Ghosthunter
Sonys Cambridge Studios stehen für Qualität, letzter Geniestreich der Entwickler war Primal. Nun schickt sich Ghosthunter als ein ambitioniertes Action-Adventure an, die Idee des Films Ghostbusters in ein gelungenes Videospiel zu bannen. Ob den Entwicklern dies mit Ghosthunter gelungen ist, lest ihr in unserem Review.
Geister
Ihr spielt den Polizisten Lazarus Jones, der mit seiner Partnerin Anna Steele in eine verlassene Schule beordert wird, in der es angeblich spuken soll. Im Keller des Gebäudes öffnet Jones eher zufällig ein Geistergefängnis und befreit somit eine Horde Untoter, die es nun gilt wieder einzufangen, da auch Jones’ Partnerin entführt wird. Auf der Suche nach ihr, bekommt ihr im Laufe des Spiels Unterstützung von zwei Partnern: Einem Auftraggeber und Astral, bei der es sich um einen Geist handelt. In einigen Abschnitten des Spiels seid ihr mit Astral unterwegs und könnt mit ihr z.B. Schweben, oder durch Wände gehen.
Die Story wird bei Ghosthunter in unzähligen In-Games-Zwischensequenzen vorangetrieben, die wirklich grandios in Szene gesetzt wurden.
Das Action-Adventure besteht aber nicht nur aus einer simplen Geisterjagt, ihr müsst auch Schleichpassagen absolvieren und (teils simple) Rätsel lösen.
Ist Jones anfangs noch mit einer Pistole ausgestattet, findet er im Laufe des Spiels verschiedene Waffen und Ausrüstungsgegenstände wie z.B. eine Infrarotsichtbrille. Die Geister werden in typischer Ghostbuster-Manier eingefangen: Während ihr sie mit euren normalen Waffen schwächt, benötigt ihr euren Wurfdiskus um sie einzufangen.
Bei Ghosthunter steht jedoch die Action im Vordergrund, Schockmomente und Horrorelemente könnten ruhig ein paar mehr vorhanden sein.
Größtes Manko des Spiels ist die doch sehr eigenwillige Kamera. Plötzliche Kameraschwenks sorgen zwar für den einen oder anderen Schockmoment, tragen aber nicht unbedingt zur besseren Übersicht bei. Zwar könnt ihr die Kamera jederzeit frei justieren, das hilft euch bei solchen Kameraschwenks leider auch nicht weiter. Auch die Steuerung gibt leider Grund zur Kritik: Jones steuert sich zu unpräzise, das komplizierte Waffenwechseln gestaltet sich in packenden Gefechten als umständlich.
Ihr steuert die Protagonisten aus der 3rd-Person-Perspektive, auf Wunsch wechselt ihr jedoch in die Ego-Ansicht, in der ihr euch aber nicht bewegen könnt.
Gelungene Technik
Grafisch kann man Ghosthunter als gelungen bezeichnen. Eine deutlich aufgemotzte Primal-Engine, packende und schöne Zwischensequenzen und herrlich düstere Schauplätze lassen einen guten Endruck von der Grafik entstehen.
Die Texturen sind wirklich sehr scharf und detailliert, außerdem überzeugt die Grafik durch aufwendige Echtzeitschatten und klasse Lichteffekte. Die Monster und Spielfiguren sehen allesamt schön aus und sind detailreich ausgearbeitet. Auch sie kommen jedoch nicht an den Ekelfaktor eines Silent Hill ran. Wie bereits eingangs erwähnt überzeugen ebenfalls die In-Game-Zwischensequenzen, die sehr schön geschnitten sind und nahtlos in das Spiel übergehen.
In Sachen PAL-Anpassung gibt es ebenfalls Lob an Sony. Es gibt weder PAL-Balken noch Slowdowns. Dafür überzeugt das Spiel mit einem 60-Hertz-Modus und Progressive Scan- Unterstützung.
Euer Hauptcharakter erinnert nicht nur vom Aussehen an Brad Pitt, ihm wurde auch seine deutsche Synchronstimme spendiert. Insgesamt ist die Synchronisation ebenfalls sehr gut gelungen.
Viele Geräusche tragen zur angsteinflößenden Atmosphäre des Spiels bei, seien es ein knarrender Schaukelstuhl oder ein herrlich knisterndes Feuer: Auch der Sound von Ghosthunter kann überzeugen.
Das Spiel unterstützt übrigens Pro Logic II, mit dem die Soundkulisse noch besser wirkt.
Fazit:
Mit Ghosthunter liefern die Cambridge Studios ein gelungenes Action-Adventure ab. Grafik und Sound sind absolut gelungen, auch das Gameplay überzeugt. Dazu ist die PAL-Anpassung ebenfalls sehr gut gelungen. Leider geben Kameraführung und Steuerung Anlass zur Kritik: Die Übersicht leidet an den Kameraschwenks und euer Charakter steuert sich leider einfach zu unpräzise. Auch die Rätsel könnten ein bisschen Anspruchsvoller sein. Das gesamte Spiel könnte ruhig etwas gruseliger sein. Insgesamt bleibt jedoch ein gutes Action-Adventure mit interessanter Story.