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595. The Getaway

PS2
» Grafik: 78
» Sound: 88
» Spielspaß Solo: 80
» Spielspaß Multi: 80
» Gesamtwertung:
81
» Anzahl Bewertungen: 5     » alle zeigen
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Infos
» Von: ElCoyote
» Am: 23.12.2006
» Spielzeit: > 10 h
» Grafik: 78
» Sound: 89
» Spielspaß Solo: 80
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 80
Qualität
» bewertet mit: 5
THE GETAWAY

Das Gangsterepos von Sony/Team Soho. Man hat 2 Storylines und ergo 2 Protagonisten, einen Ex-Gangster aus Soho sowie einen Zivilpolizisten. Man spielt zu erst in der Figur von Mark Hammond, der aus der Gang von Charlie Jolson, dem "Herrscher" über Soho, ausgestiegen ist, und dessen Frau erschossen und dessen Sohn von eben jenem Jolson entführt wird, um ihn zu zwingen, div. Schandtaten auszuführen. Im Grunde beschränken sich die Aufträge (zB erledige die Triadengangster, befreie Yas aus der Haft, schleiche dich in ein u.a durch Laser gesichertes Haus, verfolge dies und jenes Auto, beschatte den und denjenigen, beschütze einen Polizeitransport) auf "ballern - fahren - ballern - fahren". Man kämpft sich zu Fuß von Auftrag zu Auftrag bzw. rast durch die Innenstadt Londons, die auf ca. 40 km2 originalgetreu nachgebildet wurde (und die ist überwiegend eng und mit dichtem Verkehr gefüllt, und auch die Hindernisse sind entsprechend zahlreich vorhanden am Straßenrand).
Die zweite Person, der Polizist Frank Carter, spielt im Grunde die selbe Story nach, nur eben erzählt aus der Sicht der Polizei. Der große Unterschied liegt darin, daß Frank meistens Unterstützung durch seine Cop-Kameraden erhält, während hingegen Mark mit Ausnahme von tlw. Unterstützung durch eine Gangsterbraut namens Yasmin solo unterwegs ist.
Zum Beispiel muß Mark in einem Abschnitt Yasmin aus der Polizeihaft befreien, während im entsprechenden Frank-Abschnitt dieser versuchen muß, Mark + Yasmin zu deren Schlupfwinkel zu verfolgen.

Großes Problem sind die schlechten Animationen eigentlich aller Charaktere, die laufen, als hätten sie die Hose voll. Das Zielsystem - frei oder automatisch paßt im Grunde, ist aber etwas langsam. Weiters erschwert die nicht freie Kamera das Geschehen, da man öfters direkt in Feinde hineinläuft und draufgeht, man kann sich zwar an die Wand lehnen, allerdings ist auch diese Möglichkeit etwas hakelig geraten.

Es gibt KEINE Anzeigen, der Zustand des Charakters wird nur durch blutige Kleidung signalisiert, gehielt wird man einfach durch (unbegrenzt mögliches) "Anlehnen an die Wand" - auch nicht störender IMHO als zB überall herumliegende Heilpäckchen. Auch die verbleibende Munition wird nicht angezeigt.

Die zu Fuß-Missionen sind zwar schwer (relativ dumme KI-Gegner, die aber enthemmt ballern), aber immer noch leichter als die Fahrmissionen, die aufgrund der nicht vorhandenen Karte oftmals in wüstes Crash-Boom-Bang ausarten, weil man auch öfters ohne Vorwarnung in Einbahnen rast (selbst Londonfans sind logischerweise überfordert mit der Kenntnis der Straßen(richtungen). Die Crashs selbst und das ausbrechende Chaos machen zwar Spaß (gutes Schadensmodell, Action satt), erschweren aber auch oftmals die Aufgabenstellungen. Ohne profunde Handhabung der Autos und sehr guter Reaktionen sind manche Missionen nur nach mehrmaligem Anlauf zu meistern (einziger Hinweis sind entweder gute Ortskenntnis, markante Punkte der Stadt und der Blinker, der die ungefähre Richtung weist) und erfordern ohne Zweifel einiges an Leidensfähigkeit.

An Fahrzeugen ist 4-rädrig (keine Motorräder) so ziemlich alles vorhanden, zB vulgäre Opel/Vauxhall-Kadett, jap. Kleinwagen a la Daihatsu, Toyota, Luxus-Schlitten wie Lexus, Jaguar, Lamborghini, kleine Transporter wie Hiace u.a., größere Lieferwägen, Polizeischlitten, Renault Espace, Range Rover und auch die roten Doppeldeckerbusse, die auch aus Egosicht gesteuert werden (wie auch LKWs).

Die (nicht allzu brutale) Action paßt, und wenn man mit Yas im knappen Kostüm an einer Kreuzung steht und mit der AK47 herumballert, kommt richtig Freude auf. Waffen können getauscht werden, allerdings kann man nur jeweils ein Doppelset Pistolen und ein Gewehr mitführen.

Was das Spiel heraushebt, sind die vorzügliche Story und die ebenso herausragenden Zwischenszenen, die aus einem Film sein könnten (Stichwort "Get Carter" und "Snatch u.ä.), dito die geniale englische Syhchronisation und die jazzig-groovige Musik. Der Begriff interaktiver Film ist nicht unangebracht.


+ spannende, filmreife Story
+ geniale englische Synchro und sehr gute dtsch. Synchro
+ erlesene Zwischenszenen
+ kühle, düstere Atmosphäre
+ grooviger Soundtrack
+ London!!!!
+ gutes Autohandling
+ nettes Schadensmodell
+ Story wird aus 2 Blickwinkeln erzählt

- sehr schlechte Laufanimationen der Figuren
- Grafik bei weitem unter den Ankündigungen und auch Möglichkeiten der PS2
- kein Tageszeiten-/Wetterwechsel
- zu wenige Innenräumlichkeiten
- keine Karte zur Orientierung
- nur eine Kamerasicht beim Fahren
- teils enormer hardcore-Schwierigkeitsgrad (v.a. manche Fahrmissionen)

Fazit: Ohne die Story, die Darsteller, die Musik und die Atmosphäre wäre es ein durchschnittliches Spiel, MIT diesen features wird es ein grundsolides Spiel für alle Fans ernster Gangstergeschichten mit teils überhartem Schwierigkeitsgrad und einigen technischen Problemen, das gerade auch Londonfans empfohlen werden kann.

Besonderheit: versteckte Edelkarossen und ein free roaming-Modus zum Spazierenfáhren in London.

Daher vergebe ich 81 % inkl. Londonbonus