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Master-Review:   » drucken    » versenden

Der Polarexpress

» Autor: Björn Sturm
» Datum: 04.01.2005
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Spielerisch sowie technisch schwache Umsetzung, die nichts mit der Filmvorlage gemeinsam hat.

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass gerade zur Weihnachtszeit viele Kinokassen ungemein von der ausgeprägten Besinnlichkeit profitieren. Doch der Geist der Winternacht breitet sich justament auch auf den Konsolenbereich aus, um Kinderaugen vor der heimischen Flimmerkiste noch größer werden zu lassen. Ebenso ist es kein Mysterium mehr, dass etablierte Publisher gerade zur Christzeit mit diversen Umsetzungen weihnachtlicher Leinwandstreifen aufwarten. So auch im aktuellen Beispiel Der Polarexpress, der von THQ vertrieben mittlerweile den Weg in die Händlerregale gefunden hat. Wir haben den Glühwein kalt werden lassen, um euch im folgenden Master-Review Aufschluss darüber zu geben, ob die Konsolenumsetzung mit dem großen Kinobruder mithalten kann oder nicht.

Previous history
Der vorgeschichtliche Part: Die letzte Nacht vor Heiligabend ist angebrochen und ein Dreikäsehoch spitzt in seinem Bett liegend erwartungsvoll die Ohren. Doch in dieser Nacht bleibt
» Das Spielprinzip ist einfach.
ihm der Besuch des Weihnachtsmanns verwehrt, stattdessen kommt neben seinem Familienhaus ein großer magischer Zug zum Stehen. Zusammen mit einer Hand voll weiterer Sprösslinge geht es jetzt auf die Reise zum Nordpol, um Flauschebart einen Besuch abzustatten und vor allen anderen Geschenke abzugrasen. Freilich kommt auch Der Polarexpress nicht ohne einen tatkräftigen Widersacher aus. So seid ihr von nun an mit der jähzornigen Puppe Scrooge konfrontiert, die euch die Reise zum Polargebiet so unangenehm wie möglich machen wird.
Harry Potter im Bademantel: Sobald ihr euch die Vorgeschehnisse, die allesamt aus sehenswerten Kinoszenen bestehen, angesehen habt, findet ihr euch schon im Abenteuer wieder. Dabei ist unverkennbar, dass euer Protagonist auffallend an Herrn Potter erinnert - ob die Ähnlichkeit vermutlich Absicht war? Fakt ist: Das gesamte Spielambiente wirkt sehr kinderfreundlich, weshalb sich der Titel zweifellos Nachwuchstastendrücker zur Zielgruppe gesetzt hat.

A bit of a yawn
Nun aber ans Eingemachte: Der Polarexpress besteht aus 15 unterschiedlichen Stages, die sich schließlich in sechs Kapitel gliedern. Insbesondere diejenigen unter
» Der Polarexpress im freien Flug.
euch, die sich den Leinwandstreifen zu Gemüte geführt haben, werden sich verstärkt in das Kino zurückversetzt fühlen. Dahingehend bekommt ihr zwischen den Abschnitten abermals viele der qualitativ hochwertigen Filmszenen zu Gesicht. Ferner bietet euch das grundlegende Spielprinzip eine Mischung aus verschiedenartigen Minispielen - eine spielerisch taugliche Umsetzung sucht ihr indessen vergeblich. Innerhalb des Zugs steuert ihr euren Helden stets aus der Verfolgerperspektive, um z.B. flinke Spielzeugmäuse einzusammeln, gegnerische Puppen mit Bällen zu bewerfen oder riesige Kisten aus dem Weg zu schieben. Im Endeffekt schlendert ihr auf diese Art und Weise permanent von Waggon zu Waggon - motivierender Spielspaß sieht sicherlich anders aus. Daneben beinhaltet Der Polarexpress noch anderweitige Minispiele: So kommt es vor, dass ihr in einem Musik- bzw. Rhythmusspiel vorgegebene Tastenkombinationen drückt, um Fahrgästen leckeren Kakao zu servieren. Zu einem späteren Zeitpunkt geht es aber auch außerhalb des ominösen Zugs zu Gange und ihr müsst selbigen auf Schien wieder einholen. Selbstredend findet ihr im weiteren Spielverlauf allerhand nützliche Gegenstände, die euer halbwüchsiges Heldendasein nicht aus den Fugen geraten lassen. Schlussendlich ist der Titel in punkto Gameplay jedoch nur ein ermüdender Mix verschiedener Genres.

And all the rest of it
Falls ihr im Gameplay noch ein Auge zudrücken solltet, trifft euch spätestens beim Umfang des Titels der Schlag. Schon nach drei Spielstunden befindet sich die närrische
» Die Musikspiele bringen nur wenig Schwung ins Geschehen.
Spielzeugpuppe Scrooge im Nirwana, was in Anbetracht des simplen Schwierigkeitsgrads auch für die jüngsten Spielernaturen überhaupt kein Problem darstellen sollte. Da können selbst die beiden PS2-exklusiven EyeToy-Zusatzspiele Schmücke den Weihnachtsbaum sowie Fahre den Polarexpress für keine ausgeglichenen Verhältnisse sorgen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass beide Minispiele ein nettes Schmankerl für alle Kamerabesitzer darstellen - den dahinschwindenden Spielspaß lässt dieser Faktor jedoch vollends unbeeindruckt.
Darüber hinaus präsentiert sich die Umsetzung in technischer Hinsicht durch die Bank mittelprächtig. Die Ursachen sind rasch erkennbar: Die gebotene Präsentation, Spielgrafik, Hintergrundmusik sowie die Soundeffekte unterbinden durch die fehlende Qualität jeglichen Kinofreudentaumel. Lediglich die optisch gelungenen Zwischensequenzen reflektieren die technischen Stärken des ansonsten durchwachsenen Actiontitels.
Pro
Optisch sehenswerte Filmsequenzen
Kinderfreundliche Thematik
Filmlizenz
Contra
Kurze Spieldauer
Schwache Präsentation
Mäßige Optik
Dürftige Soundtechnik
Fazit
Einmal mehr hat sich bewahrheitet, was viele prognostiziert haben: Konnte der stimmige Kinostreifen noch verzaubern, gibt sich die Konsolenumsetzung durchgehend leidenschaftslos. Dabei überzeugte mich Der Polarexpress lediglich durch die hübschen Filmsequenzen - in punkto Spielspaß und Motivation dafür umso weniger. Zweifelsohne ist klar, dass sich der Titel an eine junge Zielgruppe richtet, dennoch hätte der Publisher deutlich mehr Engagement und Liebe zum Detail an den Tag legen müssen. Wenngleich das grundlegende Spielprinzip aus verschiedenen Elementen bekannter Genres besteht, gibt sich der tatsächliche Umfang mehr als dürftig. Noch nicht einmal drei Spielstunden sind in meinen Augen eine Bodenlosigkeit sondergleichen und lassen berechtigte Preis-/Leistungsfragen in Richtung THQ aufkommen. Die mäßige Optik sowie die kümmerliche Soundtechnik geben der spielerischen Schlaffheit den Rest und lassen Begriffe wie Langzeitmotivation oder Wiederspielwert erst gar nicht aufkommen. Im Grunde genommen bleibt bei der Gegenüberstellung aller relevanten Wertungspunkte eine unentwegt einschläfernde Filmumsetzung übrig, die so gut wie gar nichts mit dem großen Filmbruder gemeinsam hat.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
   Action-Adventure
Publisher
THQ
Entwickler
Blue Tongue
Website
www.thq.de/html...
Release
26. November 2004
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User-Bewertung
58
1 Bewertung
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