Beinharte Arcade-Action mit toller Optik und Zweispielermodus.Dominierten die Side- und Upscroller in früheren Konsolengenerationen noch das Actiongenre, gehören sie seit dem Wechsel zur 3D-Grafik mittlerweile zum alten Eisen. Da freut sich jeder Anhänger von Arcade-Action-Titeln natürlich gleich doppelt über neues Futter, welches nun in Form von
Konamis Gradius V den Markt erreicht. Warum das alte Spielprinzip immer noch Spaß macht und
Gradius V sogar besser ist als Genre-Primus
R-Type: Final, erfahrt ihr in unserem Master-Review.
Übung macht den MeisterDer erste Weg im Hauptmenü sollte den Spieler ins Speichern/Laden-Untermenü führen, um dort das standartgemäß deaktivierte automatische Speichern zu aktivieren.
So bleiben nicht nur die Highscores beim Ausschalten der Konsole erhalten, sondern die noch viel wichtigere Spielzeit wird mitgezählt. Je weiter sich das Zeitkontingent füllt, desto mehr Fortsetzungen werden verfügbar, welche das Weiterspielen nach einem Game Over-Bildschirm ermöglichen. Ab 17 Spielstunden stehen allem Piloten sogar unendliche Credits zur Verfügung. Angesichts des
sehr hohen Schwierigkeitsgrades sind diese Fortsetzungen für das erfolgreiche Abschließen des Games bei Durchschnittspielern unerlässlich. Normalsterbliche Zocker sollten zudem zunächst den Schwierigkeitsgrad auf die einfachste der fünf Stufen und die eigenen Leben auf das Maximum einstellen. Wie in Arcadeshootern üblich, muss das Spiel am Stück
ohne Zwischenspeichern mit der verfügbaren Anzahl an Leben und Credits durchgespielt werden. Dabei ist es keinesfalls im ersten Versuch zu schaffen, da man viele Abschnitte des Spiels einfach kennen muss, um diese ohne den Verlust wertvoller Leben hinter sich zu bringen. Eine Tatsache, die nicht allen Spielernaturen gefallen, bei Arcadefreunden aber auf offene Arme stoßen wird.
Dadurch wird die Spieldauer des Titels, der sich eigentlich in ein paar Stunden beenden lässt, natürlich drastisch in die Länge gezogen. Dabei motivieren die zusätzlichen Credits und das stets wachsende eigene Können immer zum noch mal Probieren. So schafft man es bei jedem Spiel ein Stückchen weiter.
Arcade at its bestDas Gameplay selbst gestaltet sich typisch für einen Sidescroller. Der Spieler steuert ein kleines Raumschiff mit dem Namen
Vic Viper und muss sich durch Horden seltsamer Feindmassen ballern, die ein teils organisches, teils metallisches Äußeres haben. Alle naselang kommt ein besonders
hartnäckiger Zwischen- oder Endgegner, der spezielle Vorgehensweisen erfordert, um effektiv bekämpft werden zu können.
Besonders gelungen ist das Waffen- und Upgradesystem. Im Spiel gibt es nur eine Art von Powerup, welches eingesammelt werden kann, um anschließend in den Ausbau des Schiffs investiert zu werden. Mittels eines Tastendrucks erhöht sich so zum Beispiel die Geschwindigkeit des Jägers oder eine Waffe wird ausgebaut.
Welchen Zusatz man hier bekommt, hängt von der Anzahl der zuvor eingesammelten Powerups ab. Für ein gesammeltes Powerup bekommt man einen Geschwindigkeitsbonus, für zwei Raketen und so weiter. Für fünf Powerups bekommt man einen sogenannten
Multiple, einen kleinen Energieball, welcher sich stets in der Nähe des Schiffs aufhält und ebenfalls feuert. Insgesamt können vier dieser Multiples um das eigene Schiff geschart werden, was die eigene Feuerkraft drastisch erhöht. Das stärkste Upgrade ist ein Schutzschild, der mehrere Treffer abfängt, bevor das Raumschiff selbst Schaden nimmt und zerstört wird. Wird die
Vic Viper vernichtet, verliert man sämtliche Upgrades. Lediglich die hart erarbeiteten Multiples bleiben auf dem Schirm zurück und können wieder eingesammelt werden, sofern man schnell genug reagiert.
Wie die aufgerüsteten Waffen genau wirken, hängt von dem
Bewaffnungstyp ab, den man am Anfang des Spiels wählt. Während der
Double-Laser bei einer Variante beispielsweise in zwei Richtungen gleichzeitig schießt, feuert er in einer anderen mit doppelter Kraft schräg nach oben. Zudem agieren die Multiples je nach gewähltem Typ anders. So kann man bei Bewaffnungstyp Zwei beispielsweise die Richtung bestimmen, in welche die Multiples schießen sollen, während man selbige in einer anderen Konfiguration schützend um die
Vic Viper kreisen lassen kann.
Jeder der vier Bewaffnungstypen hat dabei seine individuellen Vor- und Nachteile, so dass jeder Spieler schnell seinen persönlichen Liebling finden wird.
GrafikGrafisch ist
Gradius V zusammen mit
Ikaruga für den Gamecube der schönste bisher erschienene Arcade-Shooter. Wunderschöne Hintergründe bieten zusammen mit tollen Explosions- und Waffeneffekten so einiges fürs Auge. Dabei bleibt die Framerate stets konstant. Ein optionaler 60 Hertz-Modus erfreut Spieler mit entsprechendem Equipment.
SoundAuch der Sound kann überzeugen. Die Hintergrundmusik ist wie das Spiel selbst sehr arcadelastig und so fügen sich die einzelnen Stücke perfekt ins Geschehen ein. Sämtliche Effekte können sich ebenfalls hören lassen, hätten insgesamt aber etwas knalliger ausfallen können. Als Soundformate werden leider nur Mono und Stereo unterstützt.
Spielspaß SoloTrotz seines eigentlich recht geringen Umfangs von acht Leveln bietet
Gradius V Spielspaß für viele Stunden. Das liegt vor allem an dem durchdachten Continuesystem, welches den Spieler stets motiviert, das Spiel mit mehr Übung in den Knochen und mehr Credits auf dem Konto nochmals von vorne zu beginnen. Wer jedoch nicht gerne große Abschnitte eines Spiels mehrmals spielen will, um diese zu perfektionieren, wird mit dem Titel nicht lange Spaß haben. Das Game ist auf mehrmaliges Spielen und das Einprägen einzelner Levelteile ausgelegt. Ohne viele Versuche wird man das Ende nie sehen. Einsteiger werden angesichts des selbst auf der leichtesten Einstellung sehr hohen Schwierigkeitsgrades zunächst eingeschüchtert sein. Wer jedoch hartnäckig bleibt, wird sich bei jedem weiteren Spielen ein wenig steigern und konstante Fortschritte machen. Spätestens beim FreePlay, welches nach 17 Spielstunden freigeschaltet wird, ist das Spiel für jeden zu bewältigen. Darüber hinaus gibt es noch einen Zusatzmodus, in dem bereits geschaffte Stages nochmals gespielt werden können, was vor allem zum Erarbeiten von Endgegnerstrategien oder dem Einprägen besonders kniffliger Levelabschnitte hilfreich ist. Ebenfalls erwähnenswert: Das Produkt erscheint zum Budgetpreis für rund 30 Euro. An dieser Stelle ein großes Lob an den Publisher!
Spielspaß Multi Gradius V bietet einen Zweispielermodus, in dem zwei Spieler gleichzeitig gegen die Aliens vorgehen können. Im Großen und Ganzen ist alles so wie im Solo-Modus, nur dass das Ganze etwas leichter wird, weil man sich gegenseitig Deckung geben kann. Allerdings gilt auch im Zweispielermodus die Begrenzung der Multiples. So dürfen auch hier nur maximal vier dieser praktischen Helfer eingesetzt werden. Verteilt man diese fair untereinander, hat jedes Schiff maximal zwei Multiples. Natürlich kann man aber auch so vorgehen, dass ein Spieler alle bekommt und der andere gar keine. Übrigens kann ein zweiter Spieler zum Preis eines Credits jederzeit in eine laufende Partie einsteigen.