Spielerisch sowie technisch schwache Umsetzung, die nichts mit der Filmvorlage gemeinsam hat.Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass gerade zur Weihnachtszeit viele Kinokassen ungemein von der ausgeprägten Besinnlichkeit profitieren. Doch der Geist der Winternacht breitet sich justament auch auf den Konsolenbereich aus, um Kinderaugen vor der heimischen Flimmerkiste noch größer werden zu lassen. Ebenso ist es kein Mysterium mehr, dass etablierte Publisher gerade zur Christzeit mit diversen Umsetzungen weihnachtlicher Leinwandstreifen aufwarten. So auch im aktuellen Beispiel
Der Polarexpress, der von
THQ vertrieben mittlerweile den Weg in die Händlerregale gefunden hat. Wir haben den Glühwein kalt werden lassen, um euch im folgenden Master-Review Aufschluss darüber zu geben, ob die Konsolenumsetzung mit dem großen Kinobruder mithalten kann oder nicht.
Previous history Der vorgeschichtliche Part: Die letzte Nacht vor Heiligabend ist angebrochen und ein Dreikäsehoch spitzt in seinem Bett liegend erwartungsvoll die Ohren. Doch in dieser Nacht bleibt
» Das Spielprinzip ist einfach. |
ihm der Besuch des Weihnachtsmanns verwehrt, stattdessen kommt neben seinem Familienhaus ein großer magischer Zug zum Stehen. Zusammen mit einer Hand voll weiterer Sprösslinge geht es jetzt auf die Reise zum Nordpol, um Flauschebart einen Besuch abzustatten und vor allen anderen Geschenke abzugrasen. Freilich kommt auch
Der Polarexpress nicht ohne einen tatkräftigen Widersacher aus. So seid ihr von nun an mit der jähzornigen Puppe
Scrooge konfrontiert, die euch die Reise zum Polargebiet so unangenehm wie möglich machen wird.
Harry Potter im Bademantel: Sobald ihr euch die Vorgeschehnisse, die allesamt aus sehenswerten Kinoszenen bestehen, angesehen habt, findet ihr euch schon im Abenteuer wieder. Dabei ist unverkennbar, dass euer Protagonist auffallend an Herrn
Potter erinnert - ob die Ähnlichkeit vermutlich Absicht war? Fakt ist: Das gesamte
Spielambiente wirkt sehr kinderfreundlich, weshalb sich der Titel zweifellos
Nachwuchstastendrücker zur Zielgruppe gesetzt hat.
A bit of a yawn Nun aber ans Eingemachte:
Der Polarexpress besteht aus
15 unterschiedlichen Stages, die sich schließlich in
sechs Kapitel gliedern. Insbesondere diejenigen unter
» Der Polarexpress im freien Flug. |
euch, die sich den Leinwandstreifen zu Gemüte geführt haben, werden sich verstärkt in das Kino zurückversetzt fühlen. Dahingehend bekommt ihr zwischen den Abschnitten abermals viele der
qualitativ hochwertigen Filmszenen zu Gesicht. Ferner bietet euch das grundlegende Spielprinzip eine Mischung aus
verschiedenartigen Minispielen - eine spielerisch taugliche Umsetzung sucht ihr indessen vergeblich. Innerhalb des Zugs steuert ihr euren Helden stets aus der Verfolgerperspektive, um z.B. flinke Spielzeugmäuse einzusammeln, gegnerische Puppen mit Bällen zu bewerfen oder riesige Kisten aus dem Weg zu schieben. Im Endeffekt schlendert ihr auf diese Art und Weise permanent von Waggon zu Waggon - motivierender Spielspaß sieht sicherlich anders aus. Daneben beinhaltet
Der Polarexpress noch anderweitige Minispiele: So kommt es vor, dass ihr in einem Musik- bzw. Rhythmusspiel vorgegebene Tastenkombinationen drückt, um Fahrgästen leckeren Kakao zu servieren. Zu einem späteren Zeitpunkt geht es aber auch außerhalb des ominösen Zugs zu Gange und ihr müsst selbigen auf Schien wieder einholen. Selbstredend findet ihr im weiteren Spielverlauf allerhand nützliche Gegenstände, die euer halbwüchsiges Heldendasein nicht aus den Fugen geraten lassen. Schlussendlich ist der Titel in punkto Gameplay jedoch nur ein
ermüdender Mix verschiedener Genres.
And all the rest of it Falls ihr im Gameplay noch ein Auge zudrücken solltet, trifft euch spätestens beim Umfang des Titels der Schlag. Schon nach
drei Spielstunden befindet sich die närrische
» Die Musikspiele bringen nur wenig Schwung ins Geschehen. |
Spielzeugpuppe
Scrooge im Nirwana, was in Anbetracht des
simplen Schwierigkeitsgrads auch für die jüngsten Spielernaturen überhaupt kein Problem darstellen sollte. Da können selbst die beiden PS2-exklusiven
EyeToy-Zusatzspiele
Schmücke den Weihnachtsbaum sowie
Fahre den Polarexpress für keine ausgeglichenen Verhältnisse sorgen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass beide Minispiele ein nettes Schmankerl für alle Kamerabesitzer darstellen - den
dahinschwindenden Spielspaß lässt dieser Faktor jedoch vollends unbeeindruckt.
Darüber hinaus präsentiert sich die
Umsetzung in technischer Hinsicht durch die Bank mittelprächtig. Die Ursachen sind rasch erkennbar: Die gebotene Präsentation, Spielgrafik, Hintergrundmusik sowie die Soundeffekte unterbinden durch die fehlende Qualität jeglichen Kinofreudentaumel. Lediglich die
optisch gelungenen Zwischensequenzen reflektieren die technischen Stärken des ansonsten durchwachsenen Actiontitels.