Infos
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» Spielzeit: |
100 h |
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» Grafik: |
78 |
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» Sound: |
82 |
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» Spielspaß Solo: |
95 |
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» Spielspaß Multi: |
- |
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» Gesamtwertung: |
90 |
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Pro
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Unglaublicher Realismus |
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Im Multiplayer setzt dieses Spiel Masstäbe |
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Contra
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Grafisch gibt es kleinere Schwächen |
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Lizenz deckt die Spielernamen nur teilweise ab |
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Qualität
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Pro Evolution Soccer 2
Kick it like.....
Der alljährliche Fußballkrieg geht endlich wieder in die nächste Runde. Sony hat TIF 2003 schon vor längerer Zeit veröffentlich und geht dem Kampf aus dem Weg. Konami und Electronic Arts hingegen habe ihre beiden neuen Kandidaten am 25. Oktober 2002 herausgebracht. Es treten an: Pro Evolution Soccer 2 gegen FIFA 2003. Wie EA verlauten ließ, hat man die Konkurrenz aus dem Hause Konami endlich ernst genommen und einen großen Sprung in Richtung Simulation versprochen, um alte Fans wieder zu gewinnen. Glücklicherweise haben die Japaner ihre Hausaufgaben gemacht und mehr als nur ein Update auf die Beine gestellt.
Vor einem Jahr stellte Pro Evolution Soccer schon klar die Referenz dar. Dennoch gab es auch einige Schwächen. Die meisten davon haben die Entwickler nun im Nachfolger ausgemerzt. Eines der Hauptprobleme war die häufig verzögerte Steuerung. Es kam relativ oft vor, dass man einen Spieler erst nach wenigen Sekunden kontrollieren konnte. Daraus resultierten unter anderem Ballverluste und spielerische Ungereimtheiten. Und genau dieses Problem wurde beseitigt. Eine weitere berühmte Krankheit aus dem ersten Teil war der in Fankreisen genannte Torwart-Bug. Beim Rauslaufen stellten sich die Keeper häufig dermaßen blöd an, dass so manches Gegentor unnötig fiel. Dank der komplett überarbeiteten künstlichen Intelligenz gehört auch dieses Problem nun der Vergangenheit an. Überhaupt macht die künstliche Intelligenz nun einen noch stärkeren Eindruck. Die Torhüter halten besser, die Stürmer sind deutlich abgeklärter geworden und die Mitspieler bieten sich auch etwas besser an. Perfekt ist das Ganze zwar noch nicht, gelegentlich fehlt es an Bewegung, doch insgesamt kann man sehr zufrieden damit sein.
Auch spielerisch hat sich im Vergleich zum letzten Jahr einiges getan. Zwar wurde die Steuerung fast komplett beibehalten, doch das Spielgefühl ist komplett anders. Die Spielgeschwindigkeit ist etwas höher und es darf auch deutlich mehr gedribbelt werden. Dazu kommt eine Ballphysik, die nun schon verflucht nahe an der Perfektion ist. Obwohl das Spielgeschehen nun schneller und dynamischer ist, haben wir es nicht mit einem actionreichen Spiel im Stile eines FIFA zu tun. Im Gegenteil: der Realismus hat noch mal zugenommen. Torchancen müssen noch stärker herausgespielt werden als im letzten Teil. Gegen eine mauernde Mannschaft helfen hohe Flanken nur selten. Stattdessen ist echter Kombinationsfußball gefragt, der das wahre Fußballerherz höher schlagen lässt. Außerdem ist die richtige Einstellung der Taktik von großer Bedeutung. Allgemein lässt sich sagen, dass Konami den schon ziemlich hohen Schwierigkeitsgrad weiter angeschraubt hat.
Aber kommen wir endlich mal auf den Inhalt des Spiels zu sprechen. Es gibt 56 Nationalmannschaften (darunter auch alle Teilnehmer der WM 2002) und 40 Clubteams, darunter aus deutscher Sicht Bayern, Leverkusen, Dortmund und Hamburg. Dank der FIFPro-Lizenz konnten bei etlichen Spielern die echten Namen verwendet werden. Aber leider nicht überall. Beispielsweise sind bei den Kickern aus Brasilien oder Tschechien die Namen leicht verfremdet worden. Ganz extrem sieht es aber leider bei den holländischen Spielern aus. Statt richtige Namen gibt es nur Bezeichnungen wie „Oranges 001“ oder „Oranges 123“. Auf Nachfrage bei Konami wurde uns mitgeteilt, dass es in Holland vor kurzem Anklagen von einigen Teams gab. Aus Sicherheitsgründen wurde dann im Spiel auf die Namen verzichtet. Kleiner Tipp: wer die Optionsdatei vor Pro Evolution Soccer importiert, kann gewisse Abhilfe schaffen. Ansonsten hilft der Editor weiter, der diesmal sehr ausführlich geworden ist. Man kann nicht nur die Namen und Nummern aller Spieler ändern, sondern auch die Eigenschaften und das Aussehen. Selbstverständlich darf man auch wieder neue Spieler nach eigenen Wünschen kreieren. Außerdem wird die Möglichkeit geboten, an den Clubteams Änderungen vorzunehmen. Das ist auch dringen nötig, haben sie doch teils ziemlich banale Namen spendiert bekommen. So heißt der HSV „Rheinland“, und aus dem BVB wurde „Westfalen“ gemacht. Neben den Namen sind als Bonus noch die Wappen und Trikots komplett veränderbar.
Was die Spielmodi angeht, dürften Genrefans mehr als zufrieden sein. Im Trainingsmodus gibt es nun einige Wettbewerbe. Beispielsweise muss man Freistöße direkt ins Tor befördern. Der Clou bei der Sache: dabei muss noch eine Zielscheibe getroffen werden. Für besonders gute Leistungen bekommt kann man noch einige alte Spieler freigeschalten. Wer lange genug geübt hat, darf sich an ein Freundschaftsspiel oder auch an einen Wettbewerb wagen. Neben EM und WM sind auch eine Art Champions League und eine Liga mit Nationalteams spielbar.
Doch im Mittelpunkt des Geschehens steht natürlich wieder die enorm motivierende Meisterliga. Diese ist diesmal in drei Divisionen aufgeteilt. Liga eins und zwei bestehen aus jeweils 16 Teams, die dritte aus nur acht. Wie immer beginnt man mit dem Team seiner Wahl in der untersten Klasse. Der Kader ist gespickt mit Gurken, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Zu den Stars gehören Nobodys wie Espinas, Cellini oder Vorlander. Mit solchen Leuten ist natürlich nicht Viel zu holen. Abhilfe schafft hier das neue Transfersystem. Wie im echten Leben ist der Transfermarkt nur in einem bestimmten Zeitraum geöffnet. Wer einen Spieler kaufen oder ausleihen will, muss zunächst verhandeln. Vertragsdauer, Gehalt und Ablösesumme müssen eingestellt werden. Nach dem nächsten Spieltag erhält man da eine Nachricht, ob der Transfer über die Bühne geht oder nicht. Es kommt auch häufiger vor, dass man Angebote von CPU-Teams bekommt. Lockt die Höhe der Ablöse, ist der Verkauf des Spielers zumindest eine Überlegung wert. Im Vergleich zun ersteb Teil muss man bei einer Neuverpflichtung keinen vorhandenen Kicker mehr abgeben. Soll heißen, dass man nun auch mehr als nur 22 Spieler unter Vertrag nehmen darf – oder auch weniger. Gelegentlich erscheinen auf der Liste vertragsloser Spieler junge Talente auf. Wenn man ein Talent verpflichtet, kann man ihn mit gewonnen Punkten zu einem Star machen.
Nicht nur das Vertragssystem ist in der Meistliga neu. Es gibt auch noch einige andere Dinge. Zum Beispiel den Pokalmodus. Die 32 Teams der ersten beiden Divisionen tragen während der Saison ein Turnier im KO-System untereinander aus. Die acht Drittligisten tragen nach der nur 14 Spieltage umfassenden Saison einen Minipokal aus. Gute Gelegenheit um noch zusätzliches Geld zu verdienen. Ein sehr wichtiger Punkt ist diesmal auch die Rotation. Erschöpfte Spieler brauchen mal eine Pause, andernfalls sind sie im anstehenden Spiel zu schnell erschöpft.
Spielerisch hat Konami wieder mal ein Meisterwerk hingelegt, was nicht zuletzt an der genialen Meisterliga liegt. Schade nur, dass technisch kaum ein Fortschritt auszumachen ist. Vor allem die Grafik ist etwas enttäuschend. Zwar sehen die Figuren jetzt etwas besser aus und auch an den Animationen wurde stark gearbeitet, doch mit der FIFA-Reihe kann es Pro Evolution Soccer grafisch immer noch nicht aufnehmen. Die Stadien wirken ganz nett, die Zuschauer eher lächerlich. Hoffen wir, dass es beim nächsten Teil etwas mehr Sorgfalt gibt. Dafür läuft das Geschehen aber stets flüssig ab.
Durchwachsen ist auch der Sound. Eine coole Option ist, dass man das Verhalten der Fans einstellen kann. Es ist ein super Gefühl, wenn man auswärts ein Tor schießt und gnadenlos ausgepfiffen wird. Ansonsten ist die Atmosphäre zwar in Ordnung, aber nicht weltbewegend. Wirklich furchtbar hingegen ist der deutsche Kommentar, den man unbedingt abstellen sollte.

Fazit
Auch mit Pro Evolution Soccer 2 legt Konami wieder ein Top Fussball Titel hin der sich von der Konkurrenz nicht verstecken muss. Ganz im Gegenteil. Auch wenn die Grafik nicht auf dem neusten Stand ist, begeistert der unglaubliche Realismus so wie der geniale Multiplayer Modus.
Für alle Fussballfans Pflichtkauf.
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