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Master-Review:   » drucken    » versenden

Killer 7

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 21.08.2005
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Killer7 bietet interessante Optik und die

Es war im Frühjahr 2002, als Capcom die mittlerweile legendären Capcom Five ankündigte. Fünf kreative Projekte sollten zu exklusiven Titeln für den Nintendo Gamecube führen. Neben dem genialen Resident Evil 4 und dem von Kritikern hochgelobten (aber finanziell eher durchschnittlich erfolgreichen) Viewtiful Joe blieb nur das bescheiden lukrative P.N.03 Gamecube-exklusiv. Dead Phoenix verschwand in der Versenkung und Killer7 soll nun das Quintett abschließen. Die Entwickler haben sich aber viel Zeit gelassen - ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Lost in Story
Killer7 versetzt euch in ein alternatives Universum des Jahres 2003. Der Weltfrieden ist zum Greifen nahe und alles schaut nach Friede, Freude, Eierkuchen aus - als sich völlig überraschend Terroristen zu Wort melden.
» Bloody! Funny?
Eine okkulte Truppe names Heaven Smiles attackiert ein UN-Meeting und schon steht die Welt am Rande des apokalyptischen Abgrunds.
Nur der Profi-Attentäter Harman Smith - aufgrund seiner gespaltenen Persönlichkeiten als Killer7 bekannt - kann es mit dieser Art von Bedrohung aufnehmen. Im Laufe der Story übernimmt der Spieler die Aufgabe, das Mastermind hinter den Heaven Smiles, einen gewissen Kun Lan, zu assassinieren. Die Handlung ist dabei jedoch fast nebensächlich, dreht sich doch fast alles um mehrdeutige Anspielungen auf Politik, Religion und schwer verdauchliche Abstecher in Schwarzmarktaffairen rund um Organhandel, Pädophilie und Mord. Alleine aus dieser kurzen Beschreibung lässt sich erahnen, warum es sich bei Killer7 um ein Spiel für Erwachsene handelt.

Lost in Gameplay
Im Wesentlichen bedient sich Killer7 bei drei verschiedenen Genres: Adventure-ähnliches Erforschen und Lösen von simplen Rätseln in Third-Person-Ansicht, RPG-Elemente zum Aufleveln
» Wohin soll's gehen?
der Charakterfähigkeiten sowie FPS-Aspekte. Außerdem setzt das Spiel eine höchst bemerkenswerte Retro-Steuerung ein.
Charaktere können sich nur auf vorgegebenen Bahnen vor- und zurückbewegen. An bestimmten Weggabelungen wird einfach eine Richtung vorgegeben und die Spielfigur schlägt dann den entsprechenden Weg ein. Diese recht simple Methode ermöglicht einerseits spektakuläre Kamerafahrten, andererseits bietet diese Ansicht weniger Übersicht. Die meiste Zeit aber geht man dem eigentlichen Geschäft eines Attentäters nach. Per Ego-Sicht und Fadenkreuz werden in bester Shooter-Manier Terroristen unschädlich gemacht.

Ganz so einfach gestaltet sich die Sache aber nicht: die Heaven Smiles sind "umgewandelte" Menschen, die zu wandelnden Bomben mutiert sind. Sie gehorchen nur Kun Lans göttlichen Befehlen und stürzen sich auf jeden, der ihnen in die Quere kommt. Dabei verfügen sie über keinerlei Waffen - ihre Körper explodieren aber bei Kontakt mit Personen und reißen sich so selbst und alle in ihrer Nähe in den Tod. Hinzu kommt, dass sie unsichtbar sind und erst per Scan zur Zielscheibe mutieren. Hat man einen Terroristen erledigt, so hinterlässt dieser Blut, das eingesammelt und später als Serum zur Heilung oder zum Aufbessern der Charaktereigenschaften Verwendung findet.

7 Killers insane in the mainframe
Harman Smith verfügt über multiple Persönlichkeiten, die sich im Spielgeschehen als verschiedene Charaktere manifestieren. Jeder hat seine eigene Waffen und spezielle Fähigkeiten:
» Minimalistische beeindruckende Bildsprache.
Kaede Smith, Femme Fatale mit einem Sniper-Gewehr und einem feinen Gespür für Verborgenes. Con Smith, ein Techno hörender Junge mit flinker Sohle und Doppelautomatik im Anschlag. Dan Smith sorgt mit der Magnum nicht nur für Frieden, sondern auch coole Sprüche. Coyote Smith feuert mit seinem Spezial-Revolver sechs Freunde, die alle schneller laufen können als die Heaven Smiles, verfügt über einen Dietrich und macht His Airness Jordan mit mächtigen Sprüngen Konkurrenz. Kevin Smith (nicht verwandt mit Silent Bob), ein Albino und Wurfmesserakrobat, kann sich sogar quasi unsichtbar machen, um z.B. Laserschranken zu umgehen. Mask de Smith sieht wie ein Wrestler mit Maske (nomen est omen) im weißen Anzug aus, hat einen verheerenden Finishing-Move und sorgt mit zwei Granatwerfern für einstürzende Wände.

Bis auf den Spezialcharakter Garcian Smith sind alle Charaktere per Menü jederzeit und überall frei wählbar, um deren Spezialeigenschaften zu nutzen. Garcian fungiert als Continue-Funktion und bringt tote Charaktere zurück ins Leben, indem er ihre Köpfe in blutigen Papiertüten einsammelt. Schließlich ist auch der an den Rollstuhl gefesselte Harman Smith - meist in Schlüsselszenen - spielbar.

Lost in Translation
Neben der psychodelischen Story sorgt Killer7 hauptsächlich wegen der extrem stylischen Optik für Aufsehen. Die stark überzeichnete Cel-Shading-Grafik verleiht dem Spiel eine ganz besondere Note.
» Sprechen Sie Japanisch?
Gepaart mit den inszenierten Kamerafahrten bleibt einem mehr als einmal der Mund offen stehen. Allerdings leidet darunter die Übersicht und mehr als einmal läuft man unabsichtlich in explodierende Heaven Smiles hinein. Hinzu kommen horrende Ladezeiten, die das Gameplay total zerhacken und für viel Frust auf der PS2 sorgen. De facto wird bei jedem kleinsten Wechsel des Raums oder Weggabelung ein Ladebildschirm eingeblendet.
Hinzu gesellen sich auch unverständlicherweise nicht selten Slowdowns, die erheblich stören. Musikalisch bietet das Spiel eine sehr interessante und abwechslungsreiche Palette an Tracks, die kultiger kaum sein könnten. Negativ fällt die Sprachausgabe auf. Sie ist zwar gut, aber großteils komplett unverständlich, da die Stimmen extrem verzerrt sind. Ohne Untertitel wäre man völlig aufgeschmissen.
Pro
Mutiges Spieldesign
Originelle Grafik
Hilfreiche Karte
Kultspiel (Love Or Hate)
Contra
Gewöhnungsbedürftig
Langweilige Kämpfe
Simple Rätsel
Horror-Ladezeiten
Slowdowns
Kultspiel (Love Or Hate)
Fazit
Wirklich kreative frische Ideen sind in Konsolenspielen etwas seltenes geworden. Umso mehr muss man dem Mut und der Unbekümmertheit der Entwickler von Killer7 applaudieren. Es handelt sich hierbei um ein Spiel, das Aufmerksamkeit verlangt und vielen eine echte Einarbeitungszeit abverlangt, bis man sich an Steuerung, Look and Feel etc. gewöhnt hat. Als stilistisches Bilder-Kunstwerk-zum-an-die-Wand-hängen ist Killer7 interessant, aus Sicht eines Spiels jedoch versagt das Gameplay auf der ganzen Linie. Das Ballern wird schnell extrem langweilig und bietet wenig Abwechslung, eine Lightgun wäre eine tolle Idee gewesen. Mit dem Controller bekommt man nur einen Krampf! Die gewöhnungsbedürftige Steuerung mag man noch verzeihen, aber das Übersichtsdefizit sorgt schnell für Frust. Hinzu kommen bei der PS2-Version noch extrem häufige Ladezeiten, die den Spielfluss komplett zerreißen. Was dann noch an Spielspaß übrig bleibt, wird durch Slowdowns gekillt. Killer7 ist ein Nischenprodukt für Genre-Fans, die über den Tellerrand von Resident Evil und Silent Hill hinaussehen wollen und das "gewisse Etwas" suchen. Es handelt sich um ein höchst interessantes Game, das definitiv ein Probespiel wert ist - jedoch geht sich eine Kaufempfehlung ob der Burchschnittlichkeit beim Spielspaß bei weitem nicht aus.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Action-Adventure
Publisher
Capcom
Entwickler
Capcom
Website
www.killer-7.co...
Release
15. Juli 2005
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User-Bewertung
62
4 Bewertungen
0 Reviews
Features
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