» userrankings.com Master-Review «
Link: http://userrankings.com/spiel/1104/masterreview.html
Jak 3  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 07.12.2004
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Letzter und bester Teil der hervorragenden Jak-Trilogie.

Als 2001 das erste Abenteuer der abgedrehten Figuren Jak und Daxter erschien, eroberten sie mit flottem Gameplay, top Technik und einer ordentlichen Portion Humor die Herzen der Jump & Run-Fans. Zwei Jahre später schob Entwickler Naughty Dog Studios den zweiten Teil nach - allerdings mit einschneidenden Veränderungen im Gameplay und Anleihen bei der Grand Theft Auto-Serie. An vielen Stellen hieß es ab sofort ballern statt springen. Auch wenn diese Veränderungen einigen Jump & Run-Fanatikern sauer aufstießen, konnte das Spiel vollends überzeugen und wurde, trotz eines verdammt harten Schwierigkeitsgrades, mit Traumwertungen überschüttet. Nun folgt der dritte und letzte Teil der Trilogie, der mit weniger grundlegenden Änderungen gegenüber dem zweiten Abenteuer, aber vielen Verbesserungen einen krönenden Abschluss darstellen will. Ob das Vorhaben geglückt ist, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Ab in die Wüste
Obwohl Jak zusammen mit seinem quirligen Kumpel Daxter den Metallschädel-König ausschalten konnte, wurde eine Invasion der Stadt Haven City durch seine Truppen nicht mehr verhindert.
» Der Palast von Haven City bricht zusammen.
So kam, was kommen musste: Die Metropole fiel den halb metallischen, halb organischen Angreifern zum Opfer und wurde fast komplett zerstört. Getreu dem Motto Undank ist der Welten Lohn wurde Jak für dieses Schicksal verantwortlich gemacht und vom neuen, zwielichtigen Bürgermeister höchstpersönlich in die sandigen Weiten des Ödlands verbannt. Nach längerem Herumirren in der unendlich scheinenden heißen Landschaft brechen die Helden zusammen. Glücklicherweise werden sie von den Ödländern entdeckt und gerettet. Hier beginnt das dritte Abenteuer des ungleichen Heldengespanns, bei dem dieses Mal nicht nur die Stadt Haven City und das Ödland, sondern der ganze Planet am Rande der Zerstörung stehen.

Ingame-Tutorial
Zunächst müssen sich die Helden gemäß eines alten Stammesrituals in der Arena diversen Prüfungen stellen. Diese Gelegenheit lässt das Programm natürlich nicht aus, dem Spieler kurz die Basis-Steuerung zu erklären.
» Auf den Wüstenechsen kann man reiten.
Kenner des zweiten Teils werden sofort zurecht kommen, da die Bedienung 1:1 aus dem Vorgänger übernommen wurde. Aber auch alle anderen werden schnell mit der intuitiven Steuerung klar kommen und schon bald problemlos durch die Gegend springen, schlagen, treten und natürlich schießen. Wann immer im Spiel neue Bedienungselemente hinzukommen, werden diese durch kurze Texteinblendungen und direkt in den Missionsablauf integrierte Tutorials erklärt. Ist die Arena erst einmal überstanden, darf sich der Protagonist frei in der Stadt der Ödländer bewegen. Damit man in den weitläufigen Arealen nicht den Überblick verliert, ist stets eine Minimap eingeblendet, die praktischerweise auch gleich wichtige Personen sowie Missionsziele markiert. Natürlich darf im Hauptmenü auch auf eine größere Version zurückgegriffen werden. Oft stehen gleichzeitig mehrere Aufträge zur Verfügung, so dass man wählen kann, was als nächstes gespielt wird. Im Endeffekt müssen jedoch alle Missionen angegangen werden. Daher macht es keinen Unterschied, welche man zuerst absolviert.

Abwechslung hoch drei
Die Aufträge an sich gestalten sich abwechslungsreich wie nie zu vor. Selbst vergleichbare Titel wie FlipnicBeyond Good & Evil, die durch Ideenreichtum geprägt waren, deklassiert Jak 3 problemlos. Besonders gelungen sind die neuen Buggy-Missionen, in denen der Spieler am Steuer eines Wüstengefährts durch die staubige Einöde rast und sich wilde Verfolgungsjagden und Gefechte mit marodierenden Räuberbanden liefert.
» Die knallbunten Grafiken sind überaus gut gelungen.
Natürlich müssen auch wieder allerlei Rennen bestritten werden. Ob auf dem Sattel eines seltsamen Wüstentiers, hinter dem Steuer eines Renngefährts, an der Halterung eines Segeldrachen oder auf dem Rücken einer Rakete spielt letztendlich keine Rolle. Alles was hier zählt sind Geschwindigkeit und sehr gute Reflexe.

Auch das Hoverboard, ein schwebendes Skateboard, ist wieder mit von der Partie und bringt den Spieler durch geschicktes Gleiten, Springen und Grinden an sonst unzugängliche Orte. Natürlich dürfen in einem echten Jak-Game auch knifflige Sprungpassagen nicht fehlen. Die gestalten sich ebenfalls sehr abwechslungsreich und wurden perfekt ins Gesamtwerk eingebunden. Anrückende Feinde in allen Formen und Farben bekämpft man entweder mit Schlägen und Tritten oder mit einer der zur Verfügung stehenden Waffen. Darüber hinaus gibt es Geschicklichkeitsprüfungen, in denen Tasten möglichst schnell in der richten Reihenfolge gedrückt werden müssen, reine Ballereinlagen am Abzug einer FLAK- oder Fahrzeugkanone sowie einen spaßigen Pacman-Clon zu bestehen.

Suck my Rocket
Die Ballermänner sind augenscheinlich die gleichen wie im zweiten Teil. Allerdings hat jede der vier Waffen zwei neue Ausbaustufen spendiert bekommen, die weitere Feuermodi bereithalten. So verschießt beispielsweise das Blastergewehr auf der zweiten Stufe reflektierende Schüsse, während der dritte Feuermodus eine kleine Sonde startet, die ein ganzes Donnerwetter aus tödlichen Projektilen auf die Gegner hinab regnen lässt.
» Erst schießen, dann fragen...
Ebenfalls neu hinzugekommen sind ein gewaltiger Blitzstrahler, Granaten, ein Schockwellengenerator, zielsuchende Mikro-Raketen, ein Massenimploder sowie die alles vernichtende Super Nova, die ein kleine Atombombe abfeuert.

Darüber hinaus lassen sich die Waffen neuerdings ausbauen. Dies geschieht mittels eingesammelten roten Eiern. So kann die Schussfrequenz des Wellenemitters oder die Durchschlagskraft der Minigun-Salven erhöht werden, was den Waffen zusätzliche Power verleiht. Die Eier selbst, durch die auch andere mehr oder weniger sinnvolle Extras wie freie Levelwahl oder Charaktermodelle freigeschaltet werden dürfen, sind im ganzen Spiel versteckt oder können in diversen Minigames gewonnen werden. Um an diesen teilnehmen zu dürfen, benötigt man wiederum gelbe Kristalle, die von Gegnern fallen gelassen werden. Die Minispiele beinhalten verschiedenste Herausforderungen wie Zeitrennen, Stunts oder - leider sehr ätzende - Suchspiele.

Hell(er)-Jak
Natürlich spielt auch das geheimnisvolle Ecco wieder eine tragende Rolle. Dieser energiespendende Stoff ermöglicht es Jak, sich kurzzeitig in sein dunkles Pendant zu verwandeln.
» Der Blaster im Einsatz.
Dieses ist dank seiner langen Klauen ein perfekter Nahkämpfer. Außerdem verfügt es über die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen sowie ein paar Superattacken, die alle Gegner in einem bestimmten Radius töten. Im Verlauf des Spiels erlernt der Protagonist zudem noch die Kräfte des hellen Eccos zu nutzen. Diese ermöglichen es dem Helden, sich selbst zu heilen, die Zeit extrem zu verlangsamen, kurze Strecken zu fliegen oder einen magischen Schutzschild aufzubauen. Natürlich werden diese Fähigkeiten auch für Rätsel eingesetzt. So muss man an einer Stelle die Zeit anhalten, um sich seinen Weg durch schnell drehende Klingen zu bahnen.

Grafik
>Alle die behaupten, die Playstation 2 habe grafisch nichts mehr drauf und würde der Konkurrenz hoffnungslos hinterher hinken, dürfen Jak 3 keinesfalls verpassen. Was hier über den Bildschirm flimmert, hätte man der betagten Sonymaschine nicht in seinen kühnsten Träumen zugetraut. Hochdetaillierte Charaktermodelle, farbenfrohe, abwechslungsreiche Umgebungen, superschicke Texturen, knallbunte Waffen und Explosionseffekte, superbe Animationen und eine traumhafte Weitsicht betören das Auge von der ersten bis zur letzten Sekunde. Das alles läuft stets flüssig und ohne Ruckler oder Framerateinbrüche. Auch bei größeren Gefechten mit vielen Gegnern und Effekten bleibt die Bildrate konstant. Besonders schick anzusehen sind einige Endbosse, die nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch tolle Animationen überzeugen können. Lediglich hin und wieder auftauchendes Tearing trübt den überragenden Gesamteindruck ein wenig.

Sound
Auch beim Sound kann der Titel voll punkten. Während die Musik mit ihren stets passenden Klängen noch eher dem gehobenen Standart angehört, wissen die Soundeffekte mit ihren knalligen Geräuschen die Boxen zum Beben zu bringen. Besonders gelungen ist auch wieder die Synchronisation, die absolut professionell und passend gewählt wurde. Wer das Spiel dennoch im englischen O-Ton genießen will, darf dies in den Optionen ändern. Auch einige andere Sprachen stehen hier zur Auswahl.

Spielspaß Solo
Anschnallen, festhalten und los geht’s! Jak 3 ist eine wahre Achterbahnfahrt unter den Actionspielen und weiß von der ersten bis zur letzten Sekunde zu begeistern. Die ultraabwechslungsreichen Missionen sorgen im Hauptquest rund 14-18 Stunden lang für Spaß pur. Zwar fällt der dritte Teil der Serie damit etwas kürzer aus als sein Vorgänger, was jedoch größtenteils am leicht gesenkten Schwierigkeitsgrad liegt. Dieser richtet sich zwar immer noch eindeutig an erfahrene Spieler, vermeidet aber all zu heftige Stellen, wie sie in Jak 2 häufiger vorkamen. Auch die neuen, viel durchschlagskräftigeren Waffen sowie die Heilfertigkeit machen das Überleben vor allem in Kämpfen einfacher. Die abermals fair gesetzten Checkpoints verhindern das Wiederholen all zu großer Spielabschnitte nach dem Ableben. Auch wurden unnötig lange Wegstrecken zwischen den Missionen stark gestrafft, so dass langweiliges Hin- und her Gefliege entfällt.
Neben dem Hauptquest gibt es noch jede Menge Nebenmissionen, die in ihrer Qualität stark schwanken. Neben spaßigen Rennen und Stuntherausforderungen nerven vor allem dämliche Suchrätsel, bei denen ein Gebietsausschnitt kurz gezeigt wird und anschließend innerhalb eines ultraknappen Zeitlimits gefunden werden muss.
Für zusätzliche Motivation sorgen die grandiosen Zwischensequenzen, welche die spannende Story vorantreiben und dank Daxter stets für den einen oder anderen Lacher sorgen.

Spielspaß Multi
Im Spiel ist kein Mehrspielermodus enthalten.

Pro
Superabwechslungsreiches Gameplay
Fantastische Grafik
Knallige Soundeffekte
Knackiger, aber stets fairer Schwierigkeitsgrad
Top Synchronisation
Hilfreiche Minimap
Faire Checkpoints
Abgedrehter Humor
Lustige Charaktere
Coole Story
Praktisch keine Ladezeiten
Contra
Für Einsteiger zu schwer
Gelegentliches Tearing bei der Grafik
Einige Kameraprobleme
Letzter Teil der Serie
Fazit
Wahnsinn, was die Jungs von Naughty Dogs da auf den Fernseher zaubern. Jak 3 ist Adrenalin vom Anfang bis zum Ende und bildet einen würdigen Abschluss einer herausragenden Spieleserie. Die größten Kritikpunkte am Vorgänger wurden ausgebessert und machen Jak 3 zu einem der besten derzeit erhältlichen Titel für Sonys Konsole. Auch wenn sich rein gameplaytechnisch gegenüber dem zweiten Teil nicht all zu viel getan hat, wissen die neuen Elemente und sinnvollen Verbesserungen zu gefallen und machen aus Jak 3 eine vollwertige Fortsetzung. Die neuen Waffen bringen zudem neue Taktik ins Spiel und ermöglichen durch ihre verheerenden Wirkungen auch gegen etliche Gegner faire Kämpfe. Jeder der kein Anfänger ist und den zweiten Teil nicht gehasst hat, darf sich diesen Actionknaller keineswegs entgehen lassen. Also: schnellstmöglich zum nächsten Fachhändler aufmachen oder einen Onlineshop besuchen, um den Titel noch heute zu ordern!