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Spielinfos Bewertungen (3) User-Reviews (2) Screenshots (0) Spiel bewerten

WRC 2 Extreme

PS2
» Grafik: 82
» Sound: 82
» Spielspaß Solo: 80
» Spielspaß Multi: 79
» Gesamtwertung:
81
» Anzahl Bewertungen: 3     » alle zeigen
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Infos
» Von: feuergolem
» Am: 15.01.2006
» Spielzeit: 25 h
» Grafik: 82
» Sound: 90
» Spielspaß Solo: 80
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 77
Pro
Enormer Umfang
Contra
Unlogisches Schadensmodell
Qualität
» bewertet mit: 10
World Rally Championship 2 Extreme

Nicht für Bleifüsse

Rennspiele, insbesondere Autorennspiele fristen auf der Playstation sicherlich kein Schattendasein. Bei der großen Anzahl an Racern ist allerdings nicht alles Gold was glänzt. So manche CD würde sich als Untertasse eher eignen, denn als Lieferant genüsslicher Positionskämpfe. Auf der anderen Seite jedoch, gibt es eine ganze Menge an wirklich feinen Titeln, die um die Gunst der Käufer buhlen. Wenn wir als Spieler es also nicht einfach haben, das wenige zur Verfügung stehende Geld in die Vielzahl der guten Titel zu investieren, sprich die richtige Wahl zu treffen, wie sieht es dann auf Seiten der Hersteller aus? Auch die haben es nicht gerade leicht, sich gegen die Mitbewerber zu behaupten. Denn heutzutage muss ein erfolgreiches Rennspiel schon einiges auf dem Kasten haben, um nicht als Ladenhüter zu enden. So darf sich nun WRC II Extreme dem Publikum stellen. WRC steht dabei für den englischen Begriff World Rally Championship. Das Spiel der Evolution Studios ist kein Unbekannter im Rennzirkus der Playstation2, denn sein Vorgänger WRC bekam schon gute bis sehr gute Kritiken.
Von den technischen Rahmendaten her gesehen, hat das Sequel dann auch ordentlich zugelegt. Waren es bei Teil eins noch 8. 000 Polygone, so protzen die Wagenmodelle des Nachfolgers mit 20. 000 Polygonen. Verbesserte Grafikeffekte zeigen sich durch die Verwendung von doppelt so vielen Texturen wie beim Erstlingswerk. War das der Grund, weshalb man den Zusatz Extreme gewählt hat? Extrem verbessertes Aussehen? Technische Daten sind das Eine, wie es dann im fertigen Spiel aussieht, werden wir noch beleuchten. Vielleicht meinten die Entwickler mit dem Anhängsel Extreme auch den Umfang des Spiels? Der ist nämlich in der Tat gewaltig. Den dieses Game spielt man nicht an einem Wochenende durch.

So warten im Hauptmenü sieben verschiedene Spielvarianten. Für ein Rennspiel eine ganze Menge. Beim Schnellen Rennen geht es dann auch schon ohne Umschweife ans Eingemachte. Ohne Einstellungsmöglichkeiten des Spielers, wählt der Computer zufällig ein Auto und eine Rennstrecke heraus. Weder Schwierigkeitsgrade noch Fahrer können bestimmt werden. Somit fungiert dieser Modus als idealer Einstieg ins Spiel oder auch als Variante, um Freunden WRC II Extreme zu präsentieren. Das Zeitrennen als Standard in Rennspielen bedarf keiner weiteren Erklärung. Beim Kopf – An – Kopf – Rennen handelt es sich um den klassischen Wettkampf zweier Piloten am horizontalen Splitscreen. Bei der Gelegenheit ist es angebracht, allen Rallye-Sport Unkundigen zu sagen, dass eben bei dieser Form des Motorsports, Rennstrecken im eigentlichen Sinne nicht vorhanden sind. Gefahren wird auf realen Strassen oder Feldwegen in so genannten Etappen. Also kein Kreisverkehr oder Rundkurse (bis auf wenige Sonderprüfungen abgesehen). Und hier schlägt unser Begriff Extreme schon wieder zu, denn manche der Etappen können schon mal sieben oder acht Minuten dauern.
Was gibt es noch? Die benutzerdefinierte Rallye und Meisterschaft. Bei der ersten Variante wählt man je nach Schwierigkeitsgrad aus den verschiedenen zur Verfügung stehenden Ländern mehrere Etappen aus. Somit erstellt man seine eigene Rallye, die dann Strecken aus Frankreich, Spanien, Argentinien und anderen Nationen beinhalten kann. In der Realität konzentriert sich eine Rallye auf ein einziges Land, absolviert dort die verschiedenen Etappen und zieht zum nächsten Austragungsort weiter. Vergleichbar mit einem Rennwochenende in der Formel-1. Klar, dass beim Menüpunkt Eigene Meisterschaft nun eine komplette Rennsaison eigenhändig zusammengestellt werden kann und man sich nicht an den Zeitplan der FIA World Rally Championship halten muss. Diese real existierende Meisterschaft fährt man wiederum im WRC –Modus nach und er stellt somit das Kernstück von WRC II Extreme dar. Die Saisondaten beruhen dabei auf denen aus dem Jahr 2002, was bedeutet, dass auch die ADAC Rallye Deutschland erstmals vertreten ist.


Und wem das immer noch nicht reicht, der darf sich an die WRC-Herausforderung heranwagen. Hierbei stehen vier Länder zur Wahl mit jeweils vier Etappen. Man darf sein Fahrzeug und den Fahrer wählen, der Rest wird erneut vom Programm vorgegeben. Für jedes Land wird die herausgefahrene Zeit in Form eines Codes an den Spieler weitergegeben. Dieser wiederum gibt die Daten auf der ein und erhält am Ende eine Gesamtzeit. Liegt er mit Beendigung des Wettbewerbs Ende Mai in seinem jeweiligen Land vorne, darf er zum Finale fliegen, wobei die Kosten übernommen werden, und als Hauptgewinn einen offiziellen Ford Focus Schauwagen abstauben, der zuvor von Carlos Sainz gefahren wurde.
Auf der Homepage stehen die genauen Bedingungen und wer denkt, dass Finale für sich entscheiden zu können, sollte WRC II Extreme mit einem Logitech Force Feedback-Lenkrad spielen. Denn damit wird er dann auch im Finale Vorlieb nehmen müssen. Das Spiel unterstützt übrigens auch ein Speedster-2-Lenkrad. Noch ein Wort zum Thema Multiplayer. Außer dem Kopf-An-Kopf-Rennen und den Varianten Herausforderung und Schnelles Rennen, sind alle anderen Modi mit bis zu vier menschlichen Kontrahenten spielbar. Dabei wird auf den Splitscreen verzichtet und man fährt wie bei einer richtigen Rallye nacheinander. Absolut motivierend, da die Zeiten des gesamten 21-köpfigen Fahrerfeldes berücksichtigt werden. Durch dieses Zusatzfeature sind die Probleme eines geteilten Bildschirms mit einem Schlag gelöst. Kein eingeschränktes Sichtfeld, keine Abstriche bei der Grafik und kein reduziertes Fahrerfeld. Zu beachten gilt allerdings, dass je nach Etappe und Spielerzahl schon mal 20 Minuten vergehen können, bis man wieder ans Lenkrad oder Joypad darf. Trotzdem, solange wir in Deutschland noch auf das Online-Gaming verzichten müssen, stellt dies neben I-Link, die vielleicht beste Lösung für Mehrspielerduelle dar.

Wer eine FIA World Rally Championship-Lizenz im Kofferraum hat, der nutzt diese natürlich auch. Sieben offizielle Fahrzeuge und Teams werden nicht nur im Handbuch vorgestellt, auch im Spiel finden sich erklärende Daten. Genauso ergeht es den Fahrern, die ebenfalls auf diese Art und Weise erwähnt werden. Ein Colin McRae findet sich zwangsläufig nicht im Starterfeld, da dieser sich ja bekanntermaßen in seinem eigenen Spiel verdingt. Dafür darf sein jüngerer Bruder Alister McRae zeigen, dass die beiden mit der Benzinpumpe aufgezogen wurden. Auch die Gesichter der Fahrer wurden ordentlich nachmodelliert. Selbst Rallye-Neulinge können gewisse Ähnlichkeiten feststellen, da Fotos der Fahrer im Handbuch zu finden sind. Vor Saison-Beginn erhielten Fotografen exklusiven Zugang zu den Teams, was Grundlage für die Nachbildungen war. Auch die Audioaufnahmen wurden von Toningenieuren im Wageninnern aufgenommen, so dass jedes Fahrzeug seinen charakteristischen Klang von sich gibt. Selbst bei den sechs unterschiedlichen Kameraperspektiven ergeben sich verschiedene Hörgeräusche. Ob die in der Tat vorhandenen Unterschiede der jeweiligen Karossen auch wirklich der Realität entsprechen, können nur Kenner feststellen.
Weiterhin wurden 800 km Strecke auf über 100 Etappen verteilt. Das interessante dabei ist die Verwendung von Satellitendaten. Im Prinzip fährt man auf den Originalstrecken. Abwandlungen, die das Streckendesign für den Spieler interessanter machen, sind natürlich integriert. Und wenn auch niemand genau sagen kann, welcher Teil der Strecke jetzt der Realität entspricht, beziehungsweise wie groß die Änderungen zu Gunsten eines attraktiven Trackdesigns ausgefallen sind, so ist den Entwicklern eines vortrefflich gelungen. Sie haben es geschafft, die Atmosphäre eines jeweiligen Landes – 14 an der Zahl - großartig einzufangen. Egal ob in den kurvenreichen Straßen der Berge Südfrankreichs, den von Olivenbäumen umgebenen Schotterstrecken Griechenlands, der Traslasierra-Region Argentiniens oder den engen und verregneten Etappen Großbritanniens, immer hat man das Gefühl, tatsächlich im jeweiligen Teil des Erdballs zu fahren. Und dies dürfte nicht nur dem weitgereisten Spieler auffallen, zumal jede Rallye in realen Videos vorgestellt wird und einen „echten“ Eindruck vom jeweiligen Land und den Etappen gibt. In diesem Zusammenhang gibt es gleich mal eine Rüge an die Programmierer. Bei einer dieser Vorstellungen stimmt der gesprochene Text nicht mit dem dargestellten Land überein und ist auch noch in Englisch gesprochen. Da ist dann wohl das Sprachmenü doch zu umfangreich gewesen, immerhin darf man zwischen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Finnisch wählen. Kein schlimmer Fehler, aber man fragt sich schon, wieso so etwas nicht spätestens bei der Endabnahme auffällt?

Somit haben wir den Boden für das Spiel bereitet, der sich mehr als sehen lassen kann. Die Voraussetzungen für einen großen Titel sind geschaffen. Ob er das auch ist, verraten die letztlich entscheidenden Faktoren Spielbarkeit und Grafik. Für beides gilt auch bei WRC II die Devise, kurzes Anspielen reicht nicht aus. Zu Beginn darf man sich nämlich erst an die Steuerung gewöhnen und dem ein oder anderen wird der Satz: „Man ist das schwer! “ über die Lippen kommen. Das liegt nicht unbedingt an der Steuerung an sich, die ist direkt und auch relativ schnell erlernbar. Die größten Probleme bereiten anfangs Kollisionen mit dem Straßenrand, insbesondere Leitplanken treiben einem schon mal ein Fluchwort aus der Kehle. Ein Entlangschlittern an eben diesen oder an Mauern ist meist nicht möglich. Berührt man eine Leitplanke selbst in fast paralleler Wagenstellung, verkantet man und das Fahrzeug steht quer. Oft hilft dann nur noch der Rückwärtsgang und wertvolle Sekunden gehen verloren. Wer jetzt den Fehler macht und sagt, dass ist aber nicht realistisch, hat unrecht, da er andere Rennspiele als Vorbild nimmt. Die Realität kennt diese Art der Unfälle, zu betrachten auf DSF und sogar in den Videos des Spiels. Man kann sich allerdings darüber streiten, ob das immer so passiert. Auf alle Fälle birgt es den ein oder anderen Frustmoment und könnte dazu führen, WRC II Extreme vorzeitig abzuschreiben.
Wer durchhält und lernt, wann man bremst und vor allem, welche Bremse man dazu verwendet, wird kaum noch dieses Problem des Verkantens haben. Zudem hilft die fortschreitende Streckenkenntnis ebenfalls. Erfolg werden nur diejenigen haben, die den Bleifuß aus ihrem Vokabular streichen und die Handbremse im richtigen Moment einzusetzen wissen. Naturgemäß sorgen nasse oder eisige Fahrbahnen für veränderte Bodenhaftung. Genauso, wie die verschiedenen Beläge Asphalt, Schotter, Schnee und Schlamm. Auch Bodenunebenheiten sind spürbar und können für Richtungsänderungen verantwortlich sein. Des weiteren sind unterschiedliche Fahrzeugeinstellungen für Sieg oder Niederlage verantwortlich. Übersetzung, Aufhängung oder Bodenfreiheit dürfen beispielsweise verändert werden. Ein Mechaniker findet die optimale Einstellung und kann zu Rate gezogen werden. Ebenso ist ein Probelauf mit den gewählten Einstellungen möglich, der sogenannte Shakedown. Vor einer Rallye und auch zwischen den Etappen wird rumgeschraubt und repariert – ja, es gibt ein Schadensmodell. Dabei kosten diese Aktionen Zeit und wer zu lange braucht, bekommt Strafsekunden für die nächste Etappe aufgebrummt. Auch an Rennsporteinsteiger wurde gedacht, denn sämtliche veränderbaren Fahrzeugparameter werden per Laufschrift erklärt.
Im Anfängermodus ist es so gut wie egal, welches Auto ich wähle und wie es einzustellen ist. Hier lernt man eben und hat leichten Erfolg. Der Profi-Modus bietet dann schon mehr Strecken und Einstellungen werden wichtiger. Leider bieten die Rallyeautos kaum Unterschiede. Es spielt also im wesentlichen keine Rolle, ob ich in einem Ford oder einem Skoda fahre. Viel entscheidender sind die Voreinstellungen der Wagen. Erst im zu erspielenden Expertenmodus sollte man die Auswirkungen der Einstellungen verstanden haben. Denn hier steht einem dann auch kein Mechaniker mehr zur Seite.

Kommen wir zum Schadensmodell. Es gibt eines, wie gesagt, und doch ist es irgendwie nicht vorhanden. Um überhaupt ernsthafte Schäden am Fahrzeug feststellen zu können, bedarf es einer ganzen Menge an Crashs. Im normalen Rennverlauf dürften selbst absolute Nichtskönner Schwierigkeiten haben, das Fahrzeug so zu zerlegen, wie ich es für diese Review gemacht habe. Zudem ist nicht nachvollziehbar, wann Schäden am Fahrzeug entstehen. Ein Frontallaufprall gegen eine Häuserwand hatte nicht die geringsten Auswirkungen, dagegen zerstörte das leichte Touchieren der Felswand mein Rücklicht. Ein freier Fall mehrere 100 Meter in eine Schlucht hatte, man höre und staune, nichts, aber auch gar nichts an Schäden verursacht. So oft wie sich das Auto überschlagen hat, hätte es Schrott sein müssen. Dafür sind dann die Fensterscheiben bei einem anderen, vergleichsweise harmlosen Unfall zerbrochen. Bei weit höheren Geschwindigkeiten ist dann wiederum gar nichts geschehen. Die Programmroutinen oder besser gesagt die Logik, die dahinter stecken soll, bleibt selbst Vulkaniern verborgen.
Auch wirken sich die Schäden erst sehr spät auf das Fahrverhalten aus. Mein Peugeot 206 qualmte aus der Motorhaube, sämtliche Fensterscheiben waren eingeschlagen, die Heckklappe ließ sich nicht mehr schließen und die verbeulten Stoßstangen waren kurz vor dem Abfallen. Aber meine Drifts gelangen ohne Probleme und ich fuhr wie ein junger Gott. Erst nach drei weiteren absichtlich herbei geführten Unfällen zog die Lenkung nach rechts. Nur im Servicebereich macht sich das „Schadensmodell“ bemerkbar. Je mehr kaputt gegangen ist, auch wenn es optisch nicht unbedingt sichtbar ist, desto länger und umfangreicher sind die Reparaturen. Entweder ich fahre mit einem Defekt weiter oder riskiere Strafsekunden, weil die Techniker zu lange brauchen. Im Anfängermodus sind Schäden noch deaktiviert, hier darf man den Jungs von den Evolution Studios keinen Vorwurf machen. Aber spätestens im Expertenmodus sollte soeben Aufgeführtes nicht mehr passieren. Leider ist dieses Hoffen vergeblich.
Unglücklicherweise gibt es noch mehr Grund zum Meckern. Manche Streckenrandbauten können durchfahren werden, als seien sie nicht vorhanden. Andere wiederum scheinen aus Titan zu bestehen. Auch hier stellt man sich ziemlich lange die Frage, warum dieser Zaun jetzt kein Hindernis darstellt, der nächste sich aber wie eine Steinmauer verhält oder weshalb jenes Objekt wie ein Baum wirkt und ein anderes wie ein Blatt Papier? Aber hierbei ist wenigstens ein System auszumachen, zumindest meint man, eines zu erkennen.
Nachdem das Schadensmodell und Kollisionsverhalten nicht wirklich überzeugen konnte, steht nun die Grafik auf dem Prüfstand. Eine objektive Bewertung ist insofern sehr schwierig, da sich Hoch und Tiefs gleichermaßen abwechseln, wie bei keinem anderen Titel. Letztendlich wird das Gesamtbild dann dem einen eher zusagen, der andere wird die negativen Dinge eventuell stärker berücksichtigen. Auf der Habenseite stehen beeindruckende Landschaften, die je nach Streckenverlauf, eine ebenso attraktive Weitsicht haben. Sehr schön, wenn man beispielsweise an einer Bergkuppe die Serpentinen herunterfährt und dabei ins Tal blicken kann. Erkauft wird diese Optik durch Texturenarmut und sehr wenigen Details am Streckenrand. Sicherlich ist der Streckenverlauf weitestgehend in mitten von Mutter Natur anzusiedeln, dennoch wirken die vereinzelt auftretenden Zuschauer, Häuser oder dergleichen wenig überzeugend. Zuschauer beispielsweise jubeln beim Vorbeibrausen, Animationen haben sie jedoch keine geschenkt bekommen. Dafür wird ab und zu ein Vogelschwarm aufgeschreckt. Ein leichtes Kantenflimmern ist als Bonus in jeder Spielpackung ebenso enthalten. Vereinzelt treten auch Pop Ups auf, gerade bei großen Fernsichten. Fairerweise muss man aber sagen, dass dies eher einem Zuschauer auffällt, als dem Spieler, der seinen Focus ja auf die Strasse gerichtet hat.
Wenn Gestrüpp beim Durchfahren umklappt, wie ein Pappaufsteller der zu Boden fällt, weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll. Das die Grafikengine zu besseren Leistungen fähig ist, zeigen durch die Luft wirbelnde Begrenzungspfosten, die gerade wegen dieses Effekts gerne absichtlich gerammt werden. Auch ein Funkenschlag beim Entlangschlittern an Leitplanken oder aus dem Auspuff zeigt, das die Männer und Frauen hinter dem Spiel wissen, wie man Spielerherzen höher schlagen lässt. Die Autos sind übrigens fein modelliert und über jeden Zweifel erhaben. In Kenia beispielsweise wird der Auspuff aufs Dach verlegt, da Schlamm und Dreck sonst zu Ausfällen führen könnten. Bei den Wettereffekten gibt es dann wieder Gutes und Schlechtes zu vermelden. Schneeflocken haben wir anderorts schon besser gesehen, dafür lässt die Engine bei Regen und Donner wieder die Muskeln spielen. Fährt man bergauf ist der bekannte Wassertropfeneffekt auf dem Bildschirm stärker ausgeprägt, als bergab. Schlierspuren auf der Windschutzscheibe, wie sie Colin McRae bietet, gibt es bei WRC II Extreme nicht. Macht aber nichts, da diese spektakuläre Perspektive sowieso kaum zu meistern ist. Lens-Flare-Effekte als Hingucker, zur Seite spritzendes Wasser beim Durchfahren von Wasserlachen als Weggucker. Warum? Weil die Qualität des Effekts nicht einmal Psone-Niveau hat. Die Ansagen des Co-Piloten sind nicht immer perfekt getimt, dafür lassen sich diese auf zwei wählbare Arten präsentieren. Für das Protokoll ist ein 16: 9 Modus, Bildschirmzentrierung und Stereosound von den Chemikal Brothers zu notieren.
Fazit
WRC 2 ist ein wirklich guter Rally Titel. Einzig das ziemlich verkorkste Schadensmodell (manchmal reicht es, nur mal etwas zu schnell mit der Fahrzeugseite gegen eine Leitplanke zu rutschen, um alle fünf möglichen Schäden auszulösen, dafür kommt ihr nach einem Überschlag oder einem Abflug über eine Klippe ungeschoren davon) können dem Titel die hohe Wertung abschlagen. Abgesehen davon macht das Fahren wirklich Spass und auch die Grafik kann sich sehen lassen. Dank den vielen Strecken solltet ihr lang vor dem Bildschirmm gefesselt werden.
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