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Arc: Twilight of the Spirits
Seit unzähligen Generationen sind die Geistersteine den Menschen und Deimos gleichermaßen von Nutzen, die Menschen verwenden sie als Energiequelle für ihre Maschinen, die Deimos hingegen nutzen sie als Quelle für ihre Magie. Seit dem erscheinen der Deimos befinden sich Menschen und Deimos im Krieg und bewohnen getrennte Teile der Welt, doch seit einigen Jahren beschränkt sich der Konflikt mehr auf kleinere Zwischenfälle. Doch ein Ende dieses scheinbaren Waffenstillstands scheint gekommen. Eine hoch technologisierte Armee der Menschen macht sich auf die fünf legendären Geistersteine in ihren Besitz zu bringen. Wem immer das auch gelingt, dem stünde eine unbegrenzte Macht zur Verfügung. Die Entwickler erzählen die Geschichte des Kampfes um die fünf legendären Geistersteine aus der Warte der zwei verschiedenen Brüder Kharg und Darc, die von ihrer gegenseitigen Existenz nichts wissen. Kharg wuchs als Menschen-Prinz auf und wurde immer mit Liebe und Respekt behandelt, sein Bruder Darc hingegen musste fast sein ganzes bisheriges Leben als gequälter Deimos-Sklave fristen. Beide werden nichts ahnend in den Kampf um die Geistersteine involviert, doch im späteren Spielverlauf entdecken beide deren Nutzen und versuchen ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Kharg will Rache an den, seiner Ansicht nach blutrünstigen, Deimos nehmen und mit Hilfe der Geistersteine sie völlig auslöschen, Darc hingegen will mit ihnen die Menschen unterwerfen und als König der Deimos über sie herrschen. Im Hintergrund jedoch lauert ein noch größeres Übel auf seine Wiederauferstehung um die Welt endgültig ins Unheil zu stürzen. Erkennen Kharg und Darc noch rechtzeitig ihre Fehler und sind sie bereit ihre Macht zu vereinen um sich den wahren Feind zu stellen? Zwar erzählen die Entwickler in diesem Spiel eine ziemlich klischeehafte Geschichte, jedoch ist es ihnen gelungen diese mit viel Gefühl und Leidenschaft dem Spieler zu vermitteln, weshalb sie einem bis zum Ende an den Bildschirm fesseln kann. Auch bei den Charakteren gingen die Entwickler kein großes Risiko ein und hielten sich an die Genrestandards, aber durch den immer währenden Konflikt zwischen Menschen und Deimos erhalten alle Charaktere ausreichend Tiefgang. Jeder Gefährte von Kharg und Darc hat seine eigenen Gründe weshalb er sich auf dieser Reise befindet, denn jeder von ihnen wird von einem Schmerz tief in seinem Inneren gequält. Diese Gefühle werden euch mittels gezielt eingesetzter Zwischensequenzen in Spielgrafik und Dialogen vermittelt und somit die Story vorangetrieben. Arc: Twilight of the Spirits (Arc) ist vom gesamten Spielkonzept her recht einfach gehalten und bezieht vielleicht daher auch gewisser Maßen seinen Charme. In den Städten solltet ihr immer mit allen Bewohnern reden um Informationen über den nächsten Zielort zu erhalten. Habt ihr dies getan solltet ihr euch vor dem Verlassen der Stadt ausreichend mit Items, Geistersteinen und Verbesserungen für eure Waffen ausrüsten. Sobald ihr einen Ort verlassen habt schaltet das Spiel automatisch auf die Weltkarte, wo ihr euren Helden, ähnlich einem Brettspiel von Ort zu Ort bewegt bis ihr euer Ziel erreicht habt. Beim Überqueren eines Ortes kann es euch passieren, dass ihr in einen Kampf verwickelt werdet, wodurch eure Gruppe natürlich an Stärke gewinnt. Am Zielort angekommen wird die Geschichte weitererzählt und ihr werdet darauf folgend in mehrere Kämpfe verwickelt. Rätsel kann man in diesem Spiel eigentlich vergebens suchen, zwar gibt es eine handvoll davon, diese sind jedoch so einfach gehalten, dass selbst ein Kleinkind sie lösen könnte. Im wesentlichen besteht das Gameplay aus Arc also aus Informationen sammeln und kämpfen um so die Geschichte voran zu treiben. In einfachen Worten, Arc ist extrem linear aufgebaut. Worin besteht dann der Reiz Arc zu spielen? Seine wahre Stärke entfaltet Arc während der rundenbasierten Kämpfe die im späteren Spielverlauf durchaus einiges an taktischen Geschick fordern. Vor Beginn eines Kampfes erhaltet ihr die Möglichkeit zu wählen welcher eurer Charaktere in die Schlacht ziehen soll, außerdem erhaltet ihr nochmals die Möglichkeit eure Helden auszurüsten und zu heilen, wodurch das Spiel zu keinem Zeitpunkt unfair wird. Jedes Gruppenmitglied verfügt über eine fixe Waffe, jedoch könnt ihr diese mit drei Items für die Offensive und drei Gegenständen für die Defensive verstärken umso die Werte eurer Helden deutlich zu erhöhen. Dabei solltet ihr auch darauf achten, dass eure Gegner auch Elementarschaden anrichten können und aus diesem Grund solltet ihr eure Helden mit dem entsprechenden Gegenelement auszurüsten. Ebenfalls wichtig ist, dass jeder eurer Helden immer genügend Geistersteine mit sich trägt, pro Charakter maximal 99, den durch diese ist es ihm möglich mächtige Spezialattacken und Zauber während und teilweise außerhalb der Kämpfe anzuwenden. Interessant ist, dass bei der Charakterentwicklung nicht nur typische Erfahrungspunkte gesammelt werden, sondern auch ZB- und Spezialpunkte. Normale Erfahrungspunkte lassen euren Helden einen Level aufsteigen und verbessern seine Grundwerte, die ZB-Punkte erhöhen mit der Zeit eure Klasse, wodurch ihr die Möglichkeit erhaltet neue Fähigkeiten zu erlernen. Die Spezialpunkte investiert ihr dann um eben die Spezialfähigkeiten und Magie eurer Charaktere zu erlernen. Ihr erhaltet somit ausreichend Einfluss auf die Charakterentwicklung und damit auch auf die taktischen fordernden Kämpfe. Wenn der Kampf endlich losgeht schaltet das Spiel auf das begrenzte Kampfgelände, wobei das Terrain immer Einfluss auf euer Vorankommen und die Taktik nimmt. Jeder eurer Kämpfer hat einen bestimmten Bewegungsradius der euch mittels eines blauen Kreises angezeigt wird. Außerdem verfügt jedes Gruppenmitglied auch über einen bestimmten Angriffsradius, diesen könnt ihr sehen wenn ihr die R1-Taste gedrückt haltet. Bei gedrückt halten der R1-Taste, seht ihr aber auch einen gelben, deutlich kleineren Bereich, welche eure Zielhilfe darstellt. Steht ein Gegner in eurem Angriffsradius, dann braucht ihr nur die R1-Taste drücken und mit den linken Analog-Stick das Ziel anvisieren und mit der X-Taste bestätigen. Wenn ihr geschickt seid könnt ihr auch mehrere Gegner gleichzeitig angreifen, ihr müsst nur das Ziel richtig ausrichten, dadurch gewinnt Arc deutlich an taktischem Tiefgang. Wie schon oben erwähnt könnt ihr euren Gegnern auch mit Zaubern und Spezialangriffen zu Leibe rücken, wobei jede Fertigkeit andere Reichweiten aufweist. Auch die Platzierung und Blickrichtung eures Charakters bzw. Gegners spielt eine große Rolle. Greift ihr einen Feind von hinten an, so nimmt er deutlich mehr Schaden als wenn ihr einen Angriff von Angesicht zu Angesicht gestartet hättet. Nett ist, dass ihr auch in der Umgebung befindliche Gegenstände wie z.B. Ölfässer taktisch für euch nutzen könnt. Beschießt ihr diese oft genug wenn sich ein Gegner in der Nähe befindet, so nimmt dieser großen Schaden. Interessant ist ebenfalls, dass besiegte Feinde regelmäßig Gegenstände auf dem Schlachtfeld fallen lassen, von Geistersteinen, Heilmittel oder neuen Ausrüstungsgegenständen ist alles dabei. Steht ihr nahe genug an den Items, so ist es euch möglich diese aufzuheben, sofern euer Charakter noch genug Platz im Inventar hat. Praktisch ist, dass man so seinen Vorrat an maximal 99 Geistersteinen während eines Kampfes mit gefundenen wieder auffüllen kann, den eure Spezialfertigkeiten verbrauchen bei jedem Einsatz eine große Anzahl von ihnen. Ganz besonders in den Bosskämpfen seit ihr auf die besonderen Fertigkeiten eurer Helden angewiesen und deshalb solltet ihr euch niemals scheuen all eure Möglichkeiten in einem Kampf auszuschöpfen. Das Speichersystem ist für Konsolenspiele typisch, denn es bietet die alt bekannten und bewährten Speicherpunkte an, die ihr in jeder Stadt und größerem Dungeon finden könnt. Die Entwickler verdienen hier eigentlich ein großes Lob, den fast alle Speicherpunkte sind perfekt gesetzt, wodurch das Spiel immer fair bleibt und Spaß macht. Außerdem erhaltet ihr nach Abschluss eines Kapitels die Möglichkeit euer Spiel zu sichern. Grafisch bietet Arc nur leicht überdurchschnittliche Kost. Die Charaktere und Städte sind nett animiert bzw. gestaltet, auch die Spezialeffekte wissen durchaus zu überzeugen, aber ein Grafikfeuerwerk wie bei der Konkurrenz von Squaresoft (heute: Square-Enix) darf man allerdings nicht erwarten. Nett gelungen sind die in Spielgrafik gehaltenen Zwischensequenzen, die durch schwarzen Balken am oberen und unteren Rand leichte Kinoatmosphäre verbreiten. Ein großer Pluspunkt von Arc ist eindeutig der Sound, zwar gibt es nicht so viele Melodien wie in anderen RPG, aber dafür ist jede von ihnen wirklich immer im passenden Moment eingesetzt. Manche dieser zauberhaften Musikstücke besitzen auch Ohrwurmqualität und werden euch selbst nach Monaten nicht aus dem Gedächtnis verschwinden. Ein Plus- und zugleich Minuspunkt stellt die deutsche Sprachausgabe dar. Anfangs wirkt die Sprachausgabe passend, zwar nicht spektakulär, aber eben recht ordentlich gemacht, im weiteren Spielverlauf wird sie teilweise jedoch lästig, gar lächerlich. Denn man merkt relativ schnell, dass nur ganz wenige Sprecher alle Rollen übernehmen mussten und dadurch mutet die Sprachausgabe leider teilweise lächerlich an, da die Sprecher versuchen ihre Stimmen zu verstellen und es ihnen mit großen Erfolg überhaupt nicht gelingt. Ebenfalls etwas nervig ist, die nicht deaktivierbare Sprachausgabe vor jedem Angriff während eines Kampfes. Außer, dass die Kämpfe dadurch etwas länger dauern, gehen einem die wenigen Sprüche mit der Zeit schnell auf den Keks. Mir hat Arc: Twilight of the Spirits eine Menge Spaß bereitet, ganz besonders die rundenbasierten Kämpfe waren genau nach meinen Geschmack, ebenso wie die wunderschönen Melodien. Wer sich nicht an dem linearen Spielablauf stört wird mit einem spaßigen und vor allem, sehr gefühlvoll erzählten Rollenspiel belohnt. Selbst die teilweise lächerliche Sprachausgabe kann daran nichts ändern. |
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