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Master-Review:   » drucken    » versenden

EyeToy: Play 2

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 25.11.2004
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Runderneuerter und sinnvoll verbesserter EyeToy-Spaß.

Videospieler sind unsportliche, hässliche Kerle mit Hang zum Amoklauf, die jede Art von Bewegung scheuen und am liebsten mit einer Tüte Chips und einer Flasche Cola vor ihrer heiß geliebten Konsole sitzen. Soviel zum Klischee. Die Wirklichkeit sieht natürlich ganz anders aus. Spätestens seit der Erfindung der EyeToy-Kamera wurde auch das Vorurteil der Unsportlichkeit ausgeräumt. Als Sonys Bedienungsrevolution vor einem guten Jahr den Markt erreicht hat, steppte, tanzte und turnte die motorisch angeblich zurückentwickelte Zockergemeinde gut gelaunt vor dem Fernseher herum. Kein Wunder also, dass gut ein Jahr nach Einführung der innovativen Kamera der zweite Teil von EyeToy Play den Markt erreicht. Ob die neuen Spiele genau so viel Spaß machen wie die des Vorgängers, erfahrt ihr wie immer in unserem Master-Review.

Neu vs. Alt
Bei den insgesamt zwölf Spielen bediente man sich beim Entwickeln teilweise
» Luftgitarre spielen ist ein neuer Titel.
an Ideen des Vorgängers, fügte aber auch komplett neue Spiele hinzu. Dabei fällt vor allem auf, dass einige Titel über mehrere Teilaspekte hinweg erstrecken. So beschränkt sich ein Game nicht mehr auf ein Hauptthema, sondern lockert das Gameplay mit vielen Spielen im Spiel selbst auf. Das beste Beispiel hierfür ist das gelungene Meister-Koch Titel, in dem man neben dem eigentlichen Zusammenstellen der Menüs auch die einzelnen Zutaten selbst zubereiten muss. Um einen optimalen Überblick zu allen Spielen zu gewähren, haben wir folgende Kurzübersicht zusammengestellt:

Blasenhatz: Dieser Titel erinnert entfernt an das Fensterputzspiel des ersten Teils. Hier gilt es, den Bildschirm von blauen Wasserblasen zu reinigen, ohne dabei gefährliche rote Blasen zu zerstören. Was sich anfangs als leichte Aufgabe präsentiert, entpuppt sich vor allem in späteren Konstellationen als echte Herausforderung, die eine gute Hand-Augenkoordination voraussetzt. Besonders knifflig wird es, wenn sich der Bildausschnitt beim Spielen schnell nach rechts und links bewegt.

Geheimagent: Hier gilt es, als Geheimagent aus einem Hochsicherheitstrakt auszubrechen und geheime Daten zu stehlen. Die zu Grunde liegende Spielidee garantiert dabei Spielspaß pur. Während ein Kameraobjektiv oder Licht den Bildschirm absucht, muss der Spieler heimlich erscheinende Ausbruchutensilien sammeln. Doch aufgepasst! Findet innerhalb des überwachten Bereichs eine Bewegung statt, werden die Aufpasser oder sogar Hunde alarmiert.

Heimwerkerkönig: Im Heimwerkerspiel muss man als Hausmeister allerlei anfallende Arbeiten verrichten. Das Game ist in mehrere Minispiele unterteilt. Mal muss man mit den Händen altes Holz zerkleinern und aufpassen, dass keine Spielsachen in den dafür vorgesehenen Shredder gelangen oder man pumpt einen überfluteten Keller ab. Des Weiteren arbeitet man mit einer Kettensäge, verlegt Fliesen oder reißt alte Mauern ab. Ein sehr abwechslungsreicher Titel.

Homerun: In diesem sehr spaßigen Baseballspiel geht es nur um eins: Homeruns. Wie im echten Sport wirft ein Gegner den Ball, den der Spieler möglichst weit wegschlag muss. Erreicht er mit dem Treffer die Auslinie, ist ein Homerun geglückt. Geht der Schlag nicht weit genug, heißt es Rennen. Je nach dem, wie viele Bases der Spieler dabei passiert, gibt es unterschiedlich viele Punkte. Zwischen den eigentlichen Baseballspielen gibt es gelungene Minigames wie Wettläufe, Zielschießen und Weitschlag. Gute Idee, gute Umsetzung, gutes Spiel.

Knock Out: Auch dieses Minispiel gab es in einer ähnlichen Fassung bereits im ersten Teil. Allerdings wurde auch hier stark verbessert. So gibt es nun unterschiedliche Gegner, die von Fliegen- bis Schwergewicht reichen. Geht man K.O., ist der Kampf nicht automatisch vorbei. Stattdessen sollte man erscheinende Sterne vom Bildschirm wegwischen, bevor man ausgezählt wird. Darüber hinaus bewegen sich die Gegner um den Spieler herum, so dass man stets in andere Richtungen schlagen muss. Sinnvolle Verbesserungen sorgen für mehr Spielspaß als im Vorgänger.

Kung-Fu: Die Fortsetzung eines der beliebtesten Minigames des ersten Teils präsentiert sich gewohnt spaßig. Hier muss der Spieler anstürmende Ninjakrieger aus dem Bild schlagen und aufpassen, nicht von deren Schlägen und Tritten getroffen zu werden. Kleinere Neuerungen wie Kanonen, Fallenräume und abwechslungsreiche Bosskämpfe ergänzen den Titel um weitere spaßige Features. War top, bleibt top!

Luftgitarre: Die Spielidee ist einfach, die Umsetzung gelungen und der Spielspaß enorm. Beim Luftgitarre Spielen muss der Spieler mit Hilfe seiner Hände vorgegebene Griffe und Riffs im richtigen Moment ausführen. Zwischendurch heißt es gegen Kontrahenten zu bestehen, welche Klangfolgen vorgeben, die anschließend richtig nachgespielt werden müssen.

Meisterkoch: In einem der spaßigstem Games der Compilation schlüpft man in die Rolle eines Kochs, der alle Hände voll zu tun hat, aus verschiedenen Zutaten Menüs zusammen zu stellen. So werden Burger mit verschiedenen Belägen wie Ketchup, Gurken oder Frikadellen versehen oder ein Nachtisch mit Pfannkuchen und Eis hergerichtet. Geht eine Zutat aus, muss diese in einem Minispiel im Minispiel frisch zubereitet werden. Dort werden dann Gurken gehackt, Tomaten zermatscht oder Fliegen vom süßen Eis fern gehalten. Nach Ablauf einer bestimmten Zeit fordert ein konkurrierender Koch den Spieler zu einem Duell, in dem es darum geht, innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Zutaten herzustellen.

Schlagzeugnis: Hyperaktiven Gemütern, denen das Luftgitarre Spielen zu langweilig und bewegungsarm erscheint, die aber trotzdem gerne Musik machen, sind hier an der richtigen Adresse. Vorgegebene Rhythmen müssen möglichst exakt auf verschiedenen Trommelkonstellationen nachgespielt werden, um Punkte zu ergattern. Zugegeben, nicht gerade ein sehr innovatives EyeToy-Konzept, aber dennoch spaßig.

Tischtennis: Im Tischtennis tritt man gegen diverse Computergegner an. Statt mit einem echten Schläger bugsiert man das weiße Ping Pong-Bällchen mit der bloßen Hand übers virtuelle Netz. Spielt sich erstaunlich gut und macht viel Spaß.

Tormania: Hier versucht der Spieler als Torwart in einem Fußballspiel den Kasten gegen Elfmeterschützen sauber zu halten. Leider ist man dabei in seinen Bewegungen nicht frei. Es kann lediglich eine quaderförmige Wand mit Hilfe der Hände nach links, rechts und oben bewegt werden, was dem ganzen Spiel sehr viel von seiner Natürlichkeit nimmt und zudem billig wirkt. Ein eher misslungener Titel der Sammlung.

Affenschwung: In diesem Minispiel muss der Spieler einen Affen ein Hochhaus herunter klettern lassen und dabei möglichst viele Extras einsammeln. Auch hier kann der Spieler, wie im Tormann-Game, nur einer quaderförmige Box Richtungsanweisungen geben, was nicht gerade sehr viel Spaß macht.

Lustige Extras
Als nicht wirklich sinnvoll aber dennoch unterhaltend präsentieren sich die zahlreichen Extras der Compilation.
» Im Trommelspiel ist schnelles Reagieren gefragt.
Größtenteils beschränken sich diese Spiele auf das Einfügen interessanter Effekte, die auf Bewegungen und Geräusche vor der Kamera reagieren. Es gibt auch einen Billardtisch, der fast als eigenständiges Minigame durchgehen würde. Des Weiteren ist die Möglichkeit gegeben, sein Gesicht einzuscannen und dieses in diversen Effektgames einzusetzen. Allerdings gestaltet sich das Abfotografieren und Festlegen markanter Punkte innerhalb des Antlitzes als sehr umständlich und benutzerunfreundlich. Ein weiteres eher unnötiges Feature ist der Einsatz der EyeToy-Cam als Überwachungskamera. Der Selbstauslöser der Kamera kann entweder auf Bewegungen oder Geräusche eingestellt werden.


Grafik
Sony hat sich wirklich nicht lumpen lassen und neben den einzelnen Spielen auch die Grafik ordentlich aufgemöbelt. Sattere Farben, bessere Animationen und mehr Details sind den eher provisorisch wirkenden Vorgängern klar überlegen. Ein echter Grafikkracher oder Hingucker ist EyeToy: Play 2 allerdings immer noch nicht.

Sound
Hier orientiert sich der Titel weitestgehend am Vorbild, der bereits über eine gute Musik- und Sounduntermalung verfügte. Solide Sprachsamples lockern die Minispiele auf, während gute Effekte erfolgreiche oder misslungene Aktionen mit entsprechenden Sounds untermalen. Die Hintergrundmusik passt stets zum aktuellen Game und heizt vor allem bei den Musikspielen ordentlich an.

Spielspaß Solo
Der große Vorteil gegenüber dem Vorgänger ist die teils enorme Abwechslung auch innerhalb der einzelnen Titel. So beschränkt man sich nicht ständig auf ein und dieselbe Tätigkeit, sondern wird in den meisten Spielen durch abwechslungsreiche Stages und Minigames im Minigame mit neuen Herausforderungen überrascht. Drei Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass auch geübte Spieler noch auf ihre Kosten kommen. Allerdings hat man sich ganz alleine vor der Konsole schnell satt gespielt. Im Gegensatz zum stärksten direkten Konkurrenten, Segas Sega Superstars, gibt es kaum echte Motivation, einzelne Spiele mehrmals alleine zu bestreiten. Freispielbare neue Stages und ein lustiges Feature wie der Chao Garden werden von Solisten schmerzlich vermisst.

Spielspaß Multi
Der Mehrspielermodus ist und bleibt das Herzstück der EyeToy: Play-Serie. Bis zu vier Spieler treten abwechselnd gegeneinander an und versuchen in mehreren Durchgängen, die meisten Punkte zu ergattern. Dabei darf frei aus den einzelnen Abschnitten der Minititel gewählt werden. Wer also am liebsten Fliesen im Heimwerkerspiel verlegt, kann genau dies machen. Dadurch wird die Spielzeit eines einzelnen Teilnehmers sehr gekürzt, was zu kurzen Wartezeiten bei den Mitspielern führt. Gewinner ist der Teilnehmer, der nach mehreren Runden die meisten Spiele für sich entscheiden konnte.
Pro
Etliche Minigames
Perfekter Mehrspielerspaß
Lustige Extras
Ordentliche Präsentation
Rundum verbessert
Contra
Alleine schnell langweilig
Lange Ladezeiten
Seltene Bedienungsprobleme
Einige misslungene Minispiele
Fazit
Wirklich erstaunlich, wie viele Minigames es in das neue EyeToy: Play geschafft haben. Zwar sind es in der Auswahl lediglich zwölf verschiedene Games, diese bieten jedoch meistens verschiedenste Sub-Spiele, was aus einem einzigen Titel gleich mehrere macht. Vor allem im Mehrspielermodus, in dem man frei aus den einzelnen Sub-Titeln wählen muss, fällt dies auf - und hier liegt auch die Stärke des Programms. Die Faustregel je mehr Spieler, desto spaßiger passt perfekt und somit rettet auch das zweite EyeToy-Spiel jede langweilige Party. Ganz anders sieht es im Einzelspielermodus aus. Nachdem man alle Games einmal durchgespielt hat, gibt es kaum noch Motivation, es ein weiteres Mal zu probieren. Auch vermisse ich mehr wirklich zündende neue Spielideen, wie sie Sega Superstars teilweise bietet. In beiden Disziplinen liegt Sega mit seinem EyeToy-Titel etwas vorne. Dafür vermisst man dort den Mehrspielermodus. Unterm Strich bleibt zu sagen: EyeToybegeisterte Mehrspielerfans kaufen den Titel, Solisten greifen zur Konkurrenz.
Infos
Erhältlich für
Genre
Unterhaltung
   Eyetoy
Publisher
SCEE
Entwickler
SCEE
Website
at.playstation....
Release
19. November 2004
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User-Bewertung
87
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1 Review
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