits aus. Gespeichert werden darf nämlich nicht. Ja, richtig gelesen, es ist nicht möglich, zwischen den absolvierten Missionen, oder gar während der Aufträge zu speichern. Lediglich der Spielfortschritt und freigespielte Features werden auf der Memory-Card vermerkt. Heißt im Klartext: Wer Game Over geht, muss alles noch mal von vorne spielen. Das Game muss also, wie alle Spiele der "alten Schule", in einem Stück durchgespielt werden. Angesichts der gerade einmal sieben Levels, die alle nicht sonderlich lang sind, ist dies aber nicht all zu viel verlangt. Ein geübter Spieler, der für jeden Level und alle Endgegner die richtige Taktik hat und nicht viel rumprobieren muss, braucht nicht einmal zwei Stunden für das Spiel. Bleibt noch zu erwähnen, dass es von jedem Level ein paar leicht unterschiedliche Formen gibt, je nachdem mit welchem Jäger man das Spiel bestreitet. Allerdings halten sich die Änderrungen der einzelnen Versionen in Grenzen und fallen manchmal kaum auf. Neben dem Hauptspiel gibt es noch einen Highscore-Modus, in dem bereits besuchte Levels nochmals gespielt werden können um neue Rekorde aufzustellen, oder einfach für den nächsten Durchgang zu üben. Zudem gibt es einen Versus-Mode, in dem man gegen die CPU oder einen menschlichen Kontrahenten antreten kann. Ein Tutorial erklärt Anfängern in kurzen Videos die Grundlagen des Spiels. Leider ist das Leveldesign hin und wieder zu sehr auf auswendig lernen ausgelegt. So hat man an manchen wenigen Stellen keine Überlebenschance, wenn man nicht weiß was als Nächstes von wo auf einen zukommt. Doch spätestens im zweiten Anlauf ist man besser vorbereitet und weiß was zu tun ist. Wirklich genial ist die große Schiffsauswahl, die nicht nur den Sammeltrieb im Spieler weckt, sondern auch dafür sorgt, dass man das Spiel mehrmals durchspielt, nur um alle Jäger freizuschalten. Auch das individuelle Tunen der unterschiedlichen Jäger macht eine Menge Spaß.
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