Große Haie - Kleine Fische glänzt mit ansprechender Präsentation, die aber nur bedingt über die Gameplay-Schwächen hinweg täuschen kann.DreamWorks hat nicht zuletzt mit dem Meisterwerk
Shrek bewiesen, dass die eigenen Animationsstudios neben
Disney und
Pixar in der ersten Liga mitmischen. Im Kino kommt das neueste Abenteuer rund um den quirligen Fisch Oscar trotz schlechter Kritiken vor allem bei Zusehern jüngeren Semesters gut an. Ob das Spiel zum Film
Große Haie - Kleine Fische mit gleichnamigen Titel einmal mehr langweilige Lizenzkost oder ein Block- (pardon)
Riff-Buster ist, wird in diesem Review geklärt.
Ein Kinderspiel oder?Familien freundliche Spiele sind gerade auf der Xbox (noch) eher die Ausnahme, aber gerade Titel wie
Shrek 2 beweisen, dass man auch sehr anständige Kost abliefern kann. Zwei Merkmale
(laut vorherrschendem Zeitgeist) zeichnen ein gutes, kindergerechtes Spiel aus:
Familientauglichkeit, sprich Vermeidung von Gewaltszenen, und
anspruchsvolles Gameplay, das Kinder als auch erwachsene Spieler gleichermaßen zu fesseln vermag.
In
Große Haie - Kleine Fische schlüpft ihr in die Rolle von Oscar, den seine zu große Klappe von einer unangenehmen Situation in die nächste bringt. Oscar ist aber kein typischer Riffbewohner, sondern hat das freche Mundwerk von
Will Smith und dementsprechend sind auch die coolen Sprüche ausgefallen. Doch Kaltschnäuzigkeit alleine bezahlt die Miete nicht und so wird Oscar gleich zu Beginn des Abenteuers ins frische Wasser gesetzt. Die wutentbrannte Vermieterin (mit der Laune einer Miesmuschel) wirft den gesamten Hausrat kurzerhand aus dem Fenster. Eure Aufgabe ist es, das Zeug aufzufangen, bevor es zu Bruch geht. Das Gameplay ist denkbar einfach aber innovativ gelöst: zuerst muss schnell zu einem Objekt hin geschwommen und dann mit dem L-Stick eine Kreisbewegung ausgeführt werden, damit der Gegenstand gefangen werden kann. Die Kollisionsabfrage funktioniert hier erstaunlich gut und die Steuerung ist erfreulich einfach ausgefallen.
Minigames Gameplay Mix Große Haie - Kleine Fische präsentiert dem Spieler einen abwechslungsreichen Mix aus
verschiedenen Gameplay-Elementen, der über die sich teils wiederholenden Levels Abwechslung bieten sollen. Das Spielgeschehen
ist in zahlreiche Kapitel unterteilt, wobei jeder Spielabschnitt über ein besonderes Merkmal verfügt. Je nach Aufgabe, die sich meist als Minigame präsentiert, müsst ihr durch die Straßen der Riff-Stadt flitzen, Schiffe erkunden oder sogar einen Kampf mit dem großen weißen Hai bestreiten. Das Gameplay umfasst u.a. folgende Mini Games:
Dodge – Oscar muss verhindern, dass er als Hai-Snack endet. Die Perspektive zeigt euch dabei von vorne, wobei ihr aufgrund von Pfeilen in eine gewisse Richtung ausweichen müsst, um den Verfolgern zu entkommen.
Fight – Grundlegend wie die Dogde-Missionen aufgebaut darf Oscar hier auch flossengreiflich werden und teilt Ohrfeigen für die Bösewichte aus. Mittels des Steuerkreuzes können verschiedene Attacken und sogar Kombos ausgeführt werden.
Cool: man kann den Gegner per Gesten völlig in Rage versetzen, nur um ihm dann eine auf die Kiemen zu geben.
Dance – Mittels des Steuerkreuzes müsst ihr gewisse Tastenkombinationen zu mindestens 75% richtig treffen, um in der Unterwasser-Disco eine gute Figur zu machen.
Exploration – Präsentiert sich in der Form eines Side-Scrollingers und ermöglicht euch, die Areale des Riffs zu untersuchen. Besonders praktisch: man kann sich in Häusern verstecken und bekommt sogar Lebensenergie auffrischende Leckerbissen vorgesetzt.
Stealth – Agent Oscar muss in diesen stark an die Exploration-Levels angelehnten Kapiteln unbemerkt durch die Umgebung navigieren. Allerdings kann er sich nun hinter speziellen Gegenständen verstecken. Damit das ganze nicht gar zu leicht wird, gilt es die Mission innerhalb eines Zeitlimits und ohne dass euch Wachen entdecken, zu absolvieren.
Race – Ihr müsst gegen die Uhr oder einen Gegner um die Wette schwimmen.
Riff Stadt ist eine Reise wertWährend das Gameplay nur bedingt zu überzeugen vermag, macht die wirklich gelungene grafische Präsentation wieder vieles wett. Vor allem die wunderschönen Hintergründe und die
gelungenen Animationen der Spielfiguren überzeugen voll. Das Flair des Kinofilms ist gut eingefangen. Auf der Xbox treten keine unschönen Slowdowns auf, selbst wenn sich viel am Bildschirm tut. Der Soundtrack des Spiels ist ebenfalls dem Film nachempfunden und es sei dahin gestellt, ob einem die Hip-Hop-Tracks gefallen oder nicht. Die deutschen Originalsprecher des Films sind auf jeden Fall mit von der Partie und sorgen so für eine vertraute Kulisse voll Erinnerungen an den Kinobesuch.