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550. Ghosthunter

PS2
» Grafik: 94
» Sound: 86
» Spielspaß Solo: 85
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung:
82
» Anzahl Bewertungen: 5     » alle zeigen
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Infos
» Von: Prone
» Am: 26.01.2005
» Spielzeit: 8 - 10 h
» Grafik: 79
» Sound: 75
» Spielspaß Solo: 85
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 80
Qualität
» bewertet mit: 10
Es ist euer erster Tag im Polizeidienst und an Geister glaubt ihr schon gar nicht. Als ihr einen Routineauftrag in einer geschlossenen Schule mit eurer Partnerin übernehmt, hofft ihr nur darauf, schnell nach Hause zu kommen und die Aufgabe hinter euch zu bringen. Doch es soll alles ganz anders kommen und schon bald werdet ihr erkennen, dass nicht alles Unerklärliche nicht zwangläufig nicht existiert.

Handelt es sich bei Ghosthunter vielleicht endlich um einen Resident Evil-Killer? Nachdem einige Spiele schon zum Halo-Killer hochstilisiert wurden, glaube ich an derartige Prognosen nicht und sehe die Fakten nüchtern. Gleich vorneweg: Ghosthunter hat nette Ideen, kann aber mit dem König der Klasse – in diesem Fall Resident Evil – nicht mithalten. Das liegt zum einen an der Geschichte, die zwar nett aber lange nicht so ausgereift ist. Auf der anderen Seite wurden Features mit aufgenommen, die wiederum einer Nennung bedürfen.

Ohne zu weit auf die Story einzugehen und dadurch die Spannung zu nehmen: Ghosthunter ist – wie der Name vermuten lässt – ein Geisterjäger-Spiel. Nebenbei müsst ihr noch jemanden befreien und bekommt es mit einem sehr bösen Wesen zu tun, das hofft, durch die Energie von lebenden Menschen, in die Welt zurückzukehren. Eure Waffen helfen natürlich nicht soweit, dass ihr Geister mit z.B. einer Schrottflinte töten könnt. Daraus ergibt sich eine – zuerst zu erlernende – Kombination. Ihr könnt die Energie der Geisterwesen durch konventionelle Waffen schwächen und sie dann mit einem Gerät – analog zu der Gespensterfalle im Film „Ghostbusters“ – einfangen. Diese Technik benötigt zuerst ein bisschen Übung, da ihr erkennen müsst, wann ein Geist genügend geschwächt ist, um der Falle nicht entkommen zu können.

Grafisch ist Ghosthunter nicht der große Wurf geworden, oft wirkt die Umgebung steril und lieblos designt. Auch die kleinen netten Ideen in den Klassenräumen der Schule (einer der Projektoren wirft verschiedene Geisterbilder an die Wand und ihr erkennt euren Feind), dem Lehrerzimmer oder Lager können diesen Makel nicht vollends bereinigen. Obwohl die Kameraführung besser ist als in vielen anderen ähnlichen Spielen, kann es dazu sein, dass ihr mal daneben springt oder die Kamera in der Wand hängen bleibt. Nur die Teile, welche die Geschichte weiter vorantreiben, sind wirklich schön gestaltet. So sind das Labor und die Kanalisation mit Ratten und viel Bewegung ausgestattet. Das macht Spaß.

Der Sound und die Atmosphäre, die hieraus generiert wird, ist genretypisch sehr ausgefeilt, kann allerdings an andere Grusel- und Psychospiele nicht heranreichen. Während am Anfang die Stimmung noch sehr gut aufgebaut wird, kann die Musik später nicht das halten, was versprochen wurde. Das soll nicht heißen, dass die musikalische und sprachliche Untermalung schlecht ist, sie ist eher durchschnittlich und nur phasenweise exzellent.

Ein interessantes Feature ist der Astral-Körper. Hierbei könnt ihr kurzfristig die Steuerung eines Geistes übernehmen und durch Fliegen bestimmte Bereiche erreichen, die euch in menschlicher Form nicht möglich sind. Während dieser Zeit könnt ihr die Formen von verschiedenen Geistern einnehmen, die ihr vorher gefangen habt. So hilft euch die starke Form einiger Geister, Hindernisse aus dem Weg zu räumen etc. Das ist ein nettes Feature und sorgt dafür, dass man an den Stellen, an denen man denkt, man kommt nicht weiter, nachdenken und weitersuchen kann und so ggf. einen anderen Weg findet.

Spielerisch ist Ghosthunter durch die kleinen Features und dadurch, dass ihr nicht wahllos Zombies oder ähnliche Kreaturen abschlachten müsst, durchaus ein Anspielen wert. Die Steuerung und das Augenmaß, wann ein Geist gefangen werden kann, gehen relativ schnell in Fleisch und Blut über und nach ein paar Minuten ist die Steuerung leicht zu bedienen. Die Kamera mag zwar besser als in vielen anderen Spielen sein, manchmal bringt sie euch trotzdem zur Verzweiflung. Dies ist am besten erkennbar an Kanten: es ist manchmal unmöglich zu sehen, wie weit der Abstand zur nächsten Kante ist und das kann zu einem Sprung in den Tod führen. Bis ihr den Dachboden erreicht kommt manchmal Frust auf.

Fazit:
Was lässt sich also zusammenfassend über Ghosthunter sagen? Ein teilweise durchschnittlicher Titel mit schönen Elementen. Von der Komplexität ist das Spiel ebenfalls nicht besonders fordernd, etwa 8 Stunden werdet ihr brauchen, um das Geheimnis gelüftet zu haben. Ich kann euch nur raten, den Titel anzutesten. Wenn euch Resident Evil zu blutig war und Kya-Dark Lineage zu wenig schockierend, könnte Ghosthunter etwas für euch sein.