Hochglanz Graphikepos mit spitzen Gameplay und einem riesigen Berg an Extras.Auf dieses Spiel hat wohl jeder Sega-Fan gewartet, mit Panzer Dragoon Orta schließt Sega ein mittlerweile sehr großes zeitliches Loch zu den Vorgängern. Tatsächlich haben wir es hier mit dem 4. Teil der Panzer Dragoon-Reihe zu tun. Das Licht der Videospielgeschichte erblickte Mitte der 90er der erste Teil auf dem nicht ganz erfolgreichen Saturn von Sega. Genau ein Jahr später folgte dann der Nachfolger, bis Sega mit dem bis dato besten Rollenspiel auf dem Saturn, genannt Panzer Dragoon Saga 1998 die „Drachenlichter“ vorläufig ausgeschalten hatte.
Wunderbare Welt Die Story um Panzer Dragoon Orta wird dem Spieler in einer erstklassigen Film-Sequenz erzählt. Hier zeigt sie dem Spieler auf, dass sich die Handlung in einer fiktiven Welt abspielt, die sich nach einem Kampf der beherrschenden Mächte immer noch nicht richtig regeneriert hat. Die Protagonistin des Spiels, das Mädchen mit dem Namen „Orta“ befindet sich seit ihrer Geburt in einem Turm gefangen. Doch eines Tages entrinnt sie einem Angriff des Imperiums durch die Rettung eines ganz besonderen Drachens. Der Retter höchstpersönlich ist ab sofort „Ortas“ Wegbegleiter für die Bekämpfung des Imperiums.
Arten und Möglichkeiten Der Spieler übernimmt sozusagen von nun an die Steuerung des Drachens und die Feuerkraft von „Orta“. Der zu steuernde Drache kann seine Gestalt dreifach verändern und hat entsprechend verschiedene Attribute aufzuweisen. Der „Standartflügel“ zeichnet sich durch seine Fähigkeiten wie „Gleitangriff“ und „Zielsuchlaser“ aus. Hingegen ist der „Schwere Flügel“ mit einem biologischen Laser ausgerüstet. Zudem ermöglicht die größte Drachenform zusätzlich noch einen sehr durchschlagskräftigen Berserk-Angriff. Die dritte Form im Bunde ist die schwächste aber gleichzeitig wendigste Form. Der „Gleitflügel“ besitzt zwar die größte Gleitanzeige, jedoch steht hier im Waffenbereich nur eine simple Pistole zur Verfügung. Neben diesen verschiedenen Fähigkeiten der Drachenformen, ist ein aufleveln des „Schweren Flügels“ und des „Gleitflügels“ möglich, der „Standartflügel“ bleibt hingegen konstant. Dies ist nur möglich, wenn der Spieler entsprechend viele Genblasen im Laufe des Spieles einsammelt. Das hat den Effekt, dass die Angriffs- und Verteidigungsfähigkeiten des jeweilige Drachentyp sich über die Dauer des Spieles stark verbessern.
Waffenvielfalt Da der Spieler bei Panzer Dragoon Orta verschiedene Waffen und Spielmöglichkeiten vorfindet, kann hierbei eine Art Kampfstrategie entwickelt werden. Durch die Möglichkeit des Gleitens, kann gekonnt bei Angriffen der Gegner abbremst bzw. beschleunigt werden. Die Möglichkeit entpuppt sich im späteren Verlauf des Spiels als wichtiger Zusatz, besonders bei den riesigen Endbossen. Das Waffensystem besteht aus drei verschiedenen Typen. Zum einen existiert die Grundwaffe Pistole, die der Spieler aber manuell betätigen muss. Der Zielsuchlaser hingegen trifft nach richtiger Markierung der Gegner automatisch. Hierbei können auch mehrere Gegner unter die Mangel genommen werden. Durch eine voll aufgeladene Anzeige, die sich durch Gegnereliminierungen auflädt, kommt der Spieler dann noch in den Genuss des Beserk-Angriffs, der den Drachen für kurze Zeit unverwundbar macht und schwere Schäden verursacht.
Action der Extraklasse Das eigentliche Spiel ist in zehn grundverschiedene Abschnitte aufgebaut, die je nach Stage auch in unterschiedlicher Art und Weise durchflogen werden können. Hier zeigt Sega einmal mehr, dass Kreativität und Ideenreichtum eine ihrer größten Stärken sind. Jede einzelne Episode spielt in ihrer eigener Umgebung, so dass kein Level nur annähernd dem anderen gleicht. Die toll in Szene gesetzten Landschaften mit riesige Klippen, phantasievollen Gebilden, Flüssen und Tälern sind vom Feinsten und nie zuvor hat der Spieler eine solche Graphikvielfalt und Schönheit betrachten dürfen. Die einzelnen Level haben ihre eigenen imperialen Streitkräfte, die ebenfalls in ihrer Vielfalt und Wirkung klasse ausgefallen sind. Hier gilt es feindlichen Drachen, riesigen Insekten und stark gepanzerten Luftschiffen den Gar auszumachen. Am Ende der jeweiligen Stage muss sich der Spieler mit einem meist bildschirmfüllenden Endboss anlegen und diesen natürlich mit geballter Feuerkraft auslöschen. An Vielfalt mangelt es hier ebenfalls nicht, denn die Endgegner sind entweder überdimensionale Wächterkreaturen, kaiserliche Schlachtschiffe oder mutierende Quallen. Natürlich ist die Relation von Größe und Schwierigkeit gleich zu bewerten, deshalb bedarf es schon einiger Übung an den riesigen Obermotzen erfolgreich vorbeizukommen. Weiter fällt positiv auf, dass ein Abspeichern nach jedem absolvierten Level möglich ist. Mit jedem geschafften Level wird dann auch ebenfalls ein Teil der Features bei PDO aktiviert, diese gewonnenen Extras sind dann in der sogenannten „Pandoras Büchse“ aufgelistet. Hier finden sich neben kompletten Statistiken und ergänzenden Informationen auch Zusatzmissionen, Sub-Szenarien und nach Durchspielen das Sahnehäubchen Panzer Dragoon 1.
Alles im Griff Die Steuerung ist vielleicht am Anfang, durch die vielen verschiedenen Möglichkeiten, wie beschleunigen und abbremsen anspruchsvoll ausgefallen. Im weiteren Verlauf des Spieles allerdings, geht die Waffenbetätigung, das Gleiten, die 360 Grad-Option und das Positionieren bei den Endbossen richtig gut von der Hand und der Spieler hat zu jeder Zeit das Spielgeschehen mit seinen Aktionen voll im Griff.
Grafik Die grafische Seite von Panzer Dragoon Orta gehört ganz klar und deutlich zum Besten was es im Moment systemübergreifend gibt. Neben den feinen Animationen und gewaltigen Explosionen sind vor allem die Licht- und Wassereffekte ein wahrer Augenschmaus. Getroffene Gegner zerschellen an riesigen Bergklippen und Unmengen an Einzelteilen fliegen durch die Luft. Der Beserk-Angriff ist an Helligkeit und Fülle nicht zu überbieten und die Sichtweite des Spiels ist sogar so weit, dass der Anfang der Landschaft und Objekte gar nicht zu definieren ist.
Sound Auch die musikalische Seite ist absolute Extraklasse. Neben den orchestralen und sehr eingängigen Musikstücken sind auch die Sound-Effekte vom feinsten. Wenn riesige Gegnerscharren angeflogen kommen, knarrt und rauscht es nur so aus den Boxen. Die kreischenden Drachen oder quietschenden Metallkörper der feindlichen Objekte sind wunderbar soundtechnisch in Szene gesetzt. Der Soundtrack wie oben schon beschrieben passt zu jeder Spielaktion und ergänzt bzw. rundet das Ganze auf sehr hohem Niveau ab.
Spielspaß Solo Da es bei Panzer Dragoon Orta jede Menge Features zu holen gibt, ist der Motivationsgrad weit oben angesiedelt. Denn bei welch anderem Spiel gibt es den ersten Teil der Serie als Bonusmaterial einfach oben drauf. Bis die Pandoras-Büchse komplett freigespielt worden ist, kann schon einige Zeit vergehen. Neben dem einstellbaren Schwierigkeitsgrad, der aber auch auf niedriger Stufe sehr anspruchsvoll ausfällt, fesselt PDO trotzdem den Spieler sehr lange. Auch nach mehrmaligen Durchspielen hat der Spieler noch lange nicht alle Möglichkeiten und Varianten des Spieles erkundet, aus diesem Grund ist der Griff zum Gamepad auch nach mehrmaligen Bestehen keine Seltenheit.
Spielspaß Multi Im Spiel ist kein Multplayer-Modus enthalten.