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Hart aber herzlich
Knapp zehn Jahre ist es her, da war die Contra-Serie mit dem erscheinen von Contra 3 (hierzulande: Super Probotector) für das Super Nintendo sowie der Mega Drive Fortsetzung auf ihren Höhepunkt – was danach kam, war ein Schlag in das Gesicht der Fans: Die japanischen Teams hatten wohl keine Lust mehr auf die Franchise und beauftragten die Ungarn von Appaloosa mit der Programmierung der beiden Psone – Fortsetzungen. Diese waren leider höchstens durchschnittlich, so dass man befürchten konnte, dass die ehemals großartige Serie nach diesen zwei misslungenen Ablegern endgültig eingestellt werden würde... Doch Konami hat die Fans der Serie nicht vergessen, und präsentierte auf der e3 2002 endlich wieder ein in Japan programmiertes Contra für die Playstation2, welches all die Tugenden der erfolgreichen 16Bit Vorgänger beinhalten sollte, und statt auf Bewegungsfreiheit in 3D-Landschaften auf zweidimensionales Gameplay vor Polygonaler Kulisse setzt. Nun endlich ist das Spiel in Deutschland erschienen, und zwar unter dem Originalnamen Contra – Shattered Soldier. Einen Abänderung für den deutschen Markt, wie bei den 16Bittern (Roboter statt Menschen) hat man sich nämlich gespart. Ihr schlüpft in die Rolle des muskelbepackten Kampfveteranen Bill Rizer, solltet ihr euch zu zweit in das Abenteuer wagen, steuert der zweite Spieler eine weibliche Mitstreiterin. Spielerische unterschiede zwischen den beiden Figuren gibt es nicht. Werdet ihr nach der Charakterwahl im ersten von insgesamt sieben Levels abgesetzt, erwartet euch ein Actioninferno, wie ihr es vermutlich schon lange nicht mehr gesehen habt. Von allen Seiten stürmen die Aliens auf euch zu und wollen euch über den Jordan schicken. Ihr tut es ihnen natürlich gleich, und dafür stehen euch drei verschiedene Waffensysteme zur Verfügung, welche ihr mit der Schultertaste durchschalten könnt: Maschinengewehr, Granat- und Flammenwerfer, die jeweils auch noch über eine Sekundarfunktion verfügen und sich auf Tastendruck auch noch in bestimmten Schusswinkeln feststellen lassen. Je nach Situation eignen sich diese Waffen natürlich unterschiedlich gut, so dass die richtige Wahl überlebenswichtig ist. Doch auch mit richtiger Waffe ist das Überleben eine echte Herausforderung: Es gibt praktisch keine ruhige Minute auf dem Bildschirm, neben hunderten normaler Gegner warten auch noch zahlreiche riesige Zwischengegner und natürlich die Levelbosse auf euch, und jeder einzelne ist nur mit der richtigen Strategie und einer sehr guten Joypadbeherrschung ohne Lebensverlust zu erledigen. Wer jetzt denkt, die Levels währen reine Jump’n Shoot Angelegenheiten mit ein paar großen Gegnern, der kennt wohl Contra nicht. Wie es Tradition ist, lauft ihr nicht einfach von links nach rechts, alleine schon der erste Level verlangt einiges an akrobatischen und sportlichen Geschick vom Helden. Gerade noch lauft ihr gemütlich in der Gegend herum, dann bricht plötzlich der Boden unter euren Füßen weg, und ihr saust auf einer Art Snowboard den Hang hinunter und kämpft gegen einen riesigen Schneewurm. An einer anderen Stelle im Level müsst ihr vertikal eine Wand hochklettern, wobei ihr euch mit der einen Hand festhalten, und mit der anderen Hand immer wieder Gegner wegpusten müsst. Und wieder an einer anderen Stelle hangelt ihr euch an einem Gerüst entlang, während fliegende Gegner versuchen, euch zu schnappen und aus den Bildschirm zu tragen – was euren Tod bedeuten würde. Viele dieser Elemente kommen Serienkennern bekannt vor, was sich auch durch das Ganze Spiel so weiterführt. Offensichtlich hat man bei Konami die besten und beeindruckendsten Elemente von Contra 3 genommen und in modernen Gewand leicht abgeändert für Shattered Soldier recycled, wobei natürlich auch einige neue Ideen Verwendung fanden. Ebenfalls neu ist das Trefferratensystem, welches Anfänger wie auch Profis sicherlich zur Verzweiflung treiben dürfte. Denn nur, wenn ihr in jedem Level eine entsprechend hohe Trefferrate erzielt, bekommt ihr auch alle Levels zu sehen Technik:
Obwohl das Spiel zu 95% der Zeit zweidimensional scrollt, ist die Grafik von Shattered Soldier aus tausenden Polygonen zusammengesetzt. Somit erreichen die Designer eine Dynamik auf den Bildschirm, wie man es von klassischen 2D-Jump’n Shots nicht kennt, so viel Bewegung und Animationen findet man höchstens noch in den Metal Slugs für das Neo Geo. Das ganze sieht auch noch fantastisch aus, tolle Effekte, bombastische Explosionen, wilde Zooms, fantastisch animierte Bosse und noch vieles mehr lassen dem Auge keine Ruhe- und trotzdem bleibt das Scrolling immer flüssig. Akustisch wird euch nicht weniger geboten, vor allem die wummernden Effekte versetzen euch sofort ins Spiel. Geteilter Meinung kann man über den treibenden, harten Metal-Soundtrack sein, zur Action passt er jedenfalls hervorragend. |
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