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Master-Review:   » drucken    » versenden

Metal Slug 3

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 17.01.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Gelungenes Revival eines Arcadeklassikers.

Revivals und Fortsetzungen zu alten Arcadeklassiker sind seit einiger Zeit wieder voll im Trend. Seien es die technisch und spielerisch überzeugenden neuesten Teile der Gradius und R-Type-Serie oder 1:1 übernommene Neuauflagen a la Hyper Street Fighter II. Die Titel stoßen sowohl bei der Fachpresse als auch beim Publikum auf viel Gegenliebe. Mit dem Remake von Metal Slug 3 haucht Entwickler SNK einer der beliebtesten 2D-Shooter-Serien neues Leben ein und will sowohl auf der XBox als auch der Playstation 2 trotz Spritegrafiken mit aktuellen Actiontiteln konkurrieren. Ob ihnen das gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Shoot'n'Run!
Nachdem im Hauptmenü einige Grundeinstellungen wie Schwierigkeitsgrad und Lebensanzahl vorgenommen wurden, darf man zwischen verschiedenen Spielmodi wählen
» Raketenhagel!
. Neben dem Arcadegame, in dem alle Missionen nacheinander bestritten werden müssen, gibt es noch Sonderspielmodi wie den Sturm auf das Mutterschiff oder die Highscorejagd in einem vorher freigespielten Level. Auf das grundlegende Spielprinzip wirkt sich die Auswahl allerdings nicht aus. Mit Hilfe des Steuerkreuzes steuert der Spieler sein virtuelles Ich durch insgesamt sechs Missionen, in denen es gilt, alle anrückenden Feindesschaaren abzuschießen, wegzubrutzeln oder niederzumetzeln. Standardgemäß ist man mit einer Pistole und einem Messer bewaffnet. Welche Waffe der Charakter einsetzt, hängt lediglich von der Entfernung zum Gegner ab. Zusätzlich verfügt die Spielfigur über ein begrenztes Kontingent an Handgranaten, die auf Knopfdruck geworfen werden. Neben den Standardballermännern gibt es noch allerlei Bonuswaffen, die eingesammelt und benutzt werden können bis die Munition zur Neige geht. Unter anderem gibt es einen Flammenwerfer, eine Shotgun, ein Maschinenengewehr sowie eine Laserkanone.

Zu Lande, zu Wasser und aus der Luft
Doch nicht nur zu Fuß geht es heiß her. Obwohl man die meiste Zeit im Spiel per pedes unterwegs ist, stehen dem Heldenviele Gefährte zur Verfügung.
» Auch unter Wasser geht es zur Sache.
Neben stählernen Kampfanzügen finden sich beispielsweise Panzer, U-Boote, Jets und sogar eine Raumkapsel. Dementsprechend üppig fällt natürlich auch das Einsatzgebiet des Helden aus. Obwohl man die meiste Zeit in Bodennähe agiert, bringen Unterwasser-, Luft- und Weltraummissionen Abwechslung ins Spiel und erfreuen das Auge mit den unterschiedlichsten Landschaften. Ein weiterer Kniff in den Levels besteht darin, dass es unterschiedliche Wege gibt, die zum Ziel führen. So darf der Spieler beispielsweise an manchen Stellen wählen, ob er lieber den Überlandpfad oder einen unterirdischen bereist. Je nach dem wofür er sich entscheidet, folgt eine Unterwasser- oder Höhlenmission oder ein Kampf unter freiem Himmel.

Abgefahrene Kontrahenten
Besondere Kreativität haben die Entwickler nicht nur bei der Erschaffung der Levels und Fahrzeuge bewiesen, sondern auch bei den zahlreichen Gegnern,
» Bereits der erste Endgegner weiß durch Größe aufzufallen.
die im Spielverlauf den Weg des Helden kreuzen. Das Repertoire reicht von allerhand Viehzeugs über normale Soldaten, Zombies und Roboter hin bis zu Aliens und großen Kriegsmaschinen wie Raketenpanzern oder U-Booten. Besonders eindrucksvoll gelungen sind die riesigen Bossgegner, welche oft den halben Bildschirm ausfüllen. Auch das Bewegungsmuster der Gegner unterscheidet sich stark voneinander. Während einige Gegner lediglich auf kurze Distanz gefährlich werden können, nehmen andere den Spieler bereits aus der Entfernung unter Beschuss. Zudem wurden einige Gimmicks eingebaut, die den Funfaktor nochmals ordentlich in die Höhe treiben. So wird man bei einem Treffer durch einen Zombie beispielsweise selbst in einen Untoten verwandelt, was die Spielfigur nicht nur äußerlich stark verändert, sondern auch deutlich verlangsamt. Während die Standardgegner ohne großartiges Taktieren besiegt werden können, setzen die Endgegner eine gewisse Vorgehensweise voraus. Wer bei den Giganten Leben sparen will, sollte sich deren Bewegungsschemen genau einprägen und seine Vorgehensweise auf diese abstimmen.


Grafik
Grafisch hat sich zur Urversion nichts geändert, was trotz veralteter Technik jedoch absolut nicht negativ auffällt. Im Gegenteil: Nur selten hat man derartig liebevoll animierte Spritegrafiken über den Bildschirm flimmern sehen wie in Metal Slug 3. Explosionen, Bewegungsanimationen, Mündungsfeuer, Raketen, Geschosse und die schicken Umgebungsgrafiken ergeben ein homogenes Ganzes und verpassen dem knallbunten Spiel den unverwechselbaren Comic-Look, der bereits in der Vergangenheit nicht unwesentlich zum Erfolg der Serie beitrug. Metal Slug 3 beweist auch viele Jahre nach dem Release des Originals eindrucksvoll, dass hübsche Spiele nicht zwangsläufig eine 3D-Engine benötigen. Eine echte Augenweide für alle Retro-Fans!

Sound
Auch der Sound wurde eins zu eins aus dem Original übernommen. Leider kann dieser nicht ganz so restlos überzeugen wie die Grafik. So fallen vor allem die zahlreichen Schuss- und Explosionsgeräusche viel zu lasch aus, was die extreme Action auf dem Schirm nicht besonders gut unterstreicht. Hier hätte eine Überarbeitung des vorhandenen Materials sicherlich gut getan. Überzeugen kann hingegen der tolle Arcade-Soundtrack, der jeden Kenner des Originals sofort in alten Zeiten schwelgen lässt.

Spielspaß Solo
Wie bei Arcadetiteln üblich, muss man auch Metal Slug 3 an einem Stück ohne Zwischenspeichern durchzocken. Allerdings entpuppt sich dies aufgrund des sehr geringen Umfangs der insgesamt sechs Level als in rund einer Stunde schaffbar. Natürlich ist das selbst für einen Arcadetitel eine sehr knapp bemessene Spielzeit und jeder der Games nicht gerne mehrmals durchzockt, um einen neuen Highscore aufzustellen, sollte sich die Investition von immerhin rund 30 Euro an dieser Stelle gut überlegen. Die Tatsache, dass sich die Levels auf verschiedenen Wegen absolvieren lassen, ist immerhin ein zusätzlicher Motivationsschub, das Spiel zumindest zwei Mal durchzuzocken. Dank unendlich vieler Continues und den verschiedenen Schwierigkeitsgraden werden sowohl Anfänger als auch Profis viel Freude an den unkomplizierten Ballereien haben. Für alle Könner gibt es noch den schweren Sturm auf das Mutterschiff-Modus, in dem mit nur einem Leben eine Geisel aus den Fängen der Aliens gerettet werden muss. Für diesen Modus stehen verschiedene Charakterklassen zur Verfügung, die sich in ihrer Bewaffnung unterscheiden.

Spielspaß Multi
Wie fast jeder gute Arcade-Shooter kann natürlich auch Metal Slug 3 mit zwei Spielern gleichzeitig durchgezockt werden. Naturgemäß macht das kooperative Spielen mit einem Freund mehr Spaß als sich alleine auf Gegnerhatz zu begeben. Fun orientierte Spieler werden sich hier auf das Abknallen der Gegner konzentrieren, während sich verbissenere Gamer, die stets die Besten sein wollen, heiße Gefechte um den höchsten Punktestand liefern. Zudem gibt es noch den Fat Island-Modus, in dem sich bis zu zwei Spieler unendlich vieler Gegnern erwehren müssen, die Essen fallen lassen. Durch das Aufsammeln der Nahrung nehmen die Charaktere an Gewicht zu. Stirbt eine Spielfigur, verliert sie Pfunde. Gewinner ist derjenige, der nach Ablaufen des Zeitlimits die meisten Kilos auf die Waage bringt. Schade nur, dass die Playstation 2-Version über keinerlei Onlinesupport wie das XBox-Pendant verfügt. Vor allem die Onlineranglisten hätten unter Garantie für mehr Motivation bei der Jagd nach Highscores gesorgt.
Pro
Spaßiges, unkompliziertes Ballergameplay
Superschicke Spritegrafiken
Verschiedene Levelwege
Budgetpreis
Contra
Sehr kurz
Schwache Soundeffekte
Letzter Level zieht sich wie Kaugummi
PS2-Version ohne Onlinesupport
Fazit
"Operation Revival gelungen!" kann man beim Spielen des Klassikers eigentlich nur sagen. Trotz der veralteten Technik sieht der Titel dank genialer Spriteanimationen und genialem Design immer noch zum Verlieben aus. Auch spielerisch kann die Softwareperle restlos überzeugen und es mit aktueller Konkurrenz aufnehmen. Die extremen Ballereien spielen sich sehr flott und sind ohne jegliche Einarbeitungszeit zu bewältigen. Disk rein, Konsole an und los geht's! Der Titel ist eindeutig auf puren Spielspaß optimiert. Statt einem für das Genre üblichen knüppelharten Schwierigkeitsgrades und wirkliche bösen Herausforderungen gibt man dem Spieler die Möglichkeit, so viele Continues zu verbraten wie er eben braucht. Das jederzeit mögliche Einsteigen eines zweiten Spielers erhöht den Funfaktor nochmals deutlich und stachelt stets dazu an, den eigenen Highscore über dem des Partners zu halten. Lediglich die sehr kurze Spielzeit fällt wirklich negativ auf. Alle Arcadefans, die das Original noch nicht besitzen und den Titel ohnehin immer wieder zocken wollen, um ihren Highscore zu erhöhen, sollten allerdings auf jeden Fall zugreifen!
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Xbox LIVE Arcade
Publisher
Flashpoint
Entwickler
SNK
Website
www.snkplaymore...
Release
19. November 2004
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User-Bewertung
84
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1 Review
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