Panzer Dragoon Orta
Die Panzer Dragoon Reihe von SEGA zählt neben Sonic und Virtua Fighter zu den bekanntesten Reihen des Hauses. Angefangen hat alles 1995 auf dem Saturn. Danach folgten noch 2 weitere, erfolgreiche Fortsetzungen auf dem SEGA Saturn. 1998, nach dem Erscheinen von Panzer Dragoon Saga, wurde es still um die Reihe. Im März 2003 war es aber endlich wieder soweit: Panzer Dragoon Orta erschien in europäischen Gefilden.
Auf Grund des hoch angesetzten Schwierigkeitsgrades war der Reihe leider nie ein wirklich großer, kommerzieller Erfolg vergönnt.
Oldschool Gameplay
Nach dem Einlegen der DVD kommt ihr in das Hauptmenü des Spiels, wo ihr ein neues Spiel starten oder ein gespeichertes laden könnt. Außerdem habt ihr die Auswahl zwischen dem Menüpunkt Optionen, Übung und Pandoras Büchse.
Pandoras Büchse ist ein interessanter Name, hinter dem sich das Bonusmenü versteckt.
Durch absolvieren der Missionen spielt ihr Boni frei, die es wirklich in sich haben:
Sind einige eher unspektakuläre Boni wie ein Lexikon der Welt, Skizzen, Zeichnungen und Renderstudien mit von der Partei, überzeugen tolle Extras wie der komplette erste Teil der Serie. Freispielbar sind außerdem alle Zwischensequenzen aus Panzer Dragoon Orta und einige aus allen 3 Vorgängern. In Pandoras Büchse gibt es jedoch noch einiges mehr zu entdecken.
In Panzer Dragoon Orta spielt ihr das junge Mädchen Orta. Seit ihrer Geburt wird sie in einem Turm festgehalten.
Als böse Drachen sie versuchen zu töten, eilt ihr ein noch unbekannter, freundlich gesonnener Drache zu Hilfe. Auf seinem Rücken absolviert ihr alle 10 Levels des Spiels.
Eure Aufgabe ist es, die Menschheit vor dem Terror des Imperiums zu retten.
Das Spiel ist ein Shoot ’em Up, wie es im Buche steht, denn Rätsel und andere Denkeinlagen gibt es nicht.
Ihr spielt Orta auf ihrem Drachen und müsst auf einem vorgegebenen Weg durch sehr schön modellierte Areale fliegen. In den Levels gibt es aber mehrere Abzweigungen, die ihr nehmen könnt.
Eure Aufgabe ist es, gigantische Gegnermassen abzuschießen. Hierfür stehen 2 Hauptangriffsarten zur Auswahl. Durch mehrmaligen Druck auf den A-Knopf schießt ihr mit eurer Pistole auf die Feinde. Haltet ihr A gedrückt, wir euer Zielkreuz rot und ihr könnt mehrere Gegner per Zielsuchlaser anvisieren und vernichten. Bis zu 20 Gegner können so eingeloggt und gleichzeitig attackiert werden.
Durch Druck auf den schwarzen oder weißen Knopf, oder durch Drücken des rechten Ministicks löst ihr eine gewaltige Berserk Attacke aus, die dem Gegner einiges an Energie abnimmt. Durch Angreifen der Gegner lädt sich diese Attacke jedoch wieder auf.
Da die Gegner nicht immer nur von Vorne angreifen, gilt es, die Schultertasten einzusetzen, dadurch könnt ihr nämlich die Blickrichtung ändern.
Die Panzer Dragoon Reihe hatte schon immer ein Problem und zwar den hohen Schwierigkeitsgrad. Im mittlerweile 4. Teil der Serie habt ihr die Wahl zwischen Leicht, Normal und Schwer, wobei ihr sogar beim leichten Schwierigkeitsgrad ein paar Mal sterben werdet. Profis dürften das Spiel auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad jedoch etwa in 3-5 Stunden beendet haben, was leider sehr wenig ist. Für wen das alles abschreckend wirkt sei eins gesagt: Das Spiel motiviert ungemein. Immer wieder greift man zum Gamepad um dann doch den fiesen Endgegner und die Gegnerhorden zum Teufel zu jagen.
Perfektionisten versuchen, alle Missionen mit einer A Bewertung abzuschließen, um somit in den Genuss wirklich aller Boni zu kommen.
Interessant ist die Möglichkeit, euch durch Druck auf den Y Knopf zu verwandeln.
Ihr habt die Wahl zwischen dem trägen, aber stark gepanzerten schweren Flügen, dem schnellem Gleitflügel und dem ausgewogenen Standartflügel.
Durch das Einsammeln sogenannter Genbasen, die die Gegner im Kampf verlieren, könnte ihr den Level der jeweiligen Drachenform erhöhen (bis Level 5).
Beim Kampf gegen die überdimensionalen Endgegner (unter anderem Schlachtschiffe, riesige Würmer und Roboter) ist die richtige Taktik gefragt. Wenn ihr stur auf die Gegner einballert, kommt ihr in späteren Levels selten zum Erfolg.
Das Einsetzen der Berserk Attacken und das geschickte hantieren mit dem B bzw. X Knopf (Bremsen und Beschleunigen) ist wichtig, um immer die Schwachstelle des Gegner zu erreichen und nie den schier übermächtigen Waffen hilflos ausgeliefert zu sein.
Grafikbombe und Soundgranate
Wie schon die Vorgänger glänzt Panzer Dragoon Orta mit einer unglaublichen Grafik.
Egal wie viele Gegner sich auf dem Bildschirm befinden, die Grafik bleibt immer bei einer konstanten Framerate (Bilder pro Sekund auf dem Bildschirm) von 60 Bildern.
Die Umgebungsgrafik haben die Entwickler Smilebit sehr detailliert modelliert.
Ihr fliegt durch schöne Areale (z.B. eine Wasserlandschaft, bei der sich die gesamte Umgebung im Wasser widerspiegelt), leider habt ihr kaum Zeit über die bombastische Umgebungsgrafik zu staunen, denn ihr müsst euch auf riesige, ebenfalls sehr detaillierte Monster (z.B. Schmetterlinge, Roboter, Schiffe und Drachen) konzentieren.
Die Grafik im gesamten Spiel wechselt zwischen bombastisch und sehr gut, einige Levels überzeugen rundum, einige Levels sind auch relativ monoton aufgebaut.
Die Gegner und Bosse sind ebenfalls sehr gut modelliert, auch sie sind detailreich.
Auch die Effekte und Laser sehen allesamt atemberaubend aus, ein besonderer Hingucker ist der Berserk-Angriff, bei dem ein wahres Effektgewitter losgelassen wird.
Die (leider seltenen) Renderzwischensequenzen können den von Square in der Final Fantasy Reihe verwendeten allemal das Wasser reichen, denn sie sehen ebenfalls bombastisch aus.
Zwischen den einzelnen Levels wird die Geschichte von Zwischensequenzen in In-Game Grafik weitergeführt, was einen fließenden Übergang zwischen Sequenz und Spiel zur Folge hat.
Auch der Sound ist sehr gelungen. Satte Effekte und filmreife Musik verwöhnen den Spieler.
Das Spiel hat keine deutsche Sprachausgabe, sondern basiert auf einer fiktiven Kunstsprache, dafür gibt es deutsche Untertitel. Besitzer einer Dolby Surround Anlage dürfen sich übrigens über Dolby Digital 5.1 Support freuen. Der räumliche Klang kommt perfekt rüber, so kann man z.B. immer am Sound orten, von wo die Gegner angreifen
Den Soundtrack, auf dem sich alle Lieder aus Panzer Dragon Orta befinden, gibt es übrigens auch einzeln zu kaufen. Eine Anschaffung, die sich bei diesen wunderschönen Liedern absolut lohnt.
Fazit: Panzer Dragoon Orta ist keines Falls ein innovatives Spiel. Das muss es auch gar nicht sein, denn Shoot ’em Ups begeistern Spieler seit es Videospiele gibt. Dafür ist das Spiel fast perfekt. Bombastische Grafik, genialer Sound, eine sehr dichte Atmosphäre und Spaß ohne Ende zählen zu den Vorzügen von Panzer Dragoon Orta. Toll ist auch, dass es so viele Extras zum Freispielen gibt. Profis werden auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad leider sehr schnell durch sein, aber bis erst alle Extras freigespielt sind, vergehen noch einige weitere Stunden. Auch wer die Vorgänger nicht kennt und wer noch kein Shoot ’em Up gespielt hat sollte einen Blick riskieren, ein absoluter Pflichtkauf für Xbox Besitzer und solche, die es werden wollen.
Pro und Contra
+ bombastische Grafik
+ fantastischer Sound
+ viele Extras zum Freispielen
+ erstklassige Atmosphäre
- keine Innovation
- kurze Nettospielzeit