Infos
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» Spielzeit: |
>47 h |
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» Grafik: |
69 |
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» Sound: |
88 |
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» Spielspaß Solo: |
87 |
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» Spielspaß Multi: |
- |
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» Gesamtwertung: |
87 |
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Pro
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Kampfsystem |
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Charaktere |
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Spannende Geschichte |
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Sound |
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Speichersystem |
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Contra
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Grafik |
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Rotieren der Kamera |
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Lineares Spielprinzip |
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Leichte Rätsel |
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Schlampige Dreamcast Umsetzung |
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Qualität
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Grandia 2
Dank Granas hatten die Menschen das Licht der Hoffnung und lebten in Frieden und Wohlstand, doch Valmar, der Herrscher der Finsternis, versuchte den Menschen das Licht zu stehlen. In einer Schlacht epischen Ausmaßes bekämpften sich Granas und Valmar über eine sehr lange Zeit, bis es Granas mit seinem Schwert gelang Valmar zu erschlagen. Dabei zerstörte das Schwert nicht nur Valmar, sondern fügte auch der Erde tiefe Wunden zu. Bis in die heutige Zeit sind die Narben dieser Schlacht auf dem Planenten zu sehen.
Ihr übernehmt nun die Rolle des Geohounds Ryudo, welcher von seinem Kumpel Skye begleitet wird. Geohounds sind in der Welt von Grandia 2 nicht besonders angesehen, wenn aber Not am Mann ist sind sie die erste Anlaufstelle, sofern genügend Kleingeld vorhanden ist. So hangeln sich Ryudo und sein Kumpel Skye von Auftrag zu Auftrag um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Gerade erst haben die beiden Freunde wieder eine Mission erfolgreich beendet, steht ihnen gleich die nächste Aufgabe ins Haus. Sie sollen die junge Sängerin Elena, eine Dienerin von Granas, von ihrem Dorf zum einem Turm begleiten. Eigentlich möchte Ryudo diesen simplen Auftrag nicht annehmen, dennoch lässt er sich breitschlagen und begleitet Elena zu ihrem Ziel. Draußen wartend, langweilt sich Ryudo zu Tode und hält sich zunächst an die Anweisung nicht den Turm zu betreten, aber als ein angsterfüllter Schrei ertönt zögern Ryudo und Skye nicht lange und eilen Elena zur Hilfe. So beginnt das spannende und gefühlvoll erzählte Rollenspielabenteuer von Grandia 2.
Um es gleich Vorweg zu nehmen, die Geschichte von Grandia 2 bietet zwar nicht viel Neues und weiß erfahrene Rollenspieler vielleicht nicht so häufig überraschen wie so mancher Konkurrenztitel, dennoch weiß dieses Spiels stets an den Bildschirm zu fesseln. In erster Linie liegt dies an den Charakteren, bei deren Design sich die Entwickler unglaublich viel Mühe gaben. Von Minute zu Minute wachsen einem alle Figuren immer mehr ans Herz und man will unbedingt wissen wie sich alles weiterentwickelt. Es macht einfach Spaß die Gespräche der Charaktere untereinander zu verfolgen, z.B. wie Mareg dem Androiden Tio zu erklären versucht was ein Herz bzw. Seele ist. Umso tragischer ist die Art und Weise während des Spielverlaufs wie Tio wirklich erfahren muss, was es bedeutet ein Herz bzw. eine Seele zu besitzen. Außerdem macht es einfach Spaß die nicht gerade zimperlichen Annäherungsversuche von Millenia gegenüber Ryudo zu verfolgen. Aber nicht nur die Hauptcharaktere wissen mit einer charakterlichen Tiefe aufzuwarten, sondern auch die Bösen und andere wichtige Personen im Spiel.
Spielerisch ist Grandia 2 ziemlich klassisch und linear gehalten. In den Städten unterhaltet ihr euch mit allen Personen um Informationen über den Zielort zu erhalten. Habt ihr genügend über nächstes Ziel in Erfahrung gebracht, so solltet ihr euch im Shop mit den neuesten Waffen und Gegenständen ausrüsten. Wenn ihr das erledigt habt, so könnt ihre eure Reise fortsetzen. Während eures Abenteuers durchstreift ihr verschiedenste Orte, angefangen bei Wäldern, Höhlen, Schluchten oder hoch technologisierte Dungeons, an Abwechselungsreichtum mangelt es dem Spiel wahrlich nicht. Mittels eines Kompasses bewegt ihr eure Helden durch die diversen Orte und bekämpft dabei unzählige Monster. Glücklicherweise gibt es in Grandia 2 keine Zufallsbegegnungen, sondern ihr seht alle Gegner und könnt versuchen ihnen ausweichen. Während ihr eure Truppe durch das unwegsame Gelände steuert könnt ihr auch viele Schatzkisten und Gegenstände entdecken, weshalb es sich immer lohnt die gesamte Umgebung abzusuchen. Zwar verfügt Grandia 2 auch über Rätsel, allerdings sind diese nicht besonders schwierig, zumeist müsst ihr nur den richtigen Schalter umlegen, damit ihr euren Weg fortsetzen könnt. Am Ende jedes Dungeons wartet ein Bossgegner auf euch, den es wie immer zu bezwingen gilt. Nebenquests gibt es in Grandia 2 nicht zu entdecken, manche mögen dies als extremen Nachteil ansehen, andere Spieler werden dies unglaublich schätzen. Aufgrund seiner Linearität kann man sich einfach voll und ganz auf die Geschichte und Charaktere des Spiels konzentrieren, wodurch das Game eine tolle Atmosphäre aufbaut.
Neben dem Charakterdesign, kann Grandia 2 vor allem mit seinem genialen und zugleich einfach gehaltenen Battlesystem punkten. Grandia 2 verfügt über eine Art rundenbasiertes Kampfsystem. Wenn ein Kampf beginnt so erscheint am unteren Bildschirmrand eine Leiste auf der die Köpfe aller Kampfteilnehmer zu erkennen sind. Auf der Statusleiste laufen die Köpfe jedes einzelnen Charakters ständig von links nach rechts. Sobald ein Kämpfer den Punkt „Com“ erreicht hat, pausiert das Spiel und man kann in ruhe seine Aktionen auswählen. Nun könnt ihr zwischen mehreren Punkten wählen, nämlich Combo, Critical, Magie, Spezialfähigkeiten, Verteidigen und Item. Habt ihr eure Aktion gewählt so wandert der Kopf eures Helden weiter nach rechts bis „Act“, sobald dieser Punkt erreicht ist, führt euer Held seine Aktion aus. Wenn euer Kämpfer sein Kommando ausgeführt hat, fängt das Ganze wieder von vorne an. Was sich auf den ersten Blick nicht besonders spektakulär anhört offenbart während des Spielens einen enormen Suchtfaktor. Jede Aktion hat nämlich ihre Vor- und Nachteile. Combo ist ein kräftiger Standardangriff, Critical hingegen ist ein schwächerer Angriff, der dafür die Aktion des Gegners abbricht und diesen auf der Statusleiste wieder weiter nach links versetzt. Ihr könnt euren Gegnern natürlich mit mächtigen Zaubersprüchen und Spezialangriffen zu Leibe rücken, je mächtiger allerdings diese sind, desto länger dauert die Ausführung dieser Aktionen. Durch Training und spezielle Items könnt ihr eure Statistiken verbessern und somit die Kämpfe deutlich beschleunigen. Dadurch erhalten die Kämpfe einfach eine Menge Tiefgang und Action und bleiben trotzdem übersichtlich.
Ebenfalls sehr positiv gelungen ist das Speichersystem. Ihr könnt entweder in Herbergen abspeichern oder ihr nützt die fair und zahlreich gesetzten Speicherpunkte, denen ihr auf eurer Reise begegnet. Netterweise könnt ihr dort nicht nur euren Spielfortschritt absichern, sondern auch eure gesamte Truppe umsonst heilen lassen. Dadurch spielt sich Grandia 2 sehr angenehm und ladet geradezu zu einer Trainingseinheit ein.
Leider wurde Grandia 2 etwas schlampig auf die PS2 umgesetzt, weshalb das Spiel auf dem Dreamcast einfach besser aussah. Ansonsten ist Grandia 2 grafisch gesehen eher unterer Durchschnitt. Die Figuren sind nett animiert und bieten auch so einige Details, allerdings sind sie etwas zu kantig geraten. Die Umgebungen wissen zwar durch sehr viel Abwechslung zu überzeugen, aber architektonische Meisterwerke dürft ihr wiederum auch nicht erwarten. Ein Lob verdienen dafür die recht spektakulären Effekte während der Kämpfe, in denen immer etwas los ist. Das ständige Rotieren der Kamera mag anfangs zwar unangenehm sein, doch dank des Kompasses gewöhnt man sich mit der Zeit daran, weshalb man trotz der dauernden Perspektivwechsel nur selten die Orientierung verliert. Sehr gelungen sind die gezeichneten Gesichter in den Textboxen, die während der Gespräche ein wenig Anime-Flair aufkommen lassen und einem die Charaktere noch etwas näher bringen.
Die musikalische Untermalung ist eine der größten Stärken des Spiels. Der Soundtrack weiß zu absolut jeden Zeitpunkt vollkommen zu überzeugen und wartet mit so manchen Ohrwurm auf. Einige Melodien dürften Kennern des ersten Teils bekannt vorkommen, was so manchem Spieler sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Zusammen mit den liebevoll entworfenen Charakteren bauen die Musikstücke eine unglaublich dichte Atmosphäre auf, die man nur sehr selten in einem Spiel findet. Nett gelungen ist auch die englische Sprachausgabe, die zwar nicht das Niveau von Final Fantasy X erreicht, sich aber dennoch sehen lassen kann.
Wer sich nicht an dem linearen Spielprinzip und der unterdurchschnittlichen Technik stört, bekommt es mit einem der liebevollsten RPG der letzten Jahre zu tun. Für Rollenspielfans ist Grandia 2 auf jeden Fall ein Muss, alle anderen sollten das Spiel zumindest Probespielen.

Fazit
Mir Grandia 2 einfach nur Spaß gemacht. Ich war sofort von den Charakteren und der unglaublich dichten Atmosphäre gefangen genommen worden und konnte mich nur schwer von diesem Spiel lösen. Grandia 2 spielt sich einfach flüssig, nichts wirkt aufgesetzt, nichts unpassend. Das Kampfsystem erzeugt einen enormen Suchtfaktor und gehört sowieso zu den Besten die es derzeit gibt. Egal für welches System ihr Grandia 2 findet, ihr solltet es euch unbedingt kaufen, denn an solche intensive Spielerlebnisse erinnert man sich nämlich noch lange.
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