The Elder Scrolls 3 – Morrowind ist das einzig nennenswerte Rollenspiel für die Xbox neben dem bald erscheinenden Kotor. Natürlich kann man noch wie die Leute von Gamepro Baldurs Gate dazu zählen, obwohl Morrowind und Baldurs Gate doch sehr unterschiedlich sind. Während man nämlich bei Baldurs Gate von A zu B zu C läuft, kann man bei Morrowind dort hin gehen wo man gerade hin will. Und es gibt genug zu erkunden. Die Morrowindwelt ist riesig und voller Geheimnisse & Quests. Eueren Charakter könnt ihr kreieren wie ihr wollt. Ihr könnt der tapfere Edelmann sein, der für recht und Ordnung eintritt, der die Gesetze billigt und gegen das Böse kämpft. Oder ihr seid ein Dieb, ein Halunke der Leute heimlich ermordet um sie auszurauben. Wenn euch das zu einfach ist, stiehlt doch einfach so. Dazu benötigt ihr nur eine hohe Wertung im Bereich „Schleichen“.
Je nachdem welche Rasse ihr wählt, Welche Klasse ihr darstellen wollt und welches Sternzeichen euch zugeordnet ist, so sehen eure Hauptfertigkeiten aus. Diese sind meistens 6 und müssen trainiert werden, so dass ihr eine höhere Stufe erreichen könnt. Diese bringt euch bessere Eigenschaften wie Stärke (um mehr mit euch tragen zu können), Intelligenz (um besser Zaubern zu können), Willenskraft (um Zauber besser zu widerstehen), Schnelligkeit (um schneller zu sein), Konstitution (um Angriffen besser zu widerstehen), Geschicklichkeit (um Angriffen besser auszuweichen), Charisma (um bei den Einwohnern beliebter zu sein), Glück (hilft euch, Glück zu haben). Bei jedem Aufsteigen könnt ihr eine dieser Attribute verbessern. Auch sie werden durch euren Charakter beeinflusst. Eure Wahl ist wichtig, denn sie betrifft auch die Nebenattribute wie Lebensenergie, Magie, Ausdauer und Belastung.
Seid ihr am Erkunden werdet, ihr schnell feststehen das dank euerer Rasse euch manche Türen verschlossen und andere geöffnet werden. Auch sind die Rassen je nach Umgebung anders vertreten. So gibt es im Osten der Insel keine Kaiserliche Legion, sondern es sind die einzelnen Fürstenhäuser die eine Wache stellen. Auch werdet ihr mit unterschiedlichen politischen Meinungen konfrontiert. So unterstützt die Kaiserliche Legion (ich bin Agent der Kaiserlichen Legion, deshalb weiß ich das) beispielsweise Sklaverei. Andere Bevölkerungsgruppen sind zwar manchmal Diebesgesindel, bekämpfen sie aber. Ihr seht, dass die Geschichte sehr komplex ist. Ihr solltet unbedingt Geduld in das Spiel bringen um lesen zu können, denn ihr viele Personen haben etwas zu erzählen für euch. Sie bitten euch um Hilfe jemandem zu befreien, jemanden zu suchen, jemanden einen Gegenstand abzunehmen und vieles ähnliche. Was mir bei diesen Rassen denen ich begegnet bin aufgefallen ist, das sie selten wirklich fantasievoll sind. Manche umhüllt einfach nicht so ein märchenhafter Charme wie die Rassen aus Herr der Ringe. Außerdem vermisste ich die Zwerge.
Hauptsächlich trefft ihr Leute in der Stadt, in denen es auch oft Gilden gibt. Es gibt eine Kriegergilde, eine Magiergilde, eine Diebesgilde und noch einzelne Vereine so wie religiöse Gruppierungen und Ordnungshüter. Ich empfange meine Aufträge für die Legion immer aus Festungen. Wenn ihr die Diebesgilde wählt werdet ihr nicht wie ich immer wieder jemanden aus den Klauen einer Hexe oder aus einer Festung befreien, sondern Aufträge bekommen dieses und jenes zu stehlen. Nach erfülltem Auftrag bekommt ihr eine Belohnung oder/ und eine Beförderung. Nach einer Beförderung gewinnt ihr nicht nur an Ansehen, ihr habt auch die Möglichkeit, wenn ihr die Kaiserliche Legion zu ende habt, eine Burg zu errichten. Als Dieb werdet ihr dann starke Rüstungen und Waffen klauen können, als Magier mächtige Zauber ausführen können. Bis auf die Burg (habe ich erzählt bekommen, im richtigen Leben) sind das alles nur Spekulationen, ich weiß leider nicht was bei der Kriegergilde zu letzt kommt. Fakt ist, das es sich immer lohnt aufzusteigen.
Glaubt man den einen oder anderen Orkkrieger, dann schmiedet ein guter Krieger seine Waffen immer selbst, wenn sie abgenutzt sind. Ein Magier sollte immer Mörser, Stößel und Pfeife bei sich haben, so kann er seine Werte durch einen Trank etwas hinaufdrehen oder auch sich heilen. Amulette haben ähnlichen Nutzen, nur das sie wie sonstiger Schmuck immer wirkt wenn man ihn trägt.
Die Musikuntermalung ist großartig, aber da man stundenlang spielt wiederholt sie sich natürlich, und irgendwann stört sie dann schon. Aber das 5 Stunden verschiedene Musik nicht gingen, ist verständlich. Die Geräusche die ihr im Kampf hört sind auch nicht weiß-gott-wie abwechslungsreich, machen sie meistens doch das gleiche Geräusch. Was mir gefiel war, dass man die Schreie der Klippenläufer oft schon weit vorher hörte.
Die Grafik lässt sich bei so einer riesigen Welt natürlich nicht sooo schön darstellen. Die Figuren wirken etwas zu leblos und steif. Unbeabsichtigte Nebelschwaden versperren einem die Sicht. Spektakulär ist die Grafik nicht, aber es ging wahrscheinlich auch nicht viel mehr.
Die Steuerung war das Sorgenkind vieler PC-Morrowindler, die sich auch die Xboxversion kauften. Aber nach Erscheinen des Spiels wurde klar, dass Bethesa auch hier gute Arbeit leistete. Nur der Mauszeiger bei der Kartenansicht störte.
Insgesamt ein sehr gutes Spiel. Man muss nur verstehen, dass die Grafik nicht perfekt sein kann und das der Ton sich nun mal wiederholt. Hat man sich jemals in die wunderschöne Morrowindwelt verirrt, kommt man nicht mehr so schnell los. Es gibt immer etwas zu tun – der Spaß bleibt.